
Grundlageninformation
Aktion
,,Eichhörnchen"Kinder machen Wald im globalen Kontext"Global denken, lokal handeln"
(Agenda 21)Rahmenbedingungen in Mensch und Wald als Anlass für die Aktion
Global:
Und hier in Schleswig � Holstein : ???
· Viele tausend Hektar Wald warten dringend auf ihre Umwandlung zu Wäldern, die der Zukunft gerecht werden können.
· Geld und sonstige Mittel zur Umwandlung in angemessenem Ausmaß sind in öffentlichen wie privaten Kassen kaum vorhanden.
· Rückbesinnung auf die Mechanismen der Natur erscheint oft als fachlicher Rückschritt.
· Innovation auf der Basis des wirklich Altbewährten soll wieder Raum gegeben werden.
· Dem Jahrhunderte alten und tlw. bereits praktiziertem Erfolgsrezept : ,"Wie die Natur, mit der Natur" wird nach 100 Jahren Forsttechnik wieder Raum gegeben.
· Und : Was die Landeskinder angeht: Siehe oben.
Hier soll
,,Eichhörnchen" in seinen begrenzten Möglichkeiten helfen.Das Geschehen
1.) im und für den Wald:
Standortferne, labile ,eintönige und nichtheimische Nadelholzwälder, insbesondere Fichtenmonokulturen, werden durch die Einsaat von heimischen, standortgerechten Laubhölzern auf den Weg gebracht zu:
artenreichen, stufigen, stabilen, gesunden, multifunktionalen Laubmischwirtschaftswäldern als ständige Lieferanten, von nachwachsenden Rohstoffen, sauberer Luft. reinem Wasser, und als Garanten von Lebensraum für unzählige Pflanzen- und Tierarten. Klimaverbesserer, Erholungsspender, Arbeitsplatz und vieles anderem mehr.
2.) für die beteiligten Menschen:
Kinder (und auch die Erwachsenen) erhalten wieder einen Bezug zu einem sehr wichtigen Teil ihrer Umwelt. Sie lernen, dass sie als Teil der z.Zt. bestimmenden Menschheit ständig eigentlich gegen die Natur und damit gegen sich selbst und ihre Zukunft handeln. Aber auch, dass sie aktiv gegensteuern können und dass viele kleine Schritte einen Großen bewirken können.
Über die Waldsaat und die begleitenden Informationen werden wichtige Werte vermittelt,
Betroffenheit verursacht, Einsicht und Erkenntnisse gefördert, Bewusstsein geschaffen,
Verantwortung geweckt! kurz: Schritte zum mündigen. kompetenten Mitmenschen dieser einen Welt gegangen.
Der Wandel
Wie es die Natur uns zeigt, werden Laubholzsamen örtlich bewährter Bäume und Baumarten in den Waldboden gebracht. Dort können sie keimen und aufgrund ihrer Vielzahl und der Artenvielfalt den Wald der Zukunft initiieren. Damit wird der Grundstein gelegt, den Wald wieder in die Form zubringen, in der er allen Ansprüchen künftiger Generationen gerecht werden kann.
In Nutzung der natürlichen Ressource "Forstsaatgut" und der direkten Ernte und Einbringung vor Ort werden unzählige Negativeffekte bisher üblicher Waldregeneration vermieden. Für den Wald entstehen durch die Beteiligung der betroffenen Menschen (heute Kinder, morgen Erwachsene) in großer Zahl nahezu keine Kosten. Der Volkswirtschaft wird in der ganzheitlichen ökonomischen und ökologischen Bilanz eine Wertedimension geschaffen, deren gesamte Bandbreite und Größenordnung kaum fassbar oder darstellbar ist.
2.) in den Menschen:
Durch die direkte Befassung (Anfassen) mit dem Wald über seine Samenkörner (Kinder des Waldes) entsteht eine persönliche Beziehung von unschätzbarem Wert. Die Vermittlung der sonstigen Zusammenhänge der Waldnatur sowie die Darstellung des durch die Tat »Waldsaat" Möglichen weckt Betroffenheit und damit Verantwortung. Die Vermittlung des Effektes "Viele Kleine schaffen Großes" schafft ein völlig neues Gefühl und Selbstverständnis im Einzelnen. Die Rolle des Individuums Mensch im sozialen Umfeld erhält eine neue und gerade für junge Menschen wichtige Dimension :
WIR!
(gemeinsam) schaffen etwas.
Natur wird zu einem lebendigen, anfassbaren, anschaulichen Prozess, der mit Spannung und Sorgfalt beobachtet wird. Aus Lethargie und sinnleerem Konsum von Medien und Gütern aller Art wird aktives Mitgestaltenwollen und Sorgfalt im Umgang mit den Dingen und damit der Umwelt. Realitätsferne mediengenussprovozierte Gedankenwelten werden durch Erleben ersetzt.
