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Muenchner Geschichten 1999 - 2000 "Ein Punkt in Flensburg" by Alfred N. "Joe" Bruckner A B N C - NEWS & COMMENTARIES
Leporello, Don Giovannis Diener in Wolfgang Amadeus Mozarts gleichnamiger Oper, die in der laufenden Spielsaison 1999/2000 im Nationaltheater Muenchen - Bayerische Staatsoperim Programm ist und - es war im Herbst '99 - auch im Staatstheater am Gaertnerplatz gab es zur Wiedereroeffnung des renovierten Haus eine Premiere ..... also, jener Leporello fuehrte ein Register ueber die Liebschaften seines Herrn. Etliche Deutsche waren dabei, ein paar hundert Italienerinnen, auch aus Frankreich - aber in Spanien: "mille tres"! Noch penibler gefuehrt wird das "Suendenregister" deutscher Autofahrer, wenn sie sich bei etwas ertappen liessen, was mit einem Bussgeld hoeher als fuenfundsiebzig Mark geahndet zu werden hat. Im hohen Norden, kurz vor der daenischen Grenze zu Schleswig-Holstein ist es: Das Kraftfahrt-Bundesamt-Zentralregister -------------------------------------------------------------------------------- Hier werden die Eintragungen von Millionen Autofahrern verwaltet - und fast stuendlich werden es mehr, die von Gerichten und Bussgeldstellen landauf, landab gemeldet werden. Jedes "Delikt" hat seine Anzahl von "Punkten", mit denen es belegt wird. Wiederholungstaeter erfahren besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung. Denn statt "Mengenrabatt" gibt es saftige Zuschlaege ..... je mehr Eintragungen, desto hoeher die Punktezahl. War man "brav" (oder wurde nicht erwischt), wird nach einer Weile - ich denke, es sind zwei Jahre - der Eintrag geloescht und man hat (auf bundesdeutschen Strassen) wieder eine "weisse Weste". Aber wehe .....! Kommen neue Eintragungen in dieser "Zeit der Bewaehung" hinzu, gibt's keine Gnade. Der Eraser bleibt im Schreibtisch und statt "Delete" am Keyboard des Computers wird "Enter" gedrueckt ..... und die Frist beginnt erneut zu laufen. Das kann eine Weile so weiter gehen, bis eines Tages eine "kritische" Schwelle erreicht wird. Dann gibt's eine Erinnerung und man kann durch Teilnahme an Verkehrsunterrichten nicht nur seine angestaubten Kenntnisse der Regeln und Vorschriften wieder auffrischen, es werden zur Belohnung auch ein paar Punkte gestrichen. Wer's wissen will, wie hoch sein Punktestand ist, kann dies - aus Sicherheitsgruenden - nur schriftlich beim Kraftfaht-Bundesamt erfahren. Was bringt was .....? ---------------------------------------- Just click! Bussgeldkatalog der Bayerischen Polizei Wird die kritische Schwelle im Flensburger Register ueberschritten und man geraet dabei vielleicht in den Verdacht der "Unbelehrbarkeit" - insbesondere, wenn sich gleiche "Suenden" haeufen - geht's zur Sache: der "Lappen", wie die alten grauen Fahrerlaubnisse nostalgisch genannt werden, oder das seit einiger Zeit - wie beispielsweise hier in den Philippines, wo von Anfang an das US-Verfahren zur Anwendung kam - "Plastic" darf fuer eine gewisse Zeit lang der dafuer zustaendigen Behoerde zur Aufbewahrung anvertraut werden, wenn die Fahrerlaubnis nicht gleich ganz eingezogen wird. "Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alle gleich" - egal, ob Deutscher oder welcher Nationalitaet oder Hautfarbe auch immer! Worauf's ankommt? Ein Verfahren muss rechtsgueltig zum Abschluss gebracht werden. Glueck vielleicht fuer diejenigen auswaertigen Gaeste, die vorher wieder nach Hause zurueckkehren muessen. Aber, wer weiss .....? Fast waere ich zum "Adabei" geworden und mein Name haette die Datei geziert. Nun, ich bin zwar gerne da und dort dabei - aber Flensburg will ich lieber besuchen, ohne bereits vorher in dieser "speziellen" Gaesteliste zu erscheinen. Andererseits sind schon etliche Promis als "Vorgang" von dieser Behoerde behandelt worden - wenn's um "Flensburg" geht, sind halt doch alle gleich! Lange genug war ich im Sommer 1999 in Muenchen ..... dabei war mir aber das Schicksal hold ..... in Person einer charmanten Richterin am - nein, es war nicht das koeniglich-bayerische - Amtsgericht. Diese freundliche Lady in ihrer schwarzen Robe, der ich nicht genug danken kann, was sie fuer mich getan hat, hat schliesslich in der Causa so geurteilt, wie es den Umstaenden nach moeglich war und ich bin ..... gerade noch einmal davongekommen! |
