Auf Reise in Tibet  


Tibet
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Quelle: Virtuelle Reisewelt Europa & Asien


Auf die westliche Welt übt Tibet seit der Grenzöffnung für Touristen eine große Anziehungskraft aus. Das mag wohl darin begründet sein, daß der friedliche Wiederstand gegen die Besetzer aus China in der ganzen Welt bekannt geworden ist. Vorallem der Dalai Lama übt darauf einen großen Einfluß aus. Potala-Palast in LhasaAber auch die Kultur und die buddhistische Religion findet viele Anhänger in der westlichen Welt. Egal was nun der Auslöser für den Beliebtheitsgrad dieses unterdrückten Landes darstellt, Tibet ist und Tibet wird für sehr lange Zeit ein besonderes Erlebnis einer Asien-Reise darstellen.

Die faszinierenden Plätze des Landes, die Mystik und die atemberaubende Schönheit der Landschaft sind einzigartig. In den Dörfern des Graslandes und in den Flußtälern prägen immer wieder vergoldete Dächerder Lamaklöster das Bild und scheinen der Umgebung ihr Leben zu verleihen. Die Menschen sind einfach und haben sich ihrer Umgebung angepasst, Sie durchwandern das Grasland mit ihren Yaks und Schafen wie dahinziehende Wolken. Dem Klima angepasst, tragen sie farbenfrohe Kleidung mit typischen Ornamenten. Großartige Musik und Tanz sind entstanden, im Einklang der Lebensrythmen.
 
 

Die chinesische Kolonie Tibet

Tibet, das Land auf dem Dach der Welt, war über Jahrhunderte ein unzugängliches, von der Welt
abgeschlossenes Gebiet. Die Tibeter haben als Händler, Nomaden und Viehhütergelebt. Dann entwickelte sich der Ackerbau, und die wenigen fruchtbaren Felder wurden bewässert. Tibets Kultur genoß in der ganzen Region hohes Ansehen - heute ist es ein Volk ohne Hoffnung, von der Welt vergessen. Jahrhundertelang gab es in Tibet eine Gesellschaft, die auf den Lehren des Buddhismus beruhte, und seit dem 17. Jahrhundert wird es von den Dalai Lamas regiert. Tausende von Klöstern beeinflußten das Leben der Menschen. Sie förderten die buddhistischen Prinzipien der Gewaltlosigkeit und der mitleidenden Liebe. Bis zur Flucht des 14. Dalai Lama besaßTibet das größte funktionierende Klostersystem der Welt.
Für die Menschen waren das Orte der religiösen Verehrung, Stätten des Lernens und Forschungszentren. Trotz aller Versuche der chinesischen Regierung, den Einfluß der Klöster zu unterbinden, haben sie noch immer einen großen Stellenwert. Sie bilden den Brennpunkt der Gemeinschaft. Die Mönche haben die Aufgabe übernommen, die Sitten und Gebräuche des Landes zu bewahren und weiterzugeben. Nach chinesischer Geschichtsschreibung ist Tibet ein Bestandteil Chinas, obwohl das tibetische Volk vom 6. bis zum 10. Jahrhundert seine eigene Macht bis an den Ganges und mitten nach China hinein ausweitete.
China mußte sogar Tribut zahlen. Das Großreich zerbrach schließlich an religiösen und politischen Gegensätzen. Während der mongolischen Yuan-Dynasie (1279-1368) wurde Tibet zum erstenmal dem chinesischen Reich eingegliedert. Danach blieb es unabhängig, bis die Mongolen Anfangdes 18. Jahrhunderts Lhasa eroberten, da sie das Land als ihre Domäne betrachteten. Um die mongolische Macht zu beschneiden, rückten dieChinesen an und gewannen die militärische Oberhand über Tibet. Die Qing-Kaiser festigten Ende des 18. Jahrhunderts auch die zivile und politische Macht. Die Tibeter nutzten den Sturz der letzten chinesischen Kaiserdynastie 1911, um ihre Unabhängigkeit auszurufen. 1950 fielen chinesische Truppen ohne Kriegserklärung in Tibet ein, um die alten Herrschaftsansprüche durchzusetzen.
Dem militärischhoffnungslos unterlegenen Tibet blieb keine andere Wahl, als zu verhandeln und 1951 ein Abkommen über die "friedliche Befreiung Tibets" zu unterzeichnen. In diesem 17-Punkte-Abkommen verpflichtete sich China, keine Eingriffein die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu unternehmen. Aber unmittelbar danach brachen die Chinesen die Vereinbarungen. Große Teile Tibets wurden abgetrennt und kamen unter die chinesische Verwaltung der angrenzenden Provinzen, Klosterbesitz wurde konfisziert, und die Chinesen versuchten, zusehends stärker auf die Religion Einfluß zu nehmen. Die Zuwanderung chinesischer Siedler nahm stark zu. Es entstand eine Oppositionsbewegung, und ab 1954 kam es zu bewaffneten Aufständen der Tibeter. Als es Anzeichen für eine geplante Entführung des Dalai Lama gab, erreichte der Widerstand 1959 seinen Höhepunkt. Rund 30.000 Tibeter
versammelten sich um den Palast des Dalai Lama in Lhasa, um ihn zu schützen. Unter dramatischen Umständen gelang ihm die Flucht nach Indien, wo ihm Jawaharlal Nehru Asyl gewährte. Cirka 100.000 Tibeter folgten Seiner Heiligkeit nach Indien und der Flüchtlingsstrom hat seitdem nicht aufgehört. Der Dalai Lama bildete in Dharamsala eine Exilregierung. Innerhalb von zwei Jahrzehnten wurde die tibetische Kultur fast vollständig vernichtet. Während der Kulturrevolution in den sechziger Jahren wurden fast alle Klöster und Tempel planmäßig und wohlüberlegt zerstört, Kunstschätze nach China abtransportiert. Tausende von Mönchenwurden entweder getötet oder ins Gefängnis gesperrt. Immer noch wird das tibetische Volk von der chinesischen Besatzungsmacht unterdrückt. Seit 1950 starben ca. 1,2 Millionen Tibeter durch Hunger, Verfolgung, Folterung und Hinrichtung. Zwangsabtreibungen bzw. Sterilisation an
tibetischen Frauen sind üblich. Obwohl dem tibetischen Volk seit 1979 wieder größere Freiheiten
eingeräumt werden und der Glaube die Verfolgung überlebt hat, besteht zwischen Tibetern und Chinesen immer noch ein gespanntes Verhältnis. Die Umsiedlungspolitik von Chinesen nach Tibet ließ die Tibeter zur Minorität im eigenen Land werden. Die Umwelt wird zunehmend durch Raubbau zerstört - Wälder werden abgeholzt, Mineralien abgebaut. Es werden Atomwaffentests durchgeführt und Atommüll abgelagert. Für die Tibeter ist ihr Land zu einem Gefängnis geworden. In Tibet befinden sich ca. 600.000 chinesische Soldaten, es gibt Folter und Massenverhaftungen. Aber weil es keine direkten Wirtschaftsverbindungen gibt, kümmert sich niemand darum. Das Recht spricht aber immer noch zugunsten der Tibeter, die friedlich in ihrem Land leben wollen.

Bis heute konnten sie dem Druck der Chinesen standhalten. Aber wie lange noch? Wie sieht die Zukunft dieses Landes aus? Wird Tibet für immer in Vergessenheit geraten?


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