Hierbei handelt es sich um wörtliche Übersetzungen aus: "KANTHAROS Lese- und Arbeitsbuch", Ernst Klett Verlag 1982,
ISBN 3-12-670100-0. Ihr könnt es euch aber auch einfacher machen und auf den Banner "bol.de" (mit Rahmen) klicken und es dort direkt bestellen!!
Der Philosoph Thales, einer der sieben Weisen, äußert sich über das Weltall ungefähr so. Der Kosmos hat Verstand, wie auch die Menschen Verstand haben. Der Verstand des Kosmos aber ist Gott. Anaximander aber sagt, dass viele Kosmen in dem Unendlichen sind und viele Himmel. Die Himmel aber hält Anaximander für Götter.
Chrysippos, Apollodoros und Poseidonios sagen, dass der Kosmos ein Lebewesen ist und dass er eine Seele hat. Denn alle Lebewesen haben Seelen, auch die Pflanzen. Aber die Rede der Stoiker ist: Das Lebewesen ist stärker als das Nicht-Lebewesen: Aber nichts ist stärker als der Kosmos: Folglich ist der Kosmos ein Lebewesen. Die Seelen der Menschen aber kommen aus der Seele des Kosmos. Aber auch den Sternen, der Sonne und dem Mond sind Seelen.
Viele Philosophen, am meisten aber die Stoiker, sagen, dass von den Guten die einen Tugenden seien, die anderen nicht. Folglich glauben sie, dass die Besonnenheit zwar, Gerechtigkeit, Tapferkeit, seelische Größe, Kraft und Stärke Tugenden der Seele seien, aber die Freude, Fröhlichkeit und ähnliche Güter nicht Tugenden seien: Sie sagen, von den Tugenden seien die einen die Wissenschaften und Künste, die anderen nicht. Die Besonnenheit also, Gerechtigkeit und Tapferkeit sind zwar nach der Meinung der Stoiker Wissenschaften und Künste, seelische Größe aber und Stärke sind weder Wissen noch Können.
Der König Antigonos schreibt dem Philosophen Zenon, er solle sich freuen. Ich denke, dass ich dir zwar an Glück und Ruhm überlegen bin, an Wortgewalt und Bildung und vollendetem Glück aber, welches du hast, unterlegen bin. Deshalb schreibe ich dir, zu mir zu kommen: Denn ich hoffe, dass du mir nicht widersprichst. Jetzt zwar nämlich erziehst du wenige, in Makedonien aber viele. Komm zu uns: Erziehe und führe den König zur Tugend hin. So machst du auch das Volk für die Tapferkeit bereit.
Der Weise lässt sich weder von irgendeinem zwingen, noch zwingt er irgendeinen, weder lässt er sich abhalten, noch hält er ab, weder lässt er sich von irgendeinem nötigen, noch nötigt er irgendeinen selbst, weder gebietet er, noch lässt er sich gebieten. Weder nämlich tun die Weisen schlechtes, noch geraten sie in schlechtes hinein, weder lassen sie sich schädigen, noch schädigen sie. Und nur bei den Weisen entsteht Freundschaft, unter den minderwertigen aber ist es möglich, dass keine Freundschaft entsteht. Denn die Güter sind Gemeingut der Weisen, aber das Gemeingut der Minderwertigen sind die schlechten Dinge.
Ich für meinen Teil verkehre zwar mit den Göttern und mit tüchtigen Menschen: Gute Arbeit aber entsteht weder auf göttlicher noch auf menschlicher Seite ohne mich. Und ich werde sowohl bei Göttern als auch bei Menschen geehrt als gute Helferin zwar bei Mühen im Frieden, als zuverlässige Bundesgenossin der Taten im Krieg, als beste Teilhaberin der Freundschaft. Auch die Jungen zwar freuen sich über das Lob der älteren, die Älteren aber sind stolz auf die Wertschätzung der jungen Leute. Wegen mir sind sie befreundet mit den Göttern, geliebt von den Freunden, aber geehrt vom Volk. Aber nach dem Lebensende liegen die Verachteten nicht mit Vergessenen, sondern sie preisen mit der Erinnerung die Ewigkeit.
Weder trieb irgendeiner die Herde auf die Weide, noch ging er selbst vor die Türen, aber die einen spannen Flachs, die anderen dachten sich Vogelnetze aus. Die anderen Bauern und Ziegenhirten zwar freuten sich, dass sie eine kurze Zeit von Arbeiten befreit wurden: Chloe und Daphnis erinnerten sich, wie sie sich küssten, umarmten und wie sie sich zugleich Nahrung brachten. Sie verbrachten aber betrübliche Nächte und erwarteten die Frühlingszeit wie eine Wiedergeburt aus dem Tod. Kummer bereitete aber entweder der Ranzen, aus welchem sie gemeinsam aßen, oder der Melkeimer, aus welchem sie gemeinsam tranken: Sie beteten also zu den Nymphen, sie zu erlösen von den schlechten Übeln und ihnen irgendwann einmal die Sonne zu zeigen.
Zuerst zwar folglich aber handelte die Menschenmasse. Einige aber unterhielten sich mit der Menschenmenge, die einen mit wenigen Worten, die anderen mit vielen. Und ich hörte lange Zeit die einen, war entrüstet über die anderen und ließ es nicht einmal zu, zu maulen. Als aber Ruhe einkehrte, führen sie auch mich vor. Und irgendeiner sagt: "Dieser Mensch zieht Nutzen aus der öffentlichen Erde schon viele Jahre lang: Er hat nämlich Häuser, Weinstöcke und viele andere Güter. Ich erfahre aber, dass es zwei Familienväter gibt. Sie teilen folglich unter sich auf beinahe das ganze Land in den Bergen. Ich glaube n&aum;mlich, dass sich diese Menschen nicht einmal von dem Strandgut fernhalten. Woher nämlich richteten sie sich so viele Äcker ein, vielmehr als die ganzen Dörfer? Und ihr aber seht vielleicht seinen schlechten Fellumhang. Das ist aber um zu täschen, wie es scheint." Nachdem er mit der Rede aufhörte, wurde die Menschenmasse zornig. Ich aber war ratlos, weil sie wollten, dass ich etwas Schlechtes arbeite.
