Kleine Leder Werkstatt

 

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Grundsätzliches zu Material und Werkzeug

Bei Leder unterscheidet man die Qualität die für uns interessant ist folgendermaßen:

Man bekommt das Leder im Bastel- oder Fachgeschäft (zu finden im Branchenverzeichnis). Dort hat man in der Regel auch eine gute Auswahl an Schließen, Ösen, Nieten und Werkzeug. Den Rest besorgt man einfach im Baumarkt. Die Maßangaben für Nieten sind z.B. 9/11, was bedeutet 9mm lang bei einem Kopf von 11mm Æ . Der Bogen Gürtelleder (Lederhals) kostet ca. 80 bis 120 Euro je nach Art, Dicke und Qualität. Daraus kann aber mehr als eine komplette Ausstattung (Fesseln, Halsband, Gürtel, Korsage, Peitschenriemen & Paddel) gemacht werden. Gürtelleder schneidet man am besten mit einem stabilen Teppichmesser und einer Metallschiene für gerade Schnitte. Löcher für Nähte werden mit einer Ahle (oder einer Feinbohrmaschine, 1mmÆ ) gestochen. Um das Gürtelleder geschmeidig zu machen pflegt man es z.B. mit Lederfett oder Lederöl (z.B. Effax Leder Soft) oder alternativ mit Olivenöl oder Nivea Creme (einige Tage Cremegeruch!). Wer die Pflegeprodukte im Fachhandel nicht findet kann auch mal in einem Reiterladen fragen. Wenn man gefragt wird für was man es verwenden will sagt einfach für Lederfesseln ;-) oder lasst euch vorher eine plausible Ausrede einfallen (Gürtel,Zügel, o.ä.).

Werkzeug:

Teppichmesser z.B. mit Alugriff zum aufschrauben und einsetzbaren Klingen

Maßband, Lineal und/oder Meterstab

Metallschiene für gerade Schnitte

Lochzange und Ösenzange (auf passende Ösen achten!)

Ahle für Nahtlöcher in dickem Leder

Hammer und harte Unterlage zum einschlagen der Nieten


Riemenpeitsche (Katze)

Ich habe diverse Anleitungen im Internet gefunden, bin aber anders vorgegangen.

Material:

1 Rundholz Æ 25-30 mm, 25 cm lang

1 Ringschraube 25x12

5 Lederriemen (Schuhband) 1m lang

Holzlack, schwarz (alternativ Leder) zum überziehen des Griffes

Verarbeitung:

Nachdem wir in ein Ende des Rundholzes ein Loch (halber Gewindedurchmesser der Ringschraube) gebohrt haben runden wir die Enden des Holzes noch ab. Unseren Peitschenstiel können wir nun lackieren oder mit Leder überziehen. Wenn der Lack gut getrocknet ist bringen wir die Riemen an der Ringschraube an. Dazu legen wir jeden Riemen auf die Hälfte zusammen und stecken die so entstandene Schlaufe durch die Ringschraube. Nun ziehen wir die beiden Enden durch die Schlaufe und ziehen diese an der Schraube fest. Achte darauf das die Enden der Riemen gleich lang bleiben! Das wiederholen wir mit den restlichen Riemen. Vor dem ersten Gebrauch sollten die Riemen geschmeidig gemacht werden. Einige Riemen haben scharfe Kanten, welche die Haut aufreißen können wenn anfangs zu hart geschlagen wird!

Der Griff bietet viel Raum für Kreativität, da an der Ringschraube z.B. folgende Dinge angebracht werden können: weiche Lederstreifen (für Tit-Tortour), verflochtene Lederstreifen (Peitsche), Schnüre, usw.

 

 

Handfesseln

Material:

Gürtelleder 4x56 cm, 5x60 cm

2 Schließen, 4cm breit

2 D - Ringe

16 Nieten

8 Ösen (optional)

Weiches Leder 6x18 cm* (als Polster, Bekleidungsleder 12x20 cm)

*Umfang des Handgelenkes

Verarbeitung:

Wir nehmen den schmaleren Riemen und teilen ihn ein. Zuerst bringen wir die Schließe und eine Lederschlaufe an und vernähen diese oder nieten sie gleich auf den breiten Riemen. Die Schließe sollte vollständig auf dem Riemen aufliegen. Nun Vernieten wir den schmalen Riemen mit der Schließe und dem Ring auf dem breiten Riemen an folgenden Stellen: Zwei Nieten (ggf. vier) hinter der Schließe und vor dem D - Ring, zwei Nieten hinter dem D - Ring, zwei Nieten am Ende (siehe Bild).

Nun stanzen wir die Löcher passend in die Handfessel. Nun nähen wir als Polster das Bekleidungsleder ein. Es empfiehlt sich aber zuerst die Löcher für die Naht vorzustechen.


Halsband

Das Halsband stellen wir im Prinzip genauso her wie die Fesseln. Ziernieten sollten angebracht werden, bevor der Riemen und das Polster vernäht werden. Auch können mehrere Halteringe angebracht werden. Die Schließe sollte auf dem Lederpolster aufliegen. Es kann auch nur ein Riemen verwendet werden, der Haltering wird dann mit dem Polster oder einem Stück Leder (Foto) fixiert.

Armpanzer

Material:

Gütelleder ca. 30x40 cm

(12) Druckknöpfe

Ziernieten

Verarbeitung:

Wir messen den Umfang des Handgelenkes und des Unterarmes und schneiden das Gütelleder trapezförmig auf Maß. Nicht vergessen: die Überlappung für die Druckknöpfe addieren! Es ist sinnvoll sich zuerst eine Schablone aus Papier anzufertigen um nicht unnötig Leder zu verschwenden. Nun bringen wir die Ziernieten an und polstern die Innenseite der Armpanzer mit weichem Leder ab, das wir einfach einkleben und an den Rändern vernähen. Die Manschette sollte gebogen werden bis der Klebstoff trocken ist (Gummiband drum). Nun bringen wir die Druckknöpfe passend an.


 

Nippelzwingen

Material:

Kantholz ca. 1,5 x 1 cm, Länge min. 24 cm

4 Senkschrauben M4 x 40mm

4 Beilagscheiben M4 15mm Æ

4 Flügelmuttern M4

Holzlack

Bauanleitung:

Das Holz wird in vier gleich lange Stücke (mindestens) a‘ 6cm gesägt. Alle Kanten werden von Spänen befreit und mit einer feinen Feile (oder Sandpapier) etwas abgerundet. An jedem Ende bohren wir möglichst mittig ein Loch von 4mm Æ . Bei zwei Riegeln bohren wir die Löcher dann auf 5mm auf. Tipp: Die Riegelpaare genau aufeinander legen und dann mit die 4mm-Löcher bohren. So erreichen wir eine gute Paßgenauigkeit. Die kleineren Löcher mit 4mm bearbeiten wir auf einer Seite mit einem Kegelsenker (alternativ einem geeigneten Metallbohrer mit mind. dem Durchmesser des Schraubenkopfes). Nun lackieren wir die Hölzer und lassen sie gut trocknen. Danach drehen wir die Schrauben in die kleineren Löcher und stecken das passende Holz darauf. Mit den Beilagscheiben und den Flügelmuttern bauen wir die Zwinge zusammen.

 

Spreizstange

Material:

1 Rundholz, ca. 1m (Hartholz)

2-3 Ringschrauben 25x12

Dose Holzlack oder Lasur

Verarbeitung:

An den Enden des Rundholzes werden Löcher von ca. 3mm für die Ringschrauben vorgebohrt damit das Holz nicht beim einschrauben splittert.
In der Mitte der Stange kann noch eine weitere Ringschraube angebracht werden. Das Holz wird zum Schluß lackiert.





