Xenophon: Anabasis
Xenophon: KUROU ANABASIS
I.
(1) Von Dareios und Parysatis stammten zwei Söhne ab, von denen der ältere Artaxerxes war, der jüngere aber Kyros. Nachdem aber Dareios schwach wurde und sein Lebensende beargwöhnte, wollte er, dass beide Söhne dawären. (2) Der ältere war folglich zufällig da: Kyros aber ließ er von der Provinz holen, von der er ihn zum Satrap machte (und er ernannte ihn auch zum Feldherrn über alle, die sich in der Ebene von Kastolos versammeln). Folglich zog Kyros mit Tissaphernes als Freund und mit dreihundert Schwerbewaffneten der Griechen, unter der Führung ihres Parrhasiers Xenias hinauf. (3) Als aber Dareios starb und Artaxerxes den Thron bestieg, verleumdete Tissaphernes Kyros bei dem Bruder (mit der Behauptung), dass er ihm nachstelle. Der aber lässt sich überreden und Kyros festnehmen, um ihn zu töten: Als aber die Mutter ihn für sich losgebeten hatte, schickt sie ihn wieder in seine Provinz. (4) Als aber der in Gefahr geratene und entehrte zurückkehrte, überlegte er, wie er niemals mehr in die Gewalt des Bruders kommen könne, sondern, wenn es möglich wäre, anstatt jenes herrschen könne. Die Mutter Parysatis nun unterstützte Kyros, weil sie ihn mehr liebte als den herrschenden Artaxerxes. (5) Wer auch immer von den Abgesandten des Großkönigs zu ihm kam, alle schickte er weg, indem er sie so stimmte, dass sie mehr ihm selbst als dem König befreundet waren. Und für die Barbaren bei ihm selbst sorgte er, damit sie sowohl fähig seien, zu kämpfen, als auch ihm wohlgesonnen zu sein. (6) Die griechische Streitmacht versammelte er so heimlich wie möglich, damit er den König so unvorbereitet wie möglich anträfe. Auf folgende Weise könnte die Sammlung folglich gemacht worden sein. Von allen Wachen, die er in den Städten hatte, befahl er jedem einzelnen Kommandanten, die reichsten und besten peloponnesischen Männer (in Sold) zu nehmen, da Tissaphernes den Städten nachstelle. Denn die ionischen Städte gehörten anfangs Tissaphernes, von Seiten des Königs gegeben, damals sind alle außer Milet an Kyros abgefallen: (7) Als Tissaphernes in Milet aber vorher wahrgenommen hatte, dass irgendwelche solche Dinge planen, an Kyros abzufallen, tötete er die einen von ihnen, die anderen aber verbannte er. Nachdem Kyros aber die Flüchtlinge aufgenommen und das Heer versammelt hatte, belagerte er Milet sowohl zu Land als auch zu Wasser und versuchte, die Verbannten zurückzuführen. Und wieder war dies ein Vorwand für ihn, ein Heer zu versammeln. (8) Als Kyros zum König schickte, forderte er, weil er sein Bruder war, ihm mehr Städte zu geben, als dem Tissaphernes, um über sie herrschen zu können, und die Mutter half ihm dabei: Daher nahm der König den gegen ihn gerichteten Anschlag nicht wahr, sondern er glaubte, dass er, weil er gegen Tissaphernes kämpfte, Aufwand für die Heere betreibe: Daher fühlte er sich gar nicht belastet von der Kriegsführung derer. Und Kyros entrichtete die fälligen Tribute an den König aus den Städten, die er von Tissaphernes zufällig hatte. (9) Ein anderes Heer versammelte er auf der Chersones gegenüber von Abydos auf folgende Weise. Der Lakedaimonier Klearchos war ein Verbannter. Als Kyros mit ihm zusammengekommen war, bewunderte er ihn sowohl als auch gab er ihm zehntausend Dareiken. Als er [Klearchos] das Geld genommen hatte, versammelte er das Heer von diesem Geld und führte Krieg, indem er aus der Chersones aufbrach, gegen die Thraker, die jenseits des Hellesponts wohnen, und er nutzte so den Griechen: So brachten die hellespontischen Städte freiwillig Geld bei ihm für die Ernährung der Soldaten zusammen. Auf diese Weise wurde das Heer heimlich unterhalten. (10) Aristippos war für ihn ein thessalischer Gastfreund, und bedrängt von den häuslichen Parteigegnern kam er zu Kyros und bat ihn zwecks zweitausend Söldnern und Sold für drei Monate, [in der Meinung,] so den Parteigegnern überlegen zu werden. Kyros aber gab ihm viertausend Söldner und Sold für sechs Monate, und bat ihn, sich nicht vorher mit den Parteigegnern zu versöhnen, bevor er [Kyros] sich mit ihm beraten habe. So wurde wieder ein Heer in Thessalien heimlich von ihm ernährt. (11) Proxenos, dem Böotier, der sein Gastfreund war, befahl er, sich mit möglichst vielen Männern einzufinden, weil er [Kyros] ins Pisiderland gelangen wollte, um Krieg zu führen, weil die Pisider seinem Land Schwierigkeiten machen würden. Dem Stymphalier Sophainetos und dem Achaier Sokrates, die auch seine Gastfreunde waren, befahl er, mit so vielen Männern wie möglich zu kommen, um gegen Tissaphernes im Bunde mit den flüchtigen Milesiern Krieg zu führen. Und diese taten es so.
II.
(1) Als es ihm nunmehr gut erschien, hinauf zu ziehen, nahm er sich zum Vorwand, er wolle die Pisider gänzlich aus dem Land herauswerfen: Und er versammelte wie gegen diese sowohl das nicht griechische als auch das hellenische Heer. Dort befahl er dem Klearchos, mit dem gesamten Heer zu kommen, welches ihm gehörte, und befahl Aristippos, sich mit den Parteigegnern zu versöhnen und das gesamte Heer, das er hatte, zu ihm zu schicken: Dem Arkadier Xenias aber, der das Söldnerheer in den Städten für ihn befehligte, befahl er, mit den anderen zu kommen, außer mit denen, die fähig seien, die Burgen zu bewachen. (2) Er rief aber auch die, die Milet belagerten, und befahl den Flüchtigen, mit ihm ins Feld zu ziehen, nachdem er ihnen versprochen hatte, wenn sie es gut vollendeten, weshalb er ins Feld gezogen war, nicht vorher aufzuhören, bevor er sie nach Hause zurückgeführt hätte. Die aber befolgten es gerne - denn sie glaubten ihm - und waren bewaffnet in Sardeis. (3) Xenias kam mit den etwa dreitausend Hopliten aus den Städten in Sardeis dazu, Proxenos war mit etwa eintausendfünfhundert Hopliten und fünfhundert Leichtbewaffneten da, der Stymphalier Sophainetos mit eintausend Hopliten, der Achaier Sokrates mit etwa fünfhundert Hopliten, der Megarer Pasion mit dreihundert Hopliten, er kam mit dreihundert Peltasten dazu: Dieser Sokrates war einer von denen, die um Milet herum kämpften. Diese kamen in Milet (in seinem Interesse) für ihn an. (4) Als Tissaphernes dies bemerkte und glaubte, dass die Vorbereitung größer als gegen die Pisider wäre, marschierte er, so schnell er konnte, zum König mit circa fünfhundert Reitern. (5) Nachdem der König von Tissaphernes von dem Heereszug des Kyros gehört hatte, (versuchte er) entgegenzurüsten. Kyros aber brach mit denen, die ich genannt habe, von Sardeis auf: Und er zog drei Tagesmärsche durch Lydien und (weitere) zweiundzwanzig Parasangen, bis zum Fluss Mäander. Daraufhin zwei Plethren Breite: Es war dort eine Brücke, verbunden aus sieben Fahrzeugen. (6) Dann zog er weiter, indem er Phrygien innerhalb von einem Tagesmarsch und acht Parasangen durchquerte, nach Kolossai, einer volkreichen Stadt, wohlhabend und groß. Dort blieb er sieben Tage: Auch der Thessalier Menon kam mit eintausend Hopliten und fünfhundert Peltasten, (bestehend aus) Dolopern, Ainianen und Olynthiern. (7) Von dort zog er drei Tagesmärsche und zwanzig Parasangen weiter, nach Kelainai, einer phrygisch bevölkerten Stadt, groß und wohlhabend. Dort war die Burg des Kyros und ein großer Park voll von wilden Tieren, die jener zu Pferd jagte, wann immer er sich und die Pferde üben wollte. Durch die Mitte des Parks fließt der Fluss Mäander: Seine Quellen liegen am Schloss: Er fließt auch durch die Stadt Kelainai. (8) In Kelainai gibt es auch ein geschütztes Schloss des Großkönigs bei den Quellen des Flusses Marsyas unterhalb der Burg: Er fließt aber auch durch die Stadt und mündet in den Mäander: Die Breite des Marsyas beträgt fünfundzwanzig Fuß. Es wird gesagt, dass dort Apollon Marsyas gehäutet hat, nachdem er ihn im Wettstreit über das musikalische Können besiegt hat, und dass er die Haut in der Höhle aufgehängt hat, von wo die Quellen (entspringen): Dadurch wird der Fluss Marsyas genannt. (9) Es wird berichtet, dass Xerxes dort, nachdem er den Kampf verloren hatte und sich aus Griechenland zurückzog, das Schloss und die Burg von Kelainai gebaut hat. Dort blieb Kyros dreißig Tage. Auch der lakedaimonische Flüchtling Klearchos kam mit eintausend Hopliten, achthundert thrakischen Peltasten und zweihundert kretischen Bogenschützen. Zusammen aber waren der Syrakusaner Sosis mit dreihundert Hopliten und der Arkadier Agias mit eintausend Hopliten da. Und dort machte Kyros eine Musterung und Zählung der Griechen in der (Menge) der überlassenen, und die Gesamtzahl Hopliten belief sich auf elftausend, die Zahl Peltasten auf ungefähr zweitausend. (10) Von dort zog er zwei Tagesmärsche und zehn Parasangen weiter, nach Peltai, einer bevölkerten Stadt. Dort blieb er drei Tage: Innerhalb dieser feierte er das Lykaienfest mit einem Opfer und veranstaltete einen Wettkampf: Die Kampfpreise waren goldene Schabeisen: Kyros beschaute den Wettkampf. Von dort zog er zwei Tagesmärsche und zwölf Parasangen weiter, zur Keramon Agora, einer bevölkerten Stadt, der äußersten am mysischen Land. (11) Von dort zog er drei Tagesmärsche und dreißig Parasangen weiter, zur Kaystru Pedion, einer bevölkerten Stadt. Dort blieb er fünf Tage. Und er schuldete den Soldaten (den) vollen Lohn für drei Monate, und sie forderten es, während sie oft zu den Zelten hingingen. Während er sie vertröstete, verbrachte er die Zeit damit, als fühle er offenbar Verdruss: Es war nicht die dem Kyros entsprechende Art, nicht zu bezahlen, wenn er etwas besaß. (12) Dann kam Epyaxa, die Frau des Syennesis, des kilikischen Königs, bei Kyros an. Und es wird gesagt, dass sie Kyros viel Geld gegeben hat: Jedenfalls bezahlte Kyros dann dem Heer den Sold für vier Monate. Die Kilikerin hatte eine Wache aus Kilikern und Aspendiern um sich herum. (13) Von dort zog er zwei Tagesmärsche und zehn Parasangen weiter, nach Thymbrion, einer bevölkerten Stadt. Dort war neben dem Weg eine Quelle, die sogenannte Quelle des Midas, des phrygischen Königs, von der [Quelle] gesagt wird, dass Midas den Satyr gejagt hat, nachdem er sie [Quelle] mit dem Wein gemischt hatte. (14) Von dort zog er zwei Tagesmärsche und zehn Parasangen weiter, nach Tyriaeion, einer bevölkerten Stadt. Dort blieb er drei Tage. Es wird gesagt, dass die Kilikerin Kyros bat, ihr das Heer zu zeigen. Weil er es vorführen wollte, machte er in der Ebene der Hellenen und der Nicht-Griechen eine Musterung. (15) Er befahl den Hellenen, wie es das Gesetz im Kampf (auch vorschreibt), sich so hinzustellen und anzutreten, (und er befahl) jedem einzelnen Befehlshaber, seine Leute aufzustellen. Sie stellten sich in vier Gliedern auf: Menon mit den anderen hatte den rechten Flügel, Klearchos mit dem Rest den linken Flügel, und die anderen Feldobersten die Mitte. (16) Kyros betrachtete zuerst die Nicht-Griechen: Die marschierten vorbei, nachdem sie sich nach Geschwader und Ordnung aufgestellt hatten: Dann die Griechen, während er im zweirädrigen Streitwagen und die Kilikerin in einer Kutsche vorbeifuhr. Alle hatten bronzene Helme und purpurne Leibröcke und Beinschienen und enthüllte Schilde. (17) Nachdem er an allen vorbeigefahren war, nachdem der den Wagen in der Mitte vor der Phalanx zum Stehen gebracht hatte, nachdem er den Dolmetscher Pigres zu den Heerführern der Griechen geschickt hatte, befahl er, die Waffen vorzustrecken und der gesamten Phalanx heranzurücken. Die aber befahlen dieses den Heerführern: Und als es trompetete, gingen sie vorwärts, indem sie die Waffen vorstreckten. Als sie darauf mit Geschrei schneller vorrückten, kamen die Soldaten von selbst ins Laufen zu den Zelten, die Furcht der Barbaren wurde grß und die Kilikerin floh mit der Kutsche und die Marktleute flohen, indem sie ihre Waren zurückließen. (18) Die Griechen aber kamen mit Gelächter zu den Zelten. Als aber die Kilikerin den Glanz und die Ordnung des Heeres sah, wunderte sie sich: Als Kyros aber sah, wie die Griechen den Barbaren Angst eingejagt hatten, freute er sich. (19) Von dort zog er drei Tagesmärsche, also zwanzig Parasangen, weiter nach Ikonion, Phrygiens äußerste Stadt. Dort blieb er drei Tage. Von dort zog er durch Lykaonien fünf Tagesmärsche, also dreißig Parasangen weiter. Dieses Gebiet überließ er den Griechen, um es zu plündern, da es feindlich sei. (20) Von dort schickte er die Kilikerin nach Kilikien auf dem schnellsten Wege fort: Und er schickte diejenigen, die Menon hatte, und ihn selbst mit ihr. Mit den anderen zog Kyros vier Tagesmärsche, also fünfundzwanzig Parasangen, durch Kappadokien weiter, nach Dana, einer volkreichen Stadt, groß und wohlhabend. Dort blieb er drei Tage. In der Zeit tötete Kyros den persischen Mann Megaphernes, den königlichen Purpurfärber, und