Was ist lobenswerter als sowohl die glänzendsten Siege als auch die berühmtesten Taten? Agesilaos nämlich verehrte die göttlichen Dinge so, so dass die Feinde jene Eide vertrauenswürdiger nannten als die Freundschaft mit den eigenen Leuten. Von den Freunden aber schätzte er nicht die mächtigsten, sondern die eifrigsten am meisten. Er aber machte gerne die Gerechten zu reicheren; er wollte nämlich, dass die Gerechtigkeit nützlicher ist als das Unrecht. Er war zwar zu den Freunden der freundlichste, zu den Feinden aber der furchtbarste. Er verachtete die eingebildeten, war aber demütiger vor den maßvollen.
Sokrates: "Wir wollen nun prüfen, wie nötig es ist, ein Wächter zu sein, und was die Arbeit der Wäcter ist. Es ist nötig, dass die Wächter zwar zu den Eigenen freundlich sind, zu den Feinden aber lästig. Auf andere Weise gibt es keinen guten Wächter." Glaukon: "Also können wir die Hunde mit den Wächtern vergleichen; und von den Hunden nämlich sind die Tüchtigen gegenüber den bekannten zwar sehr freundlich, gegenüber den unbekannten aber unfreundlich." Sokrates: "Allerdings. Auch betrunken zu sein ist dem Wächter nicht erlaubt, so dass er nicht weiß, wo er auf der Erde ist." Glaukon: "Denn es wäre lächerlich, dass freilich der Wächter eines Wächters bedarf."
Gott ist für den besonnenen Menschen das Gesetz, für den Unbesonnenen aber die Lust.
Die Leiden sind mir Lehren. Wenn du glaubst, unsterblich zu sein und ein unsterbliches Heer zu befehligen, lohnt es sich nicht, dir meine Meinung darzulegen: Wenn du aber eingesehen hast, dass auch du ein Mensch bist und über solche andere herrschst, lerne zuerst jenes, wie der Kreis der menschlichen Taten ist, der nicht immer zulässt, dass dieselben glücklich sind. Also habe ich eine gegenteilige Meinung von der vorgelegten Lehre als die Ersten der Perser.
Kümmere dich lieber um die Kenntnisse als um Geld: Die Kenntnisse nämlich schaffen das Geld herbei.
Kyros war der mächtigste und fähigste, zu herrschen, wie von allen zugegeben wird. Zuerst nun, als er ein Knabe war, während er sowohl mit dem Bruder als auch mit den anderen Knaben erzogen worden war, wurde er von allen für den Stärksten in Beziehung auf alles gehalten. Alle Kinder nämlich der tüchtigsten Perser werden am Hof des Großkönigs erzogen: Dort lernen sie viele Besonnenheit. Die Knaben sehen und hören aber, während einige von dem Großkönig geachtet, die anderen verachtet werden, sodass sie von Jugend auf lernen, zu herrschen und beherrscht zu werden. Dort schien Kyros zwar allen der größte Pferdefreund zu sein. Als es sich aber dem Alter gehörte, war er sowohl jagdfreudig als auch sehr gefahrenliebend gegenüber den Tieren. Auch fürchtete er nicht die Bärin, die einmal hervorstürzte, sondern tötete sie.
Denn mit dir ist der ganze Weg bequem, ist auch jeder Fluss mit dir überquerbar, und kein Mangel an Lebensmitteln: Ohne dich aber führt der ganze Weg durch die Finsternis hindurch: Denn wir wissen nichts über den Weg: Jeder Fluss ist schlecht begehbar, die ganze Menschenmenge ist furchtbar, die Wüste aber ist das furchtbarste: Denn sie ist voll von großer Ratlosigkeit.
Das Glück ist freigebig, aber unzuverlässig.
Das Königtum ist eine anerkannte Sklaverei.
Poseidonios, von der Stoa, in den Schriften viele Sitten und Bräuche bei vielen Völkern aufschreibend, sagt, die Kelten servieren die Nahrung, indem sie Gras darunterwerfen, auf hölzernen Tischen ein wenig von der Erde erhöht. Die Nahrung aber ist wenig Brot, Fleischbrocken aber viel. Diese führen sie zum Munde wie die Löwen, mit beiden Händen ganze Fleischbrocken haltend und abbeißend, die schwer abzubeißenden aber mit einem kleinen Messer zerschneidend. Sie sitzen im Kreis, in der Mitte der stärkste, welcher sich von den anderen unterscheidet entweder durch die Tapferkeit im Krieg oder durch Reichtum.
Sokrates: "Scheint es dir nur so im Bezug auf die Tugend, o Menon, oder auch im Bezug auf die Gesundheit, die Stärke und die anderen Dinge? Scheint dir zwar die Gesundheit bei einem Mann eine andere zu sein als die bei einer Frau oder dasselbe, sei es beim Mann oder bei der Frau." Menon: "Dieselbe scheint mir wenigstens die Gesundheit zu sein sowohl bei einem Mann als auch bei einer Frau." Sokrates: "Unterscheidet sich die Tugend aber irgendwie, sei es beim Knaben oder beim Älteren, sei es bei der Frau oder beim Mann?" Menon: "Dieses scheint mir wenigstens irgendwie, o Sokrates, nicht mehr gleich den anderen zu sein." Sokrates: "Wie aber? Sagtest du nicht, dass die Tugend der Männer zwar die Stadt gut verwaltet, die der Frauen aber das Haus." Menon: "Ich wenigstens." Sokrates: "Ist es also den Männern oder den Frauen erlaubt, entweder die Stadt oder das Haus oder irgendetwas anderes gut zu verwalten wenn nicht weise und gerecht?" Menon: "Keineswegs." Sokrates: "Nicht wahr, wenn sie gerecht und besonnen verwalten, werden sie mit Gerechtigkeit und Besonnenheit verwalten?" Menon: "Notwendigerweise." Sokrates: "Folglich bedürfen beide den selben Tugenden, wenn sie gut sein wollen, sowohl die Frau als auch der Mann, der Gerechtigkeit und Besonnenheit." Menon: "Sie scheinen so." Sokrates: "Folglich sind auf dieselbe Weise alle Menschen gut."
Denn auch sowohl der Großkaufmann als auch der Kleinhändler wissen weder selbst von den Waren, was brauchbar oder untauglich im Hinblick auf den Körper ist, loben aber alles beim Verkaufen, noch wissen die Käufer etwas. So aber loben sowohl die die Kenntnisse habenden als auch die Verkäufer bei dem jeweiligen Interessenten alle Dinge, welche sie verkaufen, wissen aber nicht, was brauchbar oder untauglich für die Seele ist; ebenso aber auch die Kaufenden. Wenn du also glaubst, verständig zu sein, was brauchbar oder untauglich ist, ist es für dich ohne Risiko, Kenntnisse sowohl von Protagoras als auch von einem anderen zu kaufen. Prüfe also, ob du meinst, dass es nötig sei, mit Protagoras zu verkehren oder nicht.
