JanKölbelOnline

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500g TNT in einem Zastava

Inhalt

 


Informationen zum Verfasser

 

Wer bin ich ? Ich in Sarajevo-Dobrinja

 

Ich arbeite seit 1991 im „ explosiven“ Gewerbe und seit 6 Jahren in der Kampfmittelbeseitigung.

Unsere Berufsbezeichnung ist Feuerwerker, was aber nichts mit Feuerwerk im allgemeinen Sinne zu tun hat. Ganz im Gegenteil sind wir bemüht, „Feuerwerke“ auf unserem Gebiet zu vermeiden, da damit fast immer Menschenleben verbunden sind.

Den Höhepunkt meiner bisherigen beruflichen Laufbahn erlebte ich 1997 und 1998 in Bosnien-Herzegowina und Kroatien, wo ich für die deutsche humanitäre Hilfsorganisation HELP verschiedene Minenräumprojekte als verantwortlicher Supervisor betreute und selbst ca.300 Minen und ca. 2.000 Blindgänger entschärfte bzw. vernichtete.

Es gibt eine Vielzahl von Feuerwerkern, welche getreu ihrem Wahlspruch - „ Bei strenger Pflicht getreu und schlicht“ - ihren Dienst in Bundeswehr,staatlichen Räumdiensten und in privaten Kampfmittelbeseitigungsfirmen verrichten und dabei oft ihr Leben riskieren, um große Gefahren für die Allgemeinheit abzuwenden. Denn es gibt auch im heutigen Deutschland noch sehr viele Bomben, Granaten, Minen usw. aus dem II.Weltkrieg bzw. aus der russischen Besatzungszeit, welche noch immer auf ihre Opfer warten.

 

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Informationen zum Thema Minen

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Eine Mine - Was ist das ?

Minen haben die Aufgabe, gegnerische Soldaten, Fahrzeuge und Panzer außer Gefecht zu setzen, den Gegner zu verunsichern, seine Handlungen zu lähmen, seine Bewegungen zu verzögern sowie Verkehrs-und Industrieanlagen und andere Objekte zu zerstören.

Minen sind Defensivwaffen und treten in großtechnisch gefertigten Modellen erst nach dem I. Weltkrieg auf. Dagegen waren versteckte Ladungen, hergestellt in den Truppenwerkstätten oder durch Einzelpersonen aus herkömmlichen Sprengkörpern und verschiedenen Zündern auch während des I. Weltkrieges in Anwendung.

Minen wurden und werden auf Straßen und Wegen, im offenen Gelände und in Ortschaften, in Flüssen und Meeren, an Übersetz- und Landungsstellen u.a. entweder nach einem bestimmten Verlegeschema oder ohne festgelegte Ordnung und teilweise auch im Streueinsatz oder einzeln verlegt.

Die Aufgabe von Minensperren besteht darin, Lücken in Gefechtsabschnitten zu schließen, die Bewegungsmöglichkeiten gegnerischer Kräfte und Fahrzeuge einzuschränken sowie bedrohte Flanken und schlecht überschaubare Geländeabschnitte zu sichern.

Prinzipieller Aufbau von Minen

Minen bestehen grunssätzlich aus den Hauptteilen

Das Minengehäuse umschließt die Sprengladung und nimmt meist die Zündeinrichtung auf. Es gewährleistet den Schutz vor Witterungseinflüssen und anderen Beeinträchtigungen während der Lagerung, des Transportes und der Verlegung. Als Gehäusematerial kommen vor allem Stahl, Gußeisen, Aluminium, Beton, Holz, Glas, Pappe u.a. , bei modernen Massenminen vor allem Plastik , zur Anwendung. Dabei treten Minen in den verschiedensten Formen wie z.B. scheibenförmig, zylindrisch, quaderförmig u.a. auf. Die Farbgebung ist meist dem Gelände und der Jahreszeit angepaßt und variiert sehr stark.zurück

Die Sprengladung der Mine besteht meist aus üblichen militärischen Sprengstoffen, die eingeschüttet, gepreßt oder gegossen sein können. Es wurden aber auch gewerbliche Sprengstoffe und Beutemunition wie Sprengkörper, Wurfgranaten, Bomben und Granaten als Behelfsminen verwendet. Die Masse der Sprengladung richtet sich nach der beabsichtigten Wirkung und beträgt in der Regel zwischen 100g und 1000g bei Anti-Personen-Minen und 3000g bis 7000g bei Panzerminen, wobei in letztere noch zusätzliche Detonatoren aus brisantem Sprengstoff eingearbeitet sein können.zurück

 

Die Zündvorrichtung hat die Mine nach einer bestimmten Einwirkung( Druck, Zug, Zeit, u.ä.) zur Wirkung zu bringen. Sie besteht in der Regel aus einem Minenzünder und einer Sprengkapsel, die in den Hauptzündkanal eingesetzt werden. In den meisten Panzerminen und in einigen Anti-Personen-Minen sind neben dem Hauptzündkanal noch weitere Zündkanäle vorhanden, die eine zusätzliche Zündung zulassen (z.B. als elektrische Zündung oder als Sicherung gegen Wiederaufnahme u.a. ). Ein Teil der Minenzünder ist zur gefahrlosen Handhabung mit einer Sicherungseinrichtung versehen, andere Zünder lassen sich entschärfen oder bestimmte Zünder sind nach dem Einbau nicht mehr zu entschärfen.zurück

Einteilung der Minen und Minenzünder

Es gibt viele Möglichkeiten, sowohl Minen als auch ihre Zündsysteme zu systematisieren. So kann man z.B. Minen nach der Art ihrer Auslösung einteilen in

wobei letztere mit Fernschärfvorrichtungen und Fernauslöseeinrichtungen, die über Draht oder Funk, Uhrwerke oder physikalische Felder, Vibrationen u.a. zu willkürlichen oder bestimmten Zeiten ausgelöst werden können.