irgendeinen anderen Machthaber, nachdem er ihn beschuldigt hatte, dass er einen Anschlag gegen ihn plane. (21) Von dort versuchte Kyros in Kilikien einzufallen. Die Einfallsstelle war ein Fahrweg, gar steil und unmöglich hineinzukommen für das Heer, wenn irgendjemand sie daran hinderte. Es wurde gesagt, dass Syennesis auf dem Gipfel sein sollte, um die Einfallsstelle zu bewachen: Deswegen blieb er einen Tag in der Ebene. Am nächsten Tag kam ein Bote, der berichtete, dass Syennesis auf dem Gipfel sei, nachdem er wahrgenommen hatte, dass Menons Heer bereits in Kilikien innerhalb der Berge war, weil er hörte, dass Tamos mit Dreideckern von Ionien nach Kilikien segelte, und zwar die der Lakedaimonier und des Kyros selbst. (22) Kyros stieg die Berge hinauf, ohne dass ihn jemand hinderte, und er sah die Zelte, wo die Kilikier wachten. Von dort stieg er hinab in die Ebene, groß und schön, bewässert, und mannigfaltig gefüllt mit Bäumen und Weinbergen: Sie trägt viel Sesam, Hirse, Fennich, Weizen und Gerste. Der Berg selbst umschloss überall fest und hoch von Meer zu Meer. (23) Nachdem er hinabgestiegen war, zog er durch diese Ebene vier Tagesmärsche, also fünfundzwanzig Parasangen, nach Tarsos, der großen und wohlhabenden Stadt Kilikiens, wo das Königsschloss des Syennesis war: Mitten durch die Stadt floss ein Fluss namens Kydnos, mit einer Breite von zwei Plethren. (24) Diese Stadt hatten die darin wohnenden verlassen nach einem festen Platz in den Bergen, nur nicht die, die Kramläden hatten: Auch die am Meer blieben in Soloi und Issos. (25) Epyaxa, die Frau des Syennesis, kam fünf Tage früher als Kyros in Tarsos an. Beim Übergang vom Gebirge in die Ebene wurden zwei von Menons Abteilungen vernichtet: Die einen sagten, als sie irgendetwas raubten, dass sie von den Kilikern niedergehauen worden seien, als die anderen zurückgelassen wurden und das andere Heer nicht finden konnten und auch nicht die Wege, gingen sie darauf umherirrend zugrunde: Diese waren hundert Hopliten. (26) Die anderen, nachdem sie angekommen waren, raubten die Stadt Tarsos und die Königsburg in ihr aus, als sie von dem Untergang der Kameraden erzürnten. Nachdem Kyros in die Stadt eingezogen war, schickte er nach Syennesis für ihn selbst. Der aber sagte, dass er sich einerseits früher noch nicht irgendeinem stärkeren in die Hände gegeben habe noch damals Kyros (in die Hände) gehen wollte, bevor die Frau ihn überzeugt und ihr Versprechen gegeben habe. (27) Als sie mit diesen Dingen miteinander zusammen waren, gab Syennesis Kyros viel Geld für das Heer, Kyros aber (gab) jenem Geschenke, die eines Königs würdig schienen, ein goldgezäumtes Pferd, einen goldenen Halsring, ein Armband, einen goldenen Dolch und eine persische Tracht, und dass der Ort niemals ausgeraubt werde: (Und dass) die geraubten Sklaven, auf die sie trafen, zurückgegeben werden.
III.
(1) Dort blieb Kyros und das Heer zwanzig Tage: Die Soldaten weigerten sich weiter zu gehen: Sie vermuteten nämlich, dass es gegen den König gehe: Sie sagten, dass sie nicht dafür angeworben worden seien. Als erster versuchte Klearchos, seine Soldaten zu zwingen, weiter zu gehen: Die aber bewarfen ihn und seine Packtiere, nachdem sie begonnen hatten, vorwärts zu gehen. (2) Klearchos entfloh damals knapp, um nicht gesteinigt zu werden: Später aber, als er gemerkt hatte, dass er sie nicht zwingen konnte, berief er eine Versammlung seiner Soldaten ein. Zuerst weinte er lange Zeit, indem er stand: Die Zuschauer beobachteten (ihn) und schwiegen. Dann sagte er folgendes: (3) "Soldaten, wundert euch nicht, wie ich mich über die gegenwärtigen Dinge aufrege. Mir war Kyros ein Freund, und nachdem ich aus dem Vaterland geflohen war, ehrte er mich in anderer Hinsicht und gab mir zehntausend Dareiken: Nachdem ich diese genommen hatte, legte ich sie nicht für das Eigene zurück und verjubelte sie nicht für mich, sondern gab sie für euch aus. (4) Und zuerst führte ich gegen die Thraker Krieg, und trat mit euch als Beschützer für Griechenland auf, nachdem ich sie aus Cherronesos vertrieben hatte, als die dort wohnenden den Griechen das Land wegnehmen wollten. Als Kyros aber rief, nachdem ich mit euch marschierte, damit, wenn er etwas brauche, ich ihm helfen könne zum Dank für das, was ich von jenem als Gutes erfahren habe. (5) Weil ihr nicht weitermarschieren wollt, ist es für mich notwendig, dass ich entweder euch verrate und die Freundschaft zu Kyros gebrauche, oder dass ich jenen anlüge und mit euch bin. Ob ich etwas gerechtes tue, weiß ich nicht: Ich werden nun euch wählen, und mit euch leiden, was auch immer nötig ist. Und keiner wird jemals sagen, dass ich, indem ich Griechen gegen Barbaren führte, indem ich die Griechen verrate, die Freundschaft zu den Barbaren wähle: (6) Aber weil ihr mir nicht gehorchen wolltet, werde ich euch folgen und (ich werde euch) erleiden, was auch immer nötig ist. Ich glaube, dass ihr für mich Vaterland, Freunde und Kameraden seid, und ich glaube, dass ich mit euch geehrt sein dürfte, wo auch immer ich bin, von euch verlassen glaube ich nicht, dass ich fähig bin weder dem Freund zu helfen noch den Feind von mir abzuwehren. In der Meinung, dass ich nun dahingehe, wohin auch immer ihr geht, so habt die Meinung. (7) Dies sagte er: Die Soldaten, sowohl die von jenem selbst als auch die anderen, lobten ihn, als sie dies hörten, als er sagte nicht gegen den König zu marschieren: Von Xenias und Pasion her lagerten mehr als zweitausend mit Waffen und Lasttieren bei Klearchos. (8) Als Kyros durch diese in Verlegenheit geraten und betrübt war, schickte er nach Klearchos. Der aber wollte nicht kommen, und indem er heimlich vor den Soldaten im einen Boten schickte, sagte er, der solle guten Mutes sein, da diese Sache in Ordnung kommen werde: Er forderte ihn auf, nach ihm zu schicken: Dieser sagte, dass er nicht komme. (9) Und danach, als er sowohl seine Soldaten als auch die dazugekommenen als auch jeden der anderen, wie wollten, versammelt hatte, sagte er folgendes: Soldaten, die Angelegenheiten (des) Kyros sind offensichtlich, dass sie sich uns gegenüber so verhalten, wie unsere jenem gegenüber. Weder sind wir noch Soldaten von jenem, weil wir ihm ja nicht folgen, noch ist jener noch fü uns der Geldgeber. (10) Ich weiß, dass er freilich glaubt, von uns Unrecht erlitten zu haben: Daher will ich nicht kommen, obwohl er nach mir schickte, da ich mich sehr schäme, weil ich mir bewusst bin, ihn in allem belogen zu haben, danach fürchtete ich, dass er mir eine Strafe auferlegt, wenn er mich ergriffen habe, von denen er glaubt, dass er von mir Unrecht erlitten habe. (11) Mir scheint, dass es weder die Zeit sei, mit uns zu schlafen noch um uns selbst zu kümmern, sondern um zu beschließen, was auch immer nötig ist, infolgedessen zu tun. Und solange wir hier bleiben, scheint es mir ein zu prüfendes zu sein, wie wir sehr sicher bleiben werden, wenn es scheint, wegzugehen, wie wir so sicher wie möglich weggehen, und wie wir Lebensmittel bekommen. Ohne diese gibt es weder für den Strategen noch für den Privatmann keinen Nutzen. [...] (20) Dies schien gut, und Männer wurden gewählt und zu Klearchos geschickt, die den Kyros nach der Angelegenheit des Heeres fragten. Dieser aber antwortete, dass er von Abrokomas hört, einem feindlichen Mann, dass er bei dem Fluss Euphrat sei, zwölf Tagesmärsche entfernt. Er sagte folglich, dass er zu diesem kommen wolle: Und wenn er dort sei, sagte er, dass er wünschte, ihm die gerechte Strafe aufzuerlegen: "Wenn er fliehe, werden wir uns dort über dieses beraten." (21) Als die Gewählten dies gehört hatten, verkündeten sie es den Soldaten. Der Verdacht aber war, dass es gegen den König gehe, dennoch beschloss man zu folgen. Sie forderten eine Golderhöhung. Kyros aber versprach ihnen das anderthalbfache von dem zukünftig zu geben, was sie vorher bekommen hatten, anstelle eines Dareiken drei halbe monatlich für einen Soldaten. Dass er gegen den König ziehe, hörte keiner da in der Öffentlichkeit.
IV.
