Alfred N. Bruckner's Muenchner Geschichten - 8 - Captain der Landstrasse

Muenchner Geschichten 1999 - 2000


" J u s t - i n - t i m e "

in Bayern on tour als "Captain der Landstrasse"


by Alfred N. "Joe" Bruckner

A B N C - NEWS & COMMENTARIES






In den Wochen, in den ich 1999 "zur Aushilfe" als Gast einiger Unternehmen in deren Transport-Vehicles auf Muenchens und Bayerns Strassen unterwegs sein durfte, habe ich bestimmt nur einen Bruchteil dessen kennengelernt, was wirklich "los" ist. Dennoch ist mir in den Sparten Stadtverkehr, Mittel- und Langstrecke, so einiges aufgefallen, was zur Diskussion gestellt werden kann.

Im Vergleich der Verhaeltnisse im Strassenverkehr zwischen meiner Wahlheimat Philippines und meinem Gastland Bayern, die mich aus der Sicht eines praxisorientierten Traffic Management interessierten, wollte ich herausfinden, wo Ansaetze zu Improvement liegen.


So war es aeusserst reizvoll, auch in Muenchen - wie bereits etliche Jahre zuvor auf Negros und in Cebu - Absicht in die Tat umzusetzen und mich hinter das Steuer von allen moeglichen und - in Muenchen - mir zugaenglichen Fahrzeugen zu setzen.

Waehrend ich in den Philippines jede Art von fahrbarem Untersatz mit mehr als zwei Raedern lenken darf - die Anzahl nach oben ist nicht limitiert, ist mir dies in Deutschland im Personentransport - Taxi, Miet- und Krankenwagen, Bus - nicht gestattet.

Dafuer, wie auch fuer Gefahrgut-Transport, bedarf es einer speziellen Lizenz, die in der Kuerze der zunaechst beabsichtigten Dauer meines Besuches in Muenchen nicht zu erwerben gewesen waeren.

Da ich aus diesem Grund und weil mir in Schwabing - quasi rund um die Uhr - vor der Haustuer Oeffentliche Verkehrsmittel zur Verfuegung standen, konnte ich auf die Anschaffung eines eigenen PKW verzichten.


Gleich vorweg, damit's keine Missverstaendnisse gibt:

Auch wenn ich von meinen vielen Freunden - uebrigens, "Fernfahrer" und "Trucker" sind eine verschiedene Spezies - etliche "hilfreiche" Verfahrensweisen gelernt habe, wie man die eine oder andere Klippe in Form von (mitunter in der Praxis in vollem Umfang kaum einzuhaltenden) Vorschriften geschickt umschiffen kann, werde ich - erstens - noch "unwissenden" Interessierten auf diesem Weg und an dieser Stelle keine "Nachhilfe" geben und - zweitens - meine anderen Freunde in den weiss-gruenen Autos (manchmal auch in "Zivil") mit der Mehrtonhupe und den blauen Drehlichtern auf dem Dach kennen sie ohnehin bestens.


Nur, diese "Freunde und Helfer" sind viel zu wenige in der Anzahl und - zumindestens im "Aussendienst" - fast jeder einen Berg von Ueberstunden vor sich herschiebend, kaum in der Lage, noch mehr Strassenkontrollen durchzufuehren.

Statt mehr Planstellen zu schaffen, wird aus Geldnot - und in diesem Zusammenhang sicher aus falsch interpretierter Sparsamkeit - eher noch weiter gekuerzt.


Ohne jetzt in den Verdacht zu geraten, ich sei ein Verfechter einer "harten Linie", muss deutlich hervorgehoben werden, dass durch Vorbeugung und mehr Praesenz nicht nur die Disziplin von Fahrern un deren Auftraggebern und somit die Verkehrsmoral gebessert werden, sondern enorme Folgekosten durch weniger Verletzte und Tote oder - auf lange Sicht - sogar die Verringerung von Strassenschaeden, an anderer Stelle wieder weitaus hoeher eingespart werden.


Ein Beispiel, das leider (aus Mangel an finanzieller Unterstuetzung durch die "Oeffentliche Hand") nicht anhaltend konsequent weitergefuehrt wurde - ausserdem werden "Heads" oefter gewechselt, weil in kuerzeren Abstaenden Wahlen stattfinden - gibt's aus Cebu zu berichten:

Mehr mobile Checkpoints, Praesenz (einfach nur, um gesehen zu werden), mehr Traffic Enforcers (spezielle Gruppe einer Art "Hilfspolizei") an Kreuzungen, ein computergesteuertes Ampelsystem (aus Australien), dabei wechselnde Schwerpunkte in der Verkehrsueberwachung - wie "No Stoping any time" (Halteverbot), Gewichtsbeschraenkung auf Bruecken, "Dachsitze", "Out-of-Line" (Abweichen von vorgeschriebenen Fahrtrouten) und mehr als nur ein Auge auf "Dreckschleudern".

In frueher wild verparkten Strassen fliesst der stetig - schneller als in Muenchen - zunehmende Verkehr besser; Jeepneys benutzen entlang ihrer Linien gekennzeichnete Haltestellen; in Cebu City sitze kein Fahrgast mehr auf einem Dach oder haengt aussen an einem Bus oder Jeepney. Fussgaenger halten vor dem Ueberqueren von Fahrbahnen in der Naehe von Ueberfuehrungen oder an roten Ampeln zuvor Ausschau nach einem schwarzen Kaeppi mit der Aufschrift

"Traffic Division - Cebu's Finest".


Spuerbar wurde die Luft besser, als mobile Abgaspruefgeraete im Einsatz waren - "ASU" gibt's bei uns nicht! Leider haben dann nach und nach beide Geraete ihren Geist aufgegeben (Ersatzteile sind entweder nicht aufzutreiben oder einfach zu teuer, denn es stehen leider auch bei uns nur sehr begrenzt Mittel zur Verfuegung).

Entsprechend hat die Luftverschmutzung wieder zugenommen ..... es tut ja - beiden, Fahrern und Haltern - nicht weh im Geldbeutel, wenn's hinten qualmt und stinkt.

Aber inzwischen haben wir wieder unsere Geraete und "Smoke Belchers" haben schlechte Karten!




Vielfahrer mit Streckenerfahrung kennen im Lauf der Zeit - ausserdem gibt es Funk - die temporaer "gefaehrlichen" Stellen auf stark frequentierten Bundesstrassen oder Autobahnen:

Die Check-Points .....



Und ich bin ab und zu lieber mal ein paar Kilometer auf der Landstrasse gefahren, wenn der sonst gesperrte grosse Platz mit der Brueckenwaage an der in noerdlicher Fahrtrichtung nach der Ausfahrt Putzbrunn gelegenen Einfahrt vom Muenchner Autobahn-Ostring zu bestimmten Stunden "aktiv" war.


Dass die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden, in der Regel geringer einzuschaetzen ist als das Risiko, wissen auch die Unternehmen. Disponenten kalkulieren dies kalt in ihre Lade- und Terminplanungen ein: "Das geht schon noch" oder "Du kannst ruhig Neunzig fahren - dann bist Du schneller da und brauchst nicht so lang zu warten, wenn andere vor Dir drankommen".


Drei Dinge sind zu nennen - herausgegriffen aus einer Vielzahl - mit denen ein Fahrer ("den letzten beissen die Hunde") auf Kriegsfuss steht:


Lenkzeit - Geschwindigkeit - Ladung
--------------------------------------------------------------------------------

Erst jetzt, seit ich wieder zu Hause in Cebu bin, hatte ich Gelegenheit, mich in den Bussgeldkatalog der Bayerischen Polizei" einzulesen.

Beinahe waere ich ja als "Adabei" auch in Deutschlands (Verkehrs)"Suenderkartei" gelandet.....

"Ein Punkt in Flensburg"



Wenn ich so in meinen Kalendernotizen blaettere, habe ich in unserer Basilika Santo Nino zum Dank an Christophorus noch etliche Lichter anzuzuenden. Und ich gelobe, meinen naechsten Besuch bei den Salzburger Festspielen zu einem Abstecher in sein kleines Kirchlein am wunderschoenen Koenigssee, inmitten der Berchtesgadener Bergwelt, zu nutzen. Eine Kerze, von unserem verehrten Kardinal geweiht, ist bereits im Koffer deponiert.



Ein "Teufelszeug" ist sicher der Tacho mit seiner Scheibe, der - soweit man "ehrlich" ist und den kleinen Drehknopf auf das richtige Symbol stellt - exakt aufzeichnet, wie lange man gefahren ist, wann man die "Kiste" abgestellt hat, um am Fahrzeug zu arbeiten oder zu "ruhen" - wie immer man dies auch auslegen mag. Eine einzulegen "vergessene" (weil weggeworfene) Tacho-Scheibe kann durchaus "billiger" sein als .....


Das andere sind - "Papier ist geduldig" - Ladescheine. Ein Satz fuer den Empfaenger, ein anderer ..... als "Reserve" .....


" J u s t - i n - t i m e " !



Jammern tun sie alle: Unternehmer, Behoerden, Gewerkschaften und Politiker sowieso. Letztere reden viel, aber wenn's zur Sache geht, dann wird's merklich ruhiger. Und jeder bedauert sich aus seiner Sichtweise:


Unternehmer beklagen die Flut von Auflagen, den Kostendruck, die Konkurrenz - vor allem aus dem europaeischen Osten .....

Beispielsweise, wenn ein riesiges Unternehmen, das (auch) mehrere Betriebssitze in Osteuropa hat, auf bundesdeutschen Strassen unterwegs ist und seinen Fahrer in Doppelbesatzung einen Monatslohn von fuenfhundert US-Dollar pro Mann bezahlt.

Das ist ein "Riesengehalt" im Kurswert zum Heimatland eines Fahrers, aber eben doch nur ein deutscher Wochenlohn im Langstreckenverkehr. Ein moldavischer Co-Pilot ist, um eien Job im Westen zu kriegen, auch mit einem niedrigeren Gehalt zufrieden ..... und ein Pilipino als Deckssoffizier oder Matrose auf einem deutschen Schiff unter "exotischer" Flagge verdient bedeutend weniger als sein vergleichbarer deutscher Kollege.


Behoerden sind - so wird immer verkuendet - permanent "unterbesetzt", wobei es in nicht wenigen Faellen eher in Ineffizienz bei laschem Management liegt.


Bei der Ahndung von Verstoessen soll nicht auf halbem Wege stehen geblieben werden, indem man den Fahrer allein in die Pfanne haut. Bei der Ursachenforschung, wo der Anfang einer Regelmissachtung liegt, muss auch auf den zugegangen werden, der urspruenglich verantwortlich ist; beispielsweise der Ladeplaner, der Disponent oder der Werkstattmeister .....

"Dann musst Du eben nachschneiden" und er drueckt Dir mit diesen Worten das elektrische Geraet in die Hand, mit dem Du das Profil Deiner (runderneuerten) Reifen "vertiefen" kannst.


Gewerkschaften, die die Rechte von Arbeitnehmern betonen, beziehen sich - wenn's darauf ankommt, sich fuer Betroffene auch wirklich einzusetzen - darauf, ob es sich um Mitglieder handelt oder nicht.

Beispielsweise, als ich aus Anlass einer (planmaessigen) "Ueberladung" - ("Ein Punkt in Flensburg") mit der Gewerkschaft "Oeffentlicher Dienst, Transport und Verkehr" grundsaetzlich ueber diese Problematik im Gueterverkehr ins Gespraech kommen wollte und nach etlichen erfolglosen Telefonaten und Besuchen schliesslich aufgegeben habe. Es liess sich kein Gespraechspartner finden - gut, es war schon fast Sommer .....


Nach einer Reihe von Versuchen mit Vergleichsmoeglichkeit, kann ich - es tut mir leid! - meinen ueber Stress klagenden Kollegen den Hinweis nicht ersparen, dass dieser sehr oft aus einem vernachlaessigten "Time Management" resultiert.

Die fuenf oder zehn Stundenkilometer schneller gefahren, bringen kaum Zeitersparnis, lassen dafuer den Treibstoffverbrauch ueberproportional ansteigen und kosten vor allem Nerven.

Eine zwischendurch eingelegte Pause - wirklich zur Entspannung genuetzt - schafft fuer den Rest der Schicht mehr Leistungsreserven.



Waehrend die Parlamente ueber neue Gesetzesvorlagen brueten, die Bruesseler "Eurokraten" Vorschriften am laufenden Band produzieren, die kaum noch jemand alle kennen, geschweige denn buchstabengetreu befolgen kann, geht die Entwicklung auf der Strasse schneller vor sich, als Planungen nachfolgen.


Die Eisenbahnen, jahrzehntelang vernachlaessigt, bummeln hinter der davoneilenden Zeit her, fahren oft auf Trassen aus der guten alten Dampfrosszeit und koennen den Vorsprung nicht mehr aufholen, den man der Strasse nun einmal waehrend jahrzehntelang verfehlter Verkehrspolitik zugeschanzt hat.

Eine rapide wachsende Armada von Schwerlastern - mit noch mehr PS und immer groesserem Volumen und hoeherer Nutzlast - verstopft und zerstoert Strassen und Autobahnen schneller, als Reparaturen oder Ausbauten oder gar dringd notwendige Neubauten, die immer schwieriger zu realisieren sind, nachkommen koennen. Beispiel: Lueckenschluss des westlichen Muenchner Autobahnrings.


Verkehrsstroeme wachsen schneller und verlagern sich - ohne dass es eines "Genehmigungsverfahrens" bedarf - in Grossraeumen auf zusaetzliche Ausweich- und Alternativrouten.


Das ist in Metro Cebu mit Cebu City's Nachbarstaedten Lapu Lapu City und Mandaue und den angrenzenden Gemeinden in einem Raum, der etwa der Groesse und Bevoelkerungszahl Muenchens mit seinen umliegenden Nachbarn aehnlich ist, nicht anders.

Dazu haben wir's allerdings noch nicht gebracht ..... zu dem in Europa oft wirtschaftlicher zu betreibenden "Lagerhaus Autobahn" -


" J u s t - i n - t i m e "




Ihr Bild


Alfred N. "Joe" Bruckner

Correspondent
Travel Writer - Photographer
Tourist Guide

A B N C - NEWS & COMMENTARIES







M A B U H A Y !

Herzlich Willkommen an Board!




Ein Tag aus dem Leben eines "Captain der Landstrasse"




Der Wecker klingelt kurz vor sechs. An diesem fruehherbstlichen Morgen ist der Himmel noch dunkel; der Wetterbericht in "Bayern-5 Aktuell" - dem Nachrichtensender des Bayerischen Rundfunks - kuendigt einen schoenen Tag an.


Gestern wurde es (wieder einmal) reichlich spaeter, als ich mit sechs grossen Papierrollen an Board aus Plattling zurueckkam und den Vier-Meter-Planensattelzug zur Weiterfahrt nach Frankreich an meinen franzoesischen Kollegen uebergeben hatte.

Fast zwei Stunden war ich naemlich in einem Stau auf dem Irschenberg: gut eine Stunde kam man - im Regen - auf drei Kilometern nur im Stop-and-Go vorwaerts, eine Stunde lang ging auf drei Spuren gar nichts mehr. Verkehrsunfall auf der Gefaellestrecke der Richtungsfahrbahn Salzburg. Endlich auf dem Scheitel angekommen, wurde - Vollsperre! - der dichte Verkehr doch auf die Landstrasse abgeleitet. Der Regen hatte mittlerweile aufgehoert; man kam auf schmalen Strassen dennoch nur sehr langsam voran.

Wenigstens traf ich zeitgerecht zur Mittagspause beim Rosenheimer Empfaenger meiner Ladung "Holz aus Frankreich" ein und konnte mich nach dem Lunch und dem seitlichen Abladen mittels Gabelstapler zur Leerfahrt nach Plattling auf den Weg machen. Die Kantine der Papierfabrik war noch auf, als ich dort eintraf.





Am Betriebsgelaende der Spedition ist die Morgendaemmerung bereits dem Tag gewichen. Die Wetterfroesche haben Recht behalten - es wird ein schoener Tag!

Nanu, da ist ja heute ein etwas betagt aussehender Scania im Hof? Es ist eine Ersatz-Zugmaschine, weil die andere in Reparatur ist.

Der franzoesische Kollege, der den geschlossenen Kippersattel aus Frankreich gebracht hat, ist bereits in seiner Unterkunft. Er wird mich heute abend wieder abloesen.


"Pre-Flight-Check".

Leitungen scheinen dicht zu sein; keine Tropfen auf der trockenen Fahrbahn sichtbar. Doch was ist das ?? Der Tank an der linken Seite, in dem sich das Hydaulikoel fuer den Kippmechanismus befindet, ist eingedrueckt. Es ist eine alte Delle. Doch der Tankdeckel fehlt!


Einsteigen.

Tacho-Scheibe einlegen. Der Fahrtbericht mit Scheibe der Nachtfahrt ist in der Mappe mit den Fahrzeugpapieren; auch die Scheibe des anderen Fahrers, der die Tour gestern in Frankreich gefahren hatte.

Ladepapiere:

Vierundzwanzig Tonnen (franzoesisches) Weizenmalz fuer die Herstellung des so gut schmeckenden (bayerischen) Weissbiers ..... bestimmt fuer die Brauerei, die den weltweit wohl bekanntesten Muenchner Fussballclub sponsort und dessen eine Spieler, der von der Isar (zurueck) in die Pfalz wechselte, als Hauptdarsteller in etlichen Werbespots fuer das koestliche Nass zu sehen war - Mario Basler.

"Einmal landet jeder beim Erdinger Weissbier"


Das erste Etappenziel meiner Tagestour ist nicht weit entfernt. In der dortigen Werkstatt finde ich bestimmt, was ich vor Abfahrt vergeblich suchte - irgendetwas zum Abdecken des Tankeinfuellstutzens.

System-Check.

Die Ankunft meines Kollegen war vor gut einer Stunde. Kontrollinstrumente zeigen: alle Systeme funktionsbereit. Lichter? OK! Motor an.

Das Boardradio auf "Bayern-4 Klassik" eingestellt - Verkehrsdurchsagen von "B-3" kommen automatisch dazu.

Sitz nachgestellt. Gerne habe ich die Sitzflaeche leicht nach hinten ansteigend (es macht mich mit meinen 5"8 etwas groesser) - die Sitzvorderkante drueckt nicht in die Oberschenkelmuskulatur im Bereich der Kniekehle; Rueckenlehne nur wenig geneigt, im Lendenwirbelbereich etwas Luft eingepumpt, das ganze etwas nach vorne gekippt - bequem erreiche ich ohne Positionsveraenderung des Oberkoerpers alle Handgriffe im Cockpit, auch das Lenkrad laesst sich so bequem linkshaendig bedienen. Der Gurt ist nur "Dekoration". Die Spiegel passen.



Wenn ich dabei an unsere Trucks denke ..... "Surplus", aus mehreren wiederverwendbaren oder recycelten Spareparts mit nachgebauten oder importierten Teilen zusammengebastelt.

Instrumente braucht man nicht; Wasser und Oel wird bedarfsweise nach und nach zugegeben. Und wie schnell man faehrt, ist eh wurst - denn schnell geht's auf unseren Strassen mit den vielen Loechern und in Ballungsraeumen mit meist dichtem Verkehr ohnehin nur selten. Radar hat nur die Flugsicherung und die kuemmert sich nicht um die "Tiefflieger auf Flugflaeche Null". Wichtig sind allerdings "Stereo" und Horn oder die vielen bunten und blinkenden Lichter, die manche Trucks und Busse wie Christbaeume aussehen lassen.

Es gibt auch komplett importierte Fahrzeuge - aber nicht neu, denn darauf waere der Einfuhrzoll unbezahlbar. So kriegen wir, das unsere Nachbarn als "Schrott" aus dem Verkehr ziehen und froh sind, wenn's dafuer noch Abnehmer gibt.

Bei uns ueberprueft kein "TUeV"; doch wir haben in den Zulassungsbestimmungen einen Passus, nach dem bei der zustaendigen Dienststelle des "Land Transportation Office" anlaesslich der jaehrlich zu erneuernden Zulassung eine "Ueberpruefung" der Fahrzeuge zu erfolgen hat ..... steht auf dem Papier.

Einige Jahre lang durften "RHD" (rechts gelenkte) Trucks und Busse aus Laendern mit Links-Verkehr eingefuehrt werden, bis sich die Unfaelle so haeuften, dass innerhalb eines knappen Jahres alle Vehicles umzuruesten waren und Importe
jetzt einen Umruestsatz dabei haben muessen.



Abfahrt.

Nach einer kurzen Strecke fahre ich auf die nur in der Gegenrichtung zum Muenchner Stadtzentrum dicht befahrene Autobahn ein und komme rasch zur A-92 in Richtung Landshut.

Auch wenn der Kilometerzaehler ueber neunhunderttausend zeigt, die Kiste gehoert bereits zur neueren Generation: Tempomat, Retarder. Mann, wie geniesse ich diese Fahrten!

Jetzt noch AirCon ..... aber das waere wohl zuviel des "Luxus". Moeglicherweise liegt es daran, dass wir in den Philippines nur zu kuehlen brauchen und nicht heizen muessen, sodass AirCon selbst bei den alten Modellen, vor allem bei Bussen, eher selbstverstaendlich ist. Sehr zu schaetzen - soweit frueher einmal bei der US-Armee im Einsatz gewesen oder von ihr zurueckgelassen worden - ist bei diesen Fahrzeugen die Automatic!


Tempomat auf Achzig ("plus") - das ist angenehmes, gleichmaessiges Rollen; langsam genug, dass eilige(re) Kollegen relativ zuegig ueberholen koennen. Kurzes Blinken "Du bist vorbei" und der Abstand vergroessert sich rasch wieder - ich hab gerne ein bis zwei "Pfosten" Zwischenraum zum Vordermann und selten komme ich (bei diesem Tempo) einem Vorausfahrenden zu nahe.

So liebe ich die "Zeichnungen" auf meinen Scheiben: gerade Linien an der Achziger- oder Sechziger-Marke, wie mit dem Lineal gezogen ..... Lass sie ruhig stehen mit ihren "Blitzern", die die privaten Radio-Sender in Muenchen (freundlicherweise) verraten. Nur der "BR" macht bei diesem Unsinn nicht mit.


An der Flughafenausfahrt entscheide ich mich fuer den Short-Cut und gleite rechts beim BESUCHERPARKam "Feldherrnhuegel" vorbei, an dessen Fuss eine SuperConnie on-block ist. Daneben stehen eine DC-3, bei dessen Anblick Erinnerungen wach werden, und eine gute, alte "Tante-JU". Eine solche kann man auch im Deutschen Museum in Muenchen sehen. Zu einem Besuch der Flugwerft in Oberschleissheim habe ich leider keine Zeit mehr gehabt. Schade. Beim naechsten Mal.


Steh'n sie heut' wieder? Diese Frage stellt sich, wenn man eine strategisch guenstige Stelle an der Verbindungsstrasse von der Autobahn zur Stadt Erding passiert. Nein - es ist erst kurz vor acht; kein Auto rechts im Feld, keine kleinen Staebe, kein Kaestchen neben der Fahrbahn.



Dann lande ich beim "Erdinger Weissbier".



Waehrend die Probe, die aus meiner Weizenmalzladung gezogen wurde, bei der Laboruntersuchung ist, habe ich Zeit, mich auf die Suche nach etwas Plastik und Draht zu machen, um den fehlenden Tankdeckel zu ersetzen. Wie ich vermutete, werde ich - wie schon einmal zuvor bei anderer Gelegenheit - tatsaechlich fuendig. Der Tank ist "zu".

Inzwischen sind auch die anderen Vorbereitungen zur Entladung in den Trichter, ueber den das Weizenmalz auf Transportbaendern zu den Silos laeuft, abgeschlossen. Vom Buero des Braumeisters kommt das "OK". Der Kipper kann eingeschaltet werden, das Malz beginnt unter dem geoeffneten kleinen Schiebetuerchen an der Luke der rechten rueckwaertigen Laderaumtuer durch den zuvor angebrachten Schlauch in den Trichter zu fliessen.

Das relativ schwere Weizenmalz ist auf dreizehn Metern Laenge durchschnittlich nicht einmal einen Meter hoch geladen. Der Kipper wird, um das Ladegut nicht zu schnell nach hinten rutschen zu lassen und dadurch zu hohen Druck auf die Laderaumtueren zu verursachen, in mehreren Stufen langsam angehoben. So dauert der Entladevorgang etwas ueber eine halbe Stunde. Dann muss die Ladeflaeche gereinigt und fuer die naechste Tour vorbereitet werden.


Anruf per Auto-Telefon bei der Zentrale in der Naehe von Paris. Waehrend ich mir in der Kantine die Weisswuerste schmecken lasse - nein, ich trinke kein Weissbier dazu, denn das alkoholfreie schmeckt mir nicht und "Leicht" habe ich nur als "Schneider Weisse" in Kelheim kennengelernt - kommt der Rueckruf und Anweisung fuer das naechste Ziel:


Kreisstadt Freyung, noerdlich von Passau.


An diesem Vormittag in der Wochenmitte ist nicht viel Verkehr auf der Autobahn in Richtung Deggendorf - auch kein Stau an der Baustelle nach der Ausfahrt Moosburg in Richtung Landshut.

Eine Woche zuvor, es war Freitag-Nachmittag, wenn die Rush Hour frueher einsetzt und mehr Niederbayern auf dem Heimweg ins Wochenende sind, gab's dort einen langen Stau. Am Ende des zweispurigen Baustellenbereichs mit Gegenverkehr hatte sich ein LKW mit Anhaenger zu stark in Richtung der rechten Leitplanke verbeugt und dem Fahrer gelang danach das Aufrichten aus eigener Kraft nicht mehr. Ein Kran musste erst angefordert werden. Als ich im Deggendorfer Hafen ankam, um eine Ladung Holz aufzunehmen, hatte man sich dort bereits in das Wochenende verabschiedet gehabt. Ersatzweise wurde dann eine fuer Frankreich bestimmte Ladung in Augsburg gefunden.


Kein weiterer Stau, aber eine weitraeumige Umleitung wegen Strassenbauarbeiten zwischen Autobahnabfahrt und Freyung - gut zehn Kilometer Umweg bergauf, bergab und ueber enge Kurven in Waeldern, schmale Ortsdurchfahrten ..... immer mit einem vorsichtigen Blick auf Dachvorspruenge.

Rechtzeigig halte ich meine rechte Hand zurueck, die in einer automatischen Reflexbewegung bei solchen Gelegenheiten gewohnheitsmaessig auf das Horn zu druecken trainiert ist. Aber waehrend in Gegenden, in denen die Sonne etwas laenger und intensiver scheint, dies eine gute Methode und etwas ganz Selbstverstaendliches ist, wird dies im kuehleren Norden oft missverstanden.

Das ist uebrigens nicht der einzige Unterschied: beispielsweise signalisiert vielerorts - und besonders bei uns, wo im Gegensatz zu Mitteleuropa nur ein fast verschwindend geringer Bruchteil dessen als Schilderwald neben den Strassen steht - ein Anblinken mit der Lichthupe, dass der, der zuerst drueckt, bei einer Engstelle weiterfaehrt oder eine Kreuzung ohne anzuhalten zu ueberqueren beabsichtigt. Versuchen Sie dieses einmal in Deutschland! Die Bedeutung des Zeichens mit der Lichthupe hat bei einer solchen Gelegenheit genau das Gegenteil: "Komm, Du darfst!"



In der Disposition hatte man vergessen, dass der Kipper in der verfuegbaren Ladehoehe um gut dreissig Centimeter niedriger ist als der Vier-Meter-Planensattel. Es fehlt wirklich nicht viel, aber die in Kartons verpackten Plastikwaren koennen nicht "gestaucht" werden.

Anruf in der Zentrale ..... Warten ..... Rueckruf: Ladungswechsel.

Mein Kollege, mit dem ich Ladung tauschen soll, ist gut zweihundert Kilometer entfernt. Das bringt mir - sehr zu meiner Freude - eine satte (Zwangs)Pause und ein verspaetetes, aber ausgezeichnetes Mittagessen in einem nahe gelegenen Landgasthof, der noch dazu bodenstaendige Kueche bietet.

Danach - die Ladestelle liegt ausserhalb der Stadt Freyung in Richtung tschechischer Grenze - bei einem Waldspaziergang in gut neunhundert Meter Seehoehe frische Luft in die Lungen gesogen und, es ist immer noch genuegend Zeit zur Verfuegung, noch einen in meiner Wahlheimat bei solchen Gelegenheiten sehr beliebten "Nap" .....


Mein Kollege kam aus einer anderen Richtung ueber Passau und brauchte deshalb die Umleitung nicht zu fahren. Seine paar Paletten mit sechzehnhundert Kilo sind schnell umgeladen und ich mache mich - ausgeruht und entspannt - auf den Weg.

In Freyung entscheide ich mich fuer den Weg ueber Grafenau in Richtung Deggendorf und dann weiter zur Autobahn nach Muenchen. Es ist eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke - auf gut ausgebauten Strassen geht's hinunter zum Donautal.

Am Ende einer langen Passage der mit leichem Gefaelle ueber weite Kurven, teils durch Wald fuehrenden Strasse, auf der man das Fahrzeug sanft und ohne wesentliche Geschwindigkeitsveraenderungen dahingleiten lassen kann - eine aehnliche Route gibt es auf der Insel Leyte zwischen Ormoc im Westen und der Provinzhauptstadt im Osten, mit dem Unterschied, dass im Wahlbezirk der ehemaligen First-Lady und zwischenzeitlichen Kongress-Abgeordneten Imelda Marcos die Strassenraender mit Blumen bepflanzt sind und jede Barangay in den Vorgaerten ihre eigenen Farben in der Blumenpracht zur Schau stellt ..... also, bevor ich wieder eine Ebene erreiche, sehe ich sie ..... die mir an der Einfahrt zu einem rechts von der Strasse gelegenen Parkplatz entgegengehaltene Polizeikelle .....


V e r k e r h s k o n t r o l l e


Zu schnell ?? Kann nicht sein. Mein Tempomat - bei Sechzig gesetzt - funktionierte.

Geschwindigkeitsbegrenzung ?? Habe ich keine gesehen ..... oder vielleicht doch ??

Radar ?? Meist nicht mehr um kurz vor sechs.

Das sind so meine ersten Gedanken beim Abbiegen auf den Parkplatz. Da sehe ich ihn auch schon - den geparkten Polizei-VW-Bus und erinnere mich, dass ich diesen eine Weile vorher an einer guenstigen Stelle ueberholen habe lassen. Mal sehen, was die von mir wollen.

Fahrzeugpapiere, Ladeschein, Fahrerlaubnis, Tacho-Scheiben.

"Und was ist das?" Der Finger des einen uniformierten Polizisten zeigt auf die Delle am linken Tank und meine provisorische Abdeckung, waehrend sein Kollege hinzukommt.

Es bedarf einiger Ausfuehrungen, um zu erklaeren, dass ich das Fahrzeug erst am Morgen uebernommen hatte, dass die Beschaedigung schon alt ist, dass ich den Tank in Erding verschlossen hatte, weil der Deckel fehlte ..... und dass dies kein Diesel-Tank ist.

Na ja, nach einer Weile akzeptieren die beiden meine Erklaerungen - man haette ja durchaus annehmen koennen, dass die Delle auf einen Unfall zurueckzufuehren sei. Ganz zweifelsfrei schienen sie nicht zu sein, denn einer meinte, bei der "BAG" - das ist die Aufsichtsbehoerde fuer das Guetergewerbe und deren Leute sind (nicht zu Unrecht) "gefuerchtet" wegen ihrer strengen (und unnachsichtigen) Konntrollen - wuerde ich damit nicht durchkommen.


Bei den franzoesischen Fahrzeugpapieren hakt's wieder: der Auflieger ist "Original", fuer den habe ich Papiere. Fuer die Zugmaschine habe ich - da als Ersatz geleast - nur Copien. Auch das wird schliesslich akzeptiert.


Der andere Beamte steigt, in seiner Hand meine persoenliche Brieftasche mit Fuehrerschein und - neben ein paar anderen Ausweisen - meiner "ID" von CITOM (Cebu Integrated Traffic Operational Management) in den VW-Bus, um zu telefonieren. Meinen Reisepass habe ich nicht dabei; der ist in Muenchen.

Es dauert eine Weile, bis auch diese Ueberpruefung erledigt ist und er mir meine Papiere wieder zurueck bringt.


Durch die Luken in den rueckwaertigen Laderaumtueren kann man gut auf die Ladung sehen. Meine Begleitpapiere sind in Ordnung.


Etwas mehr Ueberzeugungskraft bedarf es bei der Erlaeuterung der verschiedenen Tacho-Scheiben:

Bei mir habe ich die Copien der Scheiben von Montag und Dienstag - jeweils von verschiedenen Fahrzeugen. Am Montag brachte ich Holz aus Frankreich nach Rosenheim und nahm danach lediglich eine Ladung in Muenchen auf, die mein Kollege abends nach Frankreich fuhr. Am Dienstag war ich nochmals nach Rosenheim unterwegs, fuhr leer nach Plattling, um Papier zu laden.

Dem Tacho entnehme ich die heutige Scheibe und zeige sie zusammen mit dem Fahrtbericht und Scheibe des Kollegen; dazu noch die Scheibe des franzoesischen Kollegen vom Vortag.



Die Procedur, wie sie in dieser Spedition gehandhabt wird, fuer die ich zeitweise unterwegs bin, ist - besonders bei groesseren Flotten im grenzuebrschreitenden Verkehr - sehr zur Nachahmung zu empfehlen:


Routen werden jeweils in drei Etappen gefahren:

Montags: Frankreich (entladen) - laden, nachts nach Deutschland
Dienstag: Deutschland entladen - laden, nachts nach Frankreich
Mittwoch: Frankreich entladen - laden, nachts nach Deutschland
Donnerstag: Deutschland entladen - laden, nachts nach Frankreich
Freitag: Frankreich entladen - laden

Sonntag: nachts nach Deutschland
Montag: Deutschland entladen - laden, nachts nach Frankreich
Dienstag: Frankreich entladen - laden, nachts nach Deutschland
Mittwoch: Deutschland entladen - laden, nachts nach Frankreich
Donnerstag: Frankreich entladen - laden, nachts nach Deutschland
Freitag: Deutschland entladen - laden, nachts nach Frankreich

Feiertage unterbrechen den Fahrzeugumlauf wie Wochenenden.

Fahrer sind - einer in Frankreich, einer grenzueberschreitend und einer in Deutschland - im Einsatz und kommen unter "normalen" Bedingungen und ohne aussergewoehnliche Verkehrsverhaeltnisse in der Regel nicht (wesentlich) ueber Grenzbereiche hinaus.

Der Nachtfahrer bleibt jeweils auf der "seiner" Zugmaschine, hat in Deutschland eine Unterkunft zur Verfuegung und ist in Frankreich zu Hause. Die beiden Tagfahrer in Frankreich bzw. Deutschland wechseln jeweils jeweils am naechsten Tag auf einen anderen Zug.

Selbst laengere Wartezeiten an Lade- oder Entladestellen wirken sich nur "lokal" aus; morgens sind alle Fahrzeuge in jedem Fall puenktlich am ersten Zielort in Deutschland oder Frankreich - abgesehen von verkehrsbedingten Verspaetungen nach Fahrzeuguebernahme durch den Tagfahrer.



"Aller guten Dinge sind drei!"

Dies ist meine dritte Verkehrskontrolle in Bayern.