Schandbrett

Material:

Verarbeitung:

Das Holz wird in zwei gleich lange Teile gesägt. Wir legen die langen Kanten aneinander und zeichnen mit einem Zirkel die Kreise für die Handgelenke und den Hals (vorher abmessen und zum Radius die Dicke der Polsterung addieren). Mit einer Stichsäge werden die Halbkreise ausgeschnitten und die Kanten mit einer Feile entspant. Dann lackieren wir das Holz und lassen es gut trocken. Nun wird der Schaumstoff grob zugeschnitten und in die Halbkreise eingeklebt. Ist der Pattex trocken wird überstehender Schaumstoff mit einem scharfen Messer abgeschnitten damit die beiden Holzteile gut aneinander anliegen. Der Schaumstoff wird nun mit dem Leder überzogen und mit den Polsternägeln befestigt.
Überstehendes Leder kann mit einem Messer vorsichtig abgeschnitten werden. Mit den Dachpappstiften befestigen wir das Leder an der Innenseite des Schandbrettes. Wir legen die Holzteile passend aneinander und passen das Scharnier und den Verschluß an und zeichnen die Löcher für die Schrauben ein. Diese werden wieder vorgebohrt und das Scharnier und der Verschluß angeschraubt.




Wer mag kann nun noch Ringschrauben anbringen um am Schandbrett später Ketten oder Seile befestigen zu können.


Schnür - Korsage

Material:

Verarbeitung

Zuerst sollte man sich überlegen wie groß die Korsage sein soll. Dazu messen wir die Unterbrustweite, Taille, Hüfte und die Höhe zwischen Unterbrustweite und Hüfte. Die Schablonen für eine Taille von min. 55 - 75 cm könnt ihr hier laden. Das Design ist etwas schnörkellos, aber eurer Kreativität sind natürlich keine Grenzen gesetzt ;-).

Andere Maße müssen berechnet werden:

Die drei Maße minus 20 cm (5 x 4 cm Abstand für die Schnürungen und zwischen den Vorderteilen für die Schließen). Vom Ergebnis fallen 14% auf je ein Vorderteil, 20% auf je ein Seitenteil und 32% auf das Rückenteil.

Nachdem wir die Schablonen aus Papier ausgeschnitten und auf dem Leder fixiert haben, schneiden wir die Teile mit einem (soliden!) Teppichmesser vorsichtig aus.

ß Das ganze sieht dann so aus (ein Vorderteil ist auf dem Bild nicht sichtbar).

Die Schließen verteilen wir nach dem selben Prinzip auf den geraden Seiten der beiden Vorderteile. Mit Lederstreifen in der passenden Breite zu den Schließen bringen wir diese mit Nieten an den Vorderteilen an.

Zuletzt werden die Schnürsenkel zwischen den Teilen von oben nach unten eingefädelt. Bei den kurzen Senkeln jeweils von außen zu Mitte hin.

Je nach Geschmack können jetzt noch Nieten oder Applikationen aus andersfarbigen Bekleidungslederresten angebracht werden. Bei vielen Nieten empfehle ich erst die Nieten anzubringen und dann die Einzelteile mit Bekleidungsleder zu füttern. Danach können die Ösen eingesetzt werden. An den oberen und unteren Rändern sollte das Futter vernäht werden.

Und so sieht die fertige Korsage dann aus:

Das war doch gar nicht so kompliziert, oder? Und das Ergebniss kann sich sehen lassen.

 

Pony Halfter

Material

Gürtelleder Riemen 15mm breit (ca.110cm insgesamt)

Riemen 25mm breit (ca. 50cm insgesamt)

Schliessen 4 Rollschliessen für 15mm

2 " 10mm

1 Schliesse für 25mm

Stahlringe 2 Stk. Æ 25mm

1 Stk. Æ 20mm (Haltering für Führstrick, alternativ D-Ring 15mm Æ )

Zügel 2 Riemen individueller Länge und Breite (ich verwendete 10mm breite,1m lange)

2 Halteclips (siehe Foto)

Gebisstange im Fachhandel kaufen oder selber machen:

1 Plastikschlauch ca.2cm Æ , 12cm lang (vorzugsweise schwarz oder klar)

2 Stahlringe Æ 25-30mm

Silicon (Sanitär,vorzugsweise schwarz) zum füllen des Schlauches

Verarbeitung

Das linke Foto zeigt alle Teile des Zaumes incl. Gebisstange ohne Zügel.