(1) Von dort zog er zwei Tagesmärsche weiter, zehn Parasangen, zum Fluss Psaros, wo die Breite drei Plethren betrug. Von dort zog er einen Tagesmarsch, fünf Parasangen weiter, zum Fluss Pyramos, mit einer Breite von einem Stadion. Von dort zog er zwei Tagesmärsche, fünfzehn Parasangen, weiter nach Issos, der äußersten Stadt Kilikiens, am Meer gelegen, groß und wohlhabend. Dort blieb er drei Tage. (2) Kyros standen fünfunddreißig peloponnesische Schiffe und auf ihnen der lakedaimonische Admiral Pythagoras zur Verfügung. Der Ägypter Tamos aus Ephesos zeigte ihnen den Weg, mit weiteren fünfundzwanzig Schiffen von Kyros, mit denen er Milet belagerte, als er (dem) Tissaphernes befreundet war, und führte zusammen mit ihm gegen Kyros Krieg. Der Lakedaimonier Cherisophos war auf den Schiffen zugegen, mitgeschickt von Kyros, mit siebenhundert Hopliten, über die er bei Kyros Feldoberst war. Die Schiffe ankerten bei dem Zelt (des) Kyros.[...] (8) Kyros aber sagte dies, nachdem er die Feldherren zusammengerufen hatte: "Verlassen haben uns Xenias und Pasion. Aber sie sollen es freilich gut wissen, dass sie weder weggelaufen sind - ich weiß nämlich, wohin sie fortgegangen sind - noch dass sie entflohen sind - ich habe nämlich Trieren, sodass ich das Schiff jener einholen kann - : Aber, bei den Gättern, werde ich sie nicht verfolgen, und niemand wird sagen können, dass ich ihn ausnutzen werde, solange irgendeiner da sein möge, indem ich ihn ergriffen habe, wenn er aber weggehen will, und werde ihnen Böses tun und das Geld rauben. Sondern sie sollen gehen, indem sie wissen, dass sie schlechter uns gegenüber als wir gegenüber jenen sind. Und doch habe ich ihre Kinder und Frauen un Tralleis unter Bewachung: Aber ihnen werden sie nicht vorenthalten, sondern sie werden sie zurückempfangen wegen des früheren Einsatzes gegenüber mir." Und er sagte dieses: (9) Als die Hellenen, falls irgendeiner ein wenig mutlos im Hinblick auf den Aufstieg war, von dem Edelmut des Kyros hörten, gingen sie lieber und mit mehr Mut mit ihm weiter. Damit zog Kyros vier Tagesmärsche, zwanzig Parasangen weiter, zum Fluss Chalos, mit einer Breite von einem Plethron, voll von großen und zahmen Fischen, die die Syrer für Götter hielten und denen sie kein Unrecht geschehen ließen: Die Dörfer aber, in denen sie lagerten, gehörten der Parysatis, als Mitgift gegeben. (10) Von dort zog er fünf Tagesmärsche, dreißig Parasangen weiter, zu den Quellen des Flusses Dardas, dessen Breite ein Plethron betrug. Dort war die Königsburg des Belesys, des Herrschers Syriens, der Park war gänzlich groß und schön, mit allem, was die Jahreszeiten erzeugen. Kyros aber zerstörte ihn und brannte die Königsburg nieder. (11) Von dort zog er drei Tagesmärsche, fünfzehn Parasangen weiter, zum Fluss Euphrat, mit einer Breite von vier Stadien: Und die Stadt ebendort wird bewohnt, groß und wohlhabend, namens Thapsakos. Dort blieb er fünf Tage. Als Kyros die Feldherren der Hellenen hatte holen lassen, sagte er, dass er Weg zur Königsburg in Babylonien lang sei: Und er befahl ihnen, dies den Soldaten zu sagen und sie zu überreden, zu folgen. (12) Als sie aber eine Versammlung veranstalteten, verkündeten sie dies: Die Soldaten waren entrüstet über die Feldherren, und sagten, sie hätten dies längst gewusst, aber verheimlicht, und sie sagten, sie gingen nicht, ehe man ihnen kein Geld gebe, wie bei den früheren Märschen mit Kyros, und zwar als sie nicht in die Schlacht gingen, sondern als der Vater den Kyros gerufen hatte. (13) Dies verkündeten die Feldherren Kyros: Der aber versprach, jedem Mann fünf Silber-Minen und den vollständigen Sold zu geben, als sie nach Babylonien gekommen waren, bis er es den Hellenen in Ionien wieder hingebracht hätte. Und so ließ sich der größte Teil Griechenlands überreden. Menon aber, bevor es klar war, was die anderen Soldaten machen sollten, werden sie entweder Kyros folgen oder nicht, rief sein Heer getrennt von den anderen zusammen und sagte solche Dinge: (14) "Männer, wenn ihr mir gehorchen werdet, indem ihr weder in Gefahr geratet noch euch abmüht, werdet ihr von Kyros vor den anderen Soldaten mehr geehrt werden. Was soll ich folglich befehlen, zu tun? Kyros ist nun darauf angewiesen, dass die Hellenen im gegen den König folgen: Ich sage folglich, dass es für euch nötig ist, den Fluss Euphrat jetzt zu durchlaufen, bevor es klar ist, dass