Was ist die Lossetalbahn?


Die Lossetalbahn ist ein Teil der ehemaligen Eisenbahnverbindung Kassel-Eschwege. Sie führt von Kassel-Bettenhausen über Kaufungen-Papierfabrik, Niederkaufungen, Oberkaufungen und Helsa nach Hessisch-Lichtenau. Von dort verläuft die Strecke weiter in Richtung Walburg und Hirschhagen.

Mitte der 80er Jahre wurde der Personenverkehr stillgelegt. Seit dem wird die Strecke nur noch von Braunkohleganzzügen für das Kraftwerk "Neue Mühle" in Kassel und von einigen Nahgüterzügen zur Bedienung diverser Industriebetriebe befahren. Der Zustand der Infrastruktur verschlechterte sich zusehends. Bahnhöfe verfielen, nicht befahrene Gleise wuchsen zu, Sicherungsanlagen wurden zurückgebaut und schlechter Oberbauzustand erzwang viele Langsamfahrstellen.

Anfang der 90er Jahre entstand die Idee, die Strecke im Abschnitt Kassel - Hessisch Lichtenau grundlegend zu sanieren und ans Kasseler Strassenbahnnetz anzuschließen, um sie mit EBO-zugelassenen Strassenbahnzügen befahren zu können. Die Gemeinden entlang der Strecke würden so eine dierekte, staufreie Schienenerbindung in die Kasseler Innenstadt erhalten. Auf Grund positiver Resonanz und den guten Erfahrungen der Straßenbahnstrecke von Kassel nach Baunatal, die 1995 in Betrieb ging, konnten die Planungsarbeiten zügig abgeschlossen werden. Als erster Schritt zur Realisierung ging die Strecke von Kaufungen-Papierfabrik bis nach Hessisch Lichtenau von der DB Netz in den Besitz der RegionalBahn Kassel GmbH (RBK), einem gemeinsamen Unternehmen aus Kasseler Verkehrsgesellschaft AG und Kassel-Naumburger-Eisenbahn AG (KNE), über.

1997 wurde mit den Bauarbeiten des ersten, innerstädtischen Teilstücks von der Straßenbahn-Endhaltestelle Lindenberg bis nach Kaufungen-Papierfabrik begonnen. Diese Strecke wird rein nach BOStrab betrieben und konnte im Oktober 1998 in Betrieb gehen.

Seit dem Frühjahr 1999 laufen auch die Bauarbeiten in den anschließenden Streckenabschnitten. Baurecht und Finanzzusagen bestehen zur Zeit für den Umbau der Strecke von Kaufungen-Papierfabrik bis nach Helsa. Neben der kompletten Sanierung des Oberbaues, dem Einbau moderner Zugsicherungsanlagen und der Elektrifizierung mit 600 V Gleichstrom im EBO-Bereich umfassen die die Bauarbeiten auch den Neubau einer etwa zwei Kliometer langen innergemeindlichen Erschließungsstrecke für Kaufungen, die nach BOStrab betrieben werden wird. Diese zweigt im Bahnhof Kaufungen-Niederkaufungen ab und mündet im Bahnhof Oberkaufungen wieder in die EBO-Stammstrecke ein.

Aufgrund des Mischbetriebes Strassenbahnen / Güterzüge müssen an einigen Stellen interessante Sonderkonstruktionen wie z.B. Mehrschienengleise eingebaut werden.

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