Diese Ausarbeitung wird permanent erweitert und kann durch eigene Erfahrungen ergänzt werden. Einsendungen bitte an G.Gantschnigg@Raptor.dontpanic.sub.org
Autoren:
Gerald Gantschnigg (G.Gantschnigg@raptor.dontpanic.sub.org)
Stef A. Pagel (StefPagel@raptor.dontpanic.sub.org oder FIDO 2:2444/8013.13)
Thomas Seehaus (FIDO 2:2468/9950.9)
u.a.
1. - Warum Lebendfutter ?
2. - Futtertiere der Natur entnehmen
3. - Wiesenplankton
4. - Futtertiere sammeln
5. - aquatile Futtertiere
6. - Futtertiere im Angler-Fachhandel
7. - Futtertiere im Zoofachhandel
8. - Warum Futterzuchten ?
9. - Futtertierzucht Grillen und Heimchen
10. - Futtertierzucht Schaben
11. - Futtertierzucht Wanderheuschrecken
12. - Futtertierzucht Schwarzkäfer
13. - Futtertierzucht Stab- und Gespenstschrecken
14. - Futtertierzucht Regenwürmer
15. - Futtertierzucht Wachsmotten
16. - Futtertierzucht Springschwänze
17. - Futtertierzucht Essigfliegen
18. - Futtertierzucht Stuben- und Fleischfliegen
19. - Futtertierzucht Enchyträen/Essigälchen
20. - Futtertierzucht Ratten und Mäuse
21. - Futtertierzucht Wasserflöhe
22. - Futtertierzucht Artemia
Lebendfutter ist IMHO das natürlichste Futter und damit allen anderen Sorten vorzuziehen. Zudem löst es in viel stärkerem Masse wie Trockenfutter den Jagdtrieb der Tiere aus. Da es im Allgemeinen frisch ist auch der Vitamin- und Nährstoffgehalt größer als in Kunstfutter, vorallem bleiben empfindliche Substanzen(Vitamine etc.) besser erhalten.
Ja, wenn darauf geachtet wird, daß keine Biotope geschädigt oder gar zerstört werden, keine geschützte oder bedrohte Tier als Futter verwendet werden. Zudem muss darauf geachtet werden, daß z.B. Fischfutter nicht aus Gewässern entnommen wird, die durch Fische bewohnt werden, da hier die Gefahr der Einschleppung von Krankheitserregern oder Parasiten (Karpfenläuse) besteht. Unproblematisch ist die Entnahme von Schwarzen Mückenlarven aus stehenden "Gewässern" (Regentonnen, Brunnen, Tümpeln, stehenden Flussseitenarmen (Rheinaü)) oder von Wasserflöhen aus Entenweihern oder Klärbecken. Das dies nicht unbedingt Natur ist, ist mir klar.
Hier besorge ich mir immer Fliegenmaden, die ich sowohl an Fische, wie auch Reptilien verfüttere. Wenn Futter knapp ist, lasse ich die Fliegen auch ausschlüpfen, und biete sie, nachdem sie 1-2 Tage Futter aufnehmen konnten, an. Dazu gebe ich die Maden in Plastikbehälter (T*pper) mit etwas Obst oder eingeweichten Haferflocken. Wenn ich die Fliegen an Fische verfüttern will, stelle ich den Behälter für etwa 20-30 Min ins Gefrierfach. Die Fliegen fallen dann in eine Kältestarre und können auf die Wasseroberfläche gestreut werden. Aber nur so viele, wie in wenigen Minuten gefressen werden! ;-)
Hier verwende ich eigentlich alles, was angeboten wird. In den letzten Jahren ist das Angebot allerdings sehr schlecht geworden. Es ist daher wichtig, sich einen guten Händler zu suchen und auch warm zu halten! Häufig wird Lebendfutter in kleine Plastiktütchen eingeschweisst angeboten. Diese benutze ich nur im Notfall! In Darmstadt gibt es noch einen Händler, der Tubifex "lose" verkauft. Dort kostet es nur etwa ein Zehntel und ist dafür auch zehnmal so gut. :-))) Ich hole immer etwa eine Handvoll (kostet 4,-), und wasche den Klumpen 2-3 mal gründlich durch. D.h. in einer Platikschale (1l) mit