Laut ÖKV- Vorstandsbeschluß vom 9.9.1998 wird nachstehender Beschluß des ÖKV- Vorstandes vom 21.11.1990 über die Schutzarbeit mit sofortiger Wirkung aufgehoben: “Die Rassen Dogo Argentino, Fila Brasileiro, Mastino Napoletano und American Staffordshire Terrier dürfen im Rahmen des ÖKV keiner Schutzdienstausbildung unterzogen werden”
Diese kommentarlose Veröffentlichung war in der Oktober UH zu finden und hat vielerorts heftige Diskussionen ausgelöst. Warum ?
Einerseits konnte ich schon 1990, ich war damals im Besitz eines Rottweilers und eines AmStaffs dieser Verordnung wenig sinnvolles abgewinnen, andererseits bin ich über die, mehr oder minder vorbehaltlosen Freigabe des Schutzdienstes für diese Rassen, auch nicht vorbehaltlos glücklich.
Wie kam es grundsätzlich zu einer derartigen Verordnung , wieso wurde sie jetzt plötzlich fallen gelassen.?
Im Jahre 1990 hatte sich der AmStaff zu einer Art “Shooting -Star” bei den Schutzdiensthunden entwickelt, auf manchen Plätzen hatte er den so beliebten Schäfern, Dobis und Rottis längst den Rang abgelaufen. Sicherlich nicht zu Unrecht. Wer jemals einen perfekt ausgebildeten AmStaff bei der Schutzdienstarbeit beobachten konnte, wird dies verstehen.
Nur ergab sich plötzlich ein neues Problem: Die dazugehörigen Hundeführer waren nicht immer so- ich möchte jetzt darauf nicht näher eingehen- wie man halt sein sollte, wenn man einen derart ausgebildeten Hund besitzt. Der damals, wie heute herrschende Züchterboom machte die Auswahl der Welpenkäufer auch nicht leichter.
Zwischenfälle blieben nicht aus. Nun und so wurden der AmStaff und auch noch ein paar andere “heikle” Rassen vom Schutzdienst verbannt. Böse Zungen meinten damals, daß man dem Deutschen Schäfer nicht seine Rolle als “Paradepolzeihund Sir Rex” nehmen wollte, aber sei es wie es sei.
Was waren aber die Hintergedanken dieses Verbotes ?
Um diese Frage zu beanworten muß man sich mit der Art des üblichen Schutzdienstes auseinander setzen.
Im Rahmen einer Schutzhundeausbildung wird dem Hund keine wie immer geartete Bösartigkeit antrainiert, sondern die Vorgänge wie, Stellen und Verbellen, Revieren, Biß des Figuranten, Transport der Figuranten werden spielerisch erlernt, der Schutzärmel zum Lieblingsspielzeug des Hundes gemacht.
So ist es kein Wunder, daß die meisten Schutzhunde, wie wir sie vom Abrichteplatz kennen, in “ihrem Figuranten” kein Feindbild, sondern einen Spielgefährten sehen.
So mancher Einbrecher hat sich diese “Prägung” schon zu Nutzen gemacht, brachte den zwei “Schutzhunden” eben zwei Schutzärmel zum Spielen mit, und.......konnte seelenruhig das Haus ausräumen.
Nun , wie reagieren aber die ehemals “gesperrten” Rassen auf derartigen Schutzdienst.?
Grundsätzlich ähnlich wie die gängigen Gebrauchshunderassen, mit einem wichtigen Unterschied: Wird der Schutzdienst wirklich bis zum Umfallen praktiziert, so kann jeder Hund “kippen”, das heißt es kommt der Moment, wo aus Spaß Ernst wird, die Hemmung, Menschen zu beißen, wird niedergerissen, bzw. weggearbeitet. Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen versichere, daß dies bei jedem Hund passieren kann, nur bei diesen oben genannten Rassen passiert dies wesentlich schneller und leichter.
Ich gehe einmal davon aus, daß der erfahrene Abrichter den Moment, wo er mit einem Schäfer, Dobermann oder Rottweiler den Schutzdienst abbricht und den Hundeführer wieder zur Unterordnung schickt, genau erkennt, denn hier liegen ausreichende Erfahrungswerte vor.
Bei den oben genannten Rassen fehlen jedoch die Erfahrungswerte gänzlich. Einen Schäfer kann man nicht mit einem Mastino vergleichen- auch nicht beim Schutzdienst. Demnach kann es bei diesen Rassen, ob jetzt vom Besitzer gewollt oder ungewollt, leichter zu diesem “kritischen” Moment kommen, der, wenn er vom Abrichter nicht rechtzeitig erkannt wird, fatale Folgen haben kann.
