Hmm, da hat man nun ein 80er Becken und weiß nicht, was man für Fische halten soll. Malawianer hatte ich schon, Westafrikaner waren auch schon mal mit Steatocranus vertreten. Also bin ich an einem Wintertag einfach mal zu meinem Aquarienhändler gefahren, um einfach mal zu schauen.Beim Gucken blieb es nicht. Als erstes, als ich eintrat, fiel mir sofort ein Schwarm von ca. 25, 5-12cm großen, weißen Cichliden auf.
Sie stellten sich als mittelamerikanische Cichlasoma nigrofasciatum heraus, welche ca. 15 cm lang werden, und ab entsprechender Größe auch einen nicht gerade kleinen Fettbuckel kriegen (Männchen). Die Weibchen lassen sich durch eine creme-gelb- bis orangefarbene Dorsale erkennen. Die Männchen haben nur eine weiß-rosa Grundfarbe. Während der Laichzeit färbt sich das Weibchen fast vollkommen orange.
Ich habe die Fische also in mein mit Pflanzen und Steinen dekoriertes Aquarium gesetzt, wo sie in Gesellschaft von 10 Hyphessobrycon herbertaxelrodi, 4 Ancistrus dolichopterus und 2 Corydoras schwammen. Der ph-Wert lag um 7,5, die Temperatur betrug 26 Grad.
Bereits nach 1 1/2 Wochen zeigten die Fische (insbesondere das Männchen) Balzverhalten. Körperschütteln, Kiemendeckelspreizen, die üblichen Merkmale. Die bei amerikanischen Cichliden übliche Buddelei begann. Jedoch wurden Pflanzen unbehelligt gelassen. Das Weibchen zeigte sich in kräftigem Orange und angefülltem Unterleib.
Nach gut einer Woche Balz folgte dann die Eiablage. Ca. 100 hellgraue Eier klebten in einer Ecke des Aquariums unterhalb des Innenfilters, wo schon eine Grube zur Aufnahme der Larven bereit stand. Bei der Brutpflege scheinen sich beide Partner abzuwechseln. Durch leichtes gegenseitiges "Anbeissen" erklärt der nichtpflegende Partner dem Pflegenden, daß er auch mal "ran möchte". Nach 5 Tagen intensiver Pflege sclüpften dann fast alle Larven. Die Schlupfrate lag bei 95 %. Die nicht schwimmfähigen Larven wurden von beiden Partnern in die Grube unterhalb des Filters gespuckt. Nach weiteren 5 Tagen folgte das Freischwimmen der "kleinen" Cichlasoma. Spezielle Futteransprüche stellten sie nicht, so daß ich sie problemlos im Zuchtbecken mit zerriebenem Flockenfutter aufgezogen habe.
Leider kamen nur ca. 25 Fische durch, da ich einen entscheidenen Fehler begangen habe. Der Sog des mechanischen Filters war zu stark für die Jungfische, so daß mehr als die Hälfte der geschlüpften Tiere im Filter verendete. Traurig! Nach der Installation eines Luftbetriebenen 3.95 DM Filters klappte die Aufzucht problemlos. Bei meinem Händler schwimmen jetzt 3-4 cm große Cichlasoma nigrofasciatum im Pflanzenbecken.
Leider lernt man nur aus Erfahrung. Setze nie ein Pärchen ohne genug Versteckmöglichkeiten in ein 60er Becken. Das Weibchen musste ich leider mangels Versteckmöglichkeiten tot aus dem Becken fischen.
Nach Revision des Cichlasoma Artenkomplexes, heisst C.nigrofasciatum nun Archocentrus nigrofasciatum, er ist aber trotzdem noch unter C.nigrofasciatum im Handel zu finden.