SubRosa - buhkutzli - secrets

In der Welt gibt es zahlreiche kleine und große Geheimnisse, Phänomene, die uns grübeln machen, Rätsel, die neugierig werden lassen,Sesam-öffne-Dichs, deren Passwort wir vergaßen.

Mutabor! Wer das richtige (Wort) weiß, verwandelt sich und wird reich!

Klar, das solche auch auf eine labyrinthische Seite gehören.... Hier ein Anfang. Neues wird grade noch entdeckt.

Letztes Secret hier aufgeführt am 28.5.2000 (c)buhkutzli

Macrocosmi - Microcosmi

FLUCH: Verfluchen, verwünschen, wenig tun es nicht, aber wenige tun es bewußt. Wer schon ist sich zum Beispiel des Zusammenhangs zwischen dem heute (vor allem durch Fußballer verbreiteten) Ausspuckens und dem bei Jugendlichen alltäglichen „motherfucker!“, „ich fick deine Mutter!“ oder „Ja imel twaju mat“ klar? Denn gespuckt wird schließlich auf die Erde, Zitat Anatolij Koroljow: „...die bei uns als Mutter Erde ja mythische Bedeutung hat, ein bewußtes Verletzen dieses heiligen Spiegels des Seins“. Fluchen ist immer auch Tabubruch, öffentliche Verhöhnung von sakralen, sittlichen oder staatlichen Verboten, hier des archaischen, das Geschlechtsleben der Mutter, vor allem der eigenen, anzutasten. Flüche kreisen immer nur um eine Handvoll von Tabuwörtern. Zuerst Skandal, werden sie Gewohnheit und vernichten das Tabu. Zugleich sind dann Flüche nicht mehr beleidigend. Durch Fluchen treten Gesprächspartner in eine bestimmte Vertraulichkeit, unzensierte Sprache unterstreicht die Nähe und sogar Intimität eines Verhältnisses. Vom ehemaligen russischen Premier Wiktor Tschernomyrdin wird überliefert, dass seine private Rede frei und leicht floss und die prächtigsten Flüche in der Höhe dreistöckiger Häuser von seinen Lippen tropften, während er vor öffentlichen Mikrofonen eben aus Gründen dieses öffentlichen Charakters kaum ein Wort herausbrachte. Wie die meisten liebte er trotz aller pädagogischen Zeigefinger der öffentlichen Meinung die „nicht normative Lexik“. Liebespaare hinwiederum unterstreichen zuweilen den Augenblick höchster Intimität, indem sie ihn sich mit gegenseitiger Nennung einschlägiger Wörter besiegeln. Bei Jugendlichen ist heute ein krasser Ausdruck geradezu ein Friedensangebot oder eine erste Kontaktaufnahme, auch die Mädchen sind dabei und erröten nicht mehr. Hey Arschfalte! rufen sie. Theaterstücke heißen heute „shoppen und ficken“ und Romane „Kak ja, kak menja“ (sinngemäß: wie ich vögelte und gevögelt wurde). Der Fluch, der sich in seiner Provokation sehr schnell abnutzt, wird zur Formel, zur Garantie des gerade Gesagten, zur Travestie des „Amen“. Wir sind im Bereich der Volkssprache, bei Menschen, die in allen Zeiten und Ländern ihrerseits den elaborierten Code der Oberschicht und der Herrschenden nie verstanden und diesen ihrerseits wie Leerformeln nachsprechen. Im Schimpfwort ist die Sprache aber sehr viel lebendiger als im Aktenordner oder dem Kommuniqué. Man verfolge nur, wie viele Worte der Argot, der Slang, das Rotwelsch, die Materschtschnina, das Pidgin, die Volkssprache, für Prostituierte, für Geld, für Glied oder Vagina gebrauchen und fast ständig neu erfinden. Häftlinge entwickeln ein eigenes drastisches Vokabular, das wie eine Geheimsprache wirkt und von den Aufsehern nicht verstanden werden kann. Der Fluch wird zum Mittel des Überlebens. Umgekehrt versteht keiner von uns wirklich, was etwa Derivat oder Prawij uklon (Rechtsabweichler) heißen mag. Ungehemmt und frech nehmen aber viele Flüche schnell den Status von Modewörtern an und reisen um die ganze Welt und in die akademischen Spezialwörterbücher. Zynisch, nihilistisch und hedonistisch lachen sie über alle Versuche des offiziellen Sprachsystems, sie zu reinigen, abzuschleifen und einzuebnen. Schließlich ist Fluchen magisch: es versteht sich als Anrufung, mit deren Hilfe das dunkle Unterbewußte versucht, eine zumindest emotionale Kontrolle über Dinge zu bekommen, die seinem Zugriff sonst entgehen oder entgleiten.

RAS: Der wichtige Mann in Russland 2000: Putin. Der wichtige Mann hundert Jahre früher: Rasputin. Noch Wladimir Putins Großvater hieß so. Irgendwann strich die Familie die Vorsilbe.

VAKUUM: Leerer Raum ist nicht wirklich leer. Vielmehr springen gemäß den Regeln der Quantentheorie unablässig Paare von Teilchen wie Quarks, Elektronen oder Positronen aus dem Nichts in die reale Welt. Da sie gegensätzliche Ladung tragen, zerstrahlen sie sich sofort nach ihrer Entstehung wechselseitig. Einziges Zeichen ihrer Existenz bleibt ein schwaches Strahlungsfeld, das den Kosmos gleichförmig erfüllt. Meine Fragen: sie springen aus dem Nichts? Was hatten sie da vorher gemacht, und wie? Und warum paarweise? Ist der Kosmos etwa analog auch gleichförmig von einem schwachen "Liebesstrahlungsfeld" erfüllt? Leere Wohnungen sind nicht wirklich leer?

