Hallo, liebes Internetvolk. Erinnert euch mal an eure Kindheit zurück! Na, wisst ihr noch, diese abstrusen Geschichten, die immer mit „Es war einmal...“ anfangen und mit „Und wenn sie nicht gestorben sind...“ aufhören. Jawohl es geht um
Viele Leute behaupten ja, Märchen enthielten einen sehr wahren Kern und seien aufgrund ihrer Lebensweisheit zeitlose Geschichten. Blödsinn, das Gegenteil ist der Fall! Die Stories der beiden Grimmies und anderer Märchendichter enthalten einige ganz böse Ausrutscher. Damit sie nicht aus diesem Grund in den Bücherregalen verrotten, müsste man nun ganz dringend mal den Rotstift ansetzen und die alten Schinken in eine korrigierte Fassung setzen. Als Beitrag zur abendländischen Kultur und zur modernen Kindererziehung werde ich diese Aufgabe übernehmen und mal ordentlich auf die Tastatur hauen. Fangen wir an; also es war einmal...
Manche Geschichten scheitern ja nur an einigen ganz kleinen Details.
Nehmen wir mal Dornröschen. Jeder, der auch nur annähernd
etwas von Geschichte versteht, weiss, dass man nicht ungestraft hundert
Jahre verpennt. So kommt es, dass zu der Zeit, in der Dornröschen
aus ihrem Schlummer erwacht, die Monarchie abgeschafft und die Revolution
ausgerufen ist. Aus diesem Grund landet Dornröschen noch am selben
Tag auf dem Schafott. Tja, Pech gehabt, Kleine.
Auch ihre Leidensgenossin Rapunzel hat da so ihre Probleme.
Denn wer dermassen lange Haare hat wie sie, und dazu noch in einem engen
Turmzimmer eingesperrt ist, tut sich naturgemäss schwer mit Haarewaschen.
Das bekommt ihr glühender Verehrer zu spüren, als er an Rapunzels
fettiger Mähne ausrutscht und kräftig auf den A... fällt.
Künstlerpech; jedenfalls bleibt Raunzel wohl auch weiterhin ohne feste
Beziehung.
Bei anderen hapert´s einfach am Schluss etwas.
Wie bei Sterntaler, der Geschichte über eine Göre,
die in einem Wald bei Nacht den grossen Reibach macht. Ich meine, wer sein
Leben lang kein Cash hat, tut sich mit so einem plötzlichen Geldsegen
schwer. So geht´s auch dem Sterntalermädchen. Aus Unerfahrenheit
verliert sie die Hälfte ihrer Kohle an eine dubiose Investmentfirma,
die andere Hälfte bringt sie gleich selber bei nächtelangen Saufgelagen
und Glücksspielen durch. Mit einem riesigen Schuldenberg bleibt ihr
nichts anderes übrig, als anschaffen zu gehen. Das Leben ist hart!
Einige enthalten dann aber ganz dicke Eier.
Zum Beispiel Rotkäppchen. Da schicken Eltern unbesorgt
ihr Töchterlein in den Wald. Das straft sich bald; denn im Walde trifft
Rotkäppchen – nicht den Wolf – sondern den Kindermörder. Dieser
ist froh, dass er für sein heutiges Opfer gar nicht erst in die Stadt
hinunter muss. Schlechte Aussichen für Rotkäppchen. Und eine
gehörige Lektion für die Rabeneltern. Was fällt denen denn
ein, ein kleines Mädchen einfach so alleine in den grossen, finstern
Wald zu schicken?
Manche Märchen sind total veraltet und können sich nur durch
radikale Reformen in die heutige Zeit retten.
Da wäre etwa der standhafte Zinnsoldat. Heutzutage spielt
doch kein Rotzlöffel mehr mit Zinnsoldaten. Stattdessen müsste
es heissen: „Der standhafte Gameboy“, „Die standhafte Barbiepuppe“ oder
wenigstens „Der standhafte Plastiksoldat“.
Der Goldesel aus Tischlein deck dich müsste statt hunderten
Goldmünzen bloss einige gedeckte Schecks ausspeien. Ausserdem würde
der Tisch selber sofort samt Patentrechten von McDonalds aufgekauft und
vernichtet werden. (Die würden schliesslich Konkurs machen, wenn sich
plötzlich jeder sofort eine wohlschmeckende Fast-Food-Mahlzeit auf
den Tisch zaubern könnte.)
Der Wolf könnte sich die mühsame Geissleinjagd sparen
und stattdessen 7 Kilo Ziegenfleisch vakuumverpackt im Supermarkt kaufen.
Und Frau Holle muss anstatt des kräfte- und zeitraubenden
Kissenschüttlens nur noch auf´s Knöpfchen der Schneekanone
drücken und kann sich dann in aller Ruhe im Fernsehen einen Sexfilm
ansehen.
Einige aber strotzen von derart kriminellen Inhalten, dass man sich
fragt, warum sie in Kinderbücher Einzug gehalten haben und nicht gleich
auf dem Index gelandet sind.
Das beste Beispiel hierzu bildet zweifellos Hänsel und Gretel.
Da ermordet doch tatsächlich ein jugendliches Geschwisterpaar auf
bestialische Weise eine alte Dame, indem es sie in einem Ofen verbrennen
lässt. Danach bemächtigen sich die zwei des Vermögens der
Dame, um dann den Schutz ihres Elternhauses zu suchen. Unglaublich! Doch
die zwei haben ihre Tat nicht gut genug überdacht. Denn als der Briefträger
kurz darauf der Dame ihre monatliche Rente zustellen will, bemerkt er,
dass das Waldhaus ganz verlassen dasteht. Er alarmiert natürlich sofort
pflichtbewusst die Polizei, welche nach einer Hausdurchsuchung im Ofen
die grausame Entdeckung von verkohlten Menschenknochen macht. Anhand von
Fingerabdrücken auf der Ofentüre kommt die Polizei Hänsel
und Gretel auf die Spur. Sie werden bald in ihrem Elternhaus verhaftet,
wo auch noch ein Teil der Beute sichergestellt wird. Die beiden jugendlichen
Täter werden vom Richter des kaltblütigen Raubmordes schuldiggesprochen
(ihren dürftigen Unschuldsbeteuerungen will niemand glauben schenken).
Aufgrund ihrer minderjährigkeit verurteilt man sie jedoch nicht zum
Tode, sondern nur zu lebenslanger Haft. Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann schmoren sie noch heute in einem finstern, feuchten Kerkerloch. Sehr
gerecht!
Oder die Bremer Stadtmusikanten. Da vertreiben vier Gammler
einfach so die rechtmässigen Bewohner aus ihrem Haus. Zum Glück
ist die Polizei sofort zur stelle, um die Anarchos zu verhaften. Und immerhin
nimmt sie die Hausbesitzer, welche sich als steckbrieflich gesuchte Räuber
herausstellen, auch gleich mit.
Als höchst pornografisch ist Schneewittchen einzustufen.
Da tollt doch tatsächlich ein minderjähriges Girl mit sieben
bärtigen Strolchen im Wald herum. Eine Schweinerei nenne ich das!