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"Der Blaue Reiter" Als Museums-Aufsicht im Lenbach-Haus by Alfred N. "Joe" Bruckner A B N C - NEWS & COMMENTARIES
Besondere Beachtung findet in dem der Landeshauptstadt Muenchen gehoerenden Lenbach-Haus "Der Blaue Reiter" Es war dies eine Kuenstlergruppe, die 1911 aus der zwei Jahre vorher von Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky und - neben anderen - Kandinskys Lebensgefaehrtin Gabriele Muenter gegruendeten "Neuen Muenchner Kuenstlervereinigung" hervorgegangen ist, nachdem es intere Streitigkeiten gab. Dabei waren auch August Macke, Franz Marc und eine Reihe von weiteren Kuenstlern, deren Werke ebenfalls das Lenbach-Haus der interessierten Oeffentlichkeit zeigen kann. Intensiv pflegt man das Vermaechtnis Gabriele Muenters, die dem Haus zahlreiche Werke aus ihrem Besitz ueberliess. Das Muenter-Haus" im etwa sechzig Kilometer suedlich Muenchens gelegenen Murnau wurde restauriert und steht der interessierten Oeffentlichkeit wieder fuer Besichtigungen zur Verfuegung. Das Lenbach-Haus in der Luisenstrasse 33 unmittelbar am U-Bahnhof Koenigsplatz und nur einen Katzensprung vom Hauptbahnhof entfernt. Am Koenigsplatz finden gelegentlich Freiluft-Auffuehrungen statt - Opern und Konzerte "open Air". Wenn's nicht gerade in Stroemen regnet und man nicht in der Naehe von Sound-Verstaerkern Platz findet, sicher etwas fuer den, der's mag. Am Koenigsplatz sind auch die Propylaeen zu bestaunen. Die Antiken Staatssammlungen und die Glyptothek sind sicher einen Besuch wert. Nicht weit ist es bis zur Alten und Neuen Pinakothek und zur Pinakothek der Modernen, die kurz vor der Milleniumswende Richtfest feierte. Franz von Lenbach hatte das Haus gebaut und bewohnt. Im Zentrum sind in den ehemaligen Wohnraeumen Bilder aus seinen Sammlungen ausgestellt. Das Lenbach-Haus wurde spaeter um einen Fluegel erweitert, in dem eine Galerie und Werkstatten untergebracht waren. In den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde es von der Stadt Muenchen erworben. Nach Renovierung der Kriegsschaeden war es der Oeffentlichkeit wieder zugaenglich und erhielt in den Siebzigern einen weiteren Fluegel. Dadurch entstand ein schoener Garten, in dem im Sommer ein Cafe Besucher und Gaeste bewirtet. Unter Management des Lenbach-Hauses, in dem auch Exponate des Lichtkuenstlers Dan Flavin ausgestellt sind, ist der K u n s t b a u , der direkt ueber dem U-Bahnhof Koenigsplatz errichtet wurde, aber eigentlich kein Bauwerk ist, denn es wurde der bei Abschluss der U-Bahn-Bauarbeiten brach liegende Raum zwischen dem U-Bahnsteig im Untergeschoss und der Oberflaeche einer sinnvollen Verwendung zugefuehrt. Wer sich schon einmal in dem gut einen Kilometer langen Untergeschoss des Terminals im Muenchner Flughafen auf den Rollbaendern von Modul zu Modul fortbewegen hat lassen, wird bei Betrachtung der bunten Neonlichter an Dan Flavins Objekte im Lenbach-Haus oder an den Kunstbau erinnert worden sein. Ein Kunstobjekt Dan Flavins ist die Beleuchtung dieses circa einhundertzehn Meter langen Raumes, der in seiner Kruemmung von einem Meter und zwanzig exakt dem Kurvenradius der darunter liegenden Gleise der U-Bahn von etwa eineinhalb Kilometern entspricht. Die verschiedenfarbigen Reihen von Neonleuchten unter der Decke verleihen dem Raum besondere Faszination. By the way, wandert man im "Untergrund" des Airports der Landeshauptstadt Muenchen - dreissig Kilometer noerdlich der Stadttore im Erdinger Moos - unterhalb der Terminalmodule von "A" wie Anfang, bis "E" wie Ende ..... kann man aehnliches bewundern. Schau'n Sie sich das an! |