Eine andere Möglichkeit besteht z.B. in der Einteilung nach der Ansprechzeit, in dem man in Minen mit

unterscheidet.Die am häufigsten gebräuchliche Einteilung erfolgt nach der Bestimmung und der Wirkungsweise der Minen in

 

Die Minenzünder werden häufig nach ihrem Auslöseprinzip eingeteilt, wobei bei einigen Zündern mehrere Auslöseprinzipien miteinander kombiniert sein können:

 

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Militärische Geschichte der Landminen
 
Der Minenkrieg begann mit dem Untergraben stationärer militärischer Befestigungsanlagen, um ihren Einsturz herbeizuführen. Diese Zerstörungswirkung wurde durch Integration des Schießpulvers verbessert, welches in Tunneln während des amerikanischen Bürgerkrieges und des I. WK eingesetzt wurde.Die technische Entwicklung veränderte die Minenkriegsführung vom Angriffsmittel gegen feste Ziele zum Mittel für das Aufhalten beweglicher Truppen und Fahrzeuge, besonders von Panzern. Zu diesem Zweck wurden Minen erstmals in breitem Umfang im I. WK eingesetzt.
Der Waffenstillstandsvertrag von 1918 legte fest, daß Deutschland den Alliierten Dokumentationen über die Lage von Minen zur Verfügung zu stellen hatte und die alliierten Pioniere bei der Entminung unterstützen sollte. Die ungenauen deutschen Pläne dienten aber nur als Orientierung für das Auffinden von Minen und das Entminen nahm mehr Zeit in Anspruch, als man geplant hatte. Ausgehend von den Erfahrungen des I.
 
Ausgehend von den Erfahrungen des I. WK wurde dem Ver- und Entminen in militärischen Planungen mehr Aufmerksamkeit gewidmet. Am Vorabend des II. WK hatten die führenden Militärmächte Richtlinien für den Minenkrieg ausgearbeitet, die viele Gemeinsamkeiten enthielten.Der Minenkrieg war Teil der Militärdoktrin, hervorgehoben wurde sein Hindernischarakter und die besondere Bedeutung für die Panzerabwehr. In der amerikanischen und britischen Armee waren Pioniere verantwortlich für die Planung defensiver Hindernisse und Sperrzonen sowie für die Sicherung der Flanken. Jede Einheit, die selbst für ihre Verteidigung verantwortlich war, konnte theoretisch Ver- und Entminungsarbeiten durchführen.Die deutschen Doktrin unterschieden sich dadurch, dass die Hauptverantwortung für sämtliche Minenoperationen auf die Pioniere übertragen wurde. Schützenminen wurden zum Erschweren des Aufnehmens der Panzerminen und zum Verhindern des Einsickerns des Feindes entwickelt.
Gesprengte Brücke über die SAVA in Bosanski-Samac Im Angriff halten Minen auf ökonomische Art, die langgezogenen Flanken zu sichern. Genaue Vorschriften legten Verlegearten, Kennzeichnung und Dokumentation von Minenfeldern fest, obwohl sich die Bestimmungen bezüglich Dichte, Tiefe und Verlegeschema zwischen den einzelnen Armeen unterschieden. Die genaue Dokumentation wurde hauptsächlich gefordert, um im Falle eines Gegenangriffs eigene Minenfelder als Gefahr für die Truppe auszuschließen und zum Wiederaufnehmen der Minen für eine eventuelle Neuverlegung. Die europäischen und amerikanischen Doktrin unterschieden Minenfelder nach ihrem taktischen Zweck (Schutz-, Verteidigungs-, Sperr-, Störminenfelder und Sprengfallen), nach der Art der Bewegung, die behindert werden sollte (Schützen-, Panzer-, Landeabwehrminenfelder); nach Geländeart (Straßen-, Strand-, Eis,- Eisenbahnverminung) und nach der Verlegeart (eilig oder vorbereitet verlegte Minenfelder). Störminenfelder bestanden hauptsächlich aus Schützenminen und waren nicht durch Feuer gesichert.Der Minenkrieg wurde in die Kampfhandlung des II. WK fest integriert. Die Landminen bestanden aus eingegossenem Sprengstoff, versehen mit Zündern oder Zündladungen zum Schärfen durch die Verlegekräfte oder Selbstschärfen am Verlegeort und wurden in allen Gefechten des II. WK eingesetzt. Zu Beginn setzte man Minen in Nordafrika in den Auseinandersetzungen zwischen Italienern und Briten zum Schutz der Stützpunkte ein. Die Briten durchkreuzten einen italienischen Vorstoß im September 1940 nach Ägypten durch ein großflächigen Mineneinsatz. Dieser brachte den Italienern große Verluste, machte sie "minenscheu" und übervorsichtig. Am italienischen Mineneinsatz war die erstmalige Anwendung von Streuminen aus Flugzeugen bemerkenswert. Sogenannte"Thermosflaschenbomben" wurden über den britischen Stellungen abgeworfen. Während der vierwöchigen Schlacht um Gazala Anfang 1942 verlegten die Briten über 500.000 Minen. Bei der Verteidigung der libyschen Festung Tobruk und in der Gazala-Linie, die 40 km vom Mittelmehr entfernt war. Viele Minen für die Gazala-Linie wurden aber vor Tobruk aufgenommen und hier neu verlegt. Die deutsche Offensive durch die Sahara kam im Juni 1942 bei El Alamein zum Stehen, wo beide Seiten enorme Mengen an Minen einsetzten.Feldmarschall Erwin Rommel, Oberbefehlshaber des deutschen Afrikakorps, stützte sich hauptsächlich auf Minen, um die deutsche Unterlegenheit an Kräften und Waffen auszugleichen. Er bezog auch Tausende britischer, französischer, deutscher und italienischer Minen ein, um einen "Minengarten" zur Abwehr der britischen Stoßtruppen anzulegen. Im Wirrwarr der Minenfelder bei El Alamein bezog jede Seite die feindlichen Minenfelder in ihre eigene Verteidigungsplanung ein. Die britischen Entminungsoperationen waren entscheidend für das Umstoßen des militärischen Patts im Oktober 1942 in diesem Gebiet.Trotz Einführung neuer elektronischer Zünder und des "Scorpions", eines Panzers, ausgerüstet mit Schlagketten, um Minen zur Detonation zu bringen, griffen die britischen Truppen oft als letztes Mittel zum gefährlichen Sondieren und der Wiederaufnahme, um Minen zu räumen.Für die Alliierten war Nordafrika ein entscheidendes Prüffeld zur Weiterentwicklung von Prinzipien und Verfahren des großflächigen Mineneinsatzes. Speziell die Amerikaner kurbelten daraufhin die Minenproduktion an und verstärkten Ausbildungsprogramme für den Mineneinsatz, die bisher vernachlässigt wurden. Die Alliierten und die Axenmächte, deren Kampfstärken in Nordafrika unzureichend waren, nutzten Minen, um die Unterlegenheit bei Artillerie, Panzern und Infanterie auszugleichen. Beide Seiten waren aber auch davon überzeugt, dass der Nutzen des Mineneinsatzes zeitweilige taktische Vorteile übersteigt und auch von strategischer Wichtigkeit ist. Bei großflächigem Mineneinsatz wurden vorrückende gepanzerte Einheiten von Pionieren und Infanterie unterstützt, die Gassen und Abschnitte räumten, um das Überraschungsmoment der Panzerangriffe zu erhalten.Ein amerikanischer Regimentskommandeur der I. US-Panzerdivision notierte, "dass die Panzermine das größte ungelöste Problem ist. Eine reale Lösung würde das Kriegsende um 6 Monate beschleunigen, da der Einsatz von Panzern als effektive Waffe verdoppelt werden könnte."
 
