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Muenchner Geschichten 1999 - 2000 "Mit Ude bleibt der Stau" OB-Wahlkampf 1999 in Muenchen by Alfred N. "Joe" Bruckner A B N C - NEWS & COMMENTARIES
Am Montag duerfen in ganz Muenchen nur Radfahrer fahren, am Dienstag nur Automobile, am Mittwoch nur Droschken, am Donnerstag nur Lastautos, am Freitag nur Strassenbahnen, am Samstag nur Bierfuhrwerke. Die Sonn- und Feiertage sind nur fuer Fussgaenger. Auf diese Weise koennte nie mehr ein Mensch ueberfahren werden. Karl Valentin. Schoen waer's ja, was da im Valentin Muesaeum im Turm am Isartor zu lesen ist und worueber sich der weit ueber den "Weisswurst-Aequator" und die weiss-blauen Grenzen hinaus bekannte Muenchner Humorist und Komiker Karl Valentin Gedanken machte, als er ueber das schon zu seiner Zeit vorhandene Verkehrsproblem in der bayerischen Landeshauptstadt nachdachte. Klar, dass Verkehr auch eines der Themen des OB-Wahlkampfes 1999 war, als der Sessel des Muenchner Stadtoberhaupts wieder zu besetzen war. Angetreten sind - unter anderen - der Amtsinhaber und Sozialdemokrat Christian Ude und sein Herausforderder von der Christlich-Sozialen-Union, der Bundestags-Abgeordnete Aribert Wolf. "Mit Ude bleibt der Stau" stand auf den Plakaten zu lesen, die Muenchner Strassen "zierten", als ich auf meiner diesjaehrigen Europa-Tour erneut in Muenchen Gast sein durfte. Und weil ich auch heuer wieder ferienbedingte Personalengpaesse im Fahrdienst fuer verschiedene Unternehmen ausgleichen helfen durfte, waren Verkehr bzw. Traffic Management ------------------------------------------------------ natuerlich Themen, die mich sogar persoenlich beruehrten, denn ich war auf Muenchens und Bayerns Strassen unterwegs als Captain der Landstrasse und waere beinahe sogar mit einem Punkt in Flensburgs "Verkehrssuender-Kartei" gelandet. Um es vorweg zu nehmen, Muenchens Oberbuergermeister Christian Ude hat mit klarer Mehrheit der Waehlerstimmen seinen Sessel verteitigt. Aribert Wolf bleibt im Bundestag und wartet auf die naechste Nominierung als Ude's Herausforderer. Bleibt der Stau? Ob Ude oder Wolf, ob "schwarze" oder "rote" oder wie auch immer "gefaerbte" Mehrheiten im Stadtrat, Stau auf Hauptstrassen und Transitrouten durch die Stadt oder um die Stadt herum scheint zu Muenchen ebenso zu gehoeren wie der sprichwoertliche weiss-blaue Himmel zu Bayern und der Foehn, bei dem man glaubt, die Zugspitze sei gleich hinter der suedlichen Stadtgrenze. An dieser Stelle sei nicht auf die Ursachen selbst eingegangen, denn diese liegen zum groessen Teil ausserhalb der Verantwortlichkeit von "Lokalpolitikern", weil sie naemlich in einer Verkehrspolitik begruendet sind, die Individualverkehr und rollende "Lagerhaeuser" auf den Strassen mehr foerderte als auf der Schiene, sondern mehr auf ein paar Dinge, die "hausgemacht" sind oder zumindestens durch - wir nennen es "political will" - in hohem Masse beeinflussbar waeren. Und ich moechte zwei Bereiche aufgreifen, die bei der "Staubewaeltigung" ----------------------------------------------- eine Rolle spielen koennten, ohne dass es dazu eines groesseren Aufwandes beduerfe - ausser die Effizienz zu verbessern. Eine sehr haeufig festzustellende Ursache von Stau ist die bei nicht wenigen Fahrern zu beobachtende mangelnde Verkehrsdiszipin - beispielsweise das moeglichst lange Verweilen auf einem linken Fahrstreifen, wenn rechts abgebogen werden muss und dann - mitunter verkehrsgefaehrdend - mehrere Spuren gekreuzt zu werden haben. In diesem Zusammenhang ist auch das - leider - oftmals nicht funktionierende Einfaedeln nach dem Reissverschluss-Verfahren