lehmbraut           Die Lehmbraut

          Die Lehmbraut halte ich innen umarmt,
          berühre aber mich selbst mit geschichteter Wärme,
          die entlegensten Fingerspitzen bete ich an:
          aus der Masse stoßen die Fluchten an ihre Poren,
          niemand, nicht Gott mal traut ihr Strudel zu,
          sie steht mit Kittmiene mit spröder Gesinnung,
          mit mir nur
          überdauert sie im Bündel Jahrzehnte und Hunderte,
          fast alle sagen schnell Gutes von ihr,
          ihre Kleider und Schuh hängen am Schwalbenbrett,
          ihre Moleküle, mit losen Enden, machen mich zittern,
          ich halte sie innen umarmt
          ich ränne aus meinem Staubliebchen
          nicht Nanosekunden: aber die scheucht sie
          wie Anmut wie Fremdes von sich –

(c) buhkutzli/irene zaharoff 2000

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