An der Ostfront wurde der Minenkrieg von beiden Seiten in großem Umfang in Angriffs- und Verteidigungsoperationen geführt. Die russische Doktrin betrachtete den Minenkrieg als eines der wichtigsten Elemente des Landkrieges, bevorzugte den improvisierten Mineneinsatz und die Nutzung von Beuteminen. In der Verteidigung verstärkten sowjetische Pioniere aufgegebenes Gelände, einschließlich der Ortschaften mit allen Arten von Minen, da von viele mit Verzögerungszündung (Langzeitwirkung). Um sich gegen feindliche Gegenangriffe zu schützen, setzten die Sowjets im Angriff Minen zur Deckung vorgeschobener Stellungen und Flanken ein. Sie entwickelten komplizierte Verlegeschablonen, bevorzugten gestaffelte Rechteckformen gegenüber eines durchgehenden Minengürtels und verbanden die Minenfelder mit dem Feuersystem. Ferngezündete Minen wurden von den sowjetischen Truppen in Gebäuden, Häuserblocks und wichtigen Einrichtungen verlegt, die auf dem Rückzug verlassen wurden. Im Verteidigungsring um Moskau bereiteten die Sowjets unter Ausnutzung des sumpfigen und stark bewaldeten Geländes, das die deutschen Panzer nur auf Rollbahnen überwinden konnten, Panzergräben und Minenfelder vor. Bei Kursk versuchte die deutsche Armeeführung nach erfolgreichen Gegenoffensiven im Juli 1943 die Initiative wiederzuerlangen. In einer der großen Panzerschlachten waren 3.000 Panzer auf einem schmalen, ca. 20 km tiefen Streifen konzentriert. Nach Anfangserfolgen wurde der deutsche Angriff zum Stehen gebracht, als Panzer und Infanterie durch Minenfelder gestoppt und durch effektiv eingesetzte Pak zerschlagen wurden. Die Sowjets verlegten dabei Minenfelder mit einer Dichte von > 4.000 Minen/km². Die deutsche Entminung, die Artillerie zum Schießen von Gassen einsetzte, war uneffektiv. Durch Minen bewegungsunfähig gewordene Panzer wurden nach Überwindung der sowjetischen Vorverteidigungszone von speziellen Panzervernichtungstrupps zerstört. Andere sowjetische Minenfelder kanalisierten die Bewegungen der deutschen Panzer in Zielgebiete, wo Gruppen von Pak je einen Panzer vernichteten.
 