die anderen Hellenen Kyros antworten werden. (15) Wann immer sie abstimmen zu folgen, werdet ihr glauben, Urheber zu sein, nachdem ihr mit dem Übergang angefangen habt, und Kyros wird euch Dank wissen und abstatten, in der Meinung, dass ihr sehr eifrig seid - er versteht nämlich, wenn überhaupt nur irgendein anderer - : Wenn aber die anderen ablehnen werden, gehen wir insgesamt zurück, er wird euch verwenden als ausgesprochen treue Leute, in einer Kommandantenstelle, Hauptmannsstelle, und wessen ihr auch immer sonst bedürfen werdet, weiß ich, dass ihr Kyros wie einem Freund begegnen werdet." (16) Als sie dies gehört hatten, vertrauten sie ihm und durchgingen (den Fluss), bevor die anderen antworteten. Als Kyros aber wahrgenommen hatte, dass sie (den Fluss) durchgingen, freute er sich und sagte dem Heer, indem er Glus schickte: "Ich zwar, o Männer, werde euch jetzt loben: Dass ihr mich loben werdet, dafür werde ich sorgen, oder ihr sollt mich nicht mehr Kyros nennen." (17) Die Soldaten beteten in großen Hoffnungen, dass er Erfolg habe, und er soll Menon Geschenke in prächtiger Weise geschickt haben. Nachdem er dies getan hatte, ging er hindurch: Ihm folgte das ganze andere Heer mit. Und keiner von denen, die den Fluss durchgangen sind, wurde oberhalb der Brust von dem Fluss benetzt. (18) Die Einwohner von Thapsakos sagten, dass dieser Fluss noch niemals zu Fuß überschreitbar gewesen sei, wenn nicht damals, sondern nur mit Schiffen, die Abrokomas damals vor dem Heer des Kyros herziehend niedergebrannt hatte, damit Kyros ihn (den Fluss) nicht überschreiten konnte. Es schien also göttlich, dass der Fluss offenbar vor Kyros zurückwich, damit der König werden konnte. (19) Von dort zog er neun Tagesmärsche, fünfzig Parasangen durch Syrien weiter: Und sie kamen am Fluss Araxes an. Dort gab es viele Dörfer voll von Getreide und Wein. Dort blieben sie drei Tage und verproviantierten sich.
V.
[...] (4) Indem sie durch dieses Land marschierten, kamen sie am Fluss Maskas an, der ein Plethron breit war. Dort gab es eine einsame große Stadt, ihr Name war Korsote: Diese Stadt war rings umflossen von dem Fluss Maskas. Dort blieb er drei Tage und verproviatierte sich. (5) Von dort zog er dreizehn Tagesmärsche, neunzig Parasangen durch einsames Sand weiter, mit dem Fluss Euphrat an der Techten, und kam bei Pylai an. Innerhalb dieser Tagesmärsche gingen viele Zugtiere vor Hunger zugrunde: Es gab kein Grünfutter und außerdem auch keinen Baum, sondern das ganze Land war kahl: Als die Einwohner die Mühlsteine bei dem Fluss ausgegraben hatten und bereitmachten, trugen sie sie nach Babylon und verkauften sie dort, um sich Getreide zu kaufen, um ihr Leben zu fristen. (6) Dem Heer aber ging das Getreide aus, und es gab keins zu kaufen, wenn nicht auf der lydischen Agora im Barbarenheer des Kyros, ein Kapithe Weizenmehl oder vier Sekel Gerstenmehl (ein Sekel galt siebeneinhalb attische Oboloi: ein Kapithe maß zwei attische Choiniken). Die Soldaten aber aßen andauernd Fleisch. (7) Einige der Tagesmärsche, die sich sehr lange zogen, wann auch immer er zum Wasser oder zum Grünfutter gelangen wollte. Als es aber irgendwann durch schmale Stellen und Schlamm für die Wagen schwer passierbar schien, machte Kyros mit den besten und wohlgesonnensten um ihn herum davor halt, und befahl, dass Glus und Pigres Leute von dem Barbarenheer nehmen sollten, um die Wagen mit heraus zu holen. (8) Als es ihm zu langsam voranzugehen schien, befahl er wie in Zorn den stärksten Persern um sich herum, die Wagen mit Beschleunigung (heraus zu holen). Dort konnte man ein Stück der bekannten persischen Disziplin beobachten. Als sie die purpurfarbenen Kaftane hingeworfen hatten, wo auch immer jeder zufällig stand, liefen sie, wie wenn irgendeiner um den Sieg läuft, und den steil abfallenden Hügel hinab, mit sowohl den kostbaren Chitonen als auch den bunten Beinkleidern, einige sowohl mit Ketten um die Hälse als auch Ringen um die Arme: Indem sie aber sofort mit ihnen schneller in den Morast sprangen, als irgendjemand wohl glauben dürfte, brachten sie die Wagen schwebend wieder heraus. (9) Überhaupt war es klar, dass Kyros sich den ganzen Weg über spute und sich nicht aufhalte, außer wegen der Verproviantierung oder einem anderen zwingenden Umstand er sich niedergelassen hatte, im Glauben, dass er, je schneller er laufe, desto ungerüsteter