Die Energie-Einsparverordnung (EnEV 2000)   
Die EnEV 2000
- ein Anschlag auf Volkswirtschaft und -gesundheit?
Pressemitteilung des 
Beirats für Restaurierung

Was ist dran an der aktuellen Kampagne zur Durchsetzung der Energieeinsparverordnung EnEV 2000? Suggestiv ist von Energiesparen, Arbeitsplätzen und Klimaschutz die Rede, von 'politischem Willen' und Verweis auf 'Europäische Normung'. Die Folgen der Verpackung des deutschen Altbaubestands: Bau- und Gesundheitsschäden sowie energetische und wirtschaftliche Nutzlosigkeit. Dies stößt auf Widerspruch:

1. Heizkostenabrechnungen und die langjährigen Untersuchungen des Architekten Prof. Fehrenberg, FH Hildesheim, zeigen: Die Dämmbauweise kann keine Energie sparen. Hauptursache: Die Berechnungsnorm unterschlägt den Sonnenenergiegewinn der Wand und begünstigt den Dämmstoffverbrauch. Der Energiegewinn steht nur auf dem Papier. Eine Umweltentlastung ist damit unmöglich.

2. Die bauphysikalische Fehlberechnung verursacht konstruktiven Pfusch: gedämmte Bauten verschimmeln. Die kurzlebige Dämmbauweise belastet zusätzlich unsere Rohstoff- und Deponieressourcen. Etwa 80 Prozent des Leichtbau-Niedrigenergiehauses ist im Entsorgungsfall Sondermüll.

3. Der behördlich verordnete 'Gebäudewärmeschutz' erzwingt hochgradig unwirtschaftliche Konstruktionen. Deren Investitionsaufwand rentiert sich nie, trotz aller Rechentricks. Dies verstößt gegen das Energieeinsparungsgesetz (EnEG). Für Vermieter, Planer und Ausführende entsteht so - und durch die Schadensfolgen -  ein hohes Prozeßrisiko.

4. Nach Prof. Dr. Martin Schata, Lehrstuhl für Umweltmedizin an der Universität Witten-Herdecke, verursacht die falsche Bauweise Folgeschäden in Höhe von 80 Millionen Mark im Jahr.

5. In den abgedichteten Wohnräumen werden die Bewohner durch Sauerstoffmangel und hohe Schadstoffkonzentration krank. Das Sick-Building-Syndrom bei künstlicher Lüftung, Reihenuntersuchungen in Hamburger und Erfurter Schimmelhäusern sowie die jüngste Erhebung des Bundesgesundheitsamtes in 3000 Wohnungen und deren kritische Analyse zeigen: Milben, Keime, Schimmelpilze und Algen bevölkern inzwischen fast jedes zweite Haus.

6. In Deutschland ist heute jeder zehnte Erstklässler Asthmatiker. Ein Drittel der Bevölkerung leidet an Allergien. Mit jährlich 8.000-10.000 Asthmatoten werden wir europaweit nur noch von Irland übertroffen. Ostdeutsche Kinder haben nach der 'energetischen Sanierung' der Plattenbauten das niedrige Gesundheitsniveau Westdeutschlands erreicht (vgl. Studie des Medizinischen Instituts für Umwelthygiene Düsseldorf 1999). Dafür ist die luftdichte Bauweise mit überfeuchtem Wohnklima in gedämmten Bauten mitverantwortlich.

7. Die Fasssadendämmung wird oft von unterbezahlten Kolonnen aufgebracht. Das spart die handwerkliche Fassadeninstandsetzung und kostet deutsche Arbeitsplätze. Wird die angeklebte Dämmung wieder beseitigt, bleibt eine zerstörte Fassade zurück.

8. Selbst die Klimaschutz-Argumente sind utopischer Natur: CO2 kann mit seiner gastypischen Absorptionsfähigkeit bei 15 Mikrometer Wellenlänge nur "Wärmestrahlung" bei minus 70 Grad Celsius reflektieren (für Physiker: nach dem Wienschen Verschiebungsgesetz). Die Erdwärmeabstrahlung liegt mit 7-13 Mikrometern außerhalb dieses Bereichs. Ein Treibhauseffekt durch CO2 ist folglich unmöglich. Ganz abgesehen davon, daß das energetisch nutzlose Dämmen nach EnEV kein CO2 sparen kann.

9. Auch die angeblich dramatische globale Erwärmung beruht auf Datentäuschung. Die Ökobetrachtung des langjährigen Erwärmungszyklus beginnt beim Minimum um 1860, nur wenige Jahrzehnte vorher war es durchschnittlich viel wärmer, im Mittelalter konnte man in Norwegen sogar erfolgreich Wein anbauen.
 

Daher ist es technisch, wirtschaftlich und vor allem hygienisch falsch, die verordnete Dämmung und Dichtung von Alt- und Neubauten weiter zu verschärfen. Auch die Architektenkammern Hessen und Rheinland-Pfalz haben sich diesen Standpunkt voll zu eigen gemacht, ihre ausführliche Stellungnahme (Verfasser: Architekt und ö.b.u.v.S. Dipl.-Ing. (FH) Michael Probst) ist auf der u.a. Homepage des Verfassers nachzulesen. Die Energiesparverordnung darf den Massivbau nicht weiter benachteiligen, ihre Systemfehler sind zu beseitigen. Umweltbelastung muß anders verringert werden: die speicherfähige Massivbauweise mit gummilippenfreien Fenstern bleibt wegweisend. 
Ein weiterführender Praxis-Ratgeber 'Altbau und Wärmeschutz' mit einem 'Antragsformular auf Ausnahme / Befreiung gem. Wärmeschutzverordnung' gibt es bei der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Marksburg, 56338 Braubach a. Rhein gegen 5 DM in Briefmarken oder kostenlos im Internet unter www.deutsche-burgen.org, Rubrik 'Praxisseiten'.

V.i.S.d.P.: 
Dipl.-Ing. Architekt Konrad Fischer
Vors. d. Beirats für Restaurierung der 
Deutschen Burgenvereinigung DBV e.V.
Hauptstr. 50
96272 Hochstadt a. Main

Tel.: 09574 - 3011
Fax: 09574 - 4960
konrad-fischer@t-online.de
http://www.konrad-fischer-info.de/

03.06.2000Zur Hauptseite