Speziell beim Dogo und beim AmStaff liegt ein- grundsätzlich nur gegen Artgenossen- hohes Aggressionspotential vor.
Schwenkt der Hund jetzt plötzlich um, lernt am Erfolg Menschen zu beißen, so ist das Haltungsrisiko dieses Hundes wesentlich gestiegen.
Wie sieht die Sache jetzt zum Beispiel beim Fila aus ?
Der Fila ist an sich kein Hund, der sich von Fremden angreifen läßt oder Vertrautheiten duldet.
Er wird nie und nimmer im Figuranten einen “Spielgefährten” sehen, sondern entweder ihn nach dem Motto “ Du bist ein Fremder, also interessierst Du mich nicht “ mißachten oder, wenn ihn der Figurant nervt, so wird der Fila zur Tat schreiten- ( ich muß jetzt an meinen Freund Ecky in Deutschland denken, der, so bin ich sicher, schmunzeln wird, denn er weiß wovon ich rede, bzw. schreibe) - tja und der Fila wird den nervigen Fremden zu beseitigen versuchen,- und seien Sie sicher , der Schutzärmel wird ihn dabei nicht interessieren. Ich habe es ausprobiert.
Mein Gorosito “kämpft” mit mir als Spielgefährten undgleichzeitig als Figurant leidenschaftlich gern um den Schutzärmel, er liebt dieses Spiel, weil er es mit mir spielen kann. Mit Fremden spielt er nicht !!.......
Den Mastino würde ich grundsätzlich als eher problemlos einstufen, solange man nicht so einen Rüden wie meinen Apollo ( die sind aber selten geworden) an der Leine hat. Mit Apollo Schutzdienst machen ,wäre wie Öl ins Feuer gießen, wobei ich dazu sagen muß, daß er der einzige von meinen bisher fünf Mastinis ist, der hier eine Gefahr darstellen würde.
In der Regel ist der Mastino aber ein ohnehin zu bequemer Hund, um sich durch die BGH 1 und anschließend durch die Schutzhundeprüfung zu quälen.
Nachdem der Verfassungsgerichtshof das steirische Tierschutz und Haltegesetz betreffend die Diskriminierung dieser und anderer Rassen für nicht zulässig erklärt hatte, und überdies verfügt hatte, daß in Österreich jetzt und in Zukunft niemals einzelne Rassen durch ein Gesetz diskriminiert oder benachteiligt werden dürfen, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der ÖKV diese Verordnung betreffend das Verbot der Schutzarbeit für bestimmte Rassen zurücknehmen mußte
Ich möchte Ihnen dazu aus meiner persönlichen Erfahrung folgendes mitgeben. Ein guter Schutzhund- auf dem Platz - ist noch lange kein brauchbarer Schutzhund im täglichen Leben.
Die ehemals “gesperrten” Rassen sind alle mit einem derart hohem Schutztrieb von Natur aus versehen, daß mir eine zusätzliche Förderung dieses Triebes nicht sinnvoll erscheint, wobei ich natürlich Hunde die im beruflichen Schutz- oder Wachdienst geführt werden, ausnehmen will.
Daß ein Fila, der bei der israelischen Antiterroreinheit ( und die wissen was sie tun) dem Schutzdienst zugeführt wird, ist verständlich.
Aber diese Form des Schutzdienstes ist mit der auf unseren Abrichteplätzen nicht vergleichbar. Die bei solchen Spezialeinheiten ausgebildeten Hunde folgen ihrem Hundeführer erstens wirklich auf´s Wort- bedingungslos- zweitens lernen diese Hunde im Bedarfsfall zu töten.
Unsere Hunde sind doch aber alle Begleit- und Familienhunde. Natürlich sollen sie , wenn es darauf ankommt, schützen, aber wir wollen doch keine “Killermaschinen”.
Eines sollte jeder Hundeführer bedenken. Es ist wirklich leicht seinen Hund zu “versauen”, viel schwerer und mühevoller ist es, ihn wieder in die richtigen Bahnen zu lenken.
Das Risiko , daß mit einem scharf abgerichtetem Hund etwas passiert ist wesentlich größer als beim
“Normalhund”- gleich bei welcher Rasse.
Gerade diese vier “ Ex- Diskriminierten” jedoch können - wenn wirklich einmal was “passiert” enormen Schaden anrichten.