Sokrates: "Und als ich Hippokrates testete, betrachtete ich und fragte ihn: "Nun beabsichtigst du, regelmäßig zu Protagoras zu gehen ihm Silber zahlend - weswegen?" Hippokrates: "Protagoras macht gewaltig zu reden dadurch, dass er lehrt, gut die Rhetorik zu gebrauchen." Protagoras: "Sowohl du fragst gut, o Sokrates, als auch ich freue mich, den Gutfragenden zu antworten. Die anderen Philosophen zwar schädigen die jungen Leute als sowohl die Arithmetik als auch die Astronomie als auch die Geometrie als auch die Musik lehrende: Bei mir aber erwirbt Hippokrates die Fähigkeit, richtige Entscheidungen über die häuslichen und die politischen Angelegenheiten zu treffen." Sokrates: "Ich verstehe. Du scheinst mir von politischen Dingen zu meinen und zu versprechen, die Männer zu tüchtigen Bürgern zu machen." Protagoras: "Dieses nunmehr also ist das Angebot, das ich anbiete."
Dorkon aber ersann eine List, wie es sich für Hirten gehört. Er beobachtete nämlich, dass sie die Herden zum Trank treiben, bald zwar Daphnis, bald aber das Mädchen. Die Haut des großen Wolfes, welchen der Stier irgendwann einmal tötete, als er für die Stiere kämpfte, umspannte den Körper, und, indem er verwilderte, wie er am meisten konnte, versteckte er sich bei der Quelle, aus der die Ziegen und das Kleinvieh tranken. Dorkon also achtete auf den Zeitpunkt des Trankes. Es verstreicht wenig Zeit und Chloe treibt die Herden hinab zur Quelle. Die Hunde bellten sowohl als auch trieben sie sie zu Dorkon wie zu einem Wolf: Und sie bissen gegen die Haut, bevor er aufspringen konnte. Eine Zeitlang zwar also eine Prüfung fürchtend und von der Haut geschützt, lag Dorkon schweigend im Gebüsch: Als aber Chloe Daphnis als Helfer rief und die Hunde, die Haut vom Körper wegzerrend, Dorkon fassten, jammerte er laut und flehte das Mädchen und Daphnis an ihm zu helfen. Sie riefen die Hunde zurück und besänftigten sie schnell, Dorkon aber wuschen sie in der Quelle ab. Das Überwerfen der Haut aber nannten sie einen hirtlichen Spaß, ihn tröstend schickten sie ihn weg.
Diogenes aber sah, dass irgendein Mann aus dem Stadion ging mit vielen Freunden und nicht die Erde berührte, sondern getragen wurde von der Menschenmenge. Die einen folgten und riefen, wie irgendwelche andere sprangen vor Freude und die Hände zum Himmel hoben, fragte er , was der Lärm bedeute und was gewesen sei. Der aber sagte: "Diogenes, wir haben das Stadion (Längenmaß) der Männer gewonnen." "Wozu aber ist dies", sagte er: "Denn du bist nicht klüger geworden, nicht einmal ein wenig, weil du die Mitläufer überholt hast, noch weiser als früher geworden."
Obwohl der Stumpfsinnige selbst etwas annahm und weglegte, sucht er dieses und kann es nicht finden. Und nachdem er im Theater einmal zuschaute, wird er allein schlafend zurückgelassen. Indem er die kleinen Kinder zwingt, zu ringen und zu laufen, erschöpft er sie völlig. Und als er den kleinen Kindern auf dem Feld Linsenbrei kocht, macht er es ungenießbar, indem er zweimal Salz in den Topf hineinwirft. Während viele die Mahlzeit einnehmen und nachts aufs Örtchen weggingen, beißt die Hündin des Nachbars den umherirrenden.
Als der Feigling ins Feld zieht, sagt er, wie schwierig es sei, zu erkennen, welche die Feinde sind. Als er das Geschrei hört und einige fallen sieht, sagt er zu den anwesenden, dass er in der Eile den Dolch vergaß, und läuft zum Zelt: Und nachdem er das Kind herausschickte und bat umherzublicken, wo die Feinde seien, und als er den Dolch einmal unter dem Kopfkissen verbarg, verbringt er danach lange Zeit im Zelt, als ob er suchte.
Nachdem Sokrates sich mit den Freunden unterhielt, sagt er, dass irgendein anwesender Apollodoros ihn stark bewundere: "Ich wenigstens", sagt er, "o Sokrates, ärgere mich sehr darüber, dass ich sehe, wie du sterben musst." Der einmal freundlich dessen Kopf streichelnde fragte ihn: "Willst du mich lieber zu Recht oder zu Unrecht sterben sehen?" Und zugleich lachte er ruhig.
Xenophon aber war irgendein Athener im Heer, der, ohne dass er Heerführer, noch Offizier, noch Soldat war, folgte, aber Proxenos ließ ihn, weil er ein ehemaliger Gastfreund war, von zu Hause kommen. Er versprach ihm aber, dass er ihn dem Kyros zum Freund machen werde, den er selbst für wichtiger hielt als das Vaterland. Xenophon freilich beriet sich mit dem Athener Sokrates über den Marsch. Und Sokrates riet ihm, den Gott in Delphi über den Marsch zu befragen. Xenophon aber fragte Apollon, welchem der Götter opfernd und zu wem betend er am besten den Weg gehe, den er beabsichtige, und er gerettet werde, in dem es ihm gut gehe. Und Apollon nannte ihm die Götter, denen es nötig war, zu opfern. Als er aber wiedergekommen war, sagte er dem Sokrates das Orakel. Nachdem er aber gehört hatte, beschuldigte er ihn, dass er nicht zuerst dieses fragte, ob es für ihn besser sei, zu ziehen, oder zu bleiben, sondern, dass er selbst entschieden habe, zu reisen. "Nachdem du so gefragt hast", sagte er, "ist es nötig, alles zu tun, das der Gott befohlen hat."
Dionysios segelte, als er noch ein junger Mann war, gegen die Thurier, und führte 400 Schiffe, die er mit Schwerbewaffneten geladen hatte, gegen sie. Indem der Nordwind aber dagegenwehte, zerschmetterte er die Schiffe und vernichtete seine Seemacht. Infolgedessen opferten die Thurier dem Nordwind und beschlossen, dass der Wind ein Bürger sein sollte und überließen ihm ein Haus und ein Stück Land und feierten ihn jährlich. Auf ähnliche Art und Weise nannten die Athener den Nordwind einen Beschützer und Wohltäter und die Megapoliten nannten ihn einen Wohltäter.
