Kennt eigentlich überhaupt jemand in Deutschland diese Frau außer mir? Ich glaube nicht daran und solltest du mir den Gegenbeweis erbringen können, melde dich doch mal. Mir wurde Poppy von ein paar amerikanischen Mailinglist-Freundinnen empfohlen und ich war von allen Büchern, die ich bisher gelesen habe, begeistert. Als ehemaliger Stephen King-Fan war ich es ja gewohnt erst dreihundert Seiten zu lesen bis mal was annähernd Spannendes passiert. Im Grunde frage ich mich immer noch, wieso er Horror-Autor genannt wird. So richtig kann man das zu Poppy zwar auch nicht sagen (oder ich bin schon zu abgestumpft) aber langweilig wird´s beim Lesen garantiert nicht. Ich denke man könnte sie am besten als weibliche Mischung zwischen King und Burroughs bezeichnen. Sie kann Charaktere zum Leben erwecken, die einem im Verlauf des Buches wahrlich ans Herz wachsen, und Atmosphären erschaffen, die irgendwo zwischen kultig und gruslig liegen. Nicht zu vergessen, ist die Erotik in ihren Geschichten. Eine Erotik, die ins Gesicht springen kann (Drawing Blood) oder eine sehr unterschwellige, die meist nur durch kleine Gesten oder Gedankengänge der Charaktere angedeutet wird (Wormwood). Einige ihrer Themen mögen auf die meisten vielleicht etwas abstoßend oder ekelerregend wirken, aber ein gutes Buch muss immer ein wenig provozieren. Jeder Burroughs-, Gothic- oder Horrorfan dürfte keine Probleme haben aber die vielleicht verschlingendste Atmosphäre erleben. |