Fahrt zur KZ
 
 
 
 
 

Besichtigungen der KZ-Gedenkstätten in Landsberg / Kaufering


Das größte Mahnmal in Landsberg, von den Nationalsozialisten nach dem Ort des ersten Teillagers Kaufering genannt, ist sicherlich der Landsberger Bunker selbst, von den Nazis 1944/45 für den ersten Düsenjäger Me 262 gebaut. Im Gegensatz zu verschiedenen ähnlichen Produktionsstätten andernorts, die inzwischen meist abgerissen wurden oder unzugänglich sind, war dieser Bunker bei Kriegsende bereits soweit fortgeschritten, dass das aufwändige Bauwerk zunächst von den Amerikanern, dann von der Bundeswehr übernommen wurde und von dieser noch bis heute genutzt wird. Da die dort stationierte Bundeswehrseinheit auch um die Aufarbeitung der Geschichte ihres Standortes bemüht ist, kann dieses Denkmal nationalsozialistischen Größenwahns im Gegensatz zu anderen seiner Art besichtigt werden.

Einschränkend muss allerdings gesagt werden, dass der Bunker zwar historischen Denkmalcharakter hat, durch die Nutzung als Lagerhalle und als Wartungshalle für elektronische Flugzeugbauteile jedoch weniger eindrucksvoll wirkt, als die schieren Ausmaße vermuten lassen. Auch für das ebenfalls noch in Teilen erhaltene Lager VII gilt, dass die noch sichtbaren Überreste (u.a. vier Häftlingsunterkünfte) ausschließlich Originale und keine nachgebauten Demonstrationsobjekte sind. Dadurch ist aber auch beispielsweise das Leben der Häftlinge weniger anschaulich nachvollziehbar, als es das in der KZ-Gedenkstätte Dachau ist. Ideal wäre der fraglos lohnende Besuch in Landsberg daher für Gruppen, die schon einmal in Dachau waren.
Mögliche und sinnvolle weitere Stationen eines solchen Besuches sind die Gebäude der Justizvollzugsanstalt Landsberg, in der Hitler 1923/24 für seinen Putschversuch büßte und die 1933-45 deshalb zur Pilgerstätte ausgebaut wurde (Hitlers Zelle selbst wurde von den Amerikanern herausgerissen um weitere Hitlerverehrung zu unterbinden), die ausführlich dokumentierte Freilegung des Lagers XI durch eine örtliche Schulklasse (Dauerausstellung im Bunker), der jüdische Friedhof unweit des Lagers VII, zu dem ein Gräberfeld dieser KZ-Außenlager nach dem Krieg umgestaltet wurde, die weiteren KZ-Friedhöfe u.a. an der Lechstaustufe und schließlich der sogenannte Spöttinger Friedhof des Kriegsverbrechergefängnisses Nr. 1 (War Criminal Prison) der Alliierten, auf dem einige noch nach Kriegsende an Entkräftung gestorbene Häftlinge Seite an Seite mit von den Alliierten verurteilten und hingerichteten NS-Größen und Lageraufsehern ruhen.

Führungen sind möglich über Frau Barbara Fenner (erreichbar über das Sekretariat des Ignaz-Kögler-Gymnasiums Landsberg, wo sie u.a. Geschichte unterrichtet, Tel. 08191/46051), die mit einer Klasse auch das Lager XI freigelegt und die o.g. Ausstellung erstellt hat.

Michael Lang
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