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![]() Alfred N. "Joe" Bruckner Correspondent Travel Writer - Photographer Tourist Guide A B N C - NEWS & COMMENTARIES Nicht mit "Fuenf Mark" bist Du dabei - aber mit "Fuenf Doppelzentner"! Fast "gelandet" ..... in der Flensburger "Suender"-Kartei! Wer mich kennt oder meine "Muenchner Geschichten" gelesen hat, weiss, dass mich Neues immer wieder reizt und ich gerne "hinter Kulissen" schaue ..... In diesem Fall waren es die Sichtschutz-Zaeune auf Baustellen in Muenchen und Umgebung. Nebenbei bemerkt, was ich dabei an Kuriositaeten oder "Unmoeglichem" gefunden habe, reichte gut fuer weit ueber ein Dutzend "Muenchner Geschichten". Ich war dabei ..... beim Bau des Petuelring-Tunnels ..... und habe dutzende Ladungen Frischbeton dorthin gekarrt. Und ich werde mich nicht mehr wundern, wenn ich vielleicht eines Tages in einer Muenchner Wohnung einen Nagel in eine Betonwand zu schlagen versuche und mir kommen ein paar Brocken Sand entgegen ..... Na ja! Beispielsweise bin ich eines Tages mit einem "Strassen-Jumbo" auf dem Gelaende des frueheren Muenchner Flughafens gelandet - aber nicht auf der ehemaligen Runway, sondern durch "Tor 21" rollend. An Board hatte ich zehn Kubikmeter Frischbeton, die fuer ein Bauvorhaben auf der Grossbaustelle bestimmt waren. Es war ein warmer und sonniger Tag, einer der, an dem man glaubt, die Zugspitze sei nur einen Spaziergang weit entfernt ..... so nahe erscheint einem das herrliche Alpenpanorama am suedlichen Horizont. Die Wartezeit, bis der Kollege vor mir fertig war, nutzte ich zu einer erquickenden Rast und dem Lunch aus einem nahe gelegenen Kiosk. Dann war ich an der Reihe. Als etwa die Haelfte aus der Mischertrommel des Sattelaufliegers in Transportkuebel entleert und per Kran an ihren Bestimmungsplatz gebracht waren, meinte einer der Umstehenden - es war ein Polier oder sonst jemand von der Bauleitung - man brauche den Rest nicht mehr an dieser Abladestelle und auch sonst sei keine Verwendung auf dem Gelaende. Er war einer der wenigen "deutschsprachigen" Leute "vom Bau", die ich waehrend meiner Einsaetze kennengelernt habe ..... viele kamen aus allen Gegenden Sued- oder Osteuropas und nicht wenige arbeiteten mit ihren Mannschaften unter Bedingungen, die selbst bei uns - in einem sogenannten "Drittweltland" - die Labor Unions auf den Plan gerufen haetten. Nun, diesbezueglich hat sich die Arbeitswelt in der "Alten Welt" sicher nicht unbedingt weiter "entwickelt", sondern ist teilweise auf Zustaende zurueckgefallen, fuer die man frueher auf die Strasse gegangen ware oder durchaus Anlass zu Streiks gegeben haetten. Andererseits, diese "Gaeste" sind eben keine Mitglieder der hiesigen Gewerkschaften! Man brauchte meine Ladung nicht mehr - also zurueck zum Werk, wo auf der Waage aus dem Gesamtgewicht die Restmenge von etwas ueber fuenf Kubikmetern errechnet wurde. Es wurden drei Kubikmeter aus der Mischanlage dazugeladen und ab ging die Post zu einem Bauvorhaben im Muenchner Sueden. Dort waren bereits ein paar meiner Kollegen versammelt, die ihre Ladungen wegen eines Breakdowns der Betonpumpe nicht loswurden. Wieder zurueck zum Werk. Eine weitere Stunde war ich unterwegs gewesen. Verfluessiger wurde beigegeben, kraeftig durchgemischt und - mit neuem