Im Herbst 1944 wurde der "Volkssturm" gebildet, um alle bisher noch
nicht kämpfenden waffenfähigen Männer zwischen 16 und 60
Jahren für den "Endsieg" aufzubieten. Propagandaformeln wie die vom
angeblich überaus erfolgreichen Einsatz der "Wunderwaffen" V-1 und
V-2, aber auch gezielte Falschmeldungen über vorgeblich neu verfügbare
Truppen konnten nicht über die Sinnlosigkeit des Kampfes und die bevorstehende
Niederlage hinwegtäuschen. Insgesamt führte der Einsatz des "Volkssturms",
für den politisch-organisatorisch die Nationalsozialistische Deutsche
Arbeiterpartei (NSDAP) und ausbildungs- und waffenmäßig der
Reichsführer der Schutzstaffel (SS) zuständig waren, zu weiteren,
sinnlosen Opfern. Bei Feindberührung lösten sich einige Einheiten
des "Volkssturms" auf oder ergaben sich.
Um den Krieg auch in den Gebieten weiterzuführen, die bereits
unter Kontrolle der Alliierten standen, fanden sich fanatische Anhänger
des Nationalsozialismus im "Werwolf" zusammen und verübten Terroranschläge.
Schon im März 1945 hatte Adolf Hitler den Befehl gegeben, alle Industrieanlagen
und Versorgungseinrichtungen vor dem herannahenden Feind zu zerstören,
da das "Ostvolk" sich als das stärkere erwiesen habe und ihm die Zukunft
gehöre. Mit Flugblattaktionen und Übergabeverhandlungen konnten
vor allem die West-Alliierten unnötige Opfer verhindern. Anders sah
es beim Vormarsch der sowjetischen Truppen aus. Die jahrelange Haßkampagne
gegen die "bolschewistischen Untermenschen" und das grausige Wüten
der deutschen Besatzer im Osten nährten die Angst vor Rache. Wer konnte,
der floh hinter die amerikanischen Linien.
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