Proteste gegen den Bau und Abwurf der ersten Atombombe
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Proteste in der Geschichte

- Proteste gegen den Bau und Abwurf der ersten Atombombe -

"Die Dinge, an denen wir arbeiten, sind so schrecklich, daß auch noch so viel Protest oder politische Spielereien unsere Seelen nicht retten können..."

Edward Teller, 1945

1.) Vorwort

Zwischen 1942 und 1945 arbeiteten in den USA unter der Bezeichnung „Manhattan Projekt" unzählige Wissenschaftler an der Atombombe. Ihre Bemühungen gipfelten in den Abwürfen über Hiroshima und Nagasaki Anfang August 1945.

Wie aber kam es dazu, daß diese gebildeten Menschen, unter ihnen viele Nobelpreisträger, an einer der schrecklichsten Waffen arbeiteten, die es je gab? Dachten sie denn nicht an die Folgen ihrer Arbeit? Wer von den Beteiligten protestierte letztlich gegen den Abwurf der Bombe und wer tat es nicht? Und was haben ihre Proteste bewirkt?

Mit diesen Problemen werde ich mich im folgenden näher beschäftigen.

 

2.) Einleitung und Vorgeschichte

2.1.) So beginnt es

Die 30er Jahre unseres Jahrhunderts: Die Geheimnisse des Atoms werden enträtselt. 1932 die Entdeckung des Neutrons, 1934 die erste, noch unerkannte Uran-Spaltung, 1939 die Erkenntnis der Kernspaltung.

Nach Hitlers Machtergreifung emigrierten viele deutsche Physiker in die USA, wo man noch am ehesten eine Professur fand. [1]

1939 regten Leo Szilard und Eugene Wigner dort Albert Einstein dazu an, einen Brief an Präsident Roosevelt zu schreiben, der ihm im November 1939 überreicht wurde. Darin wurde auf die Möglichkeit einer Uranbombe aufmerksam gemacht und eine verstärkte Förderung der amerikanischen Forschung angeregt, um nicht irgendwann einer deutschen Bombe hilflos gegenüberzustehen. [2]

Trotzdem passierte vorerst wenig, bis 1941 Berichte über gute Fortschritte in der englischen Atomforschung nach Amerika drangen und der englische Premierminister Churchill eine engere Zusammenarbeit anregte. Nun beschloß man in Amerika endlich, ernste finanzielle und technische Anstrengungen zum Bau der Waffe zu machen. Das war der Beginn des Projektes, das später als das „Manhattan Projekt" bekannt wurde.

Im Auftrag des Projektes entstanden mehrere geheime Städte, darunter Oak Ridge in Tennessee und das legendäre Los Alamos in New Mexico. [3]

Die militärische Leitung des Projektes oblag General Groves, der wissenschaftliche Leiter von Los Alamos war der Physiker J. Robert Oppenheimer.

Wer sich für das Projekt verpflichten ließ, wurde strengster Geheimhaltung und ständiger überwachung unterworfen. Von den fast 150.000 Personen, die schließlich im Auftrag des Manhattan Projektes arbeiteten, wußten nur wenige Dutzend, daß das Ziel ihrer Arbeit eine Atombombe war. [4]

Die 40er begannen mit einem Durchbruch:

Enrico Fermi gelang der endgültige Beweis der Kettenreaktion, als er in der Tennishalle unter einem Sportstadion in Chicago einen Versuchsreaktor baute, der am 2. 12. 1942 kritisch wurde.

 

2.2.) Motivationen

Im Nachhinein mag es paradox erscheinen, daß die Atombombe nicht im diktatorischen Nazi-Deutschland sondern in den demokratischen USA gebaut wurde.

Angefangen bei Einsteins Brief an Präsident Roosevelt bis hin zur freiwilligen Verpflichtung für das Manhattan Projekt haben die Wissenschaftler in den westlichen Ländern immer wieder selbst die Initiative ergriffen, um den Bau der Bombe zu ermöglichen. [5]

Warum aber taten sie es? Waren ihnen die Konsequenzen ihres Handelns nicht bewußt? über die Antwort sind sich alle Quellen einig: Angst vor einer deutschen Atombombe.

Viele der Wissenschaftler waren gerade erst aus totalitären Staaten wie Deutschland oder Italien emigriert und konnten sich vorstellen, was Hitler mit einem solchen Machtinstrument anrichten könnte. Und angesichts der Dreistigkeit, mit der Hitler seinen Krieg führte, schien der Gedanke naheliegend, daß er einen Trumpf in der Hand habe.

„Die Vorstellung, daß die Deutschen in diesem Atom-Rüstungswettlauf bereits einen gefährlichen Vorsprung besaßen, war damals so verankert, daß sie wie eine Gewißheit behandelt wurde." [6], meint Robert Jungk, der noch relativ kurze Zeit danach Interviews mit vielen Beteiligten führte.

Und so schlossen sich viele dem Manhattan Projekt aus der ehrlichen überzeugung heraus an, dies wäre der beste und einzige Weg, den Gebrauch der Atomwaffe in diesem Krieg zu verhindern. „Wir mußten im Fall einer deutschen Atombombe ein Gegenmittel in der Hand haben. Wenn dieses Gleichgewicht einmal vorhanden war, dann würde Hitler ebenso wie wir auf den Einsatz dieses Monstrums verzichten müssen", hieß es. [7]

Ein anderer Grund für ihre Mitarbeit an der Bombe stellt die Mentalität der Wissenschaftler dar. Es hätte „dem Geist der modernen Wissenschaft widersprochen, aus freien Stücken die weitere Entwicklung eines Forschungsgebietes, sei es auch voller Gefahren für die Zukunft, auf halbem Wege abzubrechen." [9]

Mitte November 1944 wurde zumindest die erste überzeugung unhaltbar. Ein amerikanisches Spezialkommando, die Alsos-Mission, hatte in dem besetzten Straßburg Akten entdeckt, die einwandfrei bewiesen, daß die deutsche Atomforschung noch in den Anfängen steckte. Mit einer deutschen Atombombe war nicht zu rechnen. [10]

Trotz Geheimhaltung drang die Nachricht über den Fund der Alsos-Mission auch in die Laboratorien des Manhattan-Projektes. Viele Forscher wurden nun mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Ihre Hauptmotivation für den Bau der Bombe hatte sich in Nichts aufgelöst.