Lieferschein - machte ich mich auf den Weg zum naechsten Bau im Norden der Stadt. Dort war man noch voll mit den Verschalungen zugange ..... es dauerte mehr als eine Stunde, bis ich endlich in die ersten Kuebel entleeren konnte. Inzwischen war der Beton fast vier Stunden alt. Mit viel Wasserzugabe blieb er fluessig ..... Es war bereits die sechste Stunde seit Beladung und ich war an der dritten Abladestelle an dieser Grossbaustelle. Das, was einmal "Beton" war, war nur mehr ein Gemisch aus Sand und Kies, dem anfangs Zement und Wasser zugefuehrt wurden; spaeter etwas "Chemie", damit das ganze laenger fluessig bleibt. Auch die gut neunhundert Liter Wasser aus meinem Tank, die ich - auf Verlangen der Leute vom Bau - nach und nach beigab, konnten letztlich nicht mehr verhindern, dass der Rest von etwa ein bis zwei Kubikmeter voellig unbrauchbar wurde. Im Werk wurde dieses Gemisch, das - immerhin war es doch einmal "Beton" - in meiner Ladetrommel hart zu werden drohte, unter Zugabe von reichlich Wasser recycled, indem der Zement in einer dafuer vorgesehenen Anlage ausgewaschen wird und Sand und Kies wiederverwendbar bleiben. |
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Auf einer sechsspurigen Strasse mit zwei durch Mittelstreifen getrennten Fahrbahnen stadteinwaerts fahrend, bemerkte ich in gehoeriger Entfernung einen Fussgaenger, der von links nach rechts die schwach befahrene Fahrbahn ueberquerte. Als er auf meinem mittleren Fahrstreifen angekommen war, hob er eine Polizeikelle und bedeutete mir anzuhalten. Der Aufforderung kam ich nach und es stellte sich heraus, dass er einer zivilen Polizeistreife angehoerte, die ihr - ebenfalls ziviles - Einsatzfahrzeug an der stadtauswaerts fuehrenden Fahrbahn abgestellt hatten. Dies war fuer mich nicht aussergewoehnlich, denn auch andernorts ist die Polizei nicht nur mit bunten Autos und "Musik" unterwegs und ich bin in meiner Wahlheimat nicht selten mit an Board bei Streifenfahrten der Mobil Patrol - in Zivilfahrzeugen. Mir keines Verstosses gegen Strassenverkehrsregeln erinnerlich zu sein, haendigte ich - nachdem ich mich von der Identitaet des Beamten ueberzeugt hatte - mit ruhigem Gewissen Fahrzeugpapiere und Ladescheine aus. Dann kam die Ueberraschung: "Sie sind ueberladen ..... mindestens eine Tonne!" Ein kurzer Blick auf die Ladegewichte, die ueblicherweise nicht als Totalsumme auf dem Lieferschein ausgewiesen war, zeigte mir: Tatsaechlich, das Gesamtgewicht der fuenfeinhalb Kubikmeter war um gut fuenf Doppelzentner - fuenfhundert Kilo - ueber der erlaubten Nutzlast meines Dreiachsers. Das loeste einen "Aha"-Effekt aus: Wuerde naemlich das Gesamtgewicht in den Ladepapieren eingetragen, fiele sofort die Ueberladung nach Gewicht auf, obwohl vom Volumen her noch Platz in der Mischertrommel ist. Um es vorweg zu nehmen: Nicht das Gesamtgewicht wurde - danach - kuenftig ausgewiesen, dafuer aber bei dem von mir gelenkten Fahrzeugtyp die Beladung um einen halben Kubikmeter reduziert und dabei ueber eine Tonne "eingespart". Andere Betonmischer fuhren weiter nach "Volumen" ..... ueberladen ..... durch Stadt und Land. Wissend laechelten die beiden netten zivilen "Laubfroesche", die sich - das muss lobenswert erwaehnt werden! - aeusserst vorbildlich verhalten hatten. Die beiden Beamten luden mich freundlicherweise ein, ihnen zu ihrer Dienststelle ..... "auf die Waage" ..... zu folgen. Fussnote: Im Vertrauen auf die Korrektheit in bundesdeutschen Amtsstuben, habe ich selbstverstaendlich "auf Verhandlungen" vor Ort verzichtet, die - wie ich beispielsweise aus eigener persoenlicher Erfahrung als "Fahrer" in etlichen Gegenden von "Global Village" weiss (vornehmlich dort, wo die Sonne etwas kraeftiger und laenger scheint) - anderswo durchaus von "Erfolg" gekroent sein koennten, besonders