Yugoslawische Anti-Personen-Mine PMA-3Eine deutsche Nachkriegseinschätzung anerkannte die Rolle desMinenkrieges für den Erfolg einiger begrenzter Handlungen, bestritt aber eine operative oder taktische Bedeutung. Generalmajor Alfred Toppe schrieb: "Die Effektivität der deutschen Minen wurde durch die Gleichgültigkeit der Russen gegenüberVerlusten sowie durch deren emsige Entminungsarbeiten eingeschränkt."
Der Erfolg der Sowjets wurde aber auch durch einen umfassenden Einsatz eroberter deutscher Minen begünstigt. Außerdem verfügten sie über ausreichende Kapazitäten zur Herstellung und Zuführung von Minen. Die russischen Minen waren zuverlässig und effektiv. Ihr Hauptvertreter war eine stabile Holzkastenmine, die den extremen Umgebungsverhältnissen widerstand. Mit einem geschätzten Mineneinsatz von 222.000.000 Stück übertraf Rußland jede andere Nation in der Kriegsgeschichte bezüglich des Mineneinsatzes.Die deutsche Niederlage brachte den Sowjets die Bürde des Entminens unendlich große Gebiete, einschließlich der größten russischen und osteuropäischen Städte. Sowjetische Veröffentlichungen behaupten, 1.500.000 km² , 55.000.000 Minen und andere Arten von Blindgängern 1945 geräumt zu haben. Außer bei der Auswertung des deutschen Minenkrieges in Nordafrika sammelten die Amerikaner hauptsächlich Erfahrungen in Italien zwischen 1943 und 1945. In der Schlacht um Monte Cassino setzten die Deutschen Minen als wichtigstes künstliches Hindernis ein. Während dieser Schlacht bildeten Minen die dritthäufigste Ursache für schwere Verwundungen und verursachten 13 % der amerikanischen Gesamtverluste. Der Minenkrieg spielte eine für die Alliierten weniger bedeutsame Rolle, brachte aber Erfahrungen für Entminungsoperationen.
Im Westen war der Minenkrieg bis Juni 1944, als die Alliierten auf den Atlantikwall während der Normandie-Invasion stießen, kein bedeutender Faktor. Feldmarschall Rommel , nun Oberbefehlshaber der deutschen Kräfte in Frankreich, setzte 5 bis 6 Mio. am Atlantikwall ein. Er schätzte, dass 50 bis 60 Mio. Minen nötig gewesen wären, um einen durchgängigen Minengürtel zu schaffen. Die Deutschen verlegten auch Minen in Gebieten, die für die Landung von Gleitflugzeugen und Fallschirmjägern geeignet waren.
Obwohl der Atlantikwall am D-Day, dem 6. Juni 1944, noch im Ausbau war, war bereits eine beträchtliche Anzahl von Schützen- und Panzerminen verlegt. Das führte zu einem vorsichtigen Vorrücken der alliierten Infanterie und zu mehreren Verzögerungen beim Durchbruch des Küstenstreifens.
Ein Modellfall alliierter Verfolgung und deutsche Straßenverminung entwickelte sich, als die Deutschen nach Osten zurückgedrängt wurden. Beträchtliche Unterlegenheit bei anderen Waffen zwangen die Deutschen, Minen als Hauptwaffe zur Abwehr der Panzer einzusetzen. Allein in einem Minenfeld an der Lorrain-Linie nahm das 357. Infanterie-Regiment der US-Army mehr als 12.000 Kunststoff- und Holzkastenminen auf, die Ende 1944 im Westen eingesetzt wurden. Nach dem Zurückschlagen der deutschen Ardennenoffensive im Dezember 1944 konzentrierten die Alliierten ihre Stoßrichtung auf den Westwall (Siegfried-Linie). Mit Reihen von Betonigeln, betonierten MG-Ständen, Minenfeldern und anderen Hindernissen stellte diese Linie das Haupthindernis für die Alliierten beim Vorrücken in das deutsche Reichsgebiet dar. Es bedürfte mehrere Gefechte und einiger Monate, bevor der Durchbruch der Siegfried-Linie realisiert werden konnte. Während dieser Operation waren die deutschen Minenfelder die zweitgrößte Ursache amerikanischer Panzerverluste, nach dem Feuer der Pak. Auf dem europäischen Kriegsschauplatz wurden insgesamt 20,7 % der Panzerverluste und 2,5 % der Infanterieverluste durch Minen verursacht.
 
Im Gegensatz zu Europa und Nordafrika spielte sich der Minenkrieg auf dem pazifischen Kriegsschauplatz in bedeutend geringerem Umfang ab. Der japanische Minenkrieg war sporadisch und nicht materiell sichergestellt. Nur auf den Philippinen und auf Okinawa setzten die Japaner Minen ein, um starke Verteidungsstellungen zu schaffen. Auf Okinawa hielten die japanischen Minenfelder eine amerikanische Division ca. eine Woche auf. Panzerminen verursachten 31 % der Panzerverluste auf dieser Insel. Japanische Minen waren nicht so zuverlässig und sprengkräftig wie die deutschen oder italienischen Minen. Im allgemeinen vernachlässigte Japan die Ausarbeitung konkreter Doktrin eines taktischen Konzepts für den Mineneinsatz. Deshalb hatte der pazifische Minenkrieg eine geringe operative Bedeutung.
 
Die konventionell geführten Auseinandersetzungen im II. WK, die Vorherrschaft der gepanzerten Kriegsführung in vielen Operationen sowie die Geländefaktoren führten zu Gemeinsamkeiten in der Minenkriegsführung der verschiedenen Seiten. In allen Armeen wurde die Landmine oder "der stille Soldat" als ökonomisches Element eingesetzt, um Personal auf dem Gefechtsfeld einzusparen. Deshalb stimmten die Kriegserfahrungen zur Bedeutung des Kennzeichnens, des Dokumentierens und der Wiederaufnahme überein. Die Durchsetzung dieser doktrinären Grundsätze wurde gelockert, als die Operationen mobiler wurden und auch während des Rückzuges. Für alle am Gefecht Beteiligten war ein nicht gekennzeichnetes Minenfeld gleichbedeutend mit einem feindlichen Minenfeld, das ein Risiko für die eigenen Truppen und für die Zivilbevölkerung darstellte.Die Teilung Europas nach dem Krieg in Ost- und Westblock, einhergehend mit der Aufstellung der amerikanischen Bodentruppen im Westen, bewirkte die Planung von Sperrminenfeldern quer zu möglichen Invasionsrichtungen. Diese Minenpläne dienten der Abschreckung und bei Notwendigkeit sollten sie die Bewegung des Aggressors in ausgewählten Gebieten zum Stehen bringen, um danach Schläge mit Artillerie und Luftwaffe zu führen. Die kommunistischen Kräfte in Europa verlegten defensive Minengürtel an ihren Grenzen zum Westen mit dem gleichen Ziel. Diese geplanten Bereiche für Sperrminenfelder bildeten ein charakteristisches Merkmal des Kalten Krieges, der Umfassungs- und Abschreckungsstrategie in Europa.
 