Leitungswasser kräftig aufschwemmen, so daß die Würmchen einzeln umherschwimmen. Danch ein paar Minuten absetzten lassen, bis sich ein neür Klumpen bildet. Alles was dann noch im Wasser treibt (Tote oder Sterbende) wird abgeschüttet. Von langem Wässern halte ich nichts, da die Würmer keine Nahrung mehr aufnehmen können und deshalb ständig an Nährwert verlieren. Danach kann gefüttert werden. Ich füttere dann meist sehr großzügig, da das so gewaschene Tubifex sehr sauber ist ist, und auch nicht gefressene Würmchen nicht anfangen zu faulen. In dieser Schale bewahre ich nicht sofort verfütterte Würmer auch bei einem Wasserstand von etwa 1-2cm möglichst kühl auf. Dabei breitet sich der Klumpen soweit aus, daß alle Würmer gerade mit Wasser bedeckt sind und alle Würmchen werden gut mit Saürstoff versorgt. Allerdings sollten sie bald möglichst verfüttert werden, da die Qualität ständig abnimmt. Die Fische sollen sich ruhig zwei, drei Tage den Bauch vollhaün und anschliesend eine kleine Fastenperiode einlegen. Das schadet denen überhaupt nicht, von Nahrungsspezialisten mal abgesehen. Weiterhin führt mein Händler auch immer wieder Mückenlarven (rot, weiß je nach Saison), die er feucht (die roten) in kleinen Plastikschalen verkauft. Auch die sind sehr günstig und können, wenn sie feucht gehalten, einige Tage in der Gemüseschale des Kühlschranks aufbewahrt werden. Vor den roten wird zwar immer wieder gewarnt, ich selbst habe aber noch keine Probleme gehabt, die ich auf das Verfüttern der roten Mückenlarven zurückführen konnte.
Futter zuchten machen von Handel und Naturentnahme unabhängig, und sind daher eine hervorragende Alternative, sofern man den Platz und die Zeit dafür hat. Auch sind die Ansätze oft nicht leicht zu pflegen. Ich habe mit nur mässigem Erfolg versucht Mehlwürmer und Grillen (Indische Zweipunktgrille) zu züchten. Mehr Erfolg hatte ich mit Mikro, Grindal und stummelflügelige Drosophila für die Fische. Zur Zeit habe ich aber keine Zuchtansätze. Auch die Aufzucht von Artemia salina ist meist nur von mässigem Erfolg gekrönt. Auf die Beschreibung meiner Zuchtansätze verzichte ich jetzt das es dazu ersten jede Menge Literatur gibt und ich, wie gesagt nicht so Erfolgreich war.
Heimchenzuchten lohnen sich IMHO nur im großen Umfang. Das heisst: ein eigener Raum (Keller!) mit einem oder mehreren 1-Meter Becken. Heimchenzuchten sind, genau wie Wanderheuschrecken, dafür berüchtigt, sehr instabil und unzuverlässig zu sein. Manchmal kippt die Zucht einfach so um.
Geeignet sind große alte Aquarienbecken mit dicht schliessendem Fliegendrahtrahmendeckel.
Den Boden streust du mit einer dünnen Schicht Vogelsand aus. Dann schichtest du in der einen Hälfte des Beckens Eierkartons auf. Sie dienen zum Unterschlupf, sind leicht zu besorgen und auszuwechseln, und bieten auch den Babyheimchen sichere Häutungsplätze, wenn sie dicht genug ineinandergelegt sind.
In die Kuhlen der Eierkartons kannst du das Trockenfutter streuen. Dafür eignen sich u.a.: Mäusepellets, trockenes Hunde- und Katzenfutter, (Hundeflocken), Leinsamen, Fischfutter, Haferflocken und Trockenhefe in geringen Mengen.
Das Trockenfutter nicht in flache Schalen geben, sonst hat man manchmal das Problem, daß die Kleinen nicht über den Schälchenrand kommen und dann am Ende noch verhungern.
