Stammapostel Bischoff befand sich in ständigen Erklärungsnöten, was im nachfolgenden Zitat recht deutlich zum Ausdruck kommt: >>Tag und Stunde aber sind uns nicht bekannt. Ich habe an Weihnachten 1951 darauf hingewiesen, dass mir der Herr geoffenbart hat, er komme in meiner Lebzeit. Darüber sind acht Jahre hingegangen, und es ist wohl so, dass auch heute ähnlich jener Zeit, von der unser Schriftwort berichtet, einige meinen, >weil sich's solange verzieht wird nun hinfort nichts aus dieser Weissagung.<........Wir können von dem, was dieser Welt angehört, nichts mit in die jenseitige mitnehmen. Wenn wir aber innerlich noch daran gebunden sind, dann hält uns dies am Tag des Herrn zurück.<<(96.5) Apostel Weinmann aus Hamburg unternahm den zwecklosen Versuch, mit den nachfolgenden Worten dem Stammapostel Rückhalt zu verschaffen:
>>Wir wollen an seiner Hand bleiben, bis der Herr dem ganzen Gerede, das rings um uns ist, durch sein Erscheinen ein Ende macht.<<(96.6)
Das Ende kam dann bald, allerdings anders als gedacht! Die lange Epoche der Indoktrination und Bevormundung war beendet, sozusagen ein Ende mit Schrecken, schlimm für viele, aber dennoch besser als ein Schrecken ohne Ende.
Am 6.7.1960 starb dann Stammapostel J.G. Bischoff im Alter von 89 Jahren in Karlsruhe. Hier hatte er im Juli 1955 in einem Jugendgottesdienst mitgeteilt:
>>Nun kannst du dir deine Braut holen, sie hat die Prüfung bestanden.<<(97)
>>Sehr im Unterschied zu den Zeugen Jehovas mit ihren rational durchkalkulierten Terminberechnungen ..........hatte J.G. Bischoff selbst fest an die Botschaft geglaubt, die er, wie er behauptete, von Jesus persönlich erhalten hat. >Der Herr hat mir geoffenbart, dass er zu meinen Lebzeiten kommt. Darüber gibt es für uns keinen Zweifel<, sagte er noch in seiner zweitletzten Ansprache am 3. April 1960 in der Berliner Deutschlandhalle vor über 13.000 Zuhörern. Und er fuhr fort: >Selbstverständlich werden wir im Glauben heftig angefochten; aber das ist eine Erscheinung, die mit der Vollendung zusammenhängt.< <<(97.1)
Ich kann mich noch daran erinnern, dass am 10. Juli zum Sonntagsgottesdienst aus der nahe gelegenen Kreis-Stadt Schönebeck/Elbe ein Priester geschickt wurde, um unserem Gemeindevorsteher die Last der zu überbringenden Botschaft zu nehmen. Er verlas das nachfolgende Schreiben:
"Wir alle haben aus Überzeugung geglaubt und gehofft, dass der Herr die Seinen nach der dem Stammapostel gegebenen Verheißung noch zu seiner Lebzeit zu sich nehmen würde. Das war auch der unerschütterliche Glaube des Stammapostels, den er seiner Umgebung bis in die letzte Stunde seines Hierseins bezeugt hat. Sowohl er wie auch wir und alle mit ihm treu verbundenen Brüder und Geschwister haben niemals daran gezweifelt, dass der Herr die ihm gegebene Verheißung zur gegebenen Zeit auch erfüllen würde. Wir stehen deshalb vor dem unerforschlichen Ratschluss unseres Gottes und fragen uns, warum er seinen Willen geändert hat. Der Stammapostel, der das Erlösungswerk des Herrn auf den höchsten Stand der Vollendung gebracht hat und dadurch die Kinder Gottes in einem unerschütterlichen Glauben an sein Wort fesselte, kann sich nicht geirrt haben, weil er immer das Wort des Herrn zur Richtschnur seines Handelns gemacht hat. Infolgedessen hat er uns niemals etwas anderes gesagt als allein das, was er zuvor vom Herrn auf den Geist gelegt bekommen hatte.
Der Stammapostel als Felsen im Zeitenmeer war zerbrochen und das Lied aus der Chormappe, das wir so oft gesungen hatten, galt nichts mehr: