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Das Buch "Ethnizität und Migration" von Kien Nghi Ha ist zur Zeit (leider) vergriffen. Aufgrund eines Verlagwechsels erscheint die überarbeitete und stark erweiterte Neuausgabe September 2004 unter dem Titel Ethnizität
und Migration Reloaded.
ISBN 3-86573-009-4, 238 Seiten, Preis 24,90 Euro. Vorteile
des Verlagsservice: |
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Website zum Buch: Ethnizität und Migration |
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Autor: |
Kien Nghi Ha
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Wir leben in einer Einwanderungsgesellschaft. Dennoch
ist der gesellschaftliche Diskurs unter der Rubrik "Ausländerpolitik"
bestenfalls geprägt von überkommenen Mustern wie Integrationsassimilation -
statt Selbstbestimmung - oder Toleranz - statt Gleichberechtigung.
Einen Weg aus dieser Sackgasse versucht dieses Buch zu finden, in dem es unter
veränderten Vorzeichen einen neuen Einstieg in die aktuelle
Multikulturalismus-Debatte wagt. Aus der Perspektive marginalisierter Subjekte
wird in einer historischen Rekonstruktion versucht, Ethnizität als kulturelle Identität(en)
für eine Wahrnehmung zu öffnen, die sowohl die Erzählungen kollektiver
Erfahrungen als auch die Anerkennung der Differenz ermöglicht. Anhand einer
kritischen Diskussion postmoderner Thesen der Globalisierung und Dezentrierung
wird die Aufwertung von Differenz, Ambivalenz und Wandel aufgezeigt. Diese
Kategorien nehmen im postkolonialen Diskurs der anglo-amerikanischen
"Cultural Studies" bei der Erörterung von Kultur und Identität eine
tragende Rolle ein. Anstatt Kultur und Identität wie üblich als gegeben,
einheitlich und statisch aufzufassen, wird hier über ihre Entgrenzung und
Entortung nachgedacht.
Ohne sich auf die Sicherheit essentialistischer Garantien zu berufen und mit
einer Vorstellung von Ethnizität im Gepäck, die differente Stimmen zuläßt,
versucht die postkoloniale Kritik eine Politik zu denken, in der die
Marginalität aufgewertet und die hybride Kultur der "Borderlands"
postuliert wird. Es ist eine Politik der Subversion, die auch in den
kulturellen Repräsentationen von MigrantInnen/Neudeutschen und ihrer
Alltagskultur längst praktiziert wird.
Vorwort
Prolog (Fae Myenne Ng: Bone - Der Tag der Diebe)
Einleitung
Ausgangslage und Thematik
Leitfragen und methodischer Aufbau der Arbeit
Differente Erfahrungen: "Türkische" MigrantInnen in der Bundesrepublik
Postkoloniale Migration und die
gesellschaftliche Präsenz des Rassismus
Erfahrungen "türkischer" Migranten aus der 1. Generation
Dekonstruktive Motive: Einheit, Gemeinsamkeit und Ursprung
Andere Migrationserfahrungen von "türkischen" Frauen
Identitätsbildung in der 2. Generation: Kulturelle Bewegungen in der
Zwischenwelt
Vom postmodernen zum postkolonialen Diskurs
Die Ungleichzeitigkeit der
Globalisierung
Postmoderne Dezentrierung und indifferente Differenz
Der Tod des Subjekts in der Postmoderne
Die Ambivalenz der Anerkennung des Anderen
Differenz und kulturelle Identität
Das Ende der Unschuld oder die
Grenzen der Gegenidentifikation
Neue Identitätspolitik und die Anerkennung der Differenz
Artikulation und Aufwertung der Marginalität
Kulturelle Identität als "Borderlands"
Entgrenzte Kulturen: Entortung, Hybridität und Mimikry
Kulturelle Reflexionen postkolonialer Identitäten
Imaginationen der
Grenzüberschreitung und Übersetzung von Kulturen und Identitäten
Subversion des europäischen Kanons, der kolonialen Identität und der
Herrensprache
Postkoloniale Alltagskultur
Zusammenfassung
Epilog
"Er entwickelt einen Ansatz, der für mich zu den faszinierendsten der letzten Jahre im 'seltsamen Nebel' um Multikulturalismus zählt ... Besonders spannend und - für mich - überzeugend gelingt Ha diese aufklärende Analyse, wo er sich dem Rap und dem 'Signifying' einer Befreiung von Begriffen als Teilen einer Alltagskultur zuwendet ... Was tun damit? Auf jeden Fall lesen!"
Hans Blüher: Betrifft: Multikulturelle Politik; in: epd-entwicklungspolitik, 3/2000, S. 54-55
"Deutsches Standardwerk!
Dieses Buch ist das Beste, was es zum Thema Rassismus in Deutschland gibt. Es geht u.a auch darum, dass der vermeintlich antirassistische Diskurs um 'Ausländer' selbst Diskriminierung erzeugt. Kien Nghi Ha greift die internationale, vor allem angelsächsische Diskussion auf und weist u.a. erfrischend selbstbewusst nach, dass Deutschland noch immer begriffliche Sonderwege geht, die aus 'wissenschaftlicher Regression' rühren und nicht dazu beitragen, rassistische Alltagspraxis zu erklären oder gar zu bekämpfen. Das Buch liegt quer zu allen Mainstreams und sollte Pflichtlektüre für 'die Guten' werden. Irritierend, aber zahlreiche 'Aha'-Erlebnisse garantiert!"
Burkhard Schröder: Leserrezension
bei amazon.de am 25. Juni 2000 ![]()
Burkhard Schröder schreibt für DIE ZEIT,
Tagesspiegel, Jungle World und ist vielfacher Buchautor darunter Rechte
Kerle (Rowohlt 1992), Neonazis und Computernetze (Rowohlt 1995), Im
Griff der rechten Szene (Rowohlt 1997) und Nazis sind Pop (Espresso
2000).
"Besonders gelungen ist die Diskussion und praktische Verwertung postmoderner Erklärungsansätze, aber auch das bewußte Aufgreifen und Weiterdenken des postkolonialen Diskurses der angloamerikanischen 'Cultural Studies'. Besondere Lebendigkeit erhält die Darstellung durch die kontinuierliche Rückkoppelung an die Praxis, etwa postkoloniale Musikansätze im Bereich des Rap oder literarische Verfahren zur Verarbeitung von Migrationserfahrungen. Jenseits akademische Abgehobenheit und dennoch fundiert und quellenreich legt Kien Nghi Ha ein beeindruckendes Plädoyer für eine Vielfalt vor, die einen vereinheitlichten, ethnisierenden Kulturbegriff überwindet und dem oftmals intellektuell abgehobenen Postmodernediskurs ganz praktische Seiten abgewinnt. Die Diskussion über Deutschland als Einwanderungsland kann von diesem Buch nur profitieren"
Tobias J. Knoblich, Kulturpolitische Mitteilungen, Nr. 88, 1/2000
"So
unternimmt der Politikwissenschaftler Kien Nghi Ha in einem als 'Einstieg'
konzipierten Buch eine Reise in die Gedankenwelten postkolonialer
Theoriebildung. Seine Diskussion dieses in den angelsächsischen Ländern im
Bereich der Literaturwissenschaften entstandenen und in der Bundesrepublik
bisher kaum rezipierten Ansatzes beschränkt sich nicht auf ein bloßes Replay
theoretischer Kerngedanken, sondern fragt immer wieder nach dem Gebrauchswert
des Postkolonialismus für hiesige Debatten. [...] Der so verstandenen
postkolonialen Perspektive wünschte man sich künftig auch hierzulande mehr
akademische Aufmerksamkeit."
Rezension von Albert Scharenberg in
Berliner Debatte Initial, 3/2002, S. 124-5
"Der Autor zeigt die Fallstricke dieser
[essentialistischen] Identitätspolitik auf und diskutiert detailliert mögliche
Widerstandsformen gegen herabwürdigende Bilder von Migranten. Dabei bezieht er
sich auch auf Migranten in Deutschland. Sein Buch ist geeignet, mehr Tiefgang
in die aktuelle Debatte um Einwanderung und Integration zu bringen"
Anke Schwarzer: Anspruchsvoller Einstieg; in: der überblick, 4/2001
"Der Aufbau
des Buches ist erfreulich übersichtlich und systematisch ... Kien Nghi Ha ist
ein gutes und spannendes Buch gelungen, das als 'Einstieg' zu empfehlen
ist"
Dario N. Azzellini, Arranca!,
Nr. 19, Feb./2000
"Ha führt
uns in die verschiedenen postkolonialen Kategorien wie Hybridität, Mimikry,
Entortung, Grenzüberschreitung, 'Borderlands' etc. ein und gibt eine gute
Übersicht über die Werke von AutorInnen wie Stuart Hall, Homi Bhabha oder bell
hooks, um nur einige zu nennen ... Studierende und an der Thematik anderweitig
Interessierte werde so reichhaltig mit weiterführende Literatur versorgt."
Dominik Bloedner: Postkolonialismus in Deutschland; in: iz3w, 1/2000, S.
49
"Der
Beitrag ist mit Verve geschrieben und enthält eine Vielzahl von Einsprengseln,
die Einblicke in kulturelle Eigenheiten vermitteln. Das meint auch illustrative
Kurzeinführungen in den jeweils typischen Jargon der Szene. Für eine weitere
wissenschaftliche Nutzung bietet der Band Anregungen"
Joachim Brüß in Journal für Konflikt- und
Gewaltforschung, 2/2003, S. 161-2.
