Ratten-Vorstellung
© Steffen Fitz 1999-2008
Die
Ratten-Ladies
Hier
stelle ich kurz die Ratten vor, mit denen ich bisher zusammengelebt
habe und die dabei meine Zuneigung zu diesen Tieren immer wieder
begründet und vertieft haben. Einige von ihnen werden auf
den folgenden Seiten selbstverständlich themenbezogen erneut
auftauchen.
-
Cleo -
Die erste Ratte, mit der ich näheren
Kontakt hatte (abgesehen von denen, die ich während meiner
Lehre im Kuhstall getroffen habe....), gehörte meiner Freundin.
Sie wurde ca. 2 1/2 Jahre alt und hatte in den letzten Monaten
wegen eines (in dem Alter häufig auftretenden) Grauen Stars
nach und nach fast vollständig ihr Sehvermögen verloren.
Das schränkte sie jedoch noch nicht besonders ein; in unserer
Wohnung fand sie sich auch blind zurecht und bewegte sich seitdem
nur eben vorsichtiger. Als aber noch ein intensiver (sogenannter)
Altersschnupfen dazukam und sie sich nur noch röchelnd umherschleppte,
blieb leider nur noch der letzte Gang zum Tierarzt....
Cleo
war eine sehr liebe, zutrauliche und kuschelfreudige Ratte, die
leider nur gar zu gern in alle Arten von Kabeln und Textilien
hineinbiss. Da wir sie anfangs noch allein hielten, hatte sie
sich aber bereits nach kurzer Zeit angewöhnt, auf Zuruf herbeizukommen
- bei mehreren Ratten ist es schwerer, sie an ihre Namen zu gewöhnen.
Trotzdem ließen wir sie nicht allzu lange allein. Da ich
selbst damals noch nicht ständig bei meiner Freundin wohnte,
aber trotzdem auch ständig eine Ratte bei mir haben wollte,
besorgten wir ihr mit Ronja eine nette kleine Gefährtin,
die nur leider bereits vor ihr starb....
-
Ronja -
Meine
erste eigene Ratte hieß wie gesagt Ronja. Ich habe sie aus
dem Tierpark Greifswald geholt und damit vermutlich vor einem
Schlangen- oder Raubvogel-Magen gerettet. Ronja hatte einen enorm
vorteilhaften Charakterzug - sie fraß nie irgendetwas an
- weder Kabel noch herumliegende Textilien... Deshalb war ihr
Käfig auch Tag und Nacht offen; schlafen tat sie meistens
auf den "Schultern" der Bügel in meinem Kleiderschrank,
bis ich ihr dort eines der Korb-Häuschen anbrachte. Wenn
ihre nächtlichen Ausflüge sie über mein Bett führten,
schnupperte sie nur kurz an meinem Gesicht und ließ mich
weiterschlafen...
Leider
wurde sie nur etwas über ein Jahr alt, da eine bösartige
Flechte und eine Knochenverletzung aus einem bedauerlichen Unfall
sie so mitnahmen, dass ich sie schließlich einschläfern
lassen musste. Ihren Namen habe ich später an eine äußerlich
und charakterlich ähnliche Ratte erneut vergeben (siehe unten).
-
Kiki -
Meine zweite Ratte war Kiki, eine
niedliche und sehr unternehmungslustige, aber nicht besonders
kontaktfreudige Ratte. Ich habe sie noch an dem Tag, an dem Ronja
eingeschläfert wurde, aus der Zoohandlung geholt. Wie unternehmungslustig
sie war, sieht man hier links; die Uhr hing in über 2m Höhe
und war nur über die Kette zu erreichen.....
Als sie
ca. 2 Jahre alt war, entwickelte sich innerhalb von wenigen Tagen
an ihrer Hüfte ein dickes Knochengeschwür, das sie fast
völlig unbeweglich machte, so dass ich letztendlich auch
sie nur noch einschläfern lassen konnte.
-
Momo -
Momo war die einzige Ratte, die
bei mir Junge bekam (siehe Ratten-Nachwuchs). Sie war extrem lieb und schmusesüchtig.
Deshalb hatte ich sie trotz ihres Alters von bereits fast 14 Monaten
zur Mutter "meiner" Rattenbabys erkoren. Sie war dann
auch eine rührende Mutter und hat ihre Babys zu genauso lieben
Ratten erzogen, erkrankte aber leider sehr schwer, als die Kleinen
ca. 6 Wochen alt waren, also (glücklicherweise) schon ohne
ihre Mutter klarkamen.
Momo
hatte danach unglaublich viel Wasser im Körper - laut Tierarzt
wohl aufgrund einer Leberfehlfunktion - und sie fraß auch
kaum etwas. Nachdem wir sie mit verschiedenen Medikamenten innerhalb
von drei Tagen "entwässert", mit gekochtem Reis
vor dem Hungertod gerettet und ihre Ernährung weitgehend
umgestellt hatten (nichts Fetthaltiges, also keine Nüsse
mehr usw.), ging es eine Woche lang bergauf, bis ihr Körper
innerhalb von nur einer Nacht ein weiteres Mal voller Wasser war
und sie am nächsten Morgen, gerade als ich mit ihr wieder
zum Tierarzt gehen wollte, verstarb. Ich gehe davon aus, dass
der Stress durch die Trächtigkeit und die Aufzucht der Jungen
diese Krankheit ausgelöst haben und muss schon daher jedem
dringend davon abraten, Ratten im Alter von über einem Jahr
noch Babys bekommen zu lassen.
-
Ronja II -
Ronja II war die Schwester von
Momo und ist im Juli 2000 im Alter von 2 Jahren und 9 Monaten
gestorben. Sie hatte in den letzten Lebenswochen ein deutlich
hervortretendes Geschwür an der linken Seite, das sie aber
nicht behinderte und ihr offenbar auch keine Schmerzen verursachte,
da sich ihr Verhalten danach in keinster Weise änderte. Deswegen
und wegen ihres doch schon recht hohen Alters habe ich auf eine
Operation verzichtet.
Sie war
zeitlebens eine liebe, zutrauliche und trotz der Geschwulst auch
bis zum letzten Tag aktive und kontaktfreudige Rattendame und
verabschiedete sich eines Nachts - zwar angesichts ihres Alters
nicht gänzlich unerwartet, aber ohne vohergehende Anzeichen
- plötzlich und ohne lange Leiden für immer aus unserem
"Rudel".
-
Miri -
Miri starb am gleichen Tag wie Ronja II,
hatte es dabei aber leider sehr viel schwerer als sie. Sie war
eine von Momos Töchtern (siehe Ratten-Nachwuchs) aus dem Wurf vom Februar 1999 und vermutlich
die liebste und schmusesüchtigste von ihnen. Sie kam völlig
nach ihrer Mutter...... Während die anderen beiden (Nikita
und Schröder, siehe unten) allerdings wie viele rötliche
Ratten immer dicker wurden, begann Miri irgendwann regelrecht
abzumagern, bis sie schließlich nur noch Haut und Knochen
war.
Ausgelöst
wurde das durch eine Lungenkrankheit, vermutlich wiederum eine
Art Krebs; jedenfalls war es medikamentös nicht therapierbar
und erschwerte Miri das Luftholen so sehr, dass sie alle Kraft
und Energie zum Atmen verbrauchte und abgesehen von ganz kurzen
Ausflügen nur noch röchelnd an ihren Lieblingsplätzen
herumsaß. Ich habe so ziemlich alles ausprobiert, um sie
wieder aufzupäppeln und ihr so viel und so energiereiche
Nahrung wie möglich zur Verfügung gestellt - ohne Ergebnis.
Am Ende blieb auch hier nichts anderes übrig, als sie im
Alter von nur einem Jahr und 5 Monaten einzuschläfern.
-
Nikita und Schroeder -
Auch die anderen beiden Geschwister aus
dem Wurf vom Februar 1999 - die beiden roten auf dem Foto - wurden
leider nicht einmal 2 Jahre alt. Nikita - ein kontaktfreudiges
und verspieltes Mädchen - bekam mit etwas mehr als anderthalb
Jahren eine schnell wachsende Geschwulst an der rechten Bauchseite.
Diese ließ sich zunächst problemlos operativ entfernen,
und Nikita schien sich direkt nach der OP auch schon wieder zu
erholen. Nur 5 Stunden später ging es allerdings rapide bergab;
sie zitterte und kühlte extrem schnell aus, obwohl ich noch
versuchte, sie warmzuhalten, und starb innerhalb einer knappen
halben Stunde, ohne dass ich noch irgendetwas tun konnte. Sehr
ärgerlich, zumal die Geschwulst Nikita noch nicht einmal
ernsthaft behindert hatte und die OP vermutlich noch gar nicht
so dringend nötig war....
Schröder
hatte es (hoffentlich) etwas leichter. Sie hatte bis zuletzt ausser
einem leichten Schnupfen keinerlei Krankheitszeichen und schien
sich immer wohlzufühlen. Sie war zwar anfangs etwas scheuer
als die anderen - möglicherweise weil sie eigentlich zu einem
damals 14-jährigen Mädchen aus dem Bekanntenkreis des
Sohnes meiner Freundin ziehen sollte, das sich auch schon mit
ihr angefreundet hatte, deren Eltern aber dann nicht einverstanden
waren, so dass sie bei mir bleiben musste.... Das gab sich allerdings
mit der Zeit; mit Nikita war sie ein tolles Team. Ein paar Tage
nach Nikitas Ableben lag allerdings auch sie eines morgens einfach
tot im Käfig.
-
Tilly -
Tilly gebührt eigentlich eine
ganz eigene Rubrik. Sie wurde fast dreieinhalb (!) Jahre alt und
musste am Ende (Mai 2001) nur deshalb eingeschläfert werden,
weil sie einen nicht operierbaren Tumor am Bauch hatte, der irgendwann
zu riesig wurde, als dass man ihr das noch länger hätte
zumuten können. Sie lief zwar nach wie vor herum und versuchte
sogar zu klettern, aber der Tumor war am Ende so dick, dass sie
mit den Hinterbeinen kaum noch auf den Boden kam und ihre Haut
richtig durchgescheuert war.
Auch
Tilly stammte aus der Zoohandlung, aus dem Wurf einer grazilen,
fast völlig schwarzen Rattendame, der fast ausschließlich
aus wildfarbenen Babys bestand. Am liebsten hätte ich die
Mama auch mitgenommen; aber sie gehörte schon jemandem und
sollte nur so lange in der Zoohandlung bleiben, bis alle Babys
verkauft waren. Also
habe ich eine Illusion raktiviert, der wohl viele Rattenliebhaber
irgendwann mal begegnen: Ich wollte schon immer mal eine wilde
Ratte einkreuzen und fand, dass das hier schon passiert sein musste....
Ich habe eins der wildfarbenen Babys gekauft, das ich übereinstimnmend
mit dem Verkäufer für ein Männchen hielt, um später
entweder Ronja oder Momo (siehe oben) von ihm decken zu lassen....
Naja;
es war dann doch ein Weibchen, aber als wir es nach einigen Tagen
merkten (weil einige der in der Zoohandlung verbliebenen Geschwister
im Gegensatz zu unserem "Männchen" bereits beeindruckende
Hoden entwickelt hatten), wollten wir sie trotzdem behalten, weil
wir sie inzwischen total liebgewonnen hatten. Und das war auch
gut so - es hat mir den Traum von der eingekreuzten Wildratte
gründlich ausgetrieben.....
Tilly
war von Anfang an durchaus menschenfreundlich - sie kam immer
gern vorbei, lief auf mir herum und leckte mir die Lippen - wenn
ich sie ließ <gg>... Aber wenn man sie anfassen wollte,
um sie in den Käfig zu setzen oder einfach nur mal zu streicheln,
dann kam das Wilde in ihr durch, und sie rannte entweder weg oder
biss sogar mal ziemlich derb zu... Das ließ zwar mit der
Zeit etwas nach, aber sie blieb die scheueste von allen, obwohl
sie später nicht mehr biss, sondern nur noch einen Biss andeutete
(ganz zärtlich mit den Zähnchen den Finger nehmend...).
Sie war also trotzdem durchaus liebenswert.
Außerdem
war sie extrem schlank und sportlich; sie kletterte bzw. sprang
auf Regale, die für alle anderen unerreichbar waren und hatte
zudem in der Erziehung von Momos Babys eine Lehrer-Rolle übernommen,
die echt beeindruckend war.... Sowas von vernünftig und nachsichtig
mit den übermütigen Kleinen - richtig erwachsen.....
Trotz alledem; ich gehe inzwischen davon aus; dass man in jedem
Fall davon absehen sollte, wilde Ratten einzukreuzen; die Babys
werden in ihrem Verhalten dem Menschen gegenüber vermutlich
meist problematischer als solche, die nur von Farbratten stammen.
Die in
meinem Banner erwähnten "Five Ladies" - meine bislang
letzten Ratten - waren Ronja II, ihre Nichten Miri, Nikita und
Schröder sowie Ersatzmutter Tilly. Sie waren meine Belegschaft,
als ich das Banner gebastelt habe. Seit dem Ableben von Tilly,
der letzen Diva aus dieser Runde, habe ich keine Ratten mehr.
Sollte sich dies - wovon ich schon aus beruflichen Gründen
leider nicht ausgehen kann - irgendwann ändern, gibt es natürlich
News an dieser Stelle.
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