werde der König sein, wenn er mit ihm kämpfe, je langsamer (er laufe), desto mehr habe der König das Heer versammelt. [...] (10) Jenseits des Flusses Euphrat nach einsamen Tagesmärschen war eine wohlhabende und große Stadt namens Charmande. Von dort kauften die Soldaten Lebensmittel, indem sie auf folgende Weise mit Flößen hinübergingen. Häute, die sie als Decken hatten, füllten sie mit leichtem Futter, dann legten sie sie zusammen und nähten sie zusammen, damit das Wasser das Heu nicht berühren konnte. Danach setzten sie über und nahmen die Lebensmittel, den Wein, der aus Datteln gemacht ist und Getreide als Proviant: Dieses gab es nämlich in diesem Gebiet am meisten. (11) Als irgendein Soldat von Menon und einer von Klearchos sich dort über irgendetwas stritten, gab Klearchos ihm Schläge, nachdem er entschieden hatte, dass der (Soldat) Menons Unrecht habe. Der Hinzugeeilte sagte zu seinem Heer: Als die Soldaten dies gehört hatten, waren sie sehr entrüstet und ärgerten sich sehr über Klearchos. (12) Am selben Tag ritt Klearchos, als er zu der Übergangsstelle über den Fluss geeilt war und die Agora besichtigt hatte, zurück zu seinem Zelt durch das Heer des Menon mit den wenigen um sich herum: Kyros aber war noch nicht da, sondern ritt noch heran. Als irgendein Soldat Menons Holz spaltete und Klearchos hindurchreiten sah, warf er die Axt (nach ihm). Dieser verfehlte ihn jedoch: Ein anderer (warf) einen Stein und wiederum ein anderer, dann viele, indem sich Geschrei entwickelte. (13) Der aber floh in sein Heer, und verkündete sofort: "Zu den Waffen!": Seinen Hopliten befahl er zu bleiben, die Schilde an die Knie gelehnt, er selbst aber zog mit Thrakern und Reitern, von denen er mehr als vierzig in seinem Heer hatte, gegen Menon, sodass alle und Menon selbst erschrocken waren, und zu den Waffen zu laufen: Die aber standen in Ratlosigkeit über die Sache. (14) Proxenos aber - als er sich zufällig später näherte und die Schlachtreihe der Hopliten ihm folgte - ging sofort (mit seinen Leuten) in die Mitte beider, legte die Waffen ab und bat Klearchos, dies nicht zu tun. Der aber ärgerte sich, dass als er fast gesteinigt worden wäre, er das, was ihm widerfahren sei, als harmlos hinstelle, und befahl ihm, als der Mitte herauszutreten. (15) Unterdessen ging er zu Kyros und erfuhr die Angelegenheit: Sofort nahm er die Wurfspeere in die Hände und kam mit den anwesenden der vertrauten in die Mitte geritten und sagte folgendes: (16) "Klearchos und Proxenos, und ihr anderen anwesenden Hellenen, ihr wisst nicht, was auch immer ihr tut. Wenn ihr miteinander irgendeinen Krieg anfangt, denkt daran, dass ich an diesem Tag erschlagen worden sein werde, und ihr nicht viel später als ich: Unsere Angelegenheiten verhalten sich schlecht, all diese Nicht-Griechen, die ihr seht, werden uns feindlicher sein als die Leute bei dem König." (17) Als Klearchos dis gehört hatte, ging er in sich: Und beide legten die Waffen am Platze nieder.
VI.
[...] (3) Als Orontas aber wahrgenommen hatte, dass ihm die Reiter zur Verfügung stünden, schrieb er einen Brief an den König, dass er mit so vielen Reitern wie möglich käme: Darum solle er seinen Reitern Weisung geben, wie er befahl, dass sie ihn freundschaftlich aufnähmen. Im Brief (drinnen) waren Erinnerungen an die frühere Freundschaft und Treue. Diesen Brief gab er einem vertrauten Mann, wie er glaubte: (Diesen Brief) genommen habend gab er ihn Kyros. (4) Als Kyros ihn gelesen hatte, ließ er Orontas festnehmen und rief in seinem Zelt die sieben besten Perser von denen um ihn herum zusammen, und befahl den Feldherren der Hellenen Hopliten heranzuführen, dass diese die Waffen um sein Zelt niederlegten. Die aber taten dies, indem sie dreitausend Hopliten herbeiführten. (5) Klearchos rief er hinein als Berater hinzu, weil er glaubte, dass er bei ihm und den anderen (sieben) von den Hellenen am meisten geehrt wurde. Als er aber herausgegangen war, meldete er den Freunden, wie das Urteil gegen Orontas zustande gekommen war: Es war nämlich nicht geheim. Er sagte, dass Kyros eine Verhandlung folgendermaßen angefangen habe: (6) "Ich rief euch zusammen, Freunde, um mit euch zu beraten, was sowohl vor den Göttern als auch den Menschen gerecht ist, dies tue ich betreffs dieses Orontas hier. Diesen gab mein Vater früher, damit er mir Untertan sei:
zuletzt bearbeitet am 16.11.2002 um 20:00 Uhr