Ich habe im Zuge eines “Rangordnungskampfes” zwischen meinem Rottweiler- und meinem Fila - Rüden erlebt, wie mühelos und schnell der Fila den Rottweiler unterwirft und will mir nicht vorstellen, was ein Fila mit einem Menschen anzurichten vermag, wenn er seinem Besitzer “entgleitet”.
Ich bin kürzlich gefragt worden, wie ich mit der Aufhebung des Verbotes der Schutzarbeit umzugehen gedenke !
Grundsätzlich finde ich es gut, meine zwei Rassen nicht mehr zu diskriminieren,.....aber: ich werde sicherlich mit keinem meiner Hunde deswegen sofort mit der Schutzarbeit beginnen !!
Akute Magenblähung ( Dilatation) und Magendrehung (=Torsion) sind lebensbedrohende Krankheiten des Hundes.
Obwohl alle Hunderassen und alle Altersstufen ab dem 2. Lebensjahr betroffen sein können, treten sie bei großen Hunden mit tiefem Brustkorb häufiger auf.
Hündinnen und Rüden erkranken gleich häufig.
Die Entstehung der Magenblähung ist nach wie vor nicht genau geklärt. Große Futtermengen, Fütterung nur einmal täglich, Fehlgärung des Futters im Magen, Luftschlucken, Bewegung nach dem Fressen, sowie Streß , wie z.B. eine Autoreise oder ein neuer Zwinger, sind Faktoren, die immer wieder beteiligt sind.
Die Magendrehung kann aber auch beim stehenden Hund eintreten.
Eine Überdehnung oder Schlaffheit des Aufhängungsapparates des Magens wie z.B. nach häufigem Erbrechen wird als Ursache diskutiert.
Regelmäßig geht die Blähung der Magendrehung voraus.
Was geschieht bei der Magendrehung ?
Das freie Ende des Hundemagens dreht sich um 90 bis 360 Grad im Uhrzeigersinn, von hinter dem Hund stehend betrachtet.
Die Speiseröhre und der Mageneingang werden abgeschnürt ; mit ihnen auch die großen venösen Gefäße des vorderen Bauchraumes. Der gesamte Darmtrakt, die Bauchspeicheldrüse und die Milz unterliegen der Stauung und damit verbunden einer Mangeldurchblutung.
Der stark vergrößerte Magen drückt auf die anderen im Bauchraum befindlichen Organe, inklusive der Blutgefäße, die seine Wand versorgen.
Das Zwerchfell wird nach vorne verlagert , wodurch Herz und Lunge deutlich weniger Platz haben. Es kommt zum Schockgeschehen, das durch die massive Herz- Kreislaufbelastung, den Flüssigkeitsverlust in dem Magen, die Giftaussendung durch vergärende Bakterien im Magen und die Entgleisung des Elektrolythaushaltes des Organsimus hervorgerufen wird.
Für den Hundehalter ist es besonders wichtig, die Symptome des Magenblähungs- Magenddrehungskomplexes zu kennen !!
Speicheln, Unruhe , Versuch des Aufstoßens oder Erbrechens ohne Erfolg ( =leeres Würgen) und Aufblähung des vorderen Bauchraumes !
Sollten Sie derartige Symptome erkennen, ist Eile geboten .
Die Hunde machen innerhalb von sehr kurzer Zeit- oft nur ein bis zwei Stunden - einen sehr kranken Eindruck, sind hinfällig und oft kaum mehr gehfähig.
Das Berühren des Bauches ist schmerzhaft und läßt die Hunde stöhnen.
Die Therapie der Magendrehung besteht in der operativen Entleerung des Magens, der Behebung der Drehung, meist auch der Entfernung der Milz und derr Fixierung der Magenwand an der Bauchwand, um eine erneute Drehung zu verhindern.
Es kann auch notwendig sein, einen Teil der Magenwand zu entfernen.
Ebenso wesentlich ist die Behandlung der Stoffwechselentgleisung und des Schocks. Auch nach der Operation bleibt der Hund für mehrere Tage ein Intensivpatient, bei dem die bereits vor der Operation eingeleitete Infusionstherapie fortgeführt werden muß.
Die Prognose ist leider selbst bei bestmöglicher tierärtzlicher Versorgung vorsichtig zu beurteilen.
Der für die Prognose wichtigste Faktor ist die Zeit von
Beginn der Erkrankung bis zum Therapiebeginn.
Als Faustregel darf gelten:
Je früher mit der tierärztlichen Versorgung begonnen werden kann, desto besser sind die Überlebenschancen. !!
Die Grenze für einigermaßen gute Heilungsaussichten liegt bei etwa 4 Stunden: gerechnet ab dem Beginn der Krankheitserscheinungen !