"Bessere" Wälder und "bessere" Menschen haben eine
Chance,lebenswerte Zukunft zu erleben.
Dimension und Ausblick
Erste Erfahrungen und bekannte wissenschaftliche Eckdaten lassen Folgendes erwarten :
Zunächst einige Zahlen und Fakten:
Diese Auflistung könnte beliebig weitergeführt werden.
Schlussbetrachtet
Die Saat von Laubbaumsamen im Rahmen der Aktion
,,Eichhörnchen" wird also das Ihre dazu beitragen, o.g. Wirkungen zu erzielen, denn jedes einzelne ausgebrachte Samenkorn wird Teil eines größeren Wirkungsspektrums sein.
Am Beispiel einer Grundschule mit rd. 100 Kindern, die einen Vormittag im Herbst 1998 im Walde bei
,,Eichhörnchen" verbracht haben, soll die Dimension, soweit fassbar, dieser kleinen guten Tat mit großen Wirkungen betrachtet werden .
Es wurden nach Stichprobenauszählung gesammelt (ca.)
· 9.000 Eicheln
· 60.000 Bucheckern
· mehrere Tausend Hainbuchensamen
Der Förster gab dazu
Rund 5.000 Ahornsamen.
Diese Baumsamen wurden vollständig durch die Kinder auf vorbereitete Wundstreifen in einen Altfichtenreinbestand in den Mineralboden ausgebracht. Unterstellt man eine mittlere Keimfähigkeit der Saat und ein etwa zur Hälfte gelungenes Ausbringen sind wohl mehr als 20.000 Jungbäumchen auf einer Fläche von ca. einem Hektar aufgelaufen. Damit sind Dimensionen für den Wald erreicht worden, wie sie oben (CO2- Bindung, Wasserspeicher, Luftfilter, etc.) beschrieben wurden.
In den Kindern (unsere späteren Erwachsenen und damit Umweltgestalter einer ganzen Generation) wurde mit der Ausbringung der Samen (als Waldkinder) der Keim zu einem ganz neuen Verhältnis zum Wald gelegt. Die überwältigende Resonanz aus Kindermund und Kinderverhalten lassen keinen anderen Schluss zu. Schon bei der Verabschiedung der Schule konnte man die Ungeduld der Kinder spüren, ihren Wald auflaufen und wachsen zu sehen.
Wenn es nur gelungen ist, in jedem zweiten Kind etwas mehr Umweltverantwortung durch die Waldsaat zu wecken, ist die Dimension der globalen Auswirkung unermesslich.
Es könnte ja sein, dass eines von diesen Kindern mal Konzernchef, Politiker oder Umweltschützer wird. Selbst wenn dies nicht eintreffen sollte, aber jedes Kind künftig nur etwas umweltbewusster handeln wird, wäre viel gewonnen.
Nicht nur die
Eichhörnchen werden sich freuen.
lnformationsbrief
zur Aktion ,,Eichhörnchen" (Kinder machen Wald)im Spätherbst 2002
Verehrte Schulleitung, sehr geehrte LehrerInnen, liebe SchülerInnen, liebe Eltern,
in diesem Brief soll näher dargestellt werden, worum es bei "Eichhörnchen" ging und geht, wie "Eichhörnchen" abläuft und welche Effekte erzielt werden können.
Warum
,,Eichhörnchen"?Von den rd. 150.000 ha Wald in SH bedürfen nach seriösen Einschätzungen noch mindestens ein Drittel = mehr als 50.000 ha einiger forstlicher Schritte auf dem Weg zum allseits gewollten und unbezweifelbar ökologisch und ökonomisch erstrebenswerten "naturnahen" Wald. Dieser soll in Form von stufigen, artenreichen, stabilen, gesunden und multifunktionalen Laubmischwirtschaftswäldern besser als bisher Lebensraum und Lebensgrundlage heutiger und künftiger Generationen werden.
Wald ist ein Gefüge, das vielen Generationen dienen, aber durch weniger als eine auch zerstört werden kann. Wir erleben dieses täglich, wenn auch nicht direkt vor der Haustür oder direkt erkennbar. Da unzweifelhaft jeder täglich vom Bestehen der Wälder profitiert aber auch durch seine Existenz und seine Handlungen direkt, aber leider meist unbemerkt, auf den Wald wirkt, ist es wertvollstes Handeln von Wald- und Menschenerziehern, hier Zusammenhänge deutlich zu machen und Bewusstsein zu wecken. Dies kann nie zu früh oder zuviel sein.
Im Jahr 2002 bietet uns der Wald wieder, was er nicht sehr oft tut: Einen enormen Behang mit "Kindern des Waldes" : seinem Saatgut (Waldfrüchte). Diese gilt es möglichst umfassend zu bergen, um damit unseren Wald umzugestalten, ja wo möglich gar neuen Wald zu schaffen. Dieses können Waldbesitzer und öfftl. Verwaltungen aus verschiedensten Gründen allein und so umfassend wie nötig nicht leisten. Daher : Eichhörnchen.
Wie
,,Eichhörnchen"?Das Eichhörnchen legt bekanntlich durch eifriges Sammeln Wintervorräte durch Vergraben oder Verstecken von z.B. Eicheln oder Bucheckern an. Da es sich nicht alle Vorratslager merken kann, habe einige von diesen die Chance, zu "überleben". Somit können sich aus diesen Samen Keimlinge entwickeln, die unter günstigen Bedingungen zu Bäumen oder gar Wald werden.
Nichts anderes wollen wir tun, nur dass wir keine Vorratslager anlegen wollen, sondern durchaus gleich mit dem Ziel der Keimung Saatgut wie Eicheln oder Bucheckern in den Boden bringen. Und dieses möglichst zahlreich und auf großer Fläche.
Dazu ist es nötig
1. zu sammeln und
2. zu säen
Gesammelt werden könnte ab Mitte Oktober in allen Wäldern. Das Aussäen könnte sofort darauf am selben Tag erfolgen. Da es nötig ist, seitens des Waldes festzulegen, wo geeignete Sammel- bzw. Saatflächen sind, geht es leider nicht ganz ohne etwas Bürokratie.
Es wäre also schön, wenn sich Schulen oder Klassen bis zum Beginn der Herbstferien oder auch noch danach bei der nächsten Forstdienststelle, einem ihnen bekannten Waldbesitzer, einem Forstamt oder auch dem Forstministerium melden würden, und dort kundtun, dass sie gerne auch an einer Aktion ,,Eichhörnchen" teilnähmen und Wald machen wollen. Alles weitere kann man dort erfahren und besprechen.
Wer für
,,Eichhörnchen" ?Alle, die sich für den Wald engagieren möchten, Wald MACHEN möchten oder erkannt haben, dass Wald uns alle angeht.
Auf Kinder/Schüler bezogen, hieße dieses eigentlich : Kinder vom Vorschulalter an, Schulklassen von 1. bis 6. Klasse, ältere Jahrgänge bei Interesse.
Wie kommt man hin zu
,,Eichhörnchen" ?Seitens des Waldes besteht leider keine Möglichkeit, z.B. die Kinder mit Bussen in die Wälder zu holen. Hier sind leider die Schulen, vielleicht unter Mitwirkung der Eltern?, gefragt, das Transportproblem zu lösen. Auch sind ggfs. Busunternehmen auf Anfragen bereit, Fahrten zu sponsern, wie in 1998 und 2000. Es besteht Hoffnung, dass dies auch im Herbst 2002 möglich sein wird. (z.B. Fa. Autokraft)
Wann und wie lange
,,Eichhörnchen" ?Die Natur gibt uns ihr Saatgut (hier Eicheln, Bucheckern) in erntbarer Form ab ca. Mitte
Oktober. Sinnvoller Weise sollte an einem Vormittag gesammelt und gesät werden.
Beide Aktionen an einem Tag zu kombinieren ist effektiv und sinnvoll. 1998 und 2000 hat sich dieses System bewährt. Gesamtdauer ca. 3 Stunden, inkl. Pause am Lagerfeuer.
Womit
,,Eichhörnchen" ?Neben der persönlichen Ausstattung der Kinder mit wetterangepasster Kleidung, festem
Schuhwerk (Gummistiefel) und ,,Frühstücksbeutel" sollte natürlich jeder über ein
Sammelbehältnis, z.B. kleiner Eimer, Kartoffelsäckchen oder dergl.) verfügen. Es wird
versucht, diese zumindest auf den staatl. Förstereien vorzuhalten. Es empfiehlt sich aber die
Absprache.
Für die Aussaat ist ein Gerät vonnöten, das ermöglicht, die Eichel oder Buchecker in den Mineralboden zu bringen. Denkbar wären: kleine Hacken, Kinderspaten, Sandkistengeräte aus Metall, Opa´s Spazierstock, abgebrochene Besenstiele, kleine Friedhofshacken, alte, stumpfe Messer usw. usw. . Auch hier werden die RFÖ´s versuchen, etwas bereit zu halten.
Die Aussaatflächen werden teilweise eine Bodenbearbeitung ( Pflugstreifen, Wundstreifen oder ähnliches) vorweisen. Auf Flächen, die keine Bodenbearbeitung erfordern, kann direkt in den Waldboden gesät werden.
Wo
,,Eichhörnchen" ?Die Saatguternte wird auf allen Waldflächen, die die gewünschten Baumarten mit dem nötigen Behang und einer Zulassung enthalten, möglich sein. Da es für eine gesunde Waldzukunft besonders wichtig ist, mit der Aktion »Eichhörnchen" auch eine wesentliche Streckung der genetischen Bandbreite unserer Waldbäume zu erzielen, ist die Sammlung auf möglichst vielen Flächen wichtig und wertvoll.
In der Regel wird in Wälder gesät werden, die für Fachleute wie Laien den optischen Charakter der sogenannten "Holzäcker" haben. Auch sind Saaten in Flächen sinnvoll, die bereits mit vor einiger Zeit gepflanzten Bäumen bestockt sind, um auch hier dem naturnahen Wald noch einen Schritt näher zu kommen.
Die Wälder sollten in Parzellen aufgeteilt werden, um jeder Schulklasse oder Kindergruppe den EIGENEN Wald zuweisen zu können. Besonders wichtig ist die Dokumentation über die ausgebrachte Saat inklusive kartenmäßiger Darstellung. Diese Karte sollte den Kindern ausgehändigt werden, damit der waldpädagogisch wichtige Aspekt "Kinder MACHEN Wald" bewirkt werden kann.
Der Bezug vom Sammeln des Saatgutes über die Einbringung in den Wald bedarf der Vollendung durch die Betrachtung des aufgelaufenen Saatgutes im darauffolgenden Frühsommer und damit der positiven Veränderung der Natur. Hier ist der eigentliche Ansatz im erzieherischen Bereich zu sehen.
Was bietet
,,Eichhörnchen" sonst noch?Von den ökologischen und ökonomischen Wirkungen abgesehen, sind sicher auch psychologisch und pädagogisch positive Wirkungen zu erwarten.
Weiterhin könnte es folgendes geben :
Neben einem gewissen Ansporn in denkbaren schulinternen Wettbewerben, sollte auf
Landesebene eine Würdigung der relativ besten Schüler, Klassen, Schulen erfolgen.
Denkbar wäre z.B. die Verleihung eines "goldenen Eichhörnchens", die Stiftung von
Schulwald, das Sponsoring von Holz in der Schule, die Ausgabe von Teilnahmeplaketten
u.v.a.m..
Welche Zukunft könnte
,,Eichhörnchen" bringen?Durch die jährlich wiederkehrende Betrachtungsmöglichkeit großflächig erfolgreicher Saaten und somit positiv veränderter Wälder durch die, die es GEMACHT haben, könnte in den dann sicher Fragenden, Staunenden oder Interessierten ein völlig neues Umweltverständnis entstehen.
Weitere Effekte (eher trivialer Art:) :
Ein neuer Jahresausflugspunkt für die Klasse
-Learning by doing durch Folgeprojekte (z.B. Waldentwicklung/pflege)
Ansporn zum Aufenthalt in Waldjugendheimen
Schulwaldschaffung / umgestaltung
Allgemeine Umweltbildung, etc., etc., etc.
Ganz nebenbei schenkt uns die Natur über die Saaten:
Positive Veränderungen des Kleinklimas bis hin zu größeren Klimawirkungen
Enorme zusätzliche C02 - Bindungen über die Folgejahre
Filterflächen für Umweltdreck (Stäube, Regeninhaltsstoffe, etc.)
Verbesserung von Lebensräumen für Waldflora und Fauna
Erhöhung des Erholungswertes der Wälder
Sicherung der genetischen Bandbreite und damit der Zukunft unserer Waldbäume
Mehr Wald?
Artenschutz durch positive Flächenveränderung
Neue und bessere Biotope
Ein bisschen Wald- und damit Menschheitszukunft
Könnte dies Ansporn sein?
Was mache ich jetzt??
1.) Engagement entwickeln und Freunde der Aktion über Information gewinnen
2.) Kontakt aufnehmen
3.) Planen und Organisieren
4.) Im Herbst aktiv WALD MACHEN
5.) Sich auf das Erlebnis und das Ergebnis freuen.
Der Wald freut sich auf SIE, DICH, ALLE
Verantwortlich für den Text :
Dipl. Forsting. Dietmar Gottfriedsen
Lange Reihe 5
24805 Hamdorf
(Hotline : 04332/991993; Fax 991994; email :
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Waldpflanzung = Waldfrevel ??
Ein Beitrag zum nachdenken und anregen?
Wald, Umwelt, Klima usw. informieren möchten
Hier gibt es Infos, umfassend und für jeden Geschmack.
Waldpädagogik im Waldland Bayern
(Info-Geheimtip)
Waldpädagogik first class aus DEM Waldland
und wie es kommt, schaut hier mal rein.
Aber VORSICHT : könnte Folgen haben....
Aktualisiert am 10.12.2002
