Atari, das heißt für mich das Wiedererleben meiner Kindheit und Jugendzeit.
Schon während meiner Grundschulzeit (1977-1981) lernte ich das Homepong-Telespiel bei meiner Nachbarin und Freundin Sylvia kennen. Wann immer wir durften verbrachten wir unsere Zeit vor dem "Tele". Ich kann mich jedoch nicht daran erinnern, ob das Pong-Spiel tatsächlich von Atari war oder ein Clone von einem anderen Hersteller.
Das Atari VCS lernte ich etwas später bei meinem Freund Torge kennen (ca. 1983). Er besaß das alte Modell im Holzimitat. Wir saßen tagelang vor Pac-Man, Defender oder Decathlon. Endlich konnte ich meine Eltern breitschlagen, mir doch eine Atari-Konsole zu schenken. Es wurde dann die seltene Junior Konsole mit dem schwarzen Streifen anstatt des silbernen (ca. 1985).
Nur wenig später konnte ich sie davon überzeugen, dass ich auch einen Homecomputer brauche. In Frage kam natürlich nur - Atari - und zwar ein 800 XL, anfangs nur mit der Datasette XC12 (1986), aber dann auch mit der Diskettenstation 1050. Besonders über meinen Schulkollegen Wolfgang kam ich an massenhaft Software. Unvergessen bleiben die Spiele Alternate Reality, M.u.l.e. und The Great American Country Cross Race. Mit meinem Atari 800 XL spielte ich lange Jahre, versuchte mich aber auch im Abtippen von Listings aus Computerheften oder im Programmieren (mit dem eingebauten BASIC) von eigenen Programmen.
Erst zu Beginn meines Studiums (1992) brauchte ich einen professionelleren Computer, mit dem man Hausarbeiten schreiben konnte. Ich entschied mich gegen den von allen geratenen IBM-kompatiblen PC und für einen Atari. Bei Vobis wurden günstig Lagerbestände verramscht: Für den Atari 1040 STFM mit S/W-Monitor SM 124 bezahlte ich damals nur ca. 500,- DM. Und zu der Zeit war der Atari den PCs besonders grafisch noch weit überlegen.
Mein Atari bot mir während meines Studiums hilfreiche Dienste, aber auch das Spielen kam nicht zu kurz: Das legendäre Dungeon Master zog mich in seinen Bann. Auch mit dem Bundesliga Manager Professional spielte ich lange. Aber der absolute Knüller war Elite.
Für die Endphase meines Studiums (ab 1996) wurde ich dann doch Atari untreu: Für meine Examensarbeit etc. hielt ich einen PC für unverzichtbar. Ich kaufte mir einen Laptop von Acer, an dem ich noch heute arbeite. Zwischenzeitlich hatte ich die alten Atari-Sachen völlig eingemottet, aber schließlich wieder herausgekramt (1999) und sogar meine Atari-Sammlung durch regelmäßige Flohmarkt-Besuche erweitert. Auf dem Flohmarkt findet man noch so manches Schnäppchen im Gegensatz zu ebay, wo inzwischen horrende Sammlerpreise bezahlt werden.
Aber auch das Internet inspirierte mich zu meinem neuen alten Hobby. Man findet zu allen Systemen Emulatoren und Software. Die Software läuft sowohl mit den Emulatoren als auch mit der Original-Hardware, wenn man das Problem der unterschiedlichen Medien gelöst hat (5 1/4 Zoll Disketten, VCS-Module).