BIG BROTHER: Schon vor zweitausend Jahren war die Nominierung von Kandidaten üblich. Siehe Evangelien. Pilatus aber trat vor das Volk und sprach: welchen von diesen soll ich Euch freigeben? Da schrien sie: Barrabas!

WIND: Warum wird der Wind nach der Richtung benannt, wo er herkommt? aber etwa der Orientexpress oder der Kinnhaken nach ihrem Ziel?

ENTROPIE: „Wenn sich zwei Chemieprofessoren lange genug in die Sonne legen, bleibt von ihnen nur Wasserstoff, Sauerstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Schwefel und Spurenelemente..... Warum aber schlägt „das Leben“ den umgekehrten Weg ein und macht in Jahrmillionen aus H, O, S, N, C Chemieprofessoren?“ (nach Robert Pirsig: „Lila“)

ALBA: Das Wappen der Stadt Alba im norditalienischen Piemont ist ein rotes Kreuz auf weißem Grund: (das der Templer?) auf den vier weißen Feldern sind die Buchstaben des Stadtnamens (der ja „weiß“ bedeutet): A (Aquila, L (Leone), B( Bos), A (Angelus): die Zeichen der vier Evangelisten.

BRETON: warum heißt André Breton „Breton“, wo er doch Normanne ist?

BLAU: In der Poesie die Farbe der Abwesenheit. Goethe nennt sie in seiner Farbenlehre: „reizendes Nichts“. Überdies ist Blau die einzige Farbe, die sich mit den Mitteln moderner Computertechnik vollständig ausblenden läßt. Der Hintergrund des „Virtuellen Fernsehstudios“. Der blaue Himmel...... Der Blautopf, unvergleichliche Quelle der Schwäbischen Alb, ihr entsteigt: die schöne Lau.....

LAU: Rotwelsch "lau" = böse, schlecht, jiddisch "lo" = nichts, nein, ohne. Setzt man davor das jüdische Verstärkungspartikel "b", so ergibt sich "blau" mit der Bedeutung sehr schlecht, sehr böse. Rätselhaft. Ah nein: blau sein, blau machen.

PAMELA: was hat der Mond mit Pamela Anderson zu tun?

Der Zusammenhang ist logisch: Bevor der Mond aus der Erde austrat, drehte sich diese viel schneller um die eigene Achse als heute. Durch seine Masse bremste der neue Trabant deren Eigenschwung. Warum ist das wichtig? Nun, damals herrschten völlig andere meteorologische Konstanten als heute. Durch die schnelle Rotation der Erde waren dauerhafte Windgeschwindigkeiten von 100km/h und mehr die Regel. Wäre das so geblieben, hätte der Mensch sich nie zum aufrechten Gang entschlossen. Er wäre ein flachgeducktes Wesen geblieben, welches vorwiegend in Erdhöhlen gehaust hätte, darüber hinaus von Kopf bis Fuß dicht behaart gewesen wäre, gleich dem Maulwurf mit einem Fell, das sowohl mit als auch gegen den Strich angenehm zu streicheln empfunden worden wäre. Selbst wenn der männliche Mensch dicht behaarte Busen erotisch anziehend gefunden hätte, hätte er doch niemals Poster seiner Idole aufhängen können, da die Wände seiner Erdbehausungen viel zu bröckelig gewesen wären. Zu einem Phänomen wie Pam hätte es folglich ohne die segensreiche Wirksamkeit des Mondes niemals kommen können! buhkutzli dixit plusquamperfect 99

GRAMMATIK:

"Das Schloss Schneeberg in Kozarišce...ist im Unterschied zu anderen Schlössern in Slowenien während des Zweiten Weltkriegs weder niedergebrannt noch sonstwie zerstört worden. Zu verdanken ist das dem Ökonomen Leon Sauta, einem Tschechen, der es für den Eigentümer verwaltete. Wenn die jeweiligen Sieger ankamen und das Schloss in Schutt und Asche legen wollten, erklärte er ihnen, dass sie ja jetzt die neuen Herren seien und das Schloss ihnen gehöre, da wäre es doch unsinnig und zu ihrem eigenen Schaden, wenn sie es zerstören wollten. Das sagte er den Italienern, den Deutschen und den Partisanen, und diese schlichte, einleuchtende Argumentation überzeugte von Mal zu Mal Besatzer wie Befreier, ein Beweis dafür, dass Logik und grammatische Analyse, wenn man nur ein Bisschen mehr Vertrauen in sie setzte, eine Menge Ruinen ersparen könnten" (Claudio Magris: Die Welt en gros und en detail)

FABEL: Die Fabel von der Zeit, die alle Wunden heilt

Hast du Zeit? fragte die Wunde den Arzt. Der rief die Zeit aus dem Vorzimmer herein - er selbst war im Stress -. Hilf mir, sagte die Wunde zur Zeit. Ich höre du kannst uns alle heilen? Nur wenn ich vergehe, sagte die Zeit, und sie ging aus der Hintertür, kam vorne herein und war gleichzeitig da. Wer verschwand war die Wunde -