Über
dieses Thema mußten wir schon vieles hören, sehen und lesen.
Manchmal völlig zu Recht, doch viel zu oft völlig überzogen
oder total falsch dargestellt.
Die Grenze zwischen Spannung und roher Gewalt, bzw. Action und
Verrohung sind allzuoft sehr verschwommen.
Doch zuerst will ich einmal zwischen den Rollenspielen und dem
sogenannten Live Action Role Playing (LARP) unterscheiden. Das
Rollenspiel wird prinzipiell mit Würfeln, Papier und einem
Bleistift gespielt. Manchmal greift ein Spielleiter auf Elemente
wie Musik, Geräusche oder Lichteffekte zurück, doch dieser
Schnick Schnack ist eigentlich nicht nötig und verdirbt sehr oft
den Spielabend, als daß er ihn bereichert. Beim LARP wird mit
echten Waffen (bzw. Schaumstoffwaffen) gekämpft, es wird sich
verkleidet und die Sprache wird so weit möglich angepaßt. Diese
LARP Treffen finden sehr oft auf Burgen und Burgruinen statt, der
Einstieg ist sehr teuer, oftmals zählt die tolle Kettenrüstung
von einem bestimmten Schmied in England mehr, als gutes
Rollenspiel. (Dies wäre schon fast einen eigenen Artikel
wert...). In diesem Artikel beschränken wir uns auf das
Rollenspiel im trauten Heim, mit den guten liebgewordenen
Würfeln.
Ist es nun nötig, Kämpfe sehr ausführlich darzustellen, jede
kleinste Möglichkeit in Regeln und Tabellen genauestens zu
ermitteln? Oder reicht ein einfaches Angriffs- und
Verteidigungssystem, und beim Patzer fliegt die Waffe weg?
Auf der einen Seite ist es für einige Rollenspieler wichtig
möglichst realistische Kämpfe zu gestalten, auf der anderen
Seite benutzen gerade Rollenspiel Ankläger diese Regeln um zu
zeigen wie Gewaltverherrlichend Rollenspiele sind. Wiederum
könnte man sagen, daß der Realismus zeigt wie brutal Kämpfe
sind und dies dazu führt, solche Gewalt abzulehnen und im
Rollenspiel versucht wird solchen Szenen mit anderen Lösungen als
der Gewalt zu begegnen.
Wie oft wird in einem Rollenspiel eigentlich gekämpft?
Da gibt es keine verbindlichen Antworten, obwohl ich versucht
habe welche zu finden ist es mir nicht gelungen. Der entscheidende
Faktor ist, die Gruppe die spielt und das Rollenspielsystem, das
gespielt wird.
Ein Spiel wie Midgard oder Vampire kommt fast ohne Kämpfe aus,
wobei sie manchmal unumgänglich sind. Dagegen sind Spiele wie
Shadowrun oder AD&D Spiele die ohne Kämpfe etwas langweilig
werden könnten. Auch ganz reine Kampfrollenspiele, wie Twilight
2000 gibt es, diese kommen sehr selten ohne Kämpfe aus.
Jedoch hängt die Häufigkeit, wann es zu einem Kampf kommt
sehr vom Spielleiter ab, so kann auch ein Twilight 2000
Rollenspiel ohne Kampf ablaufen.
Generell bieten fast alle Rollenspiele die Möglichkeit an,
Kämpfe zu umgehen. Alte D&D oder AD&D Dungeons waren zwar
mit dem Satz "Die Monster kämpfen bis zum Tode" sehr
häufig geschmückt, doch dieser taucht in heutigen Abenteuern
nicht mehr auf. Im Gegenteil, in vielen Rollenspielregeln wird das
umgehen oder verhindern eines Kampfes als ebenso heldenhaft
angesehen, wie der heroische Sieg beim Kampf.
Die Zeiten in denen sich alle Rollenspieler wie Conan
aufführen konnten sind vorbei. Es wird häufig sogar immer
wichtiger, daß ein Abenteuer mit Verstand, Witz und Charme
gelöst wird.
Doch nicht die Kämpfe allein sind der häufige Grund, warum
Rollenspiele als Gewalttätig und -fördernd bezeichnet werden.
Da sind zum einen natürlich die Illustrationen, die oftmals
Kampfszenen zeigen und dann natürlich die Geschöpfe.
Zu den Illustrationen wäre nur zu sagen, daß auch hier ein
Wandel eingeleitet wurde, durch Rollenspiele wie Earthdawn
beispielsweise. Hier konnte ich unter den vielen Illustrationen
nur sehr wenige entdecken, die Gewalt darstellen und diese würde
ich als harmlos einstufen.
Viel schlimmer sind da schon die Darstellungen von Frauen, die
in Fantasy, aber auch Science Fiction Illustrationen noch immer
fast nackt dargestellt werden. Nicht, daß diese nicht schön
wären, nur werden solche Bilder viel zu oft gezeigt und es wird
ein gänzlich falsches Bild über Frauen dargestellt. Ein Bild,
das zwangsläufig zur Gewalt gegen Frauen animiert und das sollte
unterbunden werden!
Die Geschöpfe, das wäre schon fast einen gesonderten Artikel
wert, sind meist nicht real und auch in der Realität
unvorstellbar. Diese oftmals magischen Wesen werden oft mit der
Gewalt im Rollenspiel gleichgesetzt. Dämonen sind schon
Gewaltverherrlichend, daß allein die Behauptung, es gäbe solche
dazu führt, daß sich Fronten gegen Rollenspiele und somit auch
Rollenspieler bilden. Noch schlimmer, wenn man diese spielen kann,
wie in dem Rollenspiel "In nomine Satanis", aber zur
Beruhigung, den Gegenpart der Engel kann man in dem Rollenspiel
"Magna veritas" verkörpern.
Wie weiter oben erwähnt, es wäre eines eigenen Artikels
würdig, dieses Thema. Es gibt schließlich viele Millionen
Menschen auf dieser Erde, die alle der Überzeugung sind, daß es
Engel und somit auch Dämonen gibt. Eigentlich jeder der
Kirchensteuer in diesem Land bezahlt glaubt daran, ansonsten
würde er schließlich aus der Kirche austreten. Genau jene, die
Kirche, ist es nun aber, die Rollenspiele wie die beiden oben
genannten verbieten würde, vielleicht weil sie die Satire selbst
nicht versteht? Im übrigen behaupteten jene Leute auch einmal,
daß die Erde eine Scheibe ist und die Sonne um die Erde kreist.
Soviel dazu, daß es Engel und Dämonen gibt.
Weiterhin könnte man jetzt die Vampire und Werwölfe aus den
entsprechenden Rollenspielen aufführen, oder Hexen, Geister,
Ghule....
All diese Wesen entstammen der menschlichen Mythologie und
über ihre Existenz, bzw. Nichtexistenz wurden schon unzählige
wissenschaftliche Bücher geschrieben.
Allein deswegen ist es mir unmöglich alle wenn und aber
aufzuzählen, doch man darf die sogenannte heilige Inquisition
nicht vergessen, die ihre Existenz schließlich, bis heute, nicht
anzweifelt! Noch heute treiben Priester Geister und Dämonen aus.
Vielleicht denkt ihr nun ich übertreibe, doch auch
Rollenspieler müssen oft Vorwürfe solcher Art ertragen. Aber
dies wird in einem weiteren Artikel einmal unter die Lupe
genommen. Nun würde mich euere Meinung interessieren, ich bin
auch gerne bereit entsprechende Artikel die ihr mir einsendet zu
veröffentlichen.
Also bis denn euer Matthias