Selbst die genaue Einhaltung von Präventivmaßnahmen: wie z.B.
**Fütterung 2-3 mal täglich
**Verwendung von Futter , das im Magen nicht mehr aufquillt,
**keine Bewegung nach dem Fressen
**Streßvermeidung
können das Auftreten der Magenblähung und der Magendrehung nicht ausreichend verhindern.
Besprechen Sie daher das Vorgehen für den Notfall bereits vorher mit ihrem Tierarzt.
Wer noch immer nicht weiß, was er seinen Liebsten unter den Weihnachtsbaum setzen soll, dem sei eine neue Rasse, der Killerhund empfohlen.
Obwohl Sie diese Rasse wohl kaum in irgendeinem Hundebuch finden werden, so machte sie doch in der auflagenstärksten Tageszeitung Österreichs- in der Spalte des Ombudsmannes Schlagzeilen.
“Ein Killerhund erlegte Katze,......Eltern haben Angst um ihre Kinder”
Keine Sorge , lieber Leser, hier war kein Molosser gemeint, die Rasse konnte nicht eruiert werden.
Doch die ewige Hetze gegen Hunde, vorallem gegen große Rassen, geht ungehindert weiter.
Mögen es jetzt die Dogo Argentinos sein, die in Fernsehsendungen die Einschaltquoten erhöhen, oder Killerhunde in Zeitungen, kein Schwachsinn wird ausgelassen, um das Interesse an dem Medium zu erhöhen,....um Geld zu machen !
Haben Sie in der letzten Zeit einmal eine sinnvolle Reportage über unsere Rassen gesehen oder gelesen ?
Also , mir ist das nicht gelungen, wann immer unsere Rassen “Schlagzeilen” machten, so wurden sie durch den Dreck gezogen.
Journalisten, die nicht einmal die Namen unserer Rassen fehlerfrei schreiben können, geschweige denn irgendeine fundierte Ausbildung zum Thema “Hund” hätten, maßen sich an, über unsere Rassen zu urteilen, auf Kosten der Besitzer und deren Hunde.
Warum ? Nun, das kann - einerseits- an posttraumatischen Erlebnissen der Journalisten mit Hunden liegen, - wenn ein Hundehasser schreiben kann oder darf, dann sicher nicht zum Vorteil unserer Hunde.
Andererseits ist es eben die Mentalität des Zusehers oder Lesers, daß man eine gewissen Dramaturgie erwartet, .....denken Sie einmal an Reinhard Fendrichs “ Es lebe der Sport “ !
Schlußendlich geht es bei dieser Art der reißerischen Berichterstattung ums Geld, bedingt durch Einschaltquoten bzw. durch verkaufte Zeitungsexemplare.
Skandale lesen sich immer gut.
Diese Art des Journalismus hat in Deutschland die sogenannte Kampfhundedebatte ausgelöst und eine - in manchen Städten- Kampfhundesteuer geschaffen, in Österreich hat es in der Steiermark für Auswüchse gesorgt, die bedenkliches Ausmaß angenommen haben.
Von anderen Ländern ganz zu schweigen !
Wann immer recherchiert wird, so wird nicht ein kompetenter Verhaltensforscher oder Tierarzt zitiert, man könnte ja auch einen “Vertreter” dieser Hunderassen zu Wort bitten, nein, es wird die Meinung des alten “Mutterls aus dem Beserlpark” oder die, eines schwachsinnigen Hundehassers wiedergeben, ungeachtet dessen, ob diese Meinung jetzt der pure Nonsens ist , oder nicht.
Wenn dann ein “Betroffener” einmal die Möglichkeit hat, ins Fernsehen zu kommen, dann scheitert es - wie zuletzt- an der verbalen Gewandtheit des Betroffenen und an der Art und Weise der Berichtgestaltung.
Hier muß auch ein wenig Kritik an den wirklich großen Hundezeitungen geübt werden, die meiner Meinung nach zu wenig “Platz” für Richtigstellungen bzw. Reportagen lassen, die die sogenannten “Kampf- oder Killerhunde” rehabilitieren.
Last but not Least wird auch von den Züchtern- oftmals der gleichen Rassen- “Öl ins Feuer gegossen” !
Wer seinem Konkurrenten nichts anderes in die “Schuhe schieben” kann, der zieht dann einfach über die Rasse an sich her.
Nun, diesem kommt das natürlich zu Ohren, Sie können sich denken, was dann passiert.
Die Retourkutsche kommt unweigerlich und leidtragender ist wieder der Hund.
Versuchen Sie aber einmal, das dem einen, oder dem anderen zu erklären !