Das Feuchtfutter wird in flachen Schalen serviert und besteht aus Obst und Gemüse. Keine dicken Stücke verwenden, sonst stechen die Weibchen ihre Eier hinein!Trinkwasser ist unnötig, solange man regelmässig feucht füttert.
Wichtig beim Heimchenzüchten ist hohe Wärme zwichen 26 und 35 Grad. Am besten legt man unter das Becken ein Heizkabel aus. Da Heimchen die Dunkelheit lieben, ist eine Beleuchtung fehl am Platze.
Im Buch "Futtertierzucht" von Friedrich und Volland wird die Vorzugstemperatur für Heimchen mit 28-30 Grad angegeben. Bei Temperaturen von 20-22 Grad pflanzen sich die Tiere nur noch langsam fort.
Desweiteren haben Heimchen und Zweifleckgrillen das gleiche mediterrane Verbreitungsgebiet. Die Vorzugstemperatur für beide Arten ist identisch. Jedoch kann sich die Zweifleckgrille bei niedreigeren Temperaturen als 24 Grad nicht oder kaum noch fortpflanzen, deswegen hält sie sich auch nicht in der Wohnung.
Aber wie gesagt, die Vorzugstemperaturen beider Arten sind identisch. Du könntest deine "Erträge", bzw. die Periodik noch merklich steigern, wenn du deine Heimchenzucht auf 30 Grad hochfahren würdest. :)
Damit sich die Heimchen fortpflanzen, muss man den Weibchen Behälter zur Verfügung stellen, in denen sich Substrat wie Sand, Steckmoos, Torf oder Lavagranulat befindet, der gleichmässig feucht gehalten wird. Hier legen die Weibchen ihre Eier hinein. Alle zwei Wochen wechselt man die Behälter aus und lässt die Babys in einem Extrabecken schlüpfen.
Am praktikabelsten ist Heimtierstreu. Und das in Klarsichtbehältern. Unten ein paar Löcher hinein, gut wässern und fertig - während der Eierperiode muss es nur noch konstant feucht gehalten werden (Erfahrungswerte, je nach Behältergröße).
Ein weiters Problem stellt die Gradwanderung da, die Eiablagedöschen bei der trockenen Hitze, die Heimchen wollen, gleichmässig feucht zu halten. Und die Sterberate bei den kleinsten Larven ist auch relativ hoch.
Wachsmotten und insbesondere deren Larven sind ein gutes und weit verbreitetes Lebendfutter. Die meisten Tiere fressen sie recht gern, manche bevorzugen die Larven, andere jagen mit Vorliebe den Motten hinterher. Viele Tiere bekommt man mit den Maden erst ans Fressen, manchen schmecken sie sogut, daß sie nichts anderes mehr anrühren wollen!
Wachsmotten(maden) sind bei vielen Händlern zu erwerben, allerdings zu einem recht schmerzhaften Preis, der bis an die 10,--DM heranreichen kann. Dabei weiß man beim Kauf noch nicht einmal, wie ergiebig der Ansatz sein wird.
Zwei Tips zum Einkauf:
1. Einen ergiebigen Ansatz erkenne ich sicher daran, daß das Brutgefäß eine hohe Eigentemperatur aufweist. Wachsmaden erzeugen viel Eigenwärme.
2. Nach dem Einkauf den Ansatz möglichst in ein ausbruchsicheres Gefäß umfüllen. Nicht, daß die Maden besonders flink sind ;), aber sie finden auch kleinste Schlupflöcher und gehen stiften. Irgendwo in der Wohnung (unter dem Teppich, in Wäschefalten, usw.) verpuppen sie sich dann, was nicht jedermanns Geschmack ist...
Es gibt verschiedene Arten von Wachsmotten, beschaffen sollte man sich aber nur die Große Wachsmotte Galleria mellonella, da die Tiere eine ausreichende Größe erreichen. Bei unserem Zuchtansatz Maden bis 4cm Länge und Motten mit beträchtlicher Spannweite ;)).