Die späteren Positionen der Teile von oben nach unten:

Nacken – Kopf (rechts/oben/links) – Gebiss/Nackenriemen – Kinnriemen

Die 15mm breiten Riemen werden in folgenden Längen vorbereitet (unbedingt persönliche Masse berücksichtigen!):

Kinn: 1x 16 cm (Foto links unten), 1x 22cm (Foto rechts unten)

Nacken: 1x 16 cm (Foto links unten), 1x 22cm (Foto rechts unten)

Kopfseiten: 2x 12cm

Kopf: 42cm

Die 25mm breiten Riemen werden in folgenden Längen vorbereitet (unbedingt persönliche Masse berücksichtigen!):

1x 25cm (Foto oben mitte)

1x 23cm (Foto oben links)

 

 

Die Riemen werden nun an einem Ring wie auf dem linken Foto dargestellt angebracht. Es empfiehlt sich zuerst die Schliessen anzunieten. 2cm der Riemenlänge wurden je Seite zum Vernieten berücksichtigt, also bitte nicht mehr dazurechnen!

Dazu nehmen wir einen Schläfen (12cm) Nacken- und Kinnriemen (16cm) und vernieten sie wie auf dem Foto zu erkennen am Stahlring. Die Gebisstange wird angebracht wenn das Zaumzeug fertig ist. Vergiss nicht den Haltering am Kinnriemen bevor beide Seiten vernietet wurden!

Die andere Seite des Halfters ist auf dem rechten Foto sichtbar. Dazu nehmen wir die restlichen Riemen für Schläfen, Nacken und Kinn und vernieten sie mit dem zweiten Stahlring.

Der Kopfteil (Foto 4) ist nun auch schnell gemacht. Dazu brauchen wir den letzten Kopfriemen mit 15mm und den 25mm breiten und 25cm langen Riemen. Diesen vernieten wir mittig auf dem schmaleren Riemen, der später über den Schläfen liegen soll.

Die breite Schliesse (25mm) vernieten wir auf dem verbleibendem Riemen und bringen auch dahinter eine Lederschlaufe an. Etwa 5cm hinter der Schliesse schneiden wir das Teil mittig und längs auseinander . 6cm der nun entsandenen beiden "Finger" werden zu zwei Schlaufen vernietet. Durch diese Schlaufen stecken wir später den Nackenriemen.

Abschliessend werden die Löcher für die Schliessendorne passend in die dazugekörigen Riemen gestanzt (Lochzange). Nun brauchen wir nur noch die Riemen zu verbinden und fertig ist das Zaumzeug!

Zügel:

An die Lederriemen für die Zügel werden z.B. solche Clips genietet. Damit wird der Zügel jeweils an die Ringe der Gebisstange eingehängt.


Knebel

  • Gummiball (4-5cm Æ, erhältlich im Spielwaren- oder Zoohandel)
  • Lederriemen (ca. 15mm breit)
  • (optional) 2 Ringe (ca.25mm Æ)
  • Schliesse (passend zum Nackenriemen)

    Erst ein Tipp zum Ball: am besten eignen sich Spielbälle aus dem Zoogeschäft. Diese sind meist ungiftig und außerdem saugen sie sich nicht mit Flüssigkeit voll.
    Mit einem Messer, das nicht breiter sein sollte als der Riemen, durchstechen wir den Ball. Das geschieht am besten von beiden Seiten aus. In den entstandenen Schlitz schieben wir vorsichtig eine Flachzange, mit der wir den Riemen durch den Ball ziehen können. Das sollte sehr vorsichtig geschehen, um das Gummi nicht zu zerreißen! Haben wir den Riemen mittig durch den Ball gezogen, werden entweder die beiden Ringe oder gleich die Schließe angebracht. Hat man die Löcher passend für die Nadel der Schließe gestanzt, ist der Knebel eigentlich schon fertig. Das Leder sollte noch geölt, oder imprägniert werden (nicht zu viel Öl verwenden!). Die Austrittsstellen der Riemen am Ball können mit Silikon o.ä. versiegelt werden.