zu erwaehnen. Und dann ist da noch, dass - fuer die Verkehrsverhaeltnisse - viel zu schnell gefahren wird, was in diesem Lande nicht verwunderlich ist, weil auch der viele Millionen Mitglieder starke Autofahrer-Interessenverein "ADAC" (Allgemeinder Deutscher Automomil Club) die Verteidigung der "Freiheit", auch des uneingeschraenkten Rasens, wichtiger zu erachten scheint als vernuenftige Aufklaerung - zum Beispiel dahingehend, dass geringere Geschwindigkeiten oft ein viel zuegigeres Vorankommen ermoeglichen, weil dann dichter aufgefahren werden kann und so eine Strasse mehr Verkehr aufzunehmen in der Lage ist, als wenn bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten groessere Abstaende erforderlich sind. Ein Wort an dieser Stelle an die "Ordnungshueter": Es sind meist immer die gleichen Stellen, an denen ein Stau entsteht, und die duerften auch in den Amtsstuben bekannt sein. Also - mehr Praesenz "vor Ort" taete gut. Uniformierte an "kritischen Stellen" postiert, Polizeifahrzeuge gut sichtbar aufgestellt (statt vor Revieren geparkt), heben mit Sicherheit die Verkehrsdisziplin, wenn man unvernuenftige Verkehrsteilnehmer herauspicken kann - nicht zum "Abkassieren", denn das tut nur selten wirklich "weh". Was viel "schmerzlicher" ist fuer jemanden, der's furchtbar eilig hat, ist der "Verlust an Zeit"! Eine andere Sache ist der sogenannte "Ruhende Verkehr" ----------------------------------- Wer hat sich nicht schon ueber ein "Knoellchen" geaergert, wenn an einer Parkuhr die Zeit abgelaufen war oder nach einem kurzen Stehen in einem "Halteverbot" unter dem Scheibenwischer ein Strafzettel die Windschutzscheibe zierte? Auch Muenchen leistet sich eine Truppe mehr oder weniger charmanter Damen und Herren - hin und wieder kommt mir dabei die Bezeichnung "Spaziergaenger" in den Sinn, die in amtlichem Auftrag "Verkehrssuender" zur "Ordnung" mahnen sollen und dabei auch noch etwas in die Oeffentlichen Kassen bringen. Meist sieht man diese freundlichen Uniformierten an den (einnahmestarken) "Rennstrecken" - selten oder so gut wie nie - in den Stadtrandbezirken, wo ruecksichtslose Zeitgenossen sich einen Pfifferling kuemmern um - wie ich aus eigener Erfahrung zur Genuege weiss - Muellabfuhr, Zustelldienste in Lieferzonen, Baustellen-Einfahrten, etc. Dass insbesondere "Zweitspurparker" den Busfahrern nicht selten das Leben zusaetzlich schwer machen, wenn sie - wie beispielsweise bei mir im ersten Teil der Hohenzollernstrasse, wo diese Strasse Einbahn ist - links und rechts so versetzt parken, dass zwar ein PKW keine Muehe hat, aber vergessen, dass ein Gelenkzug etwas mehr Raum braucht als die zehn Quadratmeter, die sie fuer sich selbst grosszuegigst in Anspruch nehmen. Ein besonderes Kapitel sind die "Schnittpunktparker" - jene Zeitgenossen, die ihr Vehikel an Krezungen so intelligent abstellen, dass - insbesondere fuer Lastkraftwagen - oftmals das Einbiegen nicht nur erschwert, sondern unmoeglich ist. Erstaunlicherweise bleiben diese Fahrzeuge meist "unbehelligt", auch wenn im Verlauf einer Strasse davor und dahinter Zeitueberschreitungen an Parkuhren "geahndet" werden. Dass durch mehr "Anwesenheit" auch die Parkdisziplin verbessert werden koennte, ist zwar logisch nachvollziehbar, doch - wie's scheint - nicht zu erwarten. Dass dabei auch "Parkplatzsuch"-Verkehr reduziert wuerde, liegt auf der Hand! An wem liegt's? Doch nicht nur an "Ude"! |
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![]() Alfred N. "Joe" Bruckner Correspondent Travel Writer - Photographer Tourist Guide A B N C - NEWS & COMMENTARIES |
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