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der Winter soll wieder richtig kalt sein, und auf 'm Dach soll Schnee sein, aber weiss rings um mein Haus soll wieder richtig Wald sein, und der Ofen drinne richtig heiss mein Teppich, der soll endlich wieder fliegen, mein Zauberpferd kommt angetrabt die Flaschengeister könn mich nicht mehr kriegen, weil ich wieder Freunde hab die Bäume sollen wieder meine Brüder sein, wir lassen unsre Wunden heiln an den Zweigen solln die Vögel wieder wohnen und mit mir die Kirschen teiln ich will auch wieder mit den Tieren sprechen können und ich will das Gras verstehn was es flüstert in den blauen Sommernächten, ich habe mich so lang danach gesehnt frag mich nicht wie, frag mich nicht wann, s ist doch nur n Lied aber mitm Lied fang ich erst mal an der Regen soll wieder seinen Bogen schlagen, zwischen schwarz und weiss wie n bunter Arm, und das rot darin soll nicht mehr so verlogen sein und grün und gelb nicht mehr so arm, die Pilze sollen wieder in die Bomben kriechen, und die Bombe wieder in den Flugzeugbauch das Loch im Himmel soll sich wieder schliessen, und die Löcher in der Erde, die auch frag mich nicht wie, frag mich nicht wann, s ist doch nur n Lied aber mitm Lied fang ich erst mal an mein Teppich, der soll endlich wieder fliegen, mein Zauberpferd kommt angetrabt die Flaschengeister könn mich nicht mehr kriegen, weil ich wieder Freunde hab G.G. |
Gerhard Gundi Gundermann ist tot.
Seit dem frühen Morgen stand das Telefon nicht mehr still.
Trauer, Betroffenheit. Irgendwie war es unfassbar, so richtig sagen
konnte keiner was, nur die bitte noch, einen sofort zu informieren, falls
neues bekannt würde.
Gerhard Gundermann war für viele mehr als Musik. er war Fixpunkt,
Kraftquell, sich nicht anzupassen, weiterzumachen und den Traum vom besseren
Miteinander nicht aus dem Kopf zu verlieren.
Leben wir seine Lieder.
Stiewe/PNull 22.6.98
HINWEISE + TERMINE:
Silly & Gundermann+Seilschaft
unplugged, das Konzert vom November 1994 in Potsdam ist ab sofort als Video
(Buschfunk) und als Doppel CD (BMG-Amiga) erhältlich.
Bei Buschfunk(
Tel: 030/ 4459380) ist der Mitschnitt seines letzten Solo-Konzertes ("Krams")
als Doppel-CD erhältlich,
ebenso das Video "Gundermann+Seilschaft
- live im Tränenpalast".
Für das Frühjahr '99
ist das "Liederbuch 2" geplant.
Gundermann*s Seilschaft e.V. findet
ihr unter http://www.gundi.de
..Verlierer
ist der, der mehr von sich abgibt, als das er nimmt G.G.
1992
Foto: Sören Marotz-1994
Foto: Joern Haufe
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wann ham' wir uns zur Nacht gelegt ohne ein Eisen in der Hand wann ham' wir jeh aus Spass getanzt, nein immer nur auf Messers Schneide das du noch singen kannst, wir sind doch pleite sogar die Kinder ham's trainiert, sie sagen ihren Namen nicht und wenn ihn doch einer erfährt, machen die Supermärkte dicht wann ham wir je aus Spass getanzt, nein immer nur auf Messers Schneide, das du noch singen kanst, wir sind doch pleite wo solln wir hin, wo bleiben wir ich kann doch nur zu dir herein, und du zu mir sag, wird ein Zyniker noch mal ein Schelm,wird aus dem Schwert nochmal ne Sense und aus so'm zerkratzen Helm, saufen denn daraus noch die Gänse ich kann doch nicht einfach Heimat sagen,zum Land, auf das mein Schatten fällt da hast du hast schon vom Wagen die Räder abgeschlagen wo solln wir hin, wo bleiben wir ich kann doch nur zu dir herein, und du zu mir G.G. |