Die Männer aber, die die Dreißig schickten, teilten die Häuser ein und gingen weg. Und sie ergriffen mich zwar, als ich Gäste bewirtete, die hinausgeworfen habend, übergaben sie mich Peison. Als aber die anderen in die Werkstatt gekommen waren, schrieben sie die Sklaven auf. Ich fragte Peison, ob er mich retten wolle, wenn er Geld bekomme. Der aber sagte, wenn es viel sei. Also sagte ich, dass ich bereit sei, ein Talent Silbergeld zu bezahlen: Er stimmte zu. Ich wusste folglich, dass er weder die Götter noch die Menschen anerkannte. Dennoch lehrte er mich, sein festes Vertrauen zu nehmen. Als er aber versprochen hatte, mich zu retten, ging ich in das Zimmer und öffnete die Truhe. Als Peison es bemerkt hatte, ging er hinein, und als er den Inhalt gesehen hatte, rief er zwei der Diener und befahl, das in der Truhe zu nehmen. Es waren drei Talente und viele andere Dinge. Ich aber bat ihn, mir Gelder für die Reise zurückzulassen. Er aber sagte: "Sei zufrieden, wenn du deinen Körper rettest."
Nachdem Polyneikes im Zweikampf gegen den Bruder gestorben war, verkündete Kreon, indem er den Unbestatteten hinauswarf, dass man ihn nicht bestatten dürfe, und bedrohte den bestattet habenden mit dem Tod. Diesen versuchte die Schwester Antigone zu bestatten. Also warf sie heimlich vor den Wächtern Staub auf den Toten. Diesen drohte Kreon den Tod an, falls sie nicht den, der dies getan hatte, ausfindig machten. Nachdem diese den Staub weggenommen hatten, bewachten sie ihn trotzdem. Als Antigone sich näherte und den Toten leicht bekleidet gefunden hatte, verriet sie sich, indem sie wehklagte. Die Wächter ergriffen diese und übergaben sie Kreon. Dieser verurteilte sie zum Tode und warf sie lebend in einen Grabhügel. Darauf war Haimon, dessen Sohn, welcher sie heiraten wollte, ungehalten und tötete sich selbst. Als Euridike, die Frau des Kreon, diese Dinge gehört hatte, tötete sie sich selbst. Und endlich beweinte Kreon den Tod des Sohnes und der Frau.
Ödipus: "Was für eine Arbeit oder welches Leben hast du dir besorgt?" Hirte: "Ich folgte den Herden den größten Teil meines Lebens." Ödipus: "An welchen Plätzen wohntest du am meisten zusammen?" Hirte: "Es war teils Kithairos, war teils ein benachbarter Ort." Ödipus: "Kennst du diesen Mann und wo hast du ihn kennengelernt?" Hirte: "Was tatest du? Und welchen Mann nennst du?" Ödipus: "Diesen, der da ist." --- Ödipus: "Woher hast du es genommen? Dein´s, oder von irgendeinem anderen?" Hirte: "Ich habe es nicht als meines genommen, sondern ich nahm es von irgendeinem an." Ödipus: "Von welchem dieser Bürger und aus welchem Haus?" Hirte: "Nicht bei den Göttern, o Herr, frage nicht mehr." Ödipus: "Du gehst zugrunde, wenn ich dich diese Dinge wieder fragen werde." Hirte: "Folglich war er irgendeiner der Kinder des Laios." Ödipus: "War er ein Sklave oder mit irgendeinem verwandt?" Hirte: "Weh mir, ich bin dabei, Schreckliches zu sagen." Ödipus: "Und ich jedenfalls muss hören: Dennoch muss man es folglich hören." Hirte: "Also wurde er das Kind von irgendjemandem genannt: Deine Frau da drinnen könnte am besten sagen, wie es war." Ödipus: "Hat sie es etwa dir gegeben?" Hirte: "Die meiste Zeit, o Herr" Ödipus: "Wie zu welchem Nutzen?" Hirte: "Damit ich ihn töte." Ödipus: "Gebar sie ihn unglücklich?" Aus Furcht vor schlechten Weissagungen." Ödipus: "Vor was für welchen?" Hirte: "Es war die Rede, dass er seine Erzeuger töten werde." Ödipus: "Wieso gewiss hast du den Greis entsandt?" Hirte: "Weil ich Mitleid hatte, o Herr."
Asklepios wurde, nachdem seine Mutter gestorben war, als Knabe von Apollon zu dem Zentauren Cheiron gebracht, bei dem ihm die Lehrkunst gelehrt wurde. Und als er Arzt geworden war und die Kunst reichlich ausgeübt hatte, verhinderte er nicht nur, dass irgendwelche starben, sondern weckte auch bereits gestorbene auf. Weil Zeus aber nicht wollte, dass die Menschen von dem Tod befreit wurden, erschlug er ihn mit dem Blitz. Und deswegen erzürnt, tötete Apollon die Zyklopen, welche den Blitz für Zeus bereit gemacht hatten. Zeus aber wollte den Apollon in den Tartaros werfen. Weil Leto gebeten hatte, befahl sie, dass er ein Jahr lang einem Sterblichen Mann dienen sollte. Als dieser nach Therai zu Admet kam, hütete er diesem dienend. Als Apollon dem Admet Freund geworden war, wurde er von den Moiren gebeten, ihn vom Tod zu erlösen, wenn irgendeiner freiwillig für ihn sterben wollte. Als aber der Todestag kam, und weder der Vater noch die Mutter für ihn sterben wollten, starb die Gattin Alkeste für ihn. Aber sie wurde von der Persephone wieder zurückgeschickt.
Als der Wolf die Hirten im Zelt ein Schaf essen sah, sagte er: "Wie groß wäre euch der Lärm, wenn ich dieses täte."
Ein Kymaier verkaufte Honig. Als aber irgendeiner kam und eine Kostprobe nahm und sagte, dass er (der Honig) sehr gut sei, sagte er (der Kymaier): "Wenn nämlich nicht eine Maus in ihn gefallen wäre, würde ich ihn nicht verkaufen."
Als irgendeiner die Weihgeschenke in Samothrake bewunderte, sagte er: "Sie wären viel mehr, wenn auch die nicht geretteten aufstellten.