"Bei der
Suche nach einem Ausweg aus dem neoliberal fungierten Diskurs-Dschungel läßt
sich die vorliegende Kritik als eine Herausforderung für die Standortbestimmung
der Civil Society wahrnehmen" (MK)
Die Brücke. Forum für antirassistische Politik und Kultur, Nr. 111, 1/2000
"Kien Nghi Has Lesefrüchte geben Überblick und
sind Lektüreaneignungen entlang zweier noch weitgehend unverbundenen Stränge,
nämlich der westdeutschen 'Gastarbeiter'-Geschichte sowie der elaborierten
'Postcolonial Studies'"
Jochen Becker: MigrantInnen Selbst; in: Kunstforum International. Bd. 150,
April-Juni 2000, S. 500
Thomas Krüger: Zwei neue Bücher zu den dominierenden soziokulturellen Themen 'Rassismus' und 'Ethnizität'; in: Frankfurter Rundschau, 19.2.2000, Kommentar von Prof. Dr. Hans-Günter Thien
Lektüreempfehlungen für "Ethnizität und Migration"
Amadeu Antonio Stiftung: Mut gegen Rechte Gewalt
Grundlesendes: Institut für Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
SWR2 - Radio Akademie - EineWeltLeben
Zentrums Demokratische Kultur : Respectabel
– Literaturempfehlung
Berliner Internetplattform für Demokratie & Toleranz, gegen
Rechtsextremismus, Fremdfeindlichkeit und Antisemitismus
Gastarbajteri: 40 Jahre Arbeitsmigration (22. Jänner – 11. April 2004). Ein Ausstellungsprojekt der Initiative Minderheiten in Zusammenarbeit mit dem Wien Museum, der Hauptbücherei Wien und dem Filmarchiv Austria.
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Kien Nghi Ha Politikwissenschaftler Arbeitsschwerpunkte: Stipendien: § ASA-Programm der Carl-Duisberg-Gesellschaft (1995) § EURO Summer School 2001: Management of Ethno-Cultural Diversity: a Transnational Perspective (Università degli Studi di Firenze, European Research Forum on Migration and Ethnic Relations) § Promotionsstipendium der Heinrich-Böll-Stiftung (2001-2004) |
Neuere Veröffentlichungen
Online-Texte
+++ Auszug aus dem Verlagsprogramm zur Reihe "EINSTIEGE" +++ Auszug aus dem Verlagsprogramm zur Reihe "EINSTIEGE" +++ Auszug aus dem Verlagsprogramm zur Reihe "EINSTIEGE"
EINSTIEGE: w aktuell w gründlich w lesbar
Grundbegriffe der Sozialphilosophie und Gesellschaftstheorie
"EINSTIEGE suchen Kletterer in steile Wände. Hier sind es die Steilwände der Sozialphilosophie und Gesellschaftstheorie." (Hans-Jürgen Ritsert)
Die herrschende Langeweile in den
Sozialwissenschaften zu überwinden, ist das Ziel dieser Reihe. Die
"Einstiege. Grundbegriffe der Sozialphilosophie und
Gesellschaftstheorie" richten sich an ein breites Publikum, das
'Einstiege' in die Steilwände der Sozialphilosophie und Gesellschaftstheorie
sucht, 'Einstiege', die es den Kletterern ermöglichen, später eigene Wege
zwischen den Felsen dieser Disziplinen zu suchen. Folglich müssen die
Darstellungen sowohl lesbar wie auch gründlich und aktuell sein. Auf etwa 190
Seiten beschäftigt sich jeder Band mit bestimmten Grundbegriffen. Im Zentrum
der Darstellung steht jeweils die Wiedergabe der Hauptdimensionen der
ausgewählten Begriffe.
Der Unterschied zwischen einer Einführung und dem, was hier ein Einstieg
genannt wird, besteht in ihrer unterschiedlichen Zielsetzung. Die Einführung
hat sich stets vor dem Kriterium einer gewissen Vollständigkeit zu
rechtfertigen. Unser Einstieg hat es demgegenüber leichter und schwerer
zugleich. Einerseits stellt er sich bewußt nicht jenem
Vollständigkeitskriterium, andererseits steigt er in die Sache tiefer ein als
es die Einführung kann und will, indem er mitten hinein springt in offene
Problemstellungen, in aktuelle Diskussionen und wissenschaftliche Debatten. Auf
diese Weise soll dem "Einsteiger" nicht nur ein Vorgeschmack vom in
Rede stehenden Gegenstand vermittelt werden, sondern auch einer auf die
Faszination der Beschäftigung mit ihm, auf den Spaß am Nach- und Mitdenken.
"Tanztüchtig sollten wir, mit Nietzsche zu reden, auch mit dem Kopf sein: Und verloren sei uns der Tag, wo nicht einmal getanzt wurde!" (Rainer Rotermundt)
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Band 1 |
Band 5 |
VERLAG WESTFÄLISCHES DAMPFBOOT
Hafenweg 26a -
D-48155 Münster
Telefon 0251 / 39 00 48 0 - Fax: 0251 / 39 00 48 50
Homepage: http://www.dampfboot-verlag.de/
E-mail: info@dampfboot-verlag.de
Woher der Verlagsname, der manchen kurios oder auch nur lustig erscheint?
Mit ihm knüpft der Verlag an die Zeitschrift Westphälisches Dampfboot an, die im Vormärz von 1845 bis 1848 im Kraftfeld zweier Industrialisierungsgebiete - der bergisch-märkischen Eisenindustrie und der ravensbergischen Leinenindustrie - erschien.
Mit