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![]() Correspondent Travel Writer - Photographer Tourist Guide A B N C - NEWS & COMMENTARIES "A u f s i c h t s d i e n s t " Seit mehr und mehr "Oeffentliche Einrichtungen" dazu uebergehen, statt eigenen Personalstand zu halten, auf die Dienste von Unternehmen zurueckzugreifen, die zu diesem Zweck Mitarbeiter unter Vertrag haben, gibt es interessante Beschaeftigungs- und Einsatzmoeglichkeiten fuer Teilzeitkraefte -- "630'er"-Jobs -- oder "Hinzuverdienst" fuer Pensionisten, Rentner, Hausfrauen, Studenten..... Dazu muss man wissen, dass "Oeffentliche Einrichtungen" mit ihren Beschaeftigten frueher Arbeitsvertraege auf der Basis von relativ gut gepolsterten und abgesicherten Trarif-Vertraegen abgeschlossen haben. Im Lauf der Zeit wurde dies immer "teurer" ..... aeltere Mitarbeiter kosten mehr ..... (und haben mitunter laengere "Fehlzeiten") ..... Es war Handlungsbedarf: So ist es einfacher (und billiger), den jeweils notwendigen Arbeitskraeftebedarf auf dem dafuer immer groesser werdenden "freien" Markt zu Festpreisen in der jeweils benoetigten Personalstaerke zu decken - unabhaengig von jahreszeitlichen Schwankungen oder Ferienzeiten bzw. "Mehrbedarf". Unternehmerisches "Risiko" traegt der Auftragnehmer solcherart vergebener Leistungen - beispielsweise, ob Mitarbeiter vorgeschriebene Schulungen und "Einweisungen" haben ..... beispielsweise die - eigentlich - vorgeschriebene "Unterweisung nach $ 34a GewO", der Gewerbeordnung, die - in der Regel - seitens der IHK, Industrie- und Handelskammer, vorgenommen zu werden hat. So steht's zumindestens auf dem Papier. In der Praxis.....????? Na ja, so landete ich eines Tages - waehrend eines Besuches in Muenchen - als "Aushilfe" unter anderem auch im Lenbach-Haus und hatte damit reichlich Gelegenheit, mich im Rahmen der Sonderausstellung "Das Gedaechtnis oeffnet seine Tore" mit Moderner Kunst und Kunst der Gegenwart in den ausgestellten Werken von Joseph Beuys, Gerhard Richter, Anselm Kiefer und zahlreichen anderen Vertretern dieser Stilrichtungen zu beschaeftigen ..... laenger und weit ausfuehrlicher, als dies fuer einen (zahlenden) Besucher sonst moeglich waere. |
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steht in blauer Neon-Leuchtschrift ueber dem Eingang An meinem ersten Einsatztag lernte ich sogleich den ("Klassen"-)Unterschied zum hauseigenen Personal kennen: Es war meinen (wie mir "externen") Kolleginnen und Kollegen - im Gegensatz zu den Angestellten des Hauses - strikt untersagt, waehrend der Pausen oder zum Lunch in der hauseigenen Cafeteria Platz zu nehmen. Das konnte ich - anfangs - nicht verstehen und auch keinen plausiblen Grund dafuer ermitteln, denn in der Pinakothek - in der ich zuvor ebenfalls als "Aufsichtsdienst" (aushilfsweise) im Einsatz war - durften alle in der "oeffentlichen" Cafeteria ihre Mahlzeiten einnehmen. Spaeter lernte ich mehr dazu ...... die "Aufsicht" ist halt doch ein paar Levels weiter unten..... Den excellent schmeckenden Apfelstrudel nach Wiener Rezept, den herrlich mundenden Topfen-Mohnstrudel und die verfuehrerischen Kuchen aus der hauseigenen Kueche, Snacks oder was auch immer zum Kaffee (der nur "aus der Maschine" schmeckt, weil als "Filter" manchmal zu alt), hatte ich ueber etliche Stufen und Treppen, zwischen Besuchern hindurch, an der Garderobe vorbei (oder sonntags bei mehr Besucheraufkommen auf einem Umweg ueber den Hintereingang) zum Aufenthaltsraum fuer das (externe) Personal des "Aufsichtsdienstes" zu balancieren. Zwar hatte ich in jungen Jahren in den Ferien schon mal bei der Donau-Schifffahrt "gekellnert", aber ich war wohl etwas aus der Uebung, denn eines Tages - wie auch schon andere (nicht nur Besucher, auch Kollegen) vor mir - rutschte ich auf einer glatten Stufe aus und ein Glas, die Kaffeetasse, Snacks und Strudel gingen am Boden zu Bruch. Scherben