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Es
ist schon viel über Babys geschrieben worden - nicht nur
im Internet - und ich habe lange überlegt, ob ich mich
daran ebenfalls beteiligen sollte oder nicht. Andererseits denke ich, daß ich nach vier Kindern einiges an Erfahrung aufzuweisen habe, die ich auch gerne weitergeben möchte. In der westlichen Welt sind wir Frauen* so gründlich verunsichert worden, was das Thema Schwangerschaft, Geburt und Erziehung angeht, daß sich fast niemand mehr traut, sich im Umgang mit Kindern auf seinen Instinkt zu verlassen. *Selbstverständlich möchte ich auch die Männer nicht ausklammern. Sie sind jedoch aufgrund der üblichen Rollenverteilung häufig nur am Rande betroffen. Mich hat der Satz nachdenklich gestimmt, daß Millionen von Frauen sich vor der Entscheidung für ein Kind, den Rat eines männlichen(!) Ratgebers eingeholt haben. Gemeint war in diesem Falle der amerikanische Arzt Dr. Spock, der sich mit Ratgebern rund ums Kinderkriegen und -haben einen Namen gemacht hat. Ein bißchen paradox ist es schon, daß wir die einzige Sache, die nur wir Frauen können, auch noch in (männliche) Expertenhände legen, und dabei immer wieder vergessen, daß es sich um die natürlichste Sache der Welt handelt. Trotz allem habe auch ich Babyliteratur regelrecht verschlungen, habe aber den Begriff "natürlich" dabei nie so ganz aus den Augen verloren. "Natürlich" nicht in dem Sinne, daß ich ein körnerverschlingendes Ökomonsterchen wäre, das bereits seinen Säugling mit selbstgeschroteten Vollkornprodukten quält (es soll Kinder geben, die das überlebt haben; die waren sicher besonders zäh), sondern ich habe mir immer vor Augen gehalten, daß viele Milliarden Frauen vor mir bereits Kinder entbunden, gestillt, transportiert und erzogen haben, und das teilweise unter primitivsten Bedingungen. So wäre ich nicht im Traum auf die Idee gekommen, mir bei den Entbindungen Schmerzmittel geben zu lassen, obwohl es Fälle geben mag, bei denen es vielleicht angebracht ist. Wenn beispielsweise die Mutter vor lauter Angst vor jeder neuen Wehe "dicht" macht, und damit über kurz oder lang das Kind gefährdet ist, wäre ich die Letzte, die die Hilfe der modernen Medizin ablehnen würde. Dummerweise gibt es immer noch Geburtsvorbereitungskurse, die den Schwangeren suggerieren, daß man mit bestimmten Techniken, den Wehenschmerz "wegatmen" könne. Das kommt gerade bei Erstgebärenden so an, als könnten sie mit der tiefen Bauchatmung ganz locker eine schmerzlose Geburt hinkriegen.... Eins muß ganz klar gesagt werden: Eine Entbindung tut verdammt weh! Etwa so als würde man beim täglichen Gang zur Toilette eine Pampelmuse aus sich herauspressen müssen. Wer jemals Verstopfung hatte, der weiß jetzt, wovon ich rede. Die Atemtechniken, die man in den Geburtsvorbereitungskursen lernen kann, helfen einem aber, sich an irgendetwas festzuhalten, etwas, das einen vom Wehenschmerz in gewisser Weise ablenkt. Sie stellen einen roten Faden oder ein imaginäres Halteseil dar, was umso besser funktioniert, wenn der Partner mitatmet und hilft, wenn man den Faden zu verlieren droht. Wenn man dann denkt:" Ich kann nicht mehr, ich geh´ nach Hause - soll das Kind doch kriegen, wer will!" ist es in den meisten Fällen gleich vorbei. Ich habe das bei allen vier Kindern so erlebt. Zu meiner
"natürlichen" Sichtweise bei der Ganzen
Kinderkriegerei, gehört auch, dass ich davon ausgehe,
dass eine Geburt ja keine Krankheit ist, und dass es
daher auch keinen Grund gibt, danach im Krankenhaus zu
bleiben, es sei denn, die Mutter hat bei der Entbindung
ernsten Schaden genommen. Leider versuchen viele
Krankenhäuser, auch die Frauen, die gerne ambulant
entbinden würden, mit dem Hinweis auf etwaige
nachfolgende Komplikationen, in der Klinik zu halten. Bei
Sprüchen wie: "Na, sie müssen ja wissen, was sie
sich und dem Kind da zumuten!" hat schon so manche
frischgebackene Erstlingsmutter der Mut wieder verlassen,
gleich nach Hause zu gehen. |