Als Behälter eignen sich große Gläser mit Schraubverschluß (öfter mal Gurken essen ;), deren Deckel mit einer feinen Metallgaze versehen wird. Fliegendraht ist zu grob, etwa die Weite von Benzinfiltern sollte man nehmen.
Absolut ungeeignet ist Holz oder Kunststoff; das Holz wird von den Maden durchgefressen, der Kunststoff zwar nicht, dafür löst er sich auf, wenn die Maden ihre Puppengespinste daran aufbaün. Offenbar enthält der Spinnfaden vor der Verhärtung eine kunststofflösende Komponente. Man hat dann Löcher im Gefäß, durch die die Maden entkommen...
Als Futter eignen sich bebrütete Bienenwaben, die nicht zuviel Honigreste enthalten sollten, da das Futter dann bald gärt und die Maden angesäuselt sind ;).
Bienenwaben sind nicht immer zu beschaffen, dann sollte man auf Ersatzfutter ausweichen, das die Maden auch fressen. Rezepte gibt es einige, wir setzen mit Erfolg folgende Mischung ein:Honig und Glycerin werden getrennt vermischt und zu den anderen, ebenfalls vorher vermischten Zutaten gegeben und verrührt. Man erhält ein krümeliges Substrat, in dem man hauptsächlich den Honig und die Kleie durchschmeckt ;), und das für 5-10 Gläser für etliche Tage ausreicht.
Alternativ für Korvimin ZVT empfehlen manche Züchter 10g Trockenhefe, aber dann ist eine Gärung des Substrates nicht auszuschließen, und die Maden sind schon wieder betrunken ;).
Der teuerste Bestandteil ist das Glycerin (Apotheke), trotzdem kommt man mit der o.a. Mischung nur auf ca. 9,--DM pro Kilogramm Ersatzfutter. Fachhändler biten ihre Substrate für mindestens das Doppelte an!
In die vorbereiteten Zuchtgefäße gibt man dann Wachsmotten oder eben Puppen, die Motten legen ihre Eier ins Substrat ab. Je nach Temperatur kann es dann einige Wochen daürn, bis die ersten Maden sichtbar sind. Bei 30 Grad Celsius oder unseren Hochsommertemperaturen geht es dann schneller, und man ist bald von Hunderten von Maden umgeben...
M Ä U S E
Allgemeines:
Die Geruchsbelästigung ist sehr hoch, Zuchten in der Wohnung sind nicht zu empfehlen. Steht jedoch ein gut zu lüftender, ausreichend warmer Raum zur Verfügung (Arbeitszimmer oder Abstellraum sind denkbar ungeeignet !). steht der Zucht nichts im Wege.
Haltung:
Zur Haltung einer kleinen Zuchtgruppe (1 Männchen, 5 Weibchen) empfehle ich eine Grundfläche von 60x30cm. Die in der Literatur angebenen Größen von 40x25cm für 1 Männchen und 6 Weibchen halte ich für zu klein. Sollten mehr Tiere benötigt werden, ist es sinnvoller, eine weitere Zuchtgruppe zu halten. Auch sollten nicht mehr als 5 Weibchen in einem Behälter sein, da sonst zu viel Unruhe entsteht, was sich negativ auf die Muttertiere auswirkt (Fressen der Neugeborenen aufgrund Stress, kleinere Würfe, Frühgeburten, zu geringe Milchproduktion).
Billig und praktisch sind Aquarien. Sie können auch leicht gereinigt und desinfiziert werden. In verschiedenen Zooläden werden auch undichte Aquarien zum Sonderpreis angeboten. Oder mal nachfragen, ob nicht jemand noch ein altes Aquarium im Keller hat.
Zu Zuchtzwecken verwenden viele Züchter aber auch handelsübliche Käfige, die aus einer flachen Plastikwanne und einem Stahlgitteraufsatz bestehen. In eingebrachten Vertiefungen des Aufsatzes befinden sich Futtermulden und die Halterungen für die Trinkflaschen.
Der Behälter erhält eine 5cm hohe Einstreuschicht bestehend aus Labortierstreu. Kleintierstreu ist nicht empfehlenswert, da es sehr staubt und zu verschiedenen Krankheiten führen kann (Lungenentzündung, chronische Reizung der Schleimhäute im Breich Nase, Rachen und Bronchien). Hobelspäne sind eine weitere Möglichkeit. Das Streu muss mindesten einmal pro Woche erneürt werden. Der Behälter wird mit engmaschigem Draht abgedeckt. Auf ausreichend Lüftung muss geachtet werden.
Empfohlene Temperaturen: tagsüber 20 - 23 Grad, nachts nicht unter 16 Grad.
Selbstverständlich benötigen die Tiere ausreichend Licht.
Futter:
Als Futter ist lediglich "SSNIFF - Ratten und Mäuse-Diät" empfehlenswert. Weder Küchenabfälle, noch die üblichen Nagerfutter bieten ausreichend Inhaltsstoffe zur Ernährung der trächtigen Weibchen. Das Futter ist im Futtermittelgroßhandel oder über andere Züchter zu bekommen (Fertigprodukte für die Labortierhaltung). Die Trinkflaschen sollten stets Wasser enthalten, da das Tränken der Tiere sehr wichtig ist.
Fortpflanzung:
Die Maus kann ab 2 Monate zur Zucht verwendet werden. Sie trägt ca. 18 - 24 Tage. Es werden ca. 8 - 15 Junge geboren. Am nächsten Tag wird das Weibchen wieder brünstig. Spätesten bei der Geburt des nächsten Wurfes, sollten die Jungtiere von der Mutter getrennt werden. Nach 12 Monaten sollten die Zuchttiere ausgewechselt werden.
Es ist ratsam, von Zeit zu Zeit einige Tiere von verschiedenen Züchtern einzukreuzen, um Inzucht über mehrere Jahre zu vermeiden.
R A T T E N
Allgemeines:
Bei regelmässiger Säuberung des Rattenbehälter entsteht keine Geruchsbelästigung, so daß die Zucht durchaus in der Wohnung durchgeführt werden kann.
Haltung:
Zur Haltung einer kleinen Zuchtgruppe (1 Männchen, 4 Weibchen) werden 3 Behälter von jeweils 60x30cm benötigt. Es werden immer nur zwei weibliche Ratten zusammen gehalten. Das Mänchen wird nur zum Decken eingesetzt und anschliessend wieder entfernt. Ratten sind sehr soziale Tiere, jedoch ensteht zuviel Unruhe, werden mehrere Tiere vergesellschaftet. Für eine produktive Zucht ist das nicht empfehlenswert.
Für den Anfang können auch 1 Männchen und 2 Weibchen in einem Behälter zusammen gehalten werden. Meistens ist es jedoch ratsamer, das Männchen einzeln zu halten.
Ratten sind sehr intelligente und personenbezogene Tiere. Eine gute Beziehung zu den Elterntieren ist also durchaus möglich. Ansonsten Haltung wie bei Mäusen.
Futter:
wie bei Mäusen
Fortpflanzung:
Ratten sind mit 3 Monaten geschlechtsreif. Das Weibchen trägt ca. 21 Tage, werden noch Jungtiere gesäugt, kann das Tier auch bis zu 30 Tage tragen. Es werden 9 - 14 Jungtiere geboren. Nach 2 - 3 Tagen wir das Weibchen erneut brünstig. Bei Getrennthaltung, sollte aber eine Ruhepause von 7 Tagen eingehalten werden. Der Rattenzyklus beträgt 3 Tage, so daß das Männchen nach 6 Tagen wieder entfernt werden kann. Ansonsten wie Mäuse.
Lediglich ein Futtertier lies sich in großen Mengen züchten. Bei meinem Umzug vor ein paar Jahren sind mir meine Ansätze aber im wahrsten Sinne des Wortes gekippt. Da ich damals auch keine Zeit hate, habe ich mich nicht um die Beschaffung eines neuen Ansatzes bemüht. Heute suche ich händeringend und bekomme sie nirgends mehr. :-((((((((
Es handelt sich um den _Japanischen_ _Wasserfloh_, _Moina_ _macrocopa_. Vor Jahren wurden die mal in diversen Aquarienzeitschriften als die Sensation gepriesen. Verscheidene Bekannte, die von mir Ansätze erhielten hatten allerdings weniger Erfolg, dabei ist die Zucht wirklich einfach. Ich benutzte dazu zwei Schüsseln, die bei einen Wasserstand von 10 cm etwa 5l Inhalt hatten. Der Ansatz wurde mit naja etwa hundert Flöhen angeimpft, und mit einigen Tropfen aufgeschwemmter Hefe zweimal täglich gefüttert. Die Hefelösung erhielt ich durch Aufschwemmen eines Würfels frischer Bäckerhefe in etwa 100 ml Wasser. Das ganze ist im Kühlschrank gut zwei Wochen haltbar. Innerhalb von wenigen Tagen vermehren sich die Flöhe so stark, daß aus der Schale gefüttert werden kann. Die Schalen sollte warm und hell stehen. Sich bildente Algen schaden nicht, imm Gegenteil. Wenn man noch einige Schnecken in die Schale setz, die abgestorbene Krebschen und überschüssige Hefe auffressen, kann eigentlich nichts mehr passieren. Und die wird etwa 2-4 Woche n Futter liefern. Danach ist ein Neuansatz nach Reinigen der Schale nötig. Ich habe immer mit zwei Schalen gearbeitet, die ich abwechselnd alle 4 Wochen neu ansetzte. Damit konnte ich damals mindestens 10 Zuchtbecken mit Kleinlabyrinthern und Killifischen, sowie drei Gesellschaftsbecken, unter Zufütterung von Tubifex und je nach Jahreszeit Mückenlarven, weitgehend versorgen!
Um Jungfische sicher aufzuziehen, habe sich frischgeschlüpfte Salinenkrebse (Artemia salina) schon seit langem bewährt. Die zur Aufzucht der Krebschen benötigten Eier sind für wenig Geld in jedem Aquarienladen zu haben.
Im folgenden wird eine Apparatur beschrieben, die auch für große Mengen an Artemia geeignet ist und täglich frische Artemianauplien liefert. Die Handhabung ist einfach und sicher.
An Geräten werden mindestens zwei Glas- oder Kunststofflaschen benötigt, eine für den Ansatz und eine für die Trennung der Nauplien von den Eischalen. Weiterhin Schlauchmaterial, Kunststoffrohre, doppelt durchbohrte Stopfen, Lufthähne und eine Membranluftpumpe. Bei mehreren Flaschen für den Ansatz der Nauplien kommt noch eine entsprechende Anzahl an T-Stücken hinzu.
Die Flaschen für den Ansatz (F1) erhalten einen doppelt durchbohrten Stopfen. Ein Plastikrohr (P1) wird durch eine öffnung bis fast auf den Boden geführt. Ein zweites Rohrstück (P2) wird nur kurz bis unter den Korken in die zweite öffnung gesteckt. An P1 wird die Luftzufuhr angeschlossen, P2 dient als Luftaustritt. Am Luftschlauch kann ein Ventil zur Regulierung angebracht werden.
Bei mehreren Flaschen für den Ansatz empfiehlt es sich, mittels T-Stücken eine parallele Luftzufuhr aufzubauen. Eine Reihenschaltung der Flaschen hat den Nachteil, daß bei Undichtigkeiten in einer Flasche alle nachfolgenden ausfallen.
Die Flasche zur Trennung der Nauplien von den Schalen (F2) erhält 1 cm über dem Boden ein öffnung mit Schlauchanschluß und Hahn. Hierüber kann man nach dem Schlüpfen die Nauplien ablassen.
Sind die Krebschen geschlüpft, wird der gesamte Inhalt von F1 in F2 überführt. F2 wird schräggestellt, sodaß sich die Eier am Boden, bzw. die Eischalen auf der Oberfläche ansammeln. Nach dem Absetzen kann man mit dem Schlauch aus F2 die Nauplien in die vorher gereinigte F1 ablassen und noch einige Tage am Leben erhalten.
Bei drei bis vier Flaschen in periodischem Ansatz erhält man so die ganze Woche über täglich frische Nauplien.