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Wie es dazu kam Seitdem ich als Kind im Buch “Die stille Jagd mit der Kamera” von Heinz Sielmann über einen künstlichen Hamsterbau aus Beton gelesen habe, hat mich die Idee nicht mehr losgelassen. Im Zoo in Emmen habe ich eine tolle Anlage für Nacktmulle gesehen, die dort in Plexiglasröhren vor sich hinmullten und war begeistert. Aber irgendwie war mir immer unklar, wie ich so etwas mit meinen begrenzten Möglichkeiten verwirklichen könnte. Zumal ich weder Nacktmulle noch Hamster beherberge, sondern Ratten. Aber auch Ratten lebten und leben in ihrer asiatischen Heimat in unterirdischen Bauten. Deren Konstruktion kann man sich z.B. in “Rats and Mice - their biology and control” von A.P. Meehan anschauen : |
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Video vom Bau mit Bewohnern (4329 KB) |
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Die Dimensionen eines “echten” Rattenbaus konnte ich leider nicht verwirklichen. Auch die natürlichen Materialien waren nicht zu gebrauchen. Schließlich wollte ich doch Einblick in den Bau haben und nicht frustriert vor einer Kiste mit Erde sitzen!
Laut der verschiedenen Arbeiten, die ich über Wanderratten-Bauten gelesen habe, sind diese - wie bei Ratten zu erwarten - vielgestaltig und folgen keinem festem Muster. Die Baue können tief, flach, kompliziert, einfach, groß oder klein sein. Es gibt sie in der 0815 Version in der Erde, in Dämmaterial in Häusern, in Komposthaufen oder auch in Sofas leidgeplagter Rattenbesessener.
Das gab mir Hoffnung, daß meine Mädels sich auch mit einem etwas unkonventionellem, “halboffenem” Bau anfreunden könnten.
Die Idee “gärte” daher schon lange vor sich hin, aber den letzten Anstoß gab diese Seite über einen naturnah gestalteten Hamsterbau.
Ich beschloß also, es auch einmal zu versuchen !
Allerdings haben Ratten gegenüber Zwerghamstern in der Beziehung “Bau” zwei Nachteile. Erstens sind sie größer und brauchen demzufolge wesentlich mehr Platz und zweitens sind sie keine Wüstentiere. Sie müssen & können physiologisch kein Wasser sparen und scheiden daher auch mehr wieder aus, darunter auch Giftstoffe wie Ammoniak. Diese Ausscheidungen könnten einmal durch die Belastung der Beschichtung und zum Anderen durch die mangelnde Belüftung des Baus zum Problem werden. Da das Ganze aber nur Teil einer ziemlich großen Käfiganlage ist, und die Ratten jederzeit ausweichen können, habe ich mich entschieden, das kleine Experiment trotzdem durchzuführen. |
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Der Bau |
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Material-Liste |
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- 1 Sperrholzplatte (Rückwand)
- Leimholz (Seitenwände)
- Schrauben
- Styropor
- Styroporkleber
- Fliesenkleber
- Bastlerglas
- Winkelleisten
- Flüssigkunststoff
- Holzlasur
- Holzleim
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Werkzeugs-Liste |
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- Säge
- Bohrmaschine
- (Stich)säge
- Cutter zum zuschneiden und Aushöhlen des Styropors
- evtl: Heißlüfter, mit dem das Styropor verformt werden kann
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Ich baute einen Rahmen aus einer Sperrholzplatte (70 x 52 cm) und Leimholzwänden. Die Größe richtete sich nach meinem Schrankkäfig, an dem ich den künstlichen Bau befestigen wollte. |
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Anschließend sägte ich mit einer Stichsäge das “Einstiegsloch” in die Rückwand, das später Käfig & Bau verbinden sollte. Danach klebte ich 3 Styroporplatten mit insgesamt 12,5 cm Dicke aufeinander, schnitt sie mit dem Cutter auf die richtige Größe und klebte sie in den Rahmen. |
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Dann skizzierte ich mit einem Filzer das Gangsystem vor und höhlte dieses aus. Ich steckte Metallstäbe (aus einem alten Käfig ) ins Styropor, um dieses zusätzlich zu stabilisieren.
Den Fliesenkleber trug ich in vielen, dünnen Schichten auf. Die erste Schicht rührte ich sehr dünnflüssig an, damit er Kleber auch in alle Spalten dringen konnte. Ich machte das so lange, bis mir das Ganze einigermaßen knabbersicher & stabil erschien. Die letzte Schicht Fliesenkleber vermischte ich mit Aquarienkies und Vogelsand, damit die Ratten im Bau einen besseren “Grip” haben. |
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Als Alles gut durchgetrocknet war, klebte ich den Rahmen mit Tesakrepp ab, um ihn nicht mit anzustreichen. Dann trug ich den Flüssigkunststoff in insgesamt 5 Schichten auf. Ich hoffe, daß das hält. Vorsicht beim ersten Auftrag - wenn eine Stelle frei ist, durch die der Kunststoff ans Styropor gelangen kann ätzt er dieses weg und ihr habt einen unschönen, instabilen Hohlraum. Ich habe das an einer Stelle fabriziert und den Hohlraum anschließend mit einer Spritze voll Fliesenkleber wieder aufgefüllt . |
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Nachdem auch der Kunststoff durchgetrocknet war, sägte ich das Plexiglas mit der Stichsäge mit feinem Metallsägeblatt auf die richtige Größe. Als Griff habe ich ein Stück von einem Birken-Ast verwendet, den ich mit zwei Schrauben angebracht habe. Das Bastlerglas ist nicht fest mit dem Bau verbunden, sondern als Schiebetür verwendbar. An drei Seiten habe ich zu dem Zweck Winkelleisten angeschraubt. Der Raum zwischen Winkelleiste und Holzrahmen dient als Schiene. |
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Stabiler als das von mir verwendete Glas (2 mm) ist sicher das 4 mm dicke - mir war es schlicht zu teuer. Den Rahmen strich ich mit Holzlasur, besonders “gefährdete” Stellen rieb ich zusätzlich mit wasserfestem Holzleim ein.
Ich sägte in den Schrankkäfig ein Loch, an das der Bau “angedockt” wurde. Das Loch habe ich ebenfalls mit Holzleim eingestrichen. Der Bau ist unten mit drei Regalträgern und oben mit zwei Metallwinkeln am Schrank befestigt. Angesichts der Größe des Baus mag das erscheinen, als würde man mit Kanonen auf Spatzen schießen, aber das Teil ist doch recht schwer geworden und ich wollte keinen Freiflug riskieren. |
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Transfertechnik |
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Emma (die dunkle Ratte) und Stine (die helle Ratte) erkunden zusammen den Bau |
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