Die erste hatte ich gleich bei meiner ersten Ausfahrt in Muenchen - an einem Montagmorgen, unterwegs mit einem leeren Betonmischer, nur zur Ueberstellung in ein anderes Werk.

Bei der zweiten hatte es mich kalt erwischt, als ich auf den beiden Hinterachsen eines Drei-Achser-Betonmischers zwei Tonnen ueberladen war .....




Nach diesem unerwarteten Zwischenspiel kann ich meine Fahrt in Richtung Deggendorf fortsetzen und erreiche vor Beginn der Abenddaemmerung die Autbahn Richtung Muenchen, die nur geringes Verkehrsaufkommen hat. Da mein franzoesischer Kollege nach Uebernahme des Fahrzeugs noch zu laden hat, verzichte ich auf einen Stop im Rasthof Woerth.



Das darf doch nicht wahr sein !!


Nach Passieren der Ausfahrt Erding sehe ich, bereits aus einigen hundert Metern Entfernung, am rechten Pannenstreifen etliche Warnblinklichter. Unverzueglich reduziere ich meine Geschwindigkeit und schalte mein Warnlicht ein.

Im Scheinwerferlicht sehe ich, dass am linken Rand des linken Fahrstreifens ein unbeleuchteter, dunkler PKW an der Leitplanke fast quer zur Fahrbahn steht. Nachfolgender Verkehr ist weit zurueck. Um den Fahrstreifen zu blockieren und zu sichern, ziehe ich nach links und rolle vor der Unfallstelle aus.

Etliche Leute stehen am rechten Pannenstreifen, manche mit "Handy" am Ohr. Glassplitter, kleinere Karosserieteile liegen auf der Fahrbahn. Offensichtlich ist kein Treibstoff ausgeflossen.

Meine erste Frage nach Verletzten wird negativ beantwortet. Die Fahrerin des verunglueckten PKW, der - nach ihren Angaben - von einem anderen PKW beim Einscheren nach einem Ueberholvorgang geschnitten wurde und dadurch ins Schleudern kam, scheint unverletzt zu sein.

"Hat schon jemand die Polizei gerufen?" "Ja, ein Mann ist zur Notrufsaeule unterwegs ....."

Ich traue meinen Ohren nicht - bei der Anzahl von "Handies"!

Dann rufe ich auf meinem philippinischen Mobil Phone, das ich in Deutschland mit einer aufladbaren Karte benutzen kann, den 110'er-Notruf der Polizei. Waehrend meines Gespraechs kommt ueber die andere Leitung ebenfalls die Unfallmeldung.


Es ist unglaublich, wie trotz der vielen Blinklichter auf dem Pannenstreifen und mittlerweile auch an meinem, den linken Fahrstreifen blockierenden weissen Sattelauflieger, der zudem im Lichtkegel mehrerer PKW am Pannenstreifen war, viele Fahrer mit unangepasst hoher Geschwindigkeit auf dem einzigen verbliebenen Fahrstreifen mit unangepasst hoher Geschwindigkeit vorbeipreschen.

Vor meinem Eintreffen ist - nach den Angaben der verunglueckten PKW-Lenkerin - ihr Wagen, der in den linken Fahrstreifen ragte, noch von einem vorbeifahrenden Wagen touchiert worden, der jedoch - ohne anzuhalten - weitergefahren ist.

Etliche - lange - Minuten dauert es, bis endlich die Polizei mit einem Streifenwagen eintreffen kann, da dieser zunaechst auf der anderen Fahrbahn in Richtung Landshut weiterfahren muss, bevor er bei naechster Gelegneheit auf die Richtungsfahrbahn Muenchen wenden kann.


Damit ist mein "Job" getan, fuer ein Protokoll werde ich nicht benoetigt und so kann ich meine Fahrt - nun mit ziemlicher Verspaetung - fortsetzen


" J u s t - i n - t i m e ! "



Drei oder vier Kilometer weiter; der Hintergrund links von der Autobahn ist in hellem Schein, die blinkenden Navigationslichter der Flugzeuge im Steigflug sind in dem noch mondlosen Abendhimmel gut zu sehen - einer geradeaus, einer in einer Rechtskurve nach Norden.

Besonders helle und sich vorwaerts bewegende Punkte in den Sternbildern sind Ueberflieger. Bald bin ich auch wieder an Board und nach elf oder zwoelf Stunden Flug am Umsteigeflughafen Kuala Lumpur, bevor ich nach einem Stop-over und einem Stadtbummel durch Malaysias Hauptstadt am naechsten Nachmittag in Cebu lande.

Doch zuvor feiere ich mit den Muenchnern noch Oktoberfest .....

Der Nachrichtensprecher in "Bayern-5 Aktuell" liest die Nachrichten. Das Telefon klingelt.

Mein Kollege wartet schon ungeduldig - er muss ja noch laden, bevor fuer ihn der Dienst beginnt. Bereits auf Suedkurs, gleite ich auf die Lichter der Muenchner Stadt zu.


" B o n V o y a g e ! "

In dieser fortgeschrittenen Abendstunde lasse ich mich von einer charmanten Lady in ihrem Taxi - Fahrerinnen gibt's bei uns in Cebu (leider) noch nicht - zu meiner Schwabinger Wohnung fahren.