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Johann Jakob Wehrt war der Begründer einer Ziegelei in Borstel um etwa 1860. Dieser erwarb laut Kaufvertrag (Kopie vorhanden) am 9. September 1887 von Herrn Fritz von der Mehden eine
Handstrich - Ziegelei in Lamstedt. Im
Frühjahr 1888 begann der Bau einer zur damaligen Zeit modernsten Ziegelei Norddeutschlands. Im Frühjahr 1889 begann die Produktion unter Leitung des Ziegelmeisters Heinrich Klaus aus Brakelsiek (Lippe), der zuvor auf der Ziegelei in Borstel beschäftigt war. Aus dieser Zeit gibt es 2 Bilder im Lamstedter Museum. Johann- Jacob Wehrt starb am 2. Mai 1889. Laut Testament erbte Diederich Wehrt die Borsteler Ziegelei samt Königmarkschen Hof und sein älterer Bruder Gustav den Lamstedter Besitz, den er bald seinen Geschwistern überließ. Diederich bekam 50% Anteil und seine Schwestern Anna und Alwine bekamen je 25%. Letztere ist die Mutter meiner bereits 86-jährigen Informantin dieser Geschichte. So kam durch Heirat der Alwine am 9. August 1908 Ferdinand Heidtbrock nach Lamstedt. Dieser war Kaufmann und leitete zuvor 16 Jahre das Fischersche Geschäft in Jork im Alten Land. Er leitete mit- und für die drei Inhaber den Lamstedter Besitz. Während der Saison, Sommerhalbjahr, wurden etwa 2000 000 Rohlinge gepreßt. Die Nachsaison dauerte bis kurz vor Weihnachten. Ein Teil der Produktion wurde im Umkreis von Lamstedt verkauft. Die größeren Partien wurden auf dem Wasserweg Oste - Elbe nach Hamburg verfrachtet. Verladestation war Laumühlen. Auf Schienen wurden die Steine dorthin transportiert. 24 "Ostewagen" wurden benötigt. Aufgeteilt war die Strecke in 3 Abschnitte, dazwischen eine Ausweichstelle, wo sich volle und leere Züge, gezogen von einem Pferd, begegneten. Ein Zug war auf dem Steinplatz zum Beladen, einer am Ewer (Schute) in Laumühlen zum Entladen und vier auf der Strecke. 10 Arbeitskräfte, sowie 4 Pferde wurden benötigt, um etwa 25000 Steine zu verladen. Anfangs kamen die Ziegler aus Brakelsiek, später auch aus Schlesien. Untergebracht waren sie im Lipperhaus (der Jüngste war der Koch). Unten waren ein Raum für den Meister, ein Raum für die beiden Brenner, ein Eßsaal, Küche mit eingemauerten Kesseln und ein Abstellraum, oben ein Schlafsaal mit über 20 Betten. Nach heutigen Verhältnissen unvorstellbar. Damals waren alle genügsamer und zufriedener. In den fünfziger Jahren wurde ein Hatlapa Junior für die Transporte (Überwiegend Sand) angeschafft. Nach der Stilllegung der Ziegelei 1977 wurde er leider verschrottet, da der Faryman-Motor bereits fehlte.
Lokliste (600 mm):
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