und dann schlägt es aufeinander ein doch mit dem Schlagen ist das ein besondres Ding jeder will der Hammer, keiner will der Ambos sein das is'n Scheisspiel, du und ich wir zwei, wir machen nich mehr mit dabei, das is'n Scheissspiel, und ab morgen bleiben uns're Startlöcher frei was man in die Hand bekommt, wird, ausgepresst Brüste, Kehlen, Köpfe, Portmo'ne ne ne wass nicht zusammenhält, wird auseinand' gefetzt und abend s geht mein Völkchen in die Knie das is'n Scheisspiel, du und ich,wir zwei, wir machen nich mehr mit dabei das is'n Scheisspiel, und ab morgen bleiben unsre Startlöcher frei irgendwann ham' wir mal in Physik gehört das Druck den gleichen Gegendruck erzeugt wie kommt, das jeder nur auf seine Fäuste hört bis einer vor dem andren seinen Nacken beugt das is'n Scheisspiel, du und ich, wir zwei wir machen nich mehr mit dabei, das is'n Scheisspiel, und ab morgen bleiben unsre Startlöcher frei das is'n Scheisspiel G.G. |
Foto:
Joern Haufe
Montag morgen. Karnickel Knuppi
und die Vögel gefüttert. Kaffee gekocht. Eine Nachricht zwischen
den Füßballergebnissen und dem Wetterbericht: Gundi soll tot
sein. Köpfe und Herzen kreisen. Umarmungen. Tränen. FreundINNen
benachrichtigt. Das Tageswerk kann nur taumelig verrichtet werden - immer
das Warten auf den Widerruf der Ente, ich zu Hause, mein Liebster die Flucht
ergreifend irgendwo in Berlin. Aber die Ente wollte nicht sterben. Trafen
uns am Abend wieder. Angst bei dem Gedanken, unsere Insel in Tränen
und Rotwein versinken zu sehen. Seine Lieder, die in unseren CD- und Kassetten-Kisten
obendraufliegen, vermieden wir. Und zunächst auch alles, was im Herzen
brannte. Den Rotwein nicht. Nach der ersten Flasche begannen wir vorsichtig,
der Zunge freien Lauf zu lassen:
Trauer um den, der unsere Batterien
aufgeladen hat, um die Geschichten von Ashley, von den Plattwürmern,
vom Schwimpen im Schwimmbad Schwarze Pumpe, von der Hologramm-Schwiegermama,
von William Case und der Zwillingsforschung, von Gott als Besitzer einer
Mietwagen- firma ("Querdenker zahlen 175 % Versicherung"), von den Weibern
und der Weisheit, die beide mit "wei" anfangen. Von dem Loch,das ungestopft
bleiben wird. Von den Konzerten in Berlin. Und in Frankfurt (Oder), wo
wir nicht nur in der Singegruppe Gundi´s Lieder sangen. Von der Furcht
vor einer Best-of. Von der Dankbarkeit, daß seine Zeit wenigstens
auf der seinigen Insel gekommen war. Vom Herzstillstand. Vom Mitleiden
mit Conny, Linda, dem endlich ausgelernten Dachdeckersohn und der Tochter,
deren Hochzeit Gundi gern erlebt hätte.
Wir hatten einige Kassetten unserer
Vernarrtheit wegen selbstironisch "Mix Gott Gundermann" benannt. Unser
Gott ist tot.
Am Dienstag wegen Informationshunger
den Zeitungsladen am Bahnhof gestürmt. Im ND lesen müssen, Gundi
sei ein Träumer gewesen, weil er sich eingebildet habe, mit seinen
Liedern den Menschen ihren Platz in der Gesellschaft zeigen zu können.
Ob Gundis "Traum" aber Wirklich- keit wird, liegt jetzt allein in
unserer Hand. Für mich ist er der Wunschvater und die Wunschmutter.
Wenn es für mich ans Sterben geht, möchte ich mir den Gundermann-Spiegel
vorhalten können. Im Moment sind wohl mehr Punkte in der Minus- als
in der Plus-Kiste.
Aber:
ist es zeit zu gehen, ist es zeit zu bleiben
wer kann so weit sehn, was weiß ich
gehn oder bleiben, ach ich weiß von beiden
nur es geht nicht ohne dich
ist es zeit zu sprechen, ist es zeit zu schweigen
wer wird auf mich hören, was weiß ich
sprechen und schweigen, ach ich weiß nur einen
satz und der heißt, ich brauche dich
wird´s ein tag ein neuer, wird es ein weltenfeuer
was da grad herauzieht, was weiß ich
ein tag ein neuer oder ein weltenfeuer
ich steh beides durch, nur stell dich neben mich
Patti Heidrich , Mittwoch 24.6.98
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und die Grossen werden tot sein es kommt der Tag, da schweigen all die Sänger und die Steine werden schrei'n und ich kehre zurück auf'm Pferd mit wilder Mähne und aus schwarzen Schafen werden weisse Schwäne es kommt der Tag, da brechen in die müden Städte wilde Wasser ein es kommt der Tag, da wird jeder alte Kahn ein Schiff voller Piraten sein und ich reite voran auf'm Pferd mit wilder Mähne und aus schwarzen Schafen werden weisse Schwäne G.G. |
..die Sender, die die Einschaltquoten beherrschen, die Zeitungen,
die die höchsten Auflagen haben, es wird keine Information mehr verkauft,
sondern nur Quark, Oberflächlichkeiten, Desinformation, Verblödung,
und die Leute bezahlen auch noch Geld dafür. Und ich versuche ja auf
der andern Front - ich bin das Unterbewusstsein, und wenn die immer blöder
werden und immer lustiger und immer mehr - dann muss ich mich doch auf
das konzentrieren, was meine Aufgabe ist, also das ich sagen muss, wo das
endet...
G.G. 1997
Fotos: Joern Haufe
Die Besten gehen immer zuerst -
doch warum gerade Gundermann?
Eigentlich wollte ich noch gar nicht
aufstehen, aber mein heutiger Tag erforderte noch etwas Vorbereitung. So
dudelten die Nachrichten ab halb acht, bis mich die Kurzmeldung auf Deutschland
Radio Berlin über den "Tod des vor allem in Ostdeutschland bekannten
Liedermachers Gerhard Gundermann" hochschrecken ließ. Der kurze Moment
des Aufwachens ging dann direkt in eine Erstarrung über.
Warum er? Gerade vorgestern hatte
ich noch einmal meinen Nachruf für Tamara Danz aus dem letzten Jahr
rausgekramt und neu einsortiert. Er war damals aus einem spontanen Verlust-
und Einsamkeitsgefühl entstanden. Aber es bleibt dir doch noch der
Gundi Gundermann, sagte ich mir damals wie auch vor zwei Tagen. Genau in
dieser Nacht starb der "Rockpoet und Baggerfahrer" (Hans-Dieter Schütt)
an Herzstillstand.
Gundi ist tot. Hoffentlich hat
er seinen Frieden gefunden. Er selbst sagte von sich vor ein paar Jahren
schon, daß er alles gesehen und alles erlebt hat und daher eigentlich
gehen könnte, aber da sind ja noch die Kinder und Conny müßte
auf
jeden Fall mitkommen.
Nun wird er warten müssen
bis sie nachkommt. Sie hat noch kein Visum.
Mit ihm hatte ich jemanden gefunden,
der mein Lebensgefühl am ehesten traf. Gundermann war für mich
eine Art Sprachrohr für mein Denken und Fühlen, welches aber
nie eine Form bekam, die nach außen dringen konnte. Die Lücke,
die sein Abschied gerissen hat, wird schwerlich zu füllen sein. Jeder
der ihn kannte wird sich fragen, ob er denn genug von dem eingesogen hat,
was er geben konnte. Ich war nicht bereit für seinen Abschied, aber
das letzte Konzert was ich von ihm gehört habe - es war am 8. Mai
in Schönholz - möge mir die Kraft geben ihm da wo er jetzt angekommen
ist alles Gute zu wünschen. Bei uns hat er seine Sache wohl ganz gut
gemacht.
Mir bleiben die Konserven, die
Fotos, die Erinnerungen an die Konzerte und die Begleitung auf einem Stück
meines Weges. Ich glaube manchmal ging er ein paar Schritte neben mir her,
lautlos, eher wie ein Schatten. Dafür danke ich ihm.
Montag, 22. Juni 1998
Sören Marotz
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das macht die Mücken krank und lässt die Sonne sinken der Weisswein lockt und lässt den alten Papa hinken ich habe heute Bock, mich ganz langsam zu betrinken meine Augen tauchen in das Abendlicht das is so mild wie seit 20 Jahren nicht der Hund macht Frieden mit der Katze, weil er hat die Gicht und ich fahr jetzt schon eindreiviertel Jahr nicht mehr auf Schicht das war mein zweitbester Sommer, ich schlürf ihn aus bis zum letzten Zug ich will das alles hier haben und immer wieder und nie genug das war mein zweitbester Sommer ich küsse meinen Sittich, umarme meine Bäume und schiesse wie ein Raumschiff durch die Zwischenräume ich stell mich an, das ich den grossen Wagen nicht versäume und flieg mit meiner Tochter durch merkwürdige Träume ich höre uff zu kiffen, damit ich sie nicht störe und bin ganz ergriffen, wenn ich sie schnarchen höre auf dem Reihenhausdach proben Engelschöre und meine Alte lacht, wenn ich ihr Treue schwöre das war mein zweitbester Sommer ich schlürf ihn aus bis zum letzten Zug ich will das alles hier haben und immer wieder und nie genug das war mein zweitbester Sommer ich hör, wie alte Schachteln über ihre Männer tratschen und alte Säcke wegen die frigiden Weiber knatschen die jungen Hühner seh ich uff'n Feuerwehrball latschen na ich bin aus'm Rennen, ich brauch sie nicht mehr zu bequatschen aber eines Tages, da tauch ich aus'm Dschungel und die schärfsten Weiber drehn sich nach mir um diese Sekunde reicht mir und ich mach mich wieder krumm und knalle weiter mit meiner alten Schnalle rum das war mein zweitbester Sommer ich schlürf ihn aus bis zum letzten Zug ich will das alles hier haben und immer wieder und nie genug das war mein zweitbester Sommer G.G. |
und auf dem hölzern' Landesteg stehn die bleichen Seelen an der Fährmann bringt sie alle weg weg vom Hunger, weg von Durst weg von Schnaps und von der Wurst weg vom Geld und weg vom Salz, weg vom Fenster und vom Hals ihrer Liebsten ,Freund und Feinde, aus der Mitte der Gemeinde aus der Hitze, aus dem Streit aus dem Leid und aus der Zeit alle, die gehen wollen, solln gehen können alle, die bleiben wollen, solln bleiben können alle, die gehen wollen, solln gehen können alle, die kommen wollen, solln kommen können die hier anstehn, sind satt vom Leben, sie haben alles abgegeben wollen nur noch ihre Ruhe und stehn da mit Augen zu zurück zu uns wolln sie nicht mehr zwingt sie nicht zur Wiederkehr ruft sie nicht und schickt sie leise wenn sie wollen, auf die Reise lasst sie nochmal die Enkel sehn, und überm Haus ne Wende drehn und schütten ihre Sammeltasse Glück wieder in die Welt zurück alle, die gehen, wollen, solln gehen können alle, die bleiben wollen, solln bleiben können alle, die gehen wollen,solln gehen können alle, die kommen wollen,solln kommen können alle, die gehen wollen, solln gehen können G.G. |
..der gnadenloseste Jäger jedes Kompromisses den ich gemacht
hab, ist das eigene Gewissen..
G.G.1993
Fotos: Patti Heidrich-1994
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und wenn du denkst, daß da noch einer guckt, der dicke Brocken in deine dünne Suppe spuckt, vergiss es jetzt sind wir frei, frei, vogelfrei, jetzt sind wir frei, vogelfrei flieg oder stirb, fly oder die und wenn du denkst, daß da noch einer drüber wacht, ob Sensibelchen auch richtig zugedeckt ist in der Nacht, vergiss es und wenn du denkst, daß da noch einer drüber lacht, wenn so'n Kleier so'ne grossen Sprünge macht, vergiss es jetzt sind wir frei, frei, vogelfrei, jetzt sind wir frei, vogelfrei flieg oder stirb, fly oder die und wenn du denkst, daß es noch einen int'ressiert, wenn Dummling schwer gelernte Sätze rezitiert, vergiss es und wenn du denkst, daß da noch einer applaudiert, wenn Nichtsnutz die immer gleichen Faxen vorführt, vergiss es jetzt sind wir nämlich frei frei, vogelfrei, jetzt sind wir frei, vogelfrei flieg oder stirb, fly oder die G.G. |
Foto: Patti Heidrich-1994
KERL WIE N BAUM
für gg
war n kerl wie n baum mit ner krone
so groß mit ner wurzel so tief so viel erde im schoß
so viel himmel im haar alle arme
verstrickt in die winde der welt und kein sturm der ihn knickt
war n kerl wie n baum wo die vögel
drin wohn fraß ne raupe sein blatt sah er n schmetterling schon
und kein frost der ihn fällt
und kein beil das ihn schreckt wo der blitz ihn verbrannt spielten kinder
versteck
war n kerl wie n baum der das gift
für mich fraß daß ich luft gekriegt hab wenn ich neben
ihm saß
und hielt ausschau für mich
nach den andern im wald deckt sein schatten mich zu wars mir nich mehr
so kalt
war n kerl wie n baum hat den regen
geliebt und den schneeweißen schnee und das licht im zenit
all die erde im schoß all
den himmel im haar und n schmetterling sitzt jetzt im gras wo das war
HENRY-MARTIN KLEMT
oct.98
.. all das Lächeln und die Schläge, die
du in der Welt verteilst, holn dich irgendwann ein, wenn du dich noch so
beeilst
all die Suppe, die wir heute in die Elbe ablassen,
die ha'm wir morgen wieder in den Suppentassen..
G.G.
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und siehst gut aus und ich frag mich,wie hälst du's da blos aus, so abgeschnitten von zuhaus wir sind auf Arbeit getuckert mit deiner MZ, jetzt kommste mich besuchen im Ford Cabriolet von null auf hundert sechs Sekunden,ach so hälst du das aus, so abgeschnitten von zuhaus wie viele Steine kann man ziehen aus der Wand, bevor das Dach einfällt, und mich begräbt im Sand hier schneits schon rein, ach ich sag euch,ich halt das hier nicht aus, in so'm zerschnittenen Zuhaus |
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aber mein Sohn wird hier kein Bergmann mehr sein die Gleise rosten und das Förderband ist leer die braune Kohle von hier will jetzt keiner mehr ach meine Grube Brigitta is pleite und die letzte Schicht lang schon verkauft und die Bagger stehn still in der Heide und das Erdbeben hört endlich auf ich war'n Bergmann, weiter hab ich nischt gelernt ich hab dieses Land in jedem Winter treu gewärmt die Lunge is wie'n Sack mit Kohlebrocken voll im Herzen Asche, in den Adern Alkohol ach meine Grube Brigitta is pleite und die letzte Schicht lang schon verkauft und mein Bagger, der stirbt jetz in der Heide und das Erdbeben hört endlich auf ich war'n Bergmann , langsam geh ich durch's Revier die Frau will wegziehn, ich bin angebunden hier gehör dazu wie auf'm Fensterbrett der Staub ein jeder Baum trägt meinen Steckbrief unterm Laub G.G. |
ich bin am Leben, um es zu verliern wo nichts verloren wird, ist nichts zu finden wer sich wärmen will,muss erst mal friern du hast meine Unschuld kassiert, gib mir dafür deine Hand wir hatten nichts als unsre Ketten zu verliern und unser Land die letzten werden die ersten sein, in den Momenten, wo die Blätter sich wenden aber dann, aber dann, werden sie wieder die letzten sein ich geb nicht auf, ich geb nur nach ich werf die Flinte in's Korn und merk mir, wo ich sie hingeschmissen hab, neben meine abgerissnen Ohr'n verlornes Kind auf verlor'nem Posten im Hinterland die Sieger trinken auf uns're Kosten und verlieren den Verstand die letzten werden die ersten sein in den Momenten,wo die Blätter sich wenden aber dann, aber dann, werden sie wieder die letzten sein G.G. |
Foto: Sören Marotz-1997
und wenn ich nicht mehr rennen kann, da kann ich noch n bissel gehn,
und wenn ich nicht mehr gehen kann, will ich hier nochn bissel rumstehn,
und wenn ich nicht mehr stehn kann, da schaffe ich es noch zu kriechen,
und wenn ich nicht mal mehr liegen kann, dann fang ich eben
wieder an zu fliegen
jaja
G.G.
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hier werdet ihr beschissen, nicht nur nebenan doch mein Fusel, der is pur, und die Wahrheit, die ist nackt bei mir gibt es nur:, Katzen im Sack soll es eine grün-rote sein oder schwarz eine fast schon tote, oder eine, die beisst ob se Krallen zeigt, oder ob se nich ob se lieber schweigt, oder ob se widerspricht ihr hattet die Wahl, doch is egal denn sie sind alle noch verpackt,die Katzen im Sack du kannst Haken schlagen und du ein Kreuz sie kann alles sagen, und er bereuts ihr könnt Sterne tragen, oder Sterne sehn eine Bar im Wagen, oder barfuss gehn ihr habt die Wahl, doch is egal denn sie sind alle noch verpackt, die Katzen im Sack G.G. |
gerade geboren, aber schon nicht mehr jung, Liebe geschworen, aber immer immer auf'm Sprung zum Streiten zu feige, zum Lügen zu müd gestern frühreif und heute verblüht kein Zeichen an der Mütze, aber immer auf der Hut nur ja nicht in die Pfütze, und auch ja nicht in die Glut immer gehetzt und den Mantel im Wind immer nur Sex,aber ja nur kein Kind nie vorme gehn, aber immer vorlaut noch nie was gesehn ,aber alles schon durchschaut nie um was bitten und nie was verschenkt ihn der Nacht ausflippen, und am Tag ferngelenkt nie was verliern, aber nie richtig reich zu klug zum marschieren, zum Regieren zu weich meisstens erschossen, so ganz ohne Schuss manchmal Genossen, selten mit Genuss G.G. |
Foto:
Joern Haufe
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ich mache meinen Frieden mit dir, du grosser Gott, ich nehm was du mir du mir bieten kannst Leben oder Tot ich will mich nicht mehr drängeln und will mich nicht verpissen und wer mich angeschissen hat, will ich auch nicht mehr wissen so fülle meinen Becher, ich trink ihn bis zur Neige nun gib mir schon mein Kreuz, oder eine Geige ich mache meinen Frieden mit dir, du kleine Mücke, du kannst mich ruhig pieken, ich werd dich nicht zerdrücken. du kannst mich ruhig stechen, ich werde dich nicht schlagen, du musst mir nur versprechen, es deinen Kumpels nicht zu sagen nu hau schon deinen Spund rein und lass uns einen heben, ich fülle auf mit Rotwein, so könn wir beide leben ich mache meinen Frieden mit allen den Idioten, die ihre Welt behüten wolln mit ihren linken Pfoten mit jeden Samurei, mit jedem Kamikaze, mit jedem grünen Landei und auch mit jeder Glatze die diese Welt nicht bessern können, aber möchten, mit viel zu kurzen Messern in viel zu langen Nächten. G.G |
Foto: Sören Marotz-1998
BESUCHER:
Alle kursiv gesetzten Abschnitte stammen von Gerhard Gundermann.
Bewusst findet man hier nichts zum Einschreiben, geht bitte dazu auf
die offzielle Seite
von Gerhard Gundermann,
dort existiert u.a.eine Kondolenzliste, und vor allem: gestaltet eigene
Seiten.
Schickt mir die URL, sowie Informationen über geplante Veranstaltungen,
die in Beziehung zu Gundi stehen, ich werde sie dann hier aufnehmen.
E-Mail an Stiewe/PNullgit
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Hauptseite
Wir danken Joern Haufe, Patti Heidrich, Sören Marotz
& Henry Martin Klemt für die kostenlose Bereitstellung der
Bilder und Textbeiträge.
Mehr von und über Gerhard Gundermann findet man
im Buch: "Gundermann-Rockpoet und Baggerfahrer" erschienen im Verlag
"Schwarzkopf & Schwarzkopf".
Die Plattenfirma Buschfunk
veröffentlichte von Gerhard Gundermann bisher die CD's: "Einsame
Spitze",
"Der 7.Samurai", "Frühstück für immer",
"Engel über dem Revier" und "Krams, das letzte Konzert";
das Video "Live im Tränenpalast" und das Gundermann
Liederbuch.
"Männer Frauen & Maschinen"aus dem Jahre 1988
ist von AMIGA/ARIOLA neuveröffentlicht worden.