Doch sollte man deshalb die Arbeit einfach abbrechen? Es ist mir nicht bekannt, daß auch nur ein Wissenschaftler diese Gelegenheit wahrnahm und sich vom Manhattan Projekt zurückzog.

Wer nicht aus wissenschaftlicher Neugierde ohnehin weitermachte, legte sich jetzt neue Beweggründe für sein Handeln zurecht:

„Wenn wir diese Waffe nicht jetzt entwickeln und in einem öffentlichen Versuch der Welt zeigen, wie furchtbar sie ist, dann wird früher oder später doch irgendeine skrupellose Macht in aller Stille eine solche Bombe zu bauen versuchen." [11]

Manch einer begann aber, sich ernsthafte Gedanken über die Konsequenzen seiner Arbeit zu machen.

 

2.3.) Das Interim Komitee

Ende September 1944 verfaßten die Wissenschaftler Bush und Conant ein Memorandum an Roosevelt, das aber bei Kriegsminister Stimson liegenblieb. Sie drückten darin die Furcht vieler Wissenschaftler aus, die Atombombe könne nach dem Krieg zu einem Wettrüsten führen, und wiesen auf die Notwendigkeit hin, zu internationalen Vereinbarungen zu kommen. [12]

Schließlich empfahlen Bush und Conant Stimson, eine Sachverständigenkommission ins Leben zu rufen, die den Präsidenten in Fragen der Atombombenpolitik beraten sollte. [13]

Diese Kommission kam aber erst Ende April 1945 unter Präsident Truman zustande. Dem „Interim Komitee" gehörten Stimson, sein Stellvertreter Harrison, James Byrnes, Ralph Bard, William Clayton sowie die Wissenschaftler Bush, Conant und Karl Compton an. [14]

Auf Conants Rat hin wurde noch ein Wissenschaftlicher Ausschuß berufen, dem A.H. Compton, Enrico Fermi, E.O. Lawrence und J.R. Oppenheimer angehörten. [15]

Der allgemeinen Erleichterung über die Berufung dieser Gremien folgte bald die Enttäuschung, als ihre Mitglieder bekannt wurden. Den sieben beteiligten Wissenschaftlern traute man nicht zu, daß sie den Standpunkt der Mehrheit der Manhattan-Mitarbeiter vertreten könnten. [16]

„Ich war sehr unglücklich über die Zusammensetzung des Komitees", sagte Leo Szilard, „denn die meisten dieser Leute hatten ein spezifisches Interesse daran, daß die Bombe eingesetzt wird." [17]

Die entscheidende Sitzung des Komitees und seines Wissenschaftlichen Ausschusses fand am 31.5.1945 statt. Im Ergebnis dieser Tagung empfahl das Interim Komitee dem Präsidenten:

Die Atombombe baldmöglichst gegen Japan einzusetzen, als Abwurfziel einen von ziviler Bevölkerung umgebenen militärischen Stützpunkt zu wählen und die Atombombe ohne eine vorherige Warnung abzuwerfen (um Gegenmaßnahmen der Japaner zu vermeiden). [18]

 

3.) Proteste

3.1.) Der Franck-Report

Chicago war ein Zentrum der amerikanischen Atomforschung, hier hatte Fermi in einer Tennishalle unter einem Sportstadion im Dezember 1942 den weltweit ersten Kernreaktor zum Laufen gebracht.

Doch nachdem sich Los Alamos etabliert hatte, war es eher still geworden in den „Metallurgical Laboratories" in Chicago. Die dort beschäftigten Wissenschaftler hatten wesentlich mehr Zeit, sich über die Zukunft ihrer Arbeit Gedanken zu machen. [19]

Anfang Juni 1945 sickerte die Entscheidung des Interim Komitees, die Atombombe über Japan schnellstmöglich zum Einsatz zu bringen, in die Chicagoer Laboratorien durch. Daraufhin wurde von der Chicagoer Universität eine Kommission von sieben Forschern (Franck, Hughes, Szilard, Hogness, Rabinowitch, Seaborg, Nickson - Laut [20]: J. C. Stearns statt Hogness) zusammengestellt, die einen ausführlichen Bericht über die sozialen und politischen Konsequenzen der Atomenergie formulieren sollte. Die meisten Ideen zu diesem Memorandum stammten von Franck, Szilard und Rabinowitch. [21]

Der „Franck-Report" datiert vom 11. Juni 1945 und ist an Kriegsminister Stimson gerichtet.

Der Report sagt voraus, daß ohne das Zustandekommen einer internationalen übereinkunft ein nuklearer Rüstungswettlauf beginnen wird. Und in einem daraus wahrscheinlich resultierenden Krieg werden die USA sowie alle anderen Staaten mit einer konzentrierten Industrie benachteiligt sein. Deshalb verhindere nur ein Mangel an Vertrauen und nicht ein Mangel an Notwendigkeit eine internationale übereinkunft.

Da die Art, wie nukleare Waffen der Welt vorgestellt werden, für die Ausbildung dieses Vertrauens von entscheidender Bedeutung sei, schlägt der Franck-Report eine öffentliche Demonstration vor geladenen Vertretern anderer Nationen vor.

Nach einer solchen Demonstration und einem letzten Ultimatum an Japan könne die Atombombe immer noch militärisch eingesetzt werden.

Für all jene, die nichts von internationalen Verträgen halten, gibt er auch gleich einen anderen Grund an, die Bombe nicht im gegenwärtigen Krieg einzusetzen:

Wenn ein Rüstungswettlauf unvermeidlich ist, sollte man seinen Beginn so lange wie möglich hinauszögern, um einen möglichst großen Vorsprung vor anderen Nationen zu haben.