Als aber die Freunde den Pausanias tadelten, weil er schlecht über einen Arzt geredet hatte, obwohl er nicht mit ihm zu tun hatte und er nicht Unrecht gelitten hatte, sagte er: "Weil ich, wenn ich mit ihm zu tun gehabt hätte, nicht leben würde.
Unser Bedürfnis aber wird eine Stadt gründen." Adeimantos: "Wie aber nicht?" Sokrates: "Aber gewiss das erste wenigstens und größte der Bedürfnisse ist die Bereitstellung der Nahrung." Adeimantos: "Ganz und gar freilich." Sokrates: "Das zweite also die der Häuser, das dritte aber die der Kleidung und von so geartetem." Adeimantos: "Dies ist so." Sokrates: "Nun denn, wie wird die Stadt so großer Bereitstellung genügen? Wird es nicht vieler Bürger bedürfen? Denn der Bauer wird nicht selbst für sich den Pflug machen und nicht die anderen derartigen Werkzeuge, und wieder nicht der Häuserbauer: oder nicht?" Adeimantos: "Es scheint so." Sokrates: "Die Baumeister folglich und Schmiede und die vielen so gearteten Handwerker werden eine dichtbevölkerte kleine Stadt bauen." Adeimantos: "Durchaus." Sokrates: "Aber gewiss, die Stadt wenigstens an einem derartigen Ort zu gründen, wo man keine Importe brauchen wird, ist beinahe unmöglich." Adeimantos: "Unmöglich nämlich." Sokrates: "Es wird darüberhinaus also auch noch anderer bedürfen, die ihr von anderswoher die Dinge herbeibringen werden, deren sie bedarf." Adeimantos: "Es wird nötig sein." Sokrates: "Wir werden folglich auch der Kaufmänner benötigen, die jedes einzelne sowohl einführen als auch ausführen." Adeimantos: "Gänzlich freilich." Sokrates: "Wir also werden beobachten, auf welche Weise die sich so eingerichtet habenden ihr Leben verbringen. Nicht wahr, sie werden sowohl Getreide als auch Wein als auch Gewänder herstellen. Und sie werden Häuser bauen und sich ernähren von der Gerste, aus der sie Mehl zubereiten. Sie aber werden es sich Wein trinkend und die Götter preisend schmecken lassen, und so werden sie die Lebenszeit in Frieden mit Gesundheit verbringen."
Von Natur aus ist das Unrechterleiden schändlicher, auf Grund von bloßer Übereinkunft aber das Unrechttun. Denn auch ist dieses das Leiden nicht eines freien Mannes, das Gekränktwerden, sondern das irgendeines Sklaven, für den es besser ist, tot zu sein als zu leben, der Unrecht erleidend nicht imstande ist, sich selbst zu helfen noch irgendeinem anderen. Aber ich glaube, dass die Masse die Stärkeren der Menschen einschüchtert und die mehr zu haben fähig seienden, und sie sagt, wie niederträchtig und ungerecht das Mehrhabenwollen ist, und dieses sei das Unrechttun, nämlich das Streben, mehr zu haben als die anderen. Die Natur selbst aber wenigstens, glaube ich, legt dies dar, dass es gerecht ist, dass der tüchtigere mehr hat als der mindere und der mächtigere mehr als der machtlosere. Dieses zeigt an vielen Stellen, dass es sich so verhält, sowohl bei den anderen Lebewesen als auch bei den Menschen, dass das Gerechte so definiert ist: Nämlich, dass die Stärkeren über die Schwächeren herrschen und mehr haben. Aber auch Pindaros scheint mir Dinge zu beweisen, was ich sage, in der Ode, in der er sagt, dass Herakles, indem er die Rinder weder kaufte noch Geryones sie ihm schenkte, sie wegtrieb, weil dies von Natur aus das Gerechte sei, dass sowohl die Rinder als auch andere Dinge als Besitz dem sowohl Besseren als auch Stärkeren mehr zustehe als dem sowohl Minderen als auch Schwächeren.
Aber ich erlaube durch das ganze Leben hindurch niemandem jemals etwas Rechtswidriges, weder einem anderen noch keinem von diesen, die, indem sie verleumden, sagen, dass sie meine Schüler seien. Ich aber wurde zwar jemals Lehrer von keinem: Wenn aber irgendjemand verlangte, zu hören, wie ich rede oder meine Geschäfte tue, sei es ein jüngerer, sei es ein älterer, dann enthielt ich niemandem jemals etwas vor, und auch unterhalte ich mich nicht nur, wenn ich Geld bekomme, wenn ich keines bekomme, nicht aber, sondern ich erlaube gleichermaßen, sowohl dem Reichen als auch dem Armen, mich zu fragen. Und ich bin auch nicht verantwortlich dafür, dass ich weder niemandem jemals kein Wissen verspreche noch lehrte.
Als Jesus auf den Weg hinausging, lief einer herbei und fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: "Guter Lehrer, was soll ich tun, damit ich ewiges Leben erlange?" Jesus aber sagte: "Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, wenn nicht der eine Gott. Du kennst die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht lügen, du sollst nicht rauben, du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren." Der aber sagte zu ihm: "Meister, ich habe alle diese Dinge seit meiner Jugend für mich bewahrt." Während Jesus ihn ansah, liebte er ihn und sagte ihm: "Eines fehlt dir: Gehe nach Hause, verkaufe alles, was du hast und gib es den Armen, und du wirst den Schatz im Himmel haben, und du folgst mir hierher." Der aber war traurig über die Rede und ging betrübt weg, denn er war ein viel Besitz habender Mann.
Wir wollen uns beeilen, wir wollen laufen, o ihr gottähnlichen Abbilder der Vernunft: Wir wollen uns beeilen, wir wollen laufen, wir wollen dessen Joch hochheben, wir wollen uns mit Unvergänglichkeit bekleiden, wir wollen Christus, den guten Wagenlenker der Menschen lieben. Nun wollen wir ehrgeizig gegenüber den guten Dingen, und wir wollen die größten Dinge der Güter, nämlich Gott und das Leben, erwerben. Ein Helfer nämlich ist die Offenbarung: Wir wollen uns darauf verlassen und niemals soll uns so großes Verlangen nach Silber, Gold und Ruhm überkommen, wie groß die Offenbarung nach Wahrheit ist.
Habt folglich keine Sorge, indem ihr sagt: "Was sollen wir essen oder was sollen wir trinken oder was sollen wir anziehen?" Denn dieses alles suchen die Heiden: Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dieser Dinge bedürft.
Nun aber gibt es zwar viele Glieder, aber nur einen einzigen Körper. Nicht das Auge kann der Hand etwas sagen: "Ich habe keinen Bedarf deiner", oder wieder der Kopf zu den Füßen: "Ich habe keinen Bedarf eurer." Aber vielmehr sind die Glieder des Körpers, die schwächer zu sein scheinen, nötig. Gott mischte den Körper zusammen, damit nicht eine Spaltung im Körper sei, sondern damit in gleicher Weise die Glieder für einander Sorge tragen. Und sei es, dass ein einziges Glied leidet, so leiden alle Glieder mit: Oder sei es, dass ein einziges Glied gerühmt wird, so freuen sich alle Glieder mit.
Wir geben Christus als gekreuzigt bekannt, den Juden zwar ein Ärgernis, den Heiden aber zur Torheit, den berufenen selbst, sowohl den Juden als auch den Heiden geben wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit bekannt: Dass das Törichte Gottes weiser ist als die Menschen, und dass das Schwache Gottes stärker ist als die Menschen.
Als es aber Tag geworden war, zog Kyros geradewegs gegen Sardeis. Als er aber bei der Mauer von Sardeis war, ließ er sowohl Werkzeuge als auch Leitern vorbereiten, um sie an die Mauer anzulegen. Des Nachts ließ er sowohl die Chaldaier als auch die Perser hinaufgehen, wo die Mauer von Sardeis am steilsten zu sein schien. Ein persischer Mann aber, der Sklave von den Bewachern der Burg war und den Abstieg zum Fluss und den Aufstieg als denselben genau kannte, zeigte diesen den Weg. Als dieses aber klar wurde, dass die Burg gehalten wurde, flohen alle Lyder von den Mauern weg, wohin jeder einzelne in der Stadt konnte. Kyros aber zog mit Tagesanbruch in die Stadt ein und befahl, dass sich niemand aus der Schlachtordnung bewegte.
Die Philosophie nämlich, o Sokrates, ist folglich etwas reizendes, wenn sich irgendjemand ausgewogen in der Jugend mit ihr befasst: Wenn er sich aber mehr als nötig mit ihr beschäftigt, ist sie ein Verderben für die Menschen. Denn wenn er sowohl gänzlich begabt ist als auch in höherem Alter philosophiere, ist es notwendig, dass er unerfahren werde in allem Politischen. Wenn er nun in eine eigene oder staatsbürgerliche Beschäftigung kommt, wird er lächerlich, wie, glaube ich wenigstens, die Politiker, wenn sie wiederum zu euren Beschäftigungen und Unterredungen kommen, lächerlich sind. Daraus ergibt sich nämlich das Wort des Euripides. Jeder einzelne ist darin glänzend, wo er selbst gerade der beste ist: Wo auch immer er aber schlecht ist, von dort flüchtet und beschimpft er dieses. Aber es ist, glaube ich, das Richtigste, an beiden Anteil zu haben. An der Philosophie zwar, wieviel um der Erziehung willen gut ist, daran Anteil zu haben, und nicht hässlich ist, als junger Mann zu philosophieren. Wenn aber ein Mensch, der schon älter ist und noch philosophiert, wird die Sache, o Sokrates, lächerlich. Wenn ich zwar nämlich bei einem jungen Jüngling Philosophie sehe, bewundere ich ihn und glaube, dass dieser Mann irgendein freier Mann ist, wenn er aber nicht frei ist, dann ist er unfrei. Wenn ich aber folglich einen älteren noch philosophierend sehe, scheint mir dieser Mann, o Sokrates, der Schläge zu bedürfen. Es ist nämlich nötig, dass dieser Mann, auch wenn er g&aum;nzlich begabt ist, unmännlich geworden ist, weil er die Marktplätze meidet.
Sagst du folglich, dass das angenehme und gute dasselbe sei, oder ist es irgendetwas, was nicht gut ist, von den angenehmen Dingen?" Kallikles: "Ich sage, dass es dasselbe ist." Sokrates: "Die guten Dinge, o Freund, sind nicht dieselben Dinge wie die Lüste, und die schlechten Dinge sind nicht dieselben Dinge wie die unangenehmen. - Es ist folglich, wie es scheint, dass die einen die guten der Lüste sind, die anderen die schlechten: nicht wahr?" Kallikles: "Ja." Sokrates: "Sind folglich die Lüste zwar gut, die schädlichen aber die schlechten?" Kallikles: "Gänzlich freilich." Sokrates: "Sind aber freilich nützlich die Lüste, die etwas gutes bewirken, schlecht aber die, die etwas schlechtes bewirken?" Kallikles: "Ich sage es." Sokrates: "Muss man folglich die zwar nützlichen Lüste wählen, die untauglichen aber nicht?" Kallikles: "Folglich offenbar." Sokrates: "Wegen der Güter nämlich ist es nötig, auch die anderen und angenehmen Dinge zu tun, aber nicht die guten Dinge wegen der angenehmen Dinge."
Kyros zwar nämlich hat mit der Freigebigkeit angefangen, sie bleibt aber auch jetzt noch bei den Königen. Bei wem zwar nämlich sind die Freunde offensichtlich reicher als bei dem König der Perser? Wer aber schmückt offensichtlich schöner die Leute um sich herum mit Gewändern als der König? Wessen Geschenke aber werden mehr anerkannt als die des Königs, Armbänder und Halsketten und Pferde mit goldenen Zügeln? Es ist also folglich nicht erlaubt, dort diese Dinge zu haben, wem auch immer der König sie nicht schenkt. Wir aber haben gelernt, dass er sowohl die sogenannten Augen des Königs als auch die Ohren des Königs nicht auf andere Weise erwarb als durch Schenkungen und durch Verleihen von Ehren. So veranlasste er, dass viele Menschen sowohl aushorchten als auch ausspionierten, was meldend sie dem König zu nützen glaubten. Und die Leute fürchten, überall für den König nicht nützliches zu sagen, wie wenn er es hörte, und Dinge zu tun, welche nicht nützlich sind, wie wenn er da sei.
Nachdem der König der Perser dreißigtausend Dareiken zu Epameinondas geschickt hatte, tadelte dieser den Diomedon herb, welchen der König weggeschickt hatte, wenn er eine solche Fahrt gemacht habe, während er den Epameinondas besticht. Er aber befahl, zu dem König zu sagen, dass ein für die Thebaner nützende Dinge denkender Epameinondas umsonst als Freund haben wird, wenn er aber die für die Thebaner nicht nützlichen Dinge denkt, als Feind.
Als Philipp, der Vater Alexanders, irgendeine starke Festung einnehmen wollte, wie die Späher meldeten, dass diese überhaupt schwierig und uneinnehmbar sei, fragte er, ob sie so schwierig sei, dass nicht einmal ein Esel hineingehen könne, um Gold zu bringen.
Als der Redner Demosthenes sagte: "Die Athener werden dich töten, wenn sie toben", sagte Phokion: "Ja, mich zwar, wenn sie toben werden, dich aber, wenn sie weise sein werden.
Als Phokion aber einmal seine Meinung zu dem Volk sagte, war er angesehen, und sah, dass alle gleich die Rede aufnahmen, sagte er, während er sich den Freunden zuwandte: "Doch wohl nicht etwas Schlechtes sagend, bin ich mir selbst verborgen."
Die Lakedaimonier aber schickten Epikykidas zu Agesilaos. Als er aber angekommen war, erzählte er, wie es sich verhalte und dass die Stadt ihm befehle, so schnell wie möglich dem Vaterland zu helfen. Agesilaos aber, nachdem er es gehört hatte, ärgerte sich zwar, indem er überlegte, sowohl wie beschaffener Ehren als auch wie beschaffener Erwartungen er beraubt werde, dennoch aber rief er die Bundesgenossen zusammen und erklärte die von der Stadt befohlenen Dinge und sagte, dass es nötig sei, dem Vaterland zu helfen.
Dir aber möge es gut gehen und du mögest immer so geartete Dinge schreiben.
Trinke: Habe keinen Durst: Lebe.
Mögen mir nicht diejenigen Dinge geschehen, welche ich will, sondern, welche mir nützen.
Wenn ich doch eine schöne Leier aus Elfenbein wäre, und mich schöne Knaben zum dionysischen Tanz trügen.
Den Nymphen sei dieses Standbild: Ihnen möge der Ort am Herzen liegen, damit fließendes Wasser nicht versiegt.
"Ich werde nämlich verurteilt, wie bei kleinen Kindern ein Arzt verurteilt werden dürfte, wenn ein Koch anklagte. Betrachte nämlich, was ein so beschaffener Mensch zur Verteidigung anbringen dürfte, wenn er bei diesen Vorwürfen ergriffen worden sein sollte, falls irgendjemand ihn anklagen und sagen dürfte: "O Kinder, viel schlimmes hat euch dieser Mann angetan, und die jüngsten von euch vernichtete er, indem er sie schneidet und verbrennt und indem ihnen die bittersten Tränke verabreicht, nicht wie ich, der euch mit vielem und süßem gut bewirtete." - Was, wie du glaubst, dass ein Arzt dieses sagen könnte, wie könnte deiner Meinung nahc der Arzt, wenn er in solches Übel geraten sein sollte, sagen dürfen? Oder wenn er die Wahrheit sagen sollte: "Dies alles tat ich, o Kinder, zur Gesundheit, wie laut etwa, glaubst du, dürften so beschaffene Richter rufen? Nicht laut?" Kallikles: "Vielleicht: Man muss dies glauben." Sokrates: "Glaubst du denn, dass er in der ganzen Ausweglosigkeit gehemmt sein dürfte, zu sagen, was zu sagen nötig ist?" Kallikles: "Gänzlich wenigstens." Sokrates: "Auch ich freilich weiß, dass ich solches Leid ertragen würde, wenn ich ins Gericht ginge."
Anfangs lebten die Menschen zerstreut, Städte aber gab es nicht. Sie wurden also von den Tieren vernichtet, wegen des in jeder Hinsicht schwächer als sie seins, und die handwerkliche Kunst war für sie geeignet, was die Nahrung betrifft, eine Helferin zu sein, was aber den Krieg gegen die Tiere betrifft, war sie mangelhaft: Die politische Kunst hatten sie nämlich noch nicht, von der ein Teil die Kriegskunst ist. Deshalb bemühten sie sich, sich zu versammeln und die Städtegründer zu retten: Jedesmal, wenn sie sich versammelten, taten sie einander Unrecht, da sie ja die politische Kunst nicht hatten, sodass sie wieder als sich zerstreuende vernichtet wurden. Zeus also fürchtete um unser Geschlecht, damit nicht alles vernichtet werden möge, und er schickte Hermes, um bei den Menschen sowohl Ehrfurcht als auch Recht zu schaffen, damit sie sowohl Schmuck- als auch Freundschaftsbänder der Städte seien. Hermes fragte nun Zeus, auf welche Art und Weise er den Menschen Recht und Ehrfurcht geben möge. "Soll ich, wie die Künste aufgeteilt sind, so diese Künste auch aufteilen, oder soll ich sie auf alle verteilen?" - "Auf alle", sagte Zeus, "und alle sollen teilhaben: Es dürfen nämlich keine Städte entstehen, wenn einige an diesen teilhätten, wie an den anderen Künsten. Und du wenigstens sollst ein Gesetz von mir her aufstellen, den an Ehrfurcht und Gerechtigkeit nicht teilhaben könnenden, um zu töten, wie die Krankheit der Stadt.
Als Anarchasis von irgendeinem gefragt wurde, was für die Menschen feindlich sei, sagte er: "Sie für sich selbst."
Bote: "Dürfte ich also von euch erfahren, o Gastgeber, wo der Palast des Tyrannen Ödipus ist? Beschreibt ihn sehr genau, wenn ihr wisst, wo." Choros: "Das sind seine Häuser, und er ist drinnen, o Gastfreund: Und das ist seine Frau, die Mutter seiner Kinder." Bote: "Aber sie sei ewig sowohl gesegnet als auch mit gesegneten zusammen, wenn sie freilich seine rechtmäßige Gattin ist." Iokaste: "Ebenso aber auch du wenigstens, o Freund, weil du nämlich eine freundliche Begrüßung wert bist. Aber sage, was du brauchtest, als du ankamst und was du befehlen willst." Bote: "Gutes sowohl für deine Häuser als auch für deinen Gatten, Frau." Iokaste: "Was für Dinge sind es? Von wo bist du angekommen?" Bote: "Aus Korinth. Über die Geschichte, welche ich bald erzählen werde, mögest du dich freuen, wie aber nicht? Du aber mögest vielleicht traurig sein." Iokaste: "Was aber ist es? Welche so doppelte Kraft hat es?" Bote: "Als Tyrannen werden die Einwohner des isthmischen Landes ihn aufstellen, wie es dort gesprochen wurde." Iokaste: "Was aber? Ist nicht mehr der alte Mann Polybos an der Macht?" Bote: "Nicht wahr, nachdem ihn der Tod um Grab hält."
Der Gott zwar also sitzt auf einem Thron aus Gold und Elfenbein gemacht: Und ein Kranz liegt auf dem Kopf, den Ölzweigen nachgeahmt. In der rechten Hand zwar trägt er die Nike, in der Linken des Gottes aber ist ein Szepter, das mit vielen verschiedenen Metallen verziert ist. Der Vogel aber, der auf dem Szepter sitzt, ist der Adler. Dem goldenen Gewand aber sind sowohl kleine Vögel als auch Lilien eingefügt. Der Thron aber ist bunt zwar durch Gold und Steine, bunt aber auch durch sowohl Ebenholz als auch Elfenbein, und Kostbarkeiten sind auf ihm eingearbeitet. Auf jeden der beiden Vorderfüße liegen Kinder der Thebaner, die von den Sphingen geraubt sind. Auf den Leisten zwischen den Füßen ist die Abteilung, die mit Herakles gegen die Amazonen kämpft: Aber auch Theseus ist bei den Verbündeten aufgestellt. Die Schranken bieten die Bilder des Parainos dar. Auf denselben tragen zwei Hesperiden Äpfel, deren Bewachung, wie man sagt, denen beauftragt ist. Parainos zwar also sowohl war dieser Bruder des Pheidias, als auch gibt es von ihm in Athen in der Stoa Poikila ein in Marathon geschriebenes Werk. Über den Kopf des Standbildes hinaus sind von Pheidias die Chariten und Horen gesetzt: In den Epen ist gesagt, dass diese nämlich auch die Töchter des Zeus waren.
Theomestos sagte nämlich in jenem Prozess, dass ich meinen eigenen Vater getötet habe. Dass ich es aber nicht getan habe, ist klar: Ich war zwölf Jahre alt, als der Vater durch die dreißig Tyrannen starb. Und es scheint mir schändlich zu sein für den Vater, so viel wert ist sowohl für euch als auch für die Stadt, dass man den, der dies gesagt hat, nicht bestrafen wird. Vielleicht wird er sprechen, dass es nicht eines der verbotenen Dinge sei, wenn irgendjemand sagt, den Vater getötet zu haben: Vielleicht wird er sprechen, dass das Gesetz nicht diese Dinge verbietet, sondern der "Mörder" es nicht zulässt, es zu sagen. Ich für meinen Teil aber meine, dass es nicht nötig ist, über die Namen zu streiten. Wieviele töteten irgendwelche, und sind Mörder, und wieviele sind Mörder von irgendjemandem, und haben diesen auch getötet? Es wäre nämlich für den Gesetzgeber eine zu große Arbeit, alle die Namen aufzuschreiben, welche auch immer dieselbe Bedeutung haben: Indem er über einen geredet hatte, machte er alle klar. Lysitheos wird dich, o Theomnestos, anklagen, indem er sagt, dass du deinen Schild geworfen hast. Trotzdem ist zwar über das Wegschmeissen im Gesetz nichts geschrieben, wenn aber jemand sagte, dass er den Schild geworfen habe, befiehlt es 500 Drachmen zu schulden. Auch ein Gesetz Solons: "Es gehört sich, dass der Gefangene in der Fußfessel fünf Tage gebunden ist im Bezug auf den Fuß, wenn immer die Heliaia es zusätzlich beantragt. - Dieselbe Fußfessel ist es, o Theomnestos, was nun genannt wird "im Holz gebunden sein". Wenn also der Gebundene die Elf anklagen sollte, dass er nicht in der Fußfessel gebunden war, sondern im Holz, dürften sie ihn nicht für töricht halten? Habt also kein Verständnis, o Herren Richter, für einen, der sowohl übermütig ist als auch gegen die Gesetze redet, sowohl zwar in Bezug auf einen Mann, der zwar viele Heere führte, der aber auch mit euch viele Gefahren durchgestanden hat und weder in die Gewalt der Feinde geraten ist noch euch eine Rechenschaftablage schuldig war, indem er aber 67 Jahre geworden ist. Es ist es aber wert, für ihn wütend zu sein. Was nämlich dürfte er lästigeres als dieses gehört haben, wenn er sich tot seiend von den Feinden nachsagen lassen sollte, dass er von den eigenen Kindern getötet worden sei. Die Denkmäler für dessen Tugend sind bei euren Heiligtümern aufgestellt.
Nachdem Protagoras zwar so viele und so beschaffene Dinge zur Schau gestellt hatte, hörte er mit der Rede auf. Und ich für meinen Teil zwar blickte, lange Zeit verzaubert noch, zu ihm hin, wie zu einem, der etwas sagen wird und weil ich begierig war, zu hören. Nachdem ich aber also bemerkt hatte, dass er tatsächlich aufgehört habe, sagte ich, indem ich zu Hippokrates blickte: "O Sohn des Apollodoros, wie dankbar bin ich dir, dass du mich angeregt hast, hierher zu kommen. Ich schätze es nämlich hoch, gehört zu haben, was ich von Protagoras gehört habe. Ich meinte nämlich in der vergangenen Zeit, dass es keine menschliche Bemühung gebe, durch die die Guten gut werden: Nun aber bin ich überredet.
Sokrates: "Und nun weiß ich für meinen Teil zwar nicht über die Arete, was sie ist, du aber wusstest freilich vielleicht zwar früher, bevor du mich berührtest, nun freilich bist du ähnlich einem nichtwissenden. Dennoch aber will ich mit dir beobachten und zusammensuchen, was sie denn eigentlich einmal war." Menon: "Und auf welche Weise wirst du dieses suchen, o Sokrates, von dem du überhaupt nicht weißt, was es ist? Oder wenn du auch noch so sehr darauf treffen solltest, wie wirst du wissen, dass es dieses ist, was du nicht wusstest?" Sokrates: "Ich verstehe, was du sagen möchtest, o Menon. Siehst du, wie du eine Streitrede einführst, wie es also nicht möglich ist für den Menschen, zu suchen weder was er weiß noch was er nicht weiß?" Weder nämlich dürfte er wohl suchen, was er weiß - er weiß nämlich, auch keineswegs ist für das freilich so beschaffene einer Untersuchung erforderlich - noch was er nicht weiß - er weiß auch nämlich nicht, was er suchen wird. Menon: "Scheint dir denn nicht diese Rede gut gehalten zu sein, o Sokrates?" Sokrates: "Mir wenigstens nicht."