bringen nicht immer Glueck, denn die einzige "Aufmerksamkeit", die mir zuteil wurde, war, dass man mir einen Kuebel Wasser und einen Putzlappen in die Hand drueckte, um die Blutflecken aufzuwischen, die ich aus einer aufgeschnittenen Fingerkuppe in die weitere Umgebung verspritzte ..... Erste Hilfe? Pflaster aus meiner Hosentasche ..... Nun, ich hab's ueberlebt! Waehrend meiner Einsaetze als "Aufsichtsdienst" hatte ich nicht nur die Chance, mich mit der Modernen Kunst zu fassen, ich hatte auch ausreichend Gelegenheit, mich in das in Deutschland, wie's scheint, recht beliebte Management-Prinzip der drei "K" weiter zu vertiefen: Kommandieren ---> Kontrollieren ---> Kritisieren Zum Beispiel ..... im Lenbach-Haus: Mir wurde nicht - wie eigentlich zu erwarten gewesen waeren, eine "Dienstanweisung" war nicht vorhanden - beim ersten Einsatz eine Einweisung in das Aufgabengebiet "Aufsichtsdienst" gegeben ..... ich wurde einfach zu meinem Dienstbereich ab"K"ommandiert. Flexibel genug und im "Wachdienst" nicht unerfahren, wusste ich (in etwa) was zu tun war. Da kam - nach etlichen Minuten in Gestalt einer "Oberaufsicht" oder so - sogleich das zweite "K" auf mich zu, waehrend ich auf einem Rundgang im Raum mit Exponaten meines Landsmannes Arnold Rainer auf Begegnungskurs mit meinem ebenfalls in dem Bereich eingeteilten Kollegen war und eine Frage an ihn richtete. Sogleich folgte "K" Nummer drei: "Wenn Besucher im Hause sind, soll man sich verteilen ....." war die Massregelung einer schnippischen Lady, die sich ploetzlich neben der einzigen sich ausser uns im Raum befindlichen wirklichen Besucherin an diesem fruehen Vormittag als eine "Dame des Hauses" entpuppte. Anlass zu zweiten und dritten "K's" gibt es zahlreich: Eine ueber die Schulter gehaengte oder am Arm getragene - statt in der Garderobe abgegebene - Jacke eines Besuchers ..... eine "zu grosse" Tasche (wobei auch in vollen Flugzeugen einheitliche Masse kaum verwendet werden) ..... ein (vermeintlicher) Plausch mit einem Kollegen (an der Reviergrenze) ..... ja, sogar der Blick aus einem Fenster..... Worin ich von meinen Kollegen jedoch sogleich instruiert wurde: "Aufsichtsdienst" ist nicht dafuer zustaendig, Besuchern Fragen zu beantworten - soweit es um "Kunst" oder ausgestellte Objekte geht. Aha! "Die sollen sich den Katalog kaufen oder eine Fuehrung mitmachen", so die Meinung meiner "Chefs". Fuehrungen finden allerdings nur zu bestimmten Zeiten statt. Ist die Mindest-Teilnehmerzahl naemlich nicht erreicht, beginnt die Volkshochschule erst gar nicht. Warten ..... oder Aufzahlen. Pech gehabt haben die Besucher, die zu Zeiten im Haus vorbei kommen, wenn keine Fuehrung stattfindet. "Aufsichtsdienst" ist dafuer eben nicht nur nicht vorgesehen, sondern "nicht zustaendig". Denn, moeglicherweise koennten durchaus talentierte und interessierte Damen und Herren des "Aufsichtsdienst" auf den Gedanken kommen, sie seien (dann) "unterbezahlt". Na ja, damit haben sie sicher nicht unrecht! Mir hat es dennoch immer wieder grosse Freude bereitet, mit Besuchern in interessante Gespraeche zu kommen, ueber Moderne Kunst zu diskutieren, beispielsweise bei Beuys' "Zeige Deine Wunde", und - man lernt schliesslich im Lauf der Zeit enorm viel dazu - im jeweiligen Einsatzbereich auch Fragen zu Exponaten zu beantworten. Gerne haette ich - vor etlichen Jahren wurde ich in meiner Wahlheimat, nachdem ich aus dem aktiven Berufsleben in der Luftfahrt ausgeschieden bin, auf Negros der erste "Tourist Guide" mit Akkreditierung beim Ministerium fuer Tourismus und habe so einige Erfahrung auf diesem Gebiet - gerne haette ich also auch hierin "ausgeholfen" (ohne Extra-Gage) ..... aber ich war ja nur "Aufsichtsdienst" |
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