dann, wenn strategisch geschickt zwischen Papieren die sattsam bekannten kleinen, bunten Scheinchen mit den Nullen hinter Ziffern deponiert werden. Obwohl auch deutsche Polizisten - besonders die, die ihren mitunter schweren Dienst "auf der Strasse" zu verrichten haben - nicht gerade "gut" verdienen, ist der Einkommensunterschied zu den vergleichbaren Kollegen, z. B. in meiner Wahlheimat, dennoch betraechtlich. Wieder zurueck zur Geschichte. Nun wollte ich es wissen ..... wie's weitergeht! Zu unser aller Ueberraschung ergab die Verwiegung im Hof des Amtsgebaeudes eine Ueberladung der beiden Hinterachsen von zwei Tonnen. Das war noch unter zehn Prozent des zulaessigen Gesamtgewichts - also, ein Bussgeldbescheid war zu erwarten! Meine Ladung habe ich an den Bestimmungsort weiter fahren duerfen. Am naechsten Morgen fuhr ich sofort auf die betriebseigene Brueckenwaage, wo sich ein Leergewicht des Betonmischers ergab, das um etwa vierhundert Kilo hoeher war als das im Fahrzeugschein eingetragene. Mit den notwendigerweise mitzufuehrenden zweihundert Litern Wasser, dem Diesel im Tank und dem Fahrergewicht, errechnete sich hieraus ein "operationelles Leergewicht" von mehr als siebenhundert Kilo "ueber Papier". Das traf die Schaetzung der beiden Polizisten - "ueber eine Tonne": Differnz im Leergewicht plus "planmaessige" Ueberladung. Warum war das Leergewicht hoeher? Es waren vermutlich sogenannte "Fische". Das sind Betonreste, die sich im Lauf der Zeit in den Nischen und Schnecken der Mischertrommel ablagern und es braucht - bei einem Durchschnittsgewicht von knapp unter zweieinhalb Tonnen pro Kubikmeter - nicht viel, schnell ein paar hundert Kilo beisammen zu haben. Aber, da war doch noch eine Tonne ....??? Richtig! Das war ein Rest, den ich von der vorherigen Fahrt noch mit an Board hatte. An der Baustelle wurde von den angeforderten zweieinhalb Kubikmetern nicht alles benoetigt - es blieb ein knapper Kuebel uebrig, gut ein halber Kubikmeter. Da war sie ..... die Tonne ..... die bei der Lade-Disposition - obwohl bekannt - einfach, wie dies in der Praxis oefters vorkommt, "unter den Tisch" gefallen ist. Haben Sie Respekt vor den "Dingern", wenn Sie einem Betonmischer begegnen - denn sie sind oftmals schwerer als sie aussehen ..... wenn sie nach "Volumen" beladen werden! Andererseits auch verstaendlich, denn wenn nach "Kubikmeter" bezahlt wird, macht sich dies im Geldbeutel bemerkbar: In einer grossen Flotte addieren sich ein paar "halbe" Kubikmeter weniger pro Fahrt zu etlichen zusaetzlichen Fahrten mehr! Einem gluecklichen Umstand oder vielleicht der Fuerbitte Santo Ninos - dem Cebuano Nationalheiligen, um dessen Beistand ich den in Muenchen sehr bekannten Engel Aloisius bat, als wir uns des oefteren an seinem Stammtisch im Hofbraeuhaus trafen - habe ich es zu verdanken, dass meine Causa nach Einspruch gegen den Bussgeldbescheid bei einer verstaendnisvollen Gerichtskammer landete, die den Fall - in Wuerdigung der tatsaechlichen Gegebenheiten - so behandelte, dass mir erspart blieb ..... "Ein Punkt in Flensburg" Nachtrag: Auf weiteren Touren im Gueterfernverkehr auf europaeischen Landstrassen und Autobahnen - im Rahmen meiner Aushilfsjobs als Gast in anderen Betrieben waehrend meines 1999'er-Gastspiels in Muenchen - war ich nach diesem Vorfall nicht mehr "ueberladen" und konnte jedesmal zufrieden und beruhigt laecheln, wenn ich - beispielsweise beim ehemaligen Grenzkontrollpunkt Kiefersfelden auf dem Weg nach Tirol - mit meinem franzoesischen Kippersattel ueber die Waage gerollt bin. Andererseits habe ich ein paar bedauernswerte "Kollegen" getroffen, die - als Ergebnis von "planmaessigen" Ueberladungen - ihren "Lappen" entweder bereits "deponiert" hatten oder denen dies bevorstand. |
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