Am Ende fordert der Franck-Report nicht konkret, den Einsatz der Bombe zu unterlassen. Aber er rät dringend, die Atombombe nicht nur als militärisches Problem sondern auch als eine Angelegenheit der Langzeit-Politik zu sehen. Diese Politik sollte auf eine internationale Kontrolle nuklearer Waffen abzielen.

Der Report geht im großen und ganzen nicht moralisch an dieses Problem heran, sondern aus praktischen Erwägungen heraus. Dies sagt aber natürlich nichts über die Initiatoren des Reports aus. In diesem Fall hatten praktische Erwägungen wohl auch mehr Aussicht auf Erfolg.

Alles in allem ist der Franck-Report was die moralischen Probleme der Bombe betrifft nicht so konkret wie z.B. die spätere Szilard-Petition. Aber er ist eine eindeutige Stellungnahme maßgeblicher Wissenschaftler, die hier ausdrücklich Verantwortung für die Verwendung ihrer Entdeckungen übernehmen. [22]

James Franck kam selbst nach Washington und übergab den Report Arthur H. Compton, der ihn wiederum an Kriegsminister Stimson weiterreichte. Aufgrund des hohen Ansehens der Mitglieder der Franck-Komission gab Stimson das Dokument sofort an den Wissenschaftlichen Ausschuß weiter. [23]

Dieser aber konnte sich nicht dazu durchringen, dem Franck-Report zuzustimmen. Die Gründe dafür werde ich später noch erläutern.

 

3.2.) Leo Szilard

Einer der Unterzeichner des Franck-Reportes war Leo Szilard. Der Mann, „der länger und gründlicher über die Konsequenzen der Kettenreaktion nachgedacht hatte, als jeder andere" [24], stammte aus Ungarn und hatte in Deutschland Physik studiert. Szilard machte sich schon früh Gedanken über die Gefahren der Atomspaltung.

1935 schlug er erfolglos vor, die künftigen Resultate der Atomforschung zumindest vorübergehend nicht zu veröffentlichen. [25] Nachdem ihn seine Experimente 1939 vermuten ließen, daß eine Kettenreaktion und damit der Bau einer Bombe möglich wären, wiederholte er seinen Vorschlag einer „Selbstzensur der Physiker", diesmal mit mehr Erfolg. [26]

Außerdem war es Szilard, der zusammen mit Wigner 1939 den Einstein-Brief initiiert und so das Manhattan-Projekt letztlich ins Rollen gebracht hatte.

Doch trotz seiner Furcht vor einer deutschen Atombombe (die Auswüchse des Nationalsozialismus kannte er noch von seiner Zeit als Student in Deutschland) machte sich Szilard, wie es so seine Art war, schon bald Gedanken über die weitere Zukunft. 1942, während er an den Chicagoer Forschungen beteiligt war, schrieb Szilard in einem Memorandum:

„[Die Bomben] werden Unheil über die Welt bringen, auch wenn wir sie als erste haben und den Krieg gewinnen [...] Vielleicht wäre es gut, wenn wir mehr Gedanken den ferneren politischen Notwendigkeiten widmen würden, welche aus unserer gegenwärtigen Arbeit entstehen werden." [27]

über die Zeit nach dem Erfolg der Alsos-Mission äußerte er sich später so:

„1945 aber, als wir aufhörten, uns Sorgen darüber zu machen, was die Deutschen uns antun könnten, begannen wir uns besorgt zu fragen, was die Regierung der USA wohl anderen Ländern antun könnte." [28]

Im Frühjahr 1945 beschloß Szilard, sich erneut an Roosevelt zu wenden, wieder mit einem Empfehlungsschreiben von Einstein. Aber Roosevelt starb, bevor Szilard sein Memorandum überbringen konnte. Truman wußte bis zu seiner Amtsübernahme nichts über das Atombombenprojekt, und so verwies er Szilard an seinen späteren Außenminister James Byrnes. [29]

Byrnes hörte sich Szilards Anliegen (internationale Kontrolle der Atombombenentwicklung) an, aber für ihn lag das alles zu weit in der Zukunft. Bemerkungen wie: „So weit ich weiß, gibt es in Rußland doch gar kein Uran." zeigen sein mangelndes Interesse. [30]

Schließlich hielt Byrnes Szilard sogar entgegen, daß man für die Atombombenentwicklung 2 Milliarden Dollar ausgegeben habe und dafür dem Kongreß ein Resultat vorweisen müsse. [31]

Szilards Vorstoß war damit gescheitert. Fairerweise muß man sagen, daß auch Leo Szilards manchmal fast arrogante Art am Verlauf des Gesprächs vermutlich mitschuldig war. [32]

Ende Juni, nach dem Scheitern des Franck-Reports, machte Szilard noch einen letzten Versuch, die Ereignisse zu beeinflussen. Er entwarf eine Petition, die er unter seinen Chicagoer Kollegen zirkulieren ließ.

In ihr nannte Szilard die Atombombe „ein Mittel zur unbarmherzigen Auslöschung von Städten" und schloß mit der Bitte an Präsident Truman, die Bombe im gegenwärtigen Krieg nicht einzusetzen. Diese Petition wurde von 59 Wissenschaftlern unterzeichnet, aber Szilard entschloß sich, sie nicht zu übergeben, sondern schrieb sie noch einmal um. [33]

Auf der neuen, vom 17. Juli datierten Petition unterschrieben insgesamt 70 Wissenschaftler, darunter auch Eugene Wigner.

In dieser zweiten und umfangreicheren Version war aus der konkreten Forderung, die Bombe nicht einzusetzen, die (meiner Meinung nach weniger deutliche) Forderung geworden, die Bombe nur nach vorheriger Warnung Japans und einer erneuten Ablehnung der Kapitulation durch Japan einzusetzen. Aber auch hier wurde Präsident Truman gebeten, bei dieser Entscheidung moralische Aspekte und Fragen der zukünftigen Atompolitik zu berücksichtigen. [34]

Diese Version wurde nun auf den Weg nach Washington geschickt. General Groves verstand es allerdings, ihre Weiterleitung so zu verzögern, daß Truman sie nicht zu Gesicht bekam. [35]

Noch am 6.8. 1945 schrieb Szilard in einem Brief an eine Bekannte:

„Ich habe mich sehr bemüht, und zwar wirklich sehr, [den Abwurf der Bombe] zu verhindern." [36]

 

3.3.) Die Oak Ridge-Petition

Eine Kopie dieser ersten Petition schickte Leo Szilard, zusammen mit einem Brief, an die Laboratorien in Oak Ridge, Tennessee. In dem Brief äußerte er sich über die Notwendigkeit, eine klare Position zu beziehen.

„Wie klein auch die Chance sein mag, daß diese Petition den Lauf der Ereignisse beeinflußt, ich persönlich denke, daß es sehr wichtig ist, daß möglichst viele Wissenschaftler, die auf diesem Gebiet gearbeitet haben, sich aus moralischen Gründen gegen den Einsatz der Bombe in diesem Krieg aussprechen." [37]

Nachdem sie darüber diskutiert hatten, verfaßten die Wissenschaftler aus Oak Ridge zwei eigene Versionen von Szilards Petition.

In der ersten, von 18 Personen unterschriebenen, Petition vom 13. Juli stimmten sie Szilards Petition zu, mit Ausnahme der Forderung die Bombe nicht einzusetzen. Statt dessen forderten sie, die Bombe nur einzusetzen, wenn den Japanern die Chance zur Kapitulation gegeben worden sei, sowie eine ausreichende Warnung, daß andernfalls eine neue Waffe angewendet würde. [38]

Die zweite, undatierte Petition wurde von 67 Wissenschaftlern unterschrieben und forderte eine unmilitärische Demonstration vor dem Einsatz in Japan. [39]

Als die Petition in Oak Ridge auftauchte, bekam General Groves Wind von der Sache. „Der General konnte den Forschern das Unterzeichnen des Dokuments schlecht verbieten, daher verfiel er auf eine andere Methode: Er ließ die Petition für geheim erklären." [40] Und so landete sie vorerst unbeachtet in irgendeinem Safe.

 

3.4.) Proteste aus Militär und Politik

Alle bisher erwähnten Proteste kamen aus den Reihen der Wissenschaftler. Doch auch innerhalb des Militärs war nicht jeder mit der neuen Waffe und ihrer Benutzung einverstanden, meist aus Gründen der militärischen Fairneß.

General Dwight D. Eisenhower z.B. war „der Gedanke verhaßt, daß [die USA] als erstes [Land] eine solche Waffe einsetzen sollte." Eisenhower sprach auch mit Truman, aber der hatte sich der Meinung von General Marshall angeschlossen, daß die Japaner mit einem Schock aus ihrer Todesverachtung gerissen werden müßten. [41]

Wenn man dem Buch von Richard Rhodes Glauben schenken darf (und es scheint nicht nur aufgrund seines Umfangs allgemein anerkannt zu sein), hatte selbst Minister Stimson Bedenken, mit der Atombombe eine ganze Stadt einfach auszulöschen. Doch er verdrängte die Wahrheit und flüchtete sich in die Vorstellung, mit der Bombe könne man halbwegs zielgenau militärische Einrichtungen treffen.[42] Immerhin beharrte er darauf, die japanische Tempelstadt Kyoto von der Liste der Ziele zu streichen. [43]

Der einzige wirkliche Protest aus den Reihen von Militär und Politik kam aber von Ralph A. Bard, einem Staatssekretär im Marineministerium und Mitglied des Interim-Komitees.

Auf der Tagung des Komitees vom 31.5.1945 erschien Bard die Empfehlung, die Bombe ohne vorherige Warnung abzuwerfen, militärisch so unfair, daß er später seine Zustimmung zu diesem letzten Punkt zurückzog. [44]

Dies tat er in einem Memorandum vom 27.6.1945, das er an Minister Stimson schickte.

Darin sagt Bard, daß er, seit er mit diesem Programm in Kontakt steht, das Gefühl habe, Japan sollte vor dem Einsatz der Bombe gewarnt werden. Er meint außerdem, daß Japan seiner Meinung nach nur noch nach einem guten Grund für eine Kapitulation suche, und daß Abgesandte der USA mit Japan in Kontakt treten sollten. Durch Verhandlungen ließe sich eine Kapitulation ohne die Bombe erreichen lassen.

Bard stellt in diesem Memorandum keine konkreten Forderungen, bezieht aber einen klaren Standpunkt was seine Meinung betrifft. [45] Es ist mir nicht bekannt, wo dieses Memorandum gelandet ist, fest steht aber, daß es keine ersichtliche Wirkung hatte.

Letztlich war Ralph Bard aus den Reihen von Militär und Politik der einzige, der sich offiziell gegen den Einsatz der Bombe äußerte.

 

3.5.) Wer protestierte nicht?

Am Ende arbeiteten mehrere hundert Wissenschaftler in den verschiedenen Laboratorien. Viele von ihnen sind nicht international bekannt, ihr Standpunkt läßt sich nur schwer rekonstruieren, wenn sie nicht eine der Petitionen unterschrieben haben.

Es gibt aber auch einige bekannte Wissenschaftler, die sich zu diesem Problem nicht äußerten oder gar eindeutig für die Bombe und ihren Einsatz stimmten.

Zu der letzteren Kategorie gehörte Edward Teller, der sich an keinem Protest beteiligte und später zu den eifrigsten Verfechtern der Wasserstoffbombe gehörte, die er maßgeblich mitentwickelt hatte. [47]

Und auch J. Robert Oppenheimer war, zumindest 1945, für den Einsatz der Bombe.

„Zu einer klaren und eindeutigen Stellungnahme wie viele seiner großen Kollegen hat er sich nicht durchringen können." [48] Er vertraute in die Weisheit der Regierung, weigerte sich aber später, an der Wasserstoffbome mit zu bauen. Sein Teil der Verantwortung am Bau der Bombe war ihm für den Rest seines Lebens bewußt. [49]

Jemand, der sich über die moralischen Probleme der Bombe anscheinend keine Gedanken gemacht bzw. sie nie geäußert hat, war Enrico Fermi.

Für den italienischen Physiker, der genau wie Oppenheimer im Wissenschaftlichen Ausschuß saß, „handelte es sich beim Bau der Atombombe um die Bewältigung einer schwierigen physikalischen, chemischen und technischen Aufgabe." [50]

In den Diskussionen antwortete er auf alle Einwände seiner Kollegen gegen die Bombe nur: „Laßt mich in Ruhe mit euren Gewissensbissen, das ist doch so schöne Physik!" [51]

Unter Politikern und Militärs waren die Proteste, wie schon erwähnt, eher spärlich gesät.

In diesem Bereich stimmten die meisten Verantwortlichen dem Einsatz der Bombe zu.

General Groves z.B. war „ab 1945 von einer einzigen großen Furcht besessen: daß der Krieg früher fertig sein könnte als seine Bombe." [52]

Und Präsident Truman in seiner Biographie: „Um darüber keine falsche Vorstellung aufkommen zu lassen: Ich betrachtete die Bombe als eine militärische Waffe und hatte niemals auch nur den leisesten Zweifel daran, daß sie angewendet werden sollte."[53]

Auch James Byrnes war als Berater von Truman an der Entscheidung, die Bombe abzuwerfen, stark beteiligt. [54]

Die Besatzungen der „Enola Gay" und der „Bock’s Car" waren schon gar nicht in der Position zu protestieren, selbst wenn sie es gewollt hätten. Für sie war der Krieg grausige Realität, und die Chance, ihn bald zu beenden, war ihnen willkommen.

Davon einmal abgesehen, waren sie es als Flieger fast schon gewöhnt, den Tod zu bringen. Denn was man oft vergißt: Auch die Flächenbombardements mit Brandbomben forderten bis zu hunderttausend Todesopfer. [55]

 

4.) Wirkungen

4.1.) Was haben die Proteste bewirkt?

Der erste größere Protest gegen den Abwurf der Bombe war der Franck-Report. Dieser wurde von Kriegsminister Stimson an den Wissenschaftlichen Ausschuß des Interim-Komitees weitergeleitet, mit der Bitte, sich darüber zu äußern, ob die Bombe angewendet werden solle oder nicht. Am 16.06. 1945 trafen sich die vier Mitglieder des Wissenschaftlichen Ausschusses (Fermi, Oppenheimer, Lawrence und A.H. Compton) in Los Alamos. Hier diskutierte man nun erstmals auch die Möglichkeit einer nicht-militärischen Demonstration ausführlicher.

Im Abschlußbericht dieser Tagung werden zwar die unterschiedlichen Meinungen ihrer „wissenschaftlichen Kollegen" erwähnt, die vier Wissenschaftler kommen aber zu dem Schluß, daß sie keine vergleichbare technische Demonstration vorschlagen könnten, die den Krieg voraussichtlich beenden würde, und daß man keine Alternative zu einem direkten, militärischen Einsatz der Bombe sehe. [56]

Einen Grund für diese Meinung gab Oppenheimer später an:

„Wir wußten so gut wie nichts von der militärischen Lage der Japaner. Aber in unserem Unterbewußtsein hatten wir die Vorstellung, die Invasion Japans sei unvermeidlich, weil man es uns so dargestellt hatte ..." [57]

Bisher sind die Gründe der vier für mich noch halbwegs nachvollziehbar: Die Rettung amerikanischer Leben, auch um den Preis von über hunderttausend Japanern.

Im letzen Absatz des Berichts kommt dann aber eine Stelle, die nicht mehr zu verstehen ist:

„Es ist wahr, daß wir zu den wenigen Bürgern gehören, die in den letzten Jahren Gelegenheit hatten, diese Fragen sorgfältig zu erwägen. Wir halten uns jedoch nicht für kompetent, die politischen, sozialen und militärischen Probleme zu lösen, die das Aufkommen der Atomenergie mit sich bringt." [58]

Damit wiesen diese vier Männer, völlig im Gegensatz zum Franck-Report, die Verantwortung von sich. Gleichzeitig nahmen sie dem Franck-Report jede weitere Wirksamkeit. [59]

Der Verbleib der Petitionen aus den Oak Ridge-Laboratorien sowie des Bard-Memorandums ist nicht eindeutig ermittelbar. Sie hatten auf jeden Fall keine erkennbare Wirkung.

Ebenfalls nicht ganz geklärt ist, wohin die Szilard-Petition vom 17.7.1945 gelangt ist. Laut Charles L. Mee landete sie in den Akten von Stimsons Stellvertreter Harrison. [60] Jungk meint dagegen, sie wäre bei dem Wissenschaftlichen Ausschuß gelandet. Aber selbst wenn der Ausschuß aufgrund der Petition ein weiteres Mal über den Einsatz der Bombe beraten hat, so hat er seine Meinung offensichtlich nicht geändert.

Nicht einmal, nachdem die Mitglieder des Ausschusses und des Komitees am 16.7. Zeuge der ersten Atombombenexplosion der Welt geworden waren, als in der Wüste von New Mexico eine Plutoniumbombe zu Testzwecken gezündet wurde. [61]

 

4.2.) Hätten Proteste etwas verändern können?

Was die Szilard-Petititon betrifft, sind die Quellen sich relativ einig, daß sie viel zu spät kam, um noch etwas zu ändern. [62]

Wenn sich nun aber der Wissenschaftliche Ausschuß dem Franck-Report angeschlossen und statt des militärischen Einsatzes eine technische Demonstration der Bombe empfohlen hätte, wären Hiroshima und Nagasaki dann der Zerstörung vielleicht entgangen?

Robert Jungk scheint dieser Meinung zu sein:

„Es stand also in diesem Augenblick durchaus in der Macht dieser vier Männer - Compton, Fermi, Oppenheimer und Lawrence -, durch ihre Zustimmung zu [dem Franck-Report] den Abwurf der Bombe auf ein amerikanisches Kriegsziel, auf Häuser und Menschen, in Frage zu stellen, ja vielleicht sogar zu verhindern."[63]

 

Und:

„Hätten sie aber, selbst ohne etwas von der Kapitulationswilligkeit Japans zu wissen, sich aus rein menschlichen Erwägungen gegen den Abwurf entschieden, so hätte das sicher tiefen Eindruck auf den Präsidenten, die Minister und die Generäle gemacht."[64]

Inwiefern dieser Eindruck gereicht hätte, um die Pläne des Präsidenten und seines Generalstabs zu ändern, kann ich allerdings schlecht beurteilen.

Es gibt auf jeden Fall auch Quellen, die überzeugt sind, daß das ganze Interim-Komitee und sein Ausschuß nur ein „demokratisches Mäntelchen" waren, das von Stimson und Groves gebildet wurde, um „eine längst getroffene Entscheidung für die spätere öffentlichkeit zu sanktionieren." [65]

Daß die Bombe nie als bloßes Drohmittel gebaut wurde, sondern von Anfang an zum Gebrauch bestimmt war, wird in einigen Quellen anhand einer Denkschrift belegt, die am 6.11. 1941 ein Ausschuß der Akademie der Wissenschaften vorlegte. Darin verkündete der Leiter des Ausschusses, James B. Conant: „Die Möglichkeit, eine Atombombe zur Verwendung im gegenwärtigen Krieg herzustellen, ist genügend groß, um einen allumfassenden Kraftaufwand zu rechtfertigen." [66]

Diese Denkschrift wurde Präsident Roosevelt vorgelegt, zusammen mit Berichten von englischen Forschern. Einen Monat später, am 6. 12. 1941, traf Roosevelt dann seine Entscheidung: „Wir bauen sie!" [67]

Die Bombe wird hier tatsächlich „zur Verwendung" deklariert, und das zu einem Zeitpunkt, als sich die USA noch gar nicht im Krieg befand. Trotzdem erscheint es mir fraglich, ob man an dieser Formulierung festmachen kann, daß der Einsatz der Bombe unabwendbar war.

Ich denke viel mehr, diese Entscheidung hing mit der politischen Mentalität zusammen. Schon früh war die Forderung nach einer „bedingungslosen" Kapitulation aufgetaucht, wie sie auch in der Potsdamer Erklärung verlangt wurde.

Japan nahm die bedingungslose Kapitulation aber nicht an, da man fürchtete, dies könne die Absetzung des Kaisers beinhalten. Diese Tatsache war den Verantwortlichen in den USA dank mehrerer Sachverständiger und einiger abgehörter Funkbotschaften bekannt.

Minister Stimson schlug deshalb auch vor, die Japaner vor der Bombe zu warnen, und dieser Warnung den Hinweis zuzufügen, daß ein Weiterbestehen der gegenwärtigen Dynastie nicht ausgeschlossen sei. Ein entsprechender Satz wurde von Stimson in die Potsdamer Erklärung aufgenommen, aber von Byrnes wieder gekürzt. [68]

In der Potsdamer Erklärung hatten die USA letztlich doch, im Bewußtsein, eine einsatzbereite Atombombe zu haben, die bedingungslose Kapitulation Japans verlangt und anderenfalls die „unvermeidliche und völlige Vernichtung" angedroht.

Um das Gesicht vor Japan und den anderen Großmächten zu wahren, mußte diese Drohung nun verwirklicht werden, auch wenn es im Prinzip möglich gewesen wäre, mit weniger eindrucksvollen Verhandlungen zum Ziel zu gelangen. [69]

Oder anders gesagt: Statt geduldig den Knoten zu entwirren, fand man es bequemer, ihn mit der glänzenden neuen Waffe in ein oder zwei Hieben zu durchtrennen.

Eine Rolle spielte dabei vermutlich auch, daß die Sowjetunion ihren baldigen Kriegseintritt angekündigt hatte. Truman wollte diesen Krieg beenden, ehe sowjetische Truppen zu stark beteiligt waren und Stalin nachher Forderungen stellen konnte. [70]

Alles in allem hätte der vorläufige Verzicht des Abwurfs der Atombombe von den verantwortlichen Politikern eine Menge moralischen Idealismus verlangt, genauso wie ein gewisses Maß an Zivilcourage. Denn immerhin hatte das Manhattan Projekt schon fast 2 Milliarden Dollar gekostet, und der Sinn dieser Ausgaben hätte nach Kriegsende dem Kongreß erklärt werden müssen. [71]

Ich denke also, die Proteste von Franck, Szilard und den anderen hätten erfolgreich sein können, aber nicht mit Verantwortlichen wie Truman oder Byrnes als Entscheidungsträgern, die derart in internationale Machtkämpfe verwickelt waren.

 

4.3.) Fazit

Die Menschen, die in das Manhattan-Projekt eingeweiht waren, befanden sich 1945 in einer ganz besonderen Situation. Sie waren auserkoren, ein Stück Geschichte zu schreiben, das unser Leben bis heute beeinflußt. Sie gehörten zu den ganz wenigen, die einen Großteil der Fakten kannten und darauf basierend eine Entscheidung treffen mußten. Für sich selbst, aber auch ganz offiziell, im Falle des Interim-Komitees, seines Ausschusses und des Präsidenten.

Auch wenn es vielleicht anmaßend ist, über sie zu urteilen, so kann man das Verhalten dieser drei Körperschaften aus unserer heutigen Sicht nur als Versagen werten.

Szilard, Franck und die anderen Protestierenden haben dagegen ein bewundernswertes Verantwortungsbewußtsein bewiesen. Auch wenn ihre Proteste ihr Ziel nicht erreichten, ja vielleicht von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren, so haben sie damit immerhin verhindert, daß der Nachwelt nur das Bild des gewissenlosen Physikers erhalten blieb, der ohne nachzudenken die Atombombe schuf.

 

5.) Epilog

Im Juni 1945 kam ein Spezialkommando der US-Air Force unter Oberst Paul W. Tibbets auf der eroberten Pazifik-Insel Tinian an. Dort waren ausgedehnte Flugbahnen für die neuen B 29-Bomber angelegt worden.

Die Bombe wurde in Einzelteilen auf die Marianen gebracht, ein kleines Corps von Wissenschaftlern machte sie fertig. Am 5.8. 1945 wurden die bisher ahnungslosen Crews der Flugzeuge von Tibbets in ihre Befehle eingeweiht. [72]

Am 6.8.1945, um 8.14 Ortszeit, klinkte die „Enola Gay" über Hiroshima die erste Uranspaltungsbombe (genannt: Little Boy) aus.

Auf der Air Base der Insel Tinian schwankte die Stimmung zwischen Euphorie und völliger Unsicherheit. Manch einem erschien es zweifelhaft, angesichts von 100.000 Toten in Begeisterung auszubrechen. [73]

Da Japan nichts verlauten ließ und um den Eindruck zu erwecken, daß man beliebig viele Atombomben einsatzbereit habe, wurde am 9.8.1945, um 11.02 Ortszeit, über Nagasaki eine zweite Bombe (genannt: Fat Man) abgeworfen.

Wie in Hiroshima lag die Todesrate bei etwa 54% der Bevölkerung, bis 1950 stieg die Gesamt-Zahl der Opfer auf 140.000 Tote in Nagasaki und 200.000 in Hiroshima. [74]

Am 14. 8. 1945 erklärte der japanische Tenno offiziell die Annahme der Potsdamer Deklaration.

 

6.) Anhang

6.1.)Die Personen des Stücks

Bard, Ralph A.

Staatssekretär im Marineministerium, Mitglied des IK*

Bush, Dr. Vannevar

Leiter des Amtes für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung, Mitglied des IK

Byrnes, James F.

Vertrauter Roosevelts, unter Truman Außenminister der USA, Mitglied des IK

Clayton, William L.

Stellvertretender Außenminister der USA, Mitglied des IK

Compton, Arthur Holly

(1892-1962), amerikanischer Physiker, Mitglied des WiA*, 1927 Physik-Nobelpreis

Compton, Karl T.

Präsident des Massachussetts Institute of Technology, Mitglied des IK, Bruder von A.H. Compton

Conant, James Bryant

Präsident der Harvard-Universität

Fermi, Enrico

Enrico Fermi(1901-1954), italienischer Wissenschaftler, 1938 Physik-Nobelpreis, emigrierte danach in die USA, Mitglied des WiA

Franck, James

(1882-1964), dt. Physiker, 1925 Physik-Nobelpreis, emigrierte 1933 in die USA, arbeitete in den Chicagoer Laboratorien, Vorsitzender der "Franck-Kommission"

Groves, Leslie

Brigadegeneral der US-Army, leitete den Bau des Pentagon, erhielt die militärische Leitung des Manhattan-Projektes

Harrison, George L.

Stimsons Stellvertreter, Mitglied des IK

Lawrence, Ernest Orlando

(1901-1958), amerikanischer Physiker, Entwickler des Zyklotrons, 1939 Physik-Nobelpreis, Mitglied des WiA

Oppenheimer, J. Robert

J. Robert Oppenheimer(1904-1967), amerikanischer Physiker, wissenschaftlicher Leiter von Los Alamos, Mitglied des WiA

Roosevelt, Franklin Delano

(1882-1945), 32. Präsident der USA (1933-1945)

Stimson, Henry

ab 1940 Kriegsminister der USA

Szilard, Leo

Leo Szilard(1898-1964), ungarischer Physiker, studierte in Dtl., emigrierte in die USA, arbeitete in den Chicagoer Laboratorien, Mitverfasser des Franck-Reports

Teller, Edward

(*1908), ungarischer Physiker, studierte in Dtl., emigrierte dann in die USA, wesentlich beteiligt am Bau der Wasserstoffbombe

Tibbets, Oberst Paul W.

Kommandant der 509. Composite Group der US-Air Force, 1945 Pilot der "Enola Gay"

Truman, Harry Spencer

(1884-1972), 33. Präsident der USA (1945-1953)

Wigner, Eugene Paul

(*1902), ungarischer Physiker, emigrierte in die USA, initiierte 1939 mit Szilard den Einstein-Brief, 1963 Nobelpreis für Physik

*: IK = Interim-Komitee    WiA = Wissenschaftlicher Ausschuß des Interim-Komitees

Quellen:
[75] u.a.

 

6.2.) Quellenverzeichnis

(1.)

Jungk, Robert: Heller als tausend Sonnen - Das Schickal der Atomforscher

Henry Govetts Verlag, Stuttgart, 1956, S. 1-80

(2.)

Laurence, William L.: Dämmerung über Punkt Null - Die Geschichte der Atombombe, Paul List Verlag, München-Leipzig, 1948, S. 76-78

(3.)

Auer, Peter: Von Dahlem nach Hiroshima - Die Geschichte der Atombombe

Aufbau Verlag, Berlin, 1995, S. 181

(4.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 122

(5.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 120

(6.)

Jungk, Robert: a.a.O.

(7.)

Jungk, Robert: a.a.O.

(9.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 178

(10.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 170

(11.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 178

(12.)

Kant, Horst: J. Robert Oppenheimer

BSB B.G. Teubner Verlagsgesellschaft, Leipzig, 1985, S. 98/99

(13.)

Rhodes, Richard: Die Atombombe oder Die Geschichte des 8. Schöpfungstages Verlag Volk und Welt, Berlin, 1990, S. 628

(14.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 186/187

(15.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 100/101

(16.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 187

(17.)

Kant, Horst: a.a.O.

(18.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 102/103

(19.)

Peierls, Rudolf E.: Atomic Histories

American Institute of Physics, New York, 1997, S. 250

(20.)

Franck-Report, Abschrift des Originals aus dem Internet

URL: http://www.dannen.com/decision/franck.html

(21.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 187

(22.)

Franck-Report, a.a.O.

(23.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 191

(24.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 642

(25.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 60

(26.)

Jungk, Robert: a.a.O., S. 83-85

(27.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 74/75

(28.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 184

(29.)

Kant Horst: a.a.O. , S. 99/100

(30.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 185/196

(31.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 645/646

(32.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 645

(33.)

Szilard Petition, 1. Version, Abschrift des Originals aus dem Internet

URL: http://www.dannen.com/decision/45-07-03.html

(34.)

Szilard Petition, 2. Version, Abschrift des Originals aus dem Internet

URL: http://www.dannen.com/decision/45-07-17.html

(35.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 105

(36.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 739

(37.)

Brief von Szilard an die Oak Ridge-Laboratorien, Abschrift des Originals aus dem Internet, URL: http://www.dannen.com/decision/45-07-04.html

(38.)

Oak Ridge-Petition, 1. Version, Abschrift des Originals aus dem Internet

URL: http://www.dannen.com/decision/oakridge1.html

(39.)

Oak Ridge-Petition, 2. Version, Abschrift des Originals aus dem Internet

URL: http://www.dannen.com/decision/oakridge2.html

(40.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 208

(41.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 695

(42.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 647

(43.)

Peierls, Rudolf E.: a.a.O. , S. 263

(44.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 188

(45.)

Bard-Memorandum, Abschrift des Originals aus dem Internet

URL: http://www.dannen.com/decision/bardmemo.html

(47.)

Auer, Peter: a.a.O. , S. 235

(48.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 153

(49.)

Peierls, Rudolf E.: a.a.O. , S. 52

(50.)

Wussing, Hans-Ludwig (Hrsg.): Fachlexikon abc - Forscher und Erfinder

Verlag Harri Deutsch, Frankfurt a. M., 1992, S. 186

(51.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 207

(52.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 183

(53.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 100

(54.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 658

(55.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 708

(56)

Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses vom 16.6.1945, Abschrift des Orignals aus dem Internet, URL: http://www.dannen.com/decision/scipanel.html

(57.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 191

(58.)

Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses, a.a.O.

(59.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 104

(60.)

Mee, Charles L.: Das Ende des Zweiten Weltkrieges - Die Potsdamer Konferenz Wilhelm Heyne Verlag, München, 1995, S.250

(61.)

Auer, Peter: a.a.O. , S. 224

(62.)

Mee, Charles L.: a.a.O. , S. 249

(63.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 191

(64.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 215

(65.)

Kant, Horst: a.a.O. , S. 100/101

(66.)

Laurence, William L.: a.a.O. , S. 64

(67.)

Auer, Peter: a.a.O. , S. 180

(68.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 691

(69.)

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 699/700

(70.)

Auer, Peter: a.a.O. , S. 253

(71.)

Jungk, Robert: a.a.O. , S. 214

(72.)

Auer, Peter: a.a.O. , S. 253-255

(73.)

Auer, Peter: a.a.O. , S. 261-264

(74.)

Rudolf Kippenhahn: Atom - Forschung zwischen Faszination und Schrecken

Deutsche Verlagsanstalt,Stuttgart, 1994, S. 237

(75)

Vgl.:

Laurence, William L.: a.a.O. , S. 17

Mee, Charles L.: a.a.O. , S. 326-336

Rhodes, Richard: a.a.O. , S. 636

Stenzel, Dorothea und Günther: Das große Lexikon der Nobelpreisträger

Verlag Dr. Korvac, Hamurg, 1992

Wussing, Hans-Ludwig: a.a.O. , S. 186 und S. 438

 

6.3.) Literaturverzeichnis

Bücher:

Auer, Peter: Von Dahlem nach Hiroshima - Die Geschichte der Atombombe

Aufbau Verlag, Berlin, 1995

Jungk, Robert: Heller als tausend Sonnen - Das Schickal der Atomforscher

Henry Govetts Verlag, Stuttgart, 1956

Kant, Horst: J. Robert Oppenheimer

BSB B.G. Teubner Verlagsgesellschaft, Leipzig, 1985

Kippenhahn, Rudolf: Atom - Forschung zwischen Faszination und Schrecken

Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart, 1994

Laurence, William L.: Dämmerung über Punkt Null - Die Geschichte der Atombombe

Paul List Verlag, München-Leipzig, 1948

Mee, Charles L.: Das Ende des Zweiten Weltkrieges - Die Potsdamer Konferenz 1945

Wilhelm Heyne Verlag, München, 1995 (US-Originalausgabe: 1975)

Peierls, Rudolf E.: Atomic Histories

American Institute of Physics, New York, 1997

Rhodes, Richard: Die Atombombe oder Die Geschichte des 8. Schöpfungstages

Verlag Volk und Welt, Berlin, 1990 (US-Originalausgabe: 1986)

Stenzel, Dorothea und Günther: Das große Lexikon der Nobelpreisträger

Verlag Dr. Korvac Hamburg, 1992

Wussing, Hans-Ludwig (Hrsg.): Fachlexikon abc - Forscher und Erfinder

Verlag Harri Deutsch, Frankfurt a. M., 1992

 

Internet-Seiten:

Dannen, Gene: Abschriften von Original-Dokumenten

Bard-Memorandum

URL*: http://www.dannen.com/decision/bardmemo.html

Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses vom 16.6.1945 an Minister Stimson

URL: http://www.dannen.com/decision/scipanel.html

Franck-Report

URL: http://www.dannen.com/decision/franck.html

Oak Ridge-Petition, 1. Version

URL: http://www.dannen.com/decision/oakridge1.html

Oak Ridge-Petition, 2. Version

URL: http://www.dannen.com/decision/oakridge2.html

Brief von Szilard an die Oak Ridge-Laboratorien

URL:http://www.dannen.com/decision/45-07-04.html

Szilard-Petition, 1. Version

URL: http://www.dannen.com/decision/45-07-03.html

Szilard-Petition, 2. Version

URL:http://www.dannen.com/decision/45-07-17.html

 

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