Zur selben Zeit entwickelte sich der Minenkrieg in Korea abweichend von den Grundsätzen des II. WK sowohl im Umfang als auch in taktischer Hinsicht. Koreas vorwiegend bergiges Gelände zwang dazu, die Bewegungen längst einiger begrenzter Korridore auszuführen. Minen wurden oft eingesetzt, um Straßenpässe und andere Marschwege zu sperren. Im Unterschied zu Nordafrika, wo durchschnittlich 2.000 Panzerminen benötigt wurden, um einen Panzer zu vernichten, betrug im durchschnittlichen Gelände Koreas die Quote 80 Panzerminen pro vernichteter Panzer. Die Amerikaner trafen beim Durchbruch durch die Pusan-Vorpostenlinie auf die ersten großen feindlichen Minenfelder (Ende 1950). Dieser Durchbruch kennzeichnete den Übergang vom Stellungs- zum Bewegungskrieg. Die Minenfelder reflektierten die Unerfahrenheit der nordkoreanischen Volksarmee im Minenkrieg;
 
Bosnische Gewehrgranate TRM-1A sie hatten kein Standardverlegechema, waren nicht in einen umfassenden Verteidigungsplan integriert und schlecht getarnt. Die Minenfelder stellten nur eine geringe Behinderung für die amerikanischen Kräfte dar. Später jedoch, nördlich des Yalu-Flusses, betrugen die Panzerverluste durch Minen ca. 80 %. Dieses planlose Verlegen von Minen war laut einem amerikanischen Pionier, der in Korea kämpfte, nur zu rechtfertigen, "wenn die Nordkoreaner nicht vorhaben zurückzukommen und keinen Wert auf die Freundschaft der Bevölkerung legen." Seit dem Waffenstillstand vom 27. Juli 1953 blieben Minenfelder im wesentlichen als Überreste nur in der Nähe der entmilitarisierten Zone zurück. Während der Zeit aktiver Gefechtshandlungen zwischen Juli 1950 und Juli 1953 verursachten Landminen 1,53 % der Verluste an Toten und 3,32 % der Verwundungen, total 18.498 Tote und 72.343 Verwundete. Da vorwiegend Waffen und Taktik des II. WK eingesetzt wurden, war der Koreakrieg nicht prädestiniert, doktrinäre, taktische oder materielle Veränderungen im Minenkrieg auszulösen.

In Vietnam spielten die Viet-Cong-Aktionen des Terrors und der Gewalt gegen die südvietnamesiche Bevölkerung und ihre bewaffneten Kräfte sowie gegen die amerikanischen Berater eine wichtige Rolle. Die Minenzwischenfälle erhöhten sich von 260 im Jahre 1962 auf 1.536 im Jahre 1964. Die amerikanischen Berater wurden verstärkt Ziel dieser Angriffe. Der Minenkrieg der Rebellen erzeugte ein ständiges Gefühl der Unsicherheit im Süden, das 1995 zu einem Engagement der amerikanischen Bodentruppen führte. Südvietnams militärische und paramilitärische Kräfte verfügten über bedeutende Erfahrungen im Minenkrieg mit den Rebellen und benutzten Minen, um Basen und Stützpunkte zu sichern. Die Amerikaner verstärkten gewöhnlich die Verteidigung der Flugplätze und Feuerstellungen mit Schützenminen. Schützen- und Panzerminen wurden auch zur Sicherung von Bahnstrecken sowie in einer Verteidigungszone an der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südvietnam eingesetzt, wo die Gefahr eines Panzerangriffs bestand. Die ferngezündete Claymore-Mine, die die meisten Kommandeure der Bodentruppen eher als reine Verteidigungsmine betrachteten (so wie es auch in den Bestimmungen vorgesehen war), wurde abweichend von den Festlegungen auch zur Unterstützung offensiver Bodenoperationen eingesetzt. Als Anfang der 70er Jahr die Aktivität der
 
Amerikanische Claymore-Richtmine Luftwaffe zunahm und
die Bodenoperationen gegen die Nachschubgebiete und Versorgungswege der Viet-Cong in Thailand und Kambodscha ausgedehnt wurden, verstärkten die Amerikaner den Einsatz von Abwurfminen und die Anwendung von Selbstschärfenden und Streuminen. Der Viet-Cong und die vietnamesiche Volksarmee entwickelten eine Minenstrategie, die auch den Einsatz von Minen des Gegners vorsah. Besonders die Claymore-Mine wurde teilweise erbeutet und gekapert. Die Rebellen fertigten auch Minen aus amerikanischen Streubomben. In der Provinz nahm der Viet-Cong ca. 10.000 Minen auf, nachdem die Amerikaner 30.000 Minen als Teil einer 15 Meilen breiten Schutzzone, die Guerillas von der örtlichen Bevölkerung abschneiden sollte, verlegt hatten. Die Amerikaner schätzten ein, dass 90 % des Materials zur Minenherstellung, einschließlich des Sprengstoffes, amerikanischen Ursprungs war. Der Viet-Cong und die Volksarmee verlegten die Minen nicht nach Verlegeschema in Minenfeldern, sondern benutzten sie sparsam, um Straßen und Bahnstrecken zu verminen und Unsicherheit zu erzeugen. Minen wurden teilweise auch auf Hubschrauberlandeplätzen verlegt, wo sie durch den Luftdruck des Rotors ausgelöst wurden. In dicht besiedelten Gebieten bevorzugten die Guerillas ferngezündete Minen und legten keinen Wert darauf, die Bevölkerung zu warnen. Minen mit Druckzündern wurden mehr an anderen Stellen eingesetzt.
 
Der Vietnamkrieg brachte eine Veränderung in der Minentaktik gegenüber vorangegangenen Kriegen, an denen die USA beteiligt waren. Der Viet-Cong setzte Minen als Terrorinstrument ein, um einen bestimmten Teil der Bevölkerung einzuschüchtern. Die Rebellen verminten nachts Straßen und Wege und führten das Minenräumen mit gemischten Infanterie,- Panzer- und Pioniertrupps am Tage durch. In Ergänzung zu Minensuchgeräten benutzten die Amerikaner speziell ausgerüstete Panzer, Erdpflüge und Planierraupen, um Minen auszulösen, kappten Stolperdrähte und beseitigten die Vegetation, um Minen besser aufklären zu können und Hinterhalten zu entgehen. Kunststoff- und andere nichtmetallische Minen waren praktisch nicht feststellbar, besonders nicht bei der manuellen Suche. Die amerikanische Armee stieß nie zuvor in diesem Umfang und auf diese Art eingesetzte Landminen. Von den schätzungsweise 41.840 gefallenen Infanteriesoldaten wurden etwas mehr als 7.400 oder ca. 16 % von Minen getötet. Einige Schätzungen gehen sogar von 30 % aus. Eine Nachkriegsanalyse des Minenkrieges in Vietnam schlußfolgert, dass Minen aufgrund der hohen Anzahl ausgefallener Gefechtsfahrzeuge die Mobilität der Truppen gefährdeten. In einigen Einheiten war die Schadenswirkung der Viet-Cong-Minen besonders extrem. So wurden im II. Halbjahr 1968 in der ersten Marineinfanteriedivision 57 % aller Verluste durch Minen oder Sprengfallen verursacht.Wenn der Minenkrieg von seiten des Viet-Cong auch mit primitiven Mitteln geführt und improvisiert erscheint, so wurden seine Auswirkungen nur durch die Technologie und den Mangel an technischem Wissen begrenzt.Der Minenkrieg in Vietnam wurde charakterisiert durch den Einsatz von Minen auf beiden Seiten. Die Guerillas betrachteten die Mine als wirkungsvoll, billig und einfach zu handhaben. Wenn es an Munition mangelte, wurden Minen oftmals in Ergänzung zur Artillerie offensiv eingesetzt.
 
In den afrikanischen Unabhängigkeitskriegen wie in Angola, Guinea, Mosambique und Sambia wurden Minen weitgehend als Vergeltungsmittel eingesetzt, um Straßen zu unterbrechen und Hinterhalte anzulegen. Der Konflikt in Angola gegen Portugal z.B. wurde als "Krieg der Mine gegen den Hubschrauber" charakterisiert. 1970 wurden 50 % der portugischen Verluste durch Minen verursacht. In zwei Kriegen, im israelischen Sechs-Tage-Krieg von 1967 und im Yom-Kipur-Krieg von 1973 fand ein ausgereifter konventioneller Minenkrieg gegen gepanzerte Kräfte statt. In beiden Kriegen setzten Israel und die gegenüberstehenden arabischen Kräfte umfassend Minen ein. Auf Sinai verwendeten Israel und Ägypten Landminen, um Panzersperriegel zu errichten. Diese Sperriegel können mit den im Stellungskrieg des II. WK Angewendeten verglichen werden. Minen wurden auch entlang der israelisch-syrischen Grenze auf den Golan-Höhen, die Israel seit 1967 okkupiert hatte, verlegt. Jedoch waren weder 1967 noch 1973 die Minensperren in der Lage, die gepanzerten Kräfte aufzuhalten. Darauf kann man ableiten, dass Minensperren, gleich wie ausgeprägt und mit natürlichen oder künstlichen Hindernissen ausgelegt, durch Überraschung, Ideenreichtum und Entschlossenheit überwunden werden können. Streuminen, eingesetzt von Flugzeugen, Artillerie und gepanzerten Fahrzeugen erweitern die traditionell
Russische Panzer-Mine TM-62 defensive Rolle der Minen. Das Verlegetempo und der Ferneinsatz erhöhen das offensive Potential des Minenkampfes. Die Minen können direkt von einem sich zurückziehenden Gegner verlegt werden oder auch Durchbrüche und Einbrüche abriegeln. Sie können in Konzentrierungsräumen des Gegners in Artilleriestellungen und auf Flugplätzen eingesetzt werden. Diese Tatsachen haben die Grundsätze der Doktrin des Minenkampfes verändert. Das exakte Kennzeichnen und die Dokumentation der Minenfelder wurde komplizierter. Mit der Einführung der neuen Verlegesysteme hat sich auch die Zuständigkeit für den Mineneinsatz erweitert. Andere Waffengattungen und auch kleinere Einheiten sind einbezogen und die einstmals vorherrschende Rolle der Pioniergruppen wurde eingeschränkt. Die geringen Abmaße und Wirksamkeit der Streuminen führten zur einer Erhöhung der Dichte der Minenfelder, erschweren das Minenräumen und vergrößern die Gefahr für
 
Russische Streu-Mine PFM-1 Zivilpersonen. Bis zum Anfang der 70er Jahre entwickelte sich der Minenkrieg mit der Entwicklung der Panzertechnik. Je mehr die Panzerung und die PALR verbessert wurden, um so mehr sank der Wert der Minen als Panzerabwehrmittel. Die Bedeutung der Schützenminen erhöhte sich dagegen ständig. Diese Tendenz wird durch das verstärkte Auftreten begrenzter Kriege, besonders in der dritten Welt, bestätigt. Hier erfüllen Schützenminen, ohne großen Aufwand herzustellen und leicht einzusetzen, die Anforderungen an eine taktische Einschüchterungs- und Vernichtungswaffe.
 
Textauszug
Originaltitel: THE HIDDEN KILLERS

The Global Landmine Crisis

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Zahlen und Fakten

Landminen

Schätzungsweise alle 20 Minuten detoniert in der Welt eine Landmine, tötet oder verstümmelt Menschen , meist unschuldige Zivilisten und Kinder.

Zwischen 60.000.000 und 100.000.000 Minen sind derzeit weltweit verlegt – Tendenz steigend – , denn auf jede geräumte Mine kommen 20 neu verlegte .

Verteilung bekannter Minenfelder weltweit

Besonders in der dritten Welt und in ehemaligen Krisengebieten wie Ex-Yugoslawien, Angola oder Afghanistan ist diese billige und leicht in Massen zu fertigende, äußerst Zeit- und Umwelt resistente und nicht zuletzt heimtückische Waffe in großen Mengen und allen erdenklichen Variationen zu finden.

Nach UN-Angaben sind jährlich über 25.000 Opfer zu beklagen, laut UNICEF 25 bis 75 % davon Kinder.

Das UN Mine Action Centre geht davon aus, dass weltweit nur ca. 60% der verlegten Minenfelder bekannt sind und aus diesem Grund niemand in der Lage ist eine genaue Anzahl der verlegten Minen zu nennen.

Speziell in begrenzten Konflikten wie Bürgerkriegssituationen , wo teilweise keine regulär ausgebildeten Truppen, sondern mehr oder wenig gut ausgebildete Guerillas Minen legen , gibt es kaum eine oder gar keine Dokumentation der verlegten Minen, so dass es unmöglich ist , diese nach einer bestimmten Zeit wieder aufzufinden.

Egal ob Panzer- oder Schützenmine. Diese Waffe hat ihren ursprünglichen Charakter als Defensivwaffe zur Deckung der eigenen Flanken , zur Behinderung feindlicher Truppenbewegungen bzw. zu deren Kanalisierung längst verloren.

In heutigen Auseinandersetzungen spielt die Landmine eine ganz andere Rolle – sie dient als Terrorinstrument einer Menschengruppe gegenüber einer anderen.

Weite Landstriche in Afrika, Südamerika, Asien und auf dem Balkan sind durch Minen verseucht , so dass es den dort lebenden Menschen nicht möglich ist, ihre vom Krieg zerstörten Häuser wieder aufzubauen , landwirtschaftlichen Ackerbau und Viehzucht zu betreiben und ihren Lebensunterhalt selber zu bestreiten. Sie sind somit auf Hilfe von Außen angewiesen , die jedoch, wenn überhaupt , nur sehr spärlich fließt und in Zeit und Umfang immer nur begrenzt sein kann und wird. Um nicht zu verhungern, bleibt ihnen daher nur übrig, sich Tag täglich in Lebensgefahr zu begeben.

Die Zahl der bekannten Zwischenfälle mit Minen verdeutlichen dies sehr genau.

Verhalten im Umgang mit Minen und Blindgängern

Grundsätzlich ist es für den Leihen nicht möglich zu sagen, woran man eine Mine erkennen kann. Trotz des relativ einfachen Grundkonzeptes derartiger Sprengkörper gibt es zu viele verschiedene Formen, Arten und Funktionsweisen. Derzeit gibt es über 600 verschiedene Minentypen die industriell bzw. in Serie gefertigt werden und bekannt sind. Hinzu kommen improvisierte Sprengkörper sowie standartmäßige Waffen wie Handgranaten, Gewehrgranaten, Mörsergranaten, Bomben u.s.w. , die ebenfalls mit relativ geringem Aufwand zur Mine bzw. Sprengfalle "umfunktioniert" werden können. Es ist sehr einfach mit wenigen Mitteln , welche in ehemaligen Kampfgebieten zu Hauf zu finden sind, Sprengkörper zu fertigen, welche als Mine zum Einsatz kommen können.

Der Phantasie sind hierbei kaum Grenzen gesetzt.

Hier einige Beispiele für improvisierte Minen und Sprengfallen:

 

Sprengfalle mit Belastungszünder

 

Sprengfalle mittels Handgranate hergestellt


 

Sprengfalle mittels Entlastungszünder


Generell ist festzustellen, dass in einem fremden nicht bekannten Gebiet , ob innerhalb einer Ortschaft oder außerhalb, ob auf einem Feld, einer Straße, einer Bahnlinie, an einem Flußübergang , kurz an jeder beliebigen Lokalität mit Minen und Sprengfallen zu rechnen ist.

Es empfiehlt sich daher , feste betonierte oder asphaltierte Straßen und Wege niemals zu verlassen , wenn es nicht nötig ist, ständig auf ungewöhnliche Gegenstände , Markierungen , Autowracks, getötete Tiere und dergleichen zu achten. Auch "falsche" Scham sich seiner Notdurft auf der Straße zu entledigen, ist absolut nicht angebracht, ein Abstecher in die Vegetation könnte tödlich sein.

Markierungsmöglichkeiten Vermintes Gelände kann erkannt werden , im günstigsten Falle, Warnschilder mit der Aufschrift MINE bzw. einem Totenkopf (weiß auf rotem Grund) oder durch farbige Bänder in Bäumen und Büschen, Minenkrater, Schutt, Minenopfer, Verpackungsmaterial, Stolperdrähte oder Kabel, auf Äste gespießte durchlöcherte Cola-Dosen ,aufgeworfenen Boden, Steinhaufen, gekreuzte Äste, vernachlässigte Felder oder am Verhalten der Einwohner.Sehr wichtig in einem Gebiet , in dem man länger zu tun hat z.B. bei Wiederaufbauprojekten o.ä. , sind Gespräche mit den Anwohnern .Es ist jedoch Vorsicht geboten bei Benutzung von Schleich- oder Trampelwegen der Einwohner, da diese in aller Regel durch ihr ständiges Leben mit der Gefahr ent -sensibilisiert sind und Wege als sicher bezeichnen könnten, die es nicht sind.

Fundstellen von Minen können sein : ehemalige Stellungen, Straßen, Schotterwege, Schienen, Brücken, verlassene Häuser, Wälder, Obstgärten, militärische Einrichtungen, wichtige Geländeabschnitte, Straßensperren oder Privatbesitz.

 

Verhalten in vermintem Gebiet

Trotz aller Umsicht kann es dazu kommen, dass man in ein Minenfeld gerät und dies erst bemerkt, wenn man bereits mitten darin steht.

Erster Grundsatz in einer solchen Situation – Ruhe bewahren und keine Panik und unbedingt auf der Stelle stehen bleiben !

 

Wenn man zu Fuß unterwegs ist:

Stehen bleiben und eventuelle Begleiter warnen .

Um Hilfe rufen ( in den seltensten Fällen wird das zum Erfolg führen, da verminte Gebiete in aller Regel sehr schwach frequentiert sind) .

Ausschau halten nach sicherem Gelände wie betonierte oder asphaltierte Straßen oder gefestigte Wege und Plätze .

Suche nach Stolperdrähten , Zündern oder eventuellen anderen Anomalien .

Falls Drähte oder dergleichen vorhanden sind - niemals berühren, zur Seite schieben oder gar durchtrennen , es gibt Zündsysteme die genau darauf reagieren .

Sehr vorsichtig in der eigenen Spur drehen und in der eigenen Spur zurückgehen .

Wenn die Spur nicht mehr sichtbar ist , ist es eventuell nötig einen eigenen Pfad von Minen durch intensives Beobachten, Fühlen und Sondieren freizumachen .

 

Hier einige Beispiele für Standardsituationen :

 

Wiederaufnahmesicherung

 

Wiederaufnahmesicherung




 



 

 

 

Sicherung mittels Anti-Personen-Minen

 

Verlegemöglichkeit einer Stock-Mine

 

 

Verlegemöglichkeit einer Schützen-Spring-Mine

Verdrahtung einer Spring-Mine mit vier weiteren Stock-Minen

Die gefährlichste Arbeit in einer derartigen Situation ist ohne Zweifel das Sondieren mittels eines langen Messers ( z.B. Seitengewehr), eines langen Stiftes ( was beides einen absoluten Notbehelf darstellt) oder einer Minennadel .

Der Sondierende sollte bei dieser Arbeit flach auf dem Boden liegen und den Kopf so tief wie möglich halten , um bei einer eventuellen Detonation der Mine im Boden den größtmöglichen Schutz vor der trichterförmig nach oben gehenden Splitter- und Detonationswelle zu haben

Das Einstechen mit der Stichsonde sollte dabei in einem Winkel von ca. 30° erfolgen und die Einstiche sollten nicht weiter als 3 cm voneinander entfernt sein .

Es ist dabei ratsam systematisch vorzugehen, so dass man zum Beispiel in der Spurbreite immer von rechts beginnt und dann in drei Zentimeter Abständen sich bis zum linken Punkt vorarbeitet und nun 3 cm vorrückt, um die nächste Reihe zu überprüfen .

Trotz allem bleibt das Sondieren mit einem spitzen Gegenstand gefährlich, da es nicht selten vorkommt, dass auf oder um die Mine Zusatzzünder angebracht sind, die zum Beispiel aus mit Flüssigkeit gefüllten Plastikfolien bestehen, die sobald man sie durchsticht einen Stromkreis schließen und eine in der Nähe vergrabene Mine auslösen können. Der Abstand zu nachfolgenden Personen sollte mindestens 10 m besser 25m betragen , um so zu gewährleisten , dass nur ein Mensch verletzt oder getötet wird, sollte es zu einer Explosion kommen.

Sicherlich ist dies eine mühsame und auch gefährliche Art der Fortbewegung, aber bedenken Sie – Ihr Leben kann davon abhängen ! Sehr wichtig und unbedingt erforderlich und vielleicht lebenswichtig für eventuell nachfolgende Personen ist die Markierung des verminten Geländes

 

Wenn man mit einem Fahrzeug unterwegs ist :

Fahrzeug nur über das Dach und dann das Heck verlassen , wobei darauf zu achten ist, dass man beim Verlassen sich in den Fahrzeugspuren bewegt .

Es besteht immer die Möglichkeit, dass sich direkt links oder rechts der Fahrspur Minen im Boden befinden .

Trotz der relativen Sicherheit in der Fahrspur ist es ratsam , auch hierbei ständig nach Stolperdrähten und herausragenden Zündern Ausschau zu halten, da auch ein loser Zugdraht, in den man sich aus Unachtsamkeit verheddert , eine Mine auslösen kann .

Sollte es nicht möglich sein die Fahrspur sicher wiederzufinden , gelten die gleichen Vorgehensweisen wie oben beschrieben .

 

Was tun bei einem Minenunfall ?

Ist es erst einmal zu einer Detonation gekommen und ein Verletzter liegt im Minenfeld , ist der erste Grundsatz, dass

der Selbstschutz vorgeht !

Es ist niemandem damit gedient, wenn der Ersthelfer auf dem Weg zum Opfer oder während der ersten Hilfe eine weitere Mine auslöst und selbst zum Opfer wird.

Am ehesten kann das Opfer über die vorher getretene Spur erreicht werden, die auch beim Erreichen nicht verlassen werden darf.

Bevor man mit den Erste – Hilfe - Maßnahmen beginnt, muß auf jeden Fall die nächste Umgebung des Verwundeten durch Sicht - und Tastprüfung und eventuell durch schnelles Sondieren auf weitere Minen und Sprengkörper überprüft werden, so dass man sicher sein kann, dass beim leisten der Ersten Hilfe keine weitere Mine ausgelöst wird.

Nach dem Leisten der wichtigsten Ersten – Hilfe – Maßnahmen wie dem Stillen lebensbedrohlicher Blutungen und dem Überprüfen der Vitalfunktionen , wird als nächstes der Verletzte aus dem direkten Gefahrenbereich gebracht, wobei wiederum darauf zu achten ist , dass man sich beim Transport nur auf der als sicher erkannten Spur bewegt.

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Kontake

 

Land - Minen - Links



mines action canada

http://www.minesactioncanada.com







Bund Deutscher Feuerwerker und Wehrtechniker

http://www.eod-ied-bdfwt.de/index.html





 



VVAF and the US campaign homepage

http://www.vvaf.org/landmine





Human Rights Watch

http://www.hrw.org/campaigns/mines/



Safe-Lane

http://www.mines.gc.ca





Mines Advisory Group

http://www.oneworld.org/mag/





CCW Report - Final Report

http://www.unorg.ch/frames/disarm/review/conweap.htm





United Nations Resource Centre on Landmines

http://www.un.org/Depts/Landmine





United Nations Treaty Library

http://www.un.org/Depts/Treaty





Landmine Survivors Network

http://www.landminesurvivors.org





International Committee of Red Cross







Humanitarian Demining Information Centre

http://www.hdic.jmu.edu/hdic/demining.htm



HELP Hilfe zur Selbsthilfe e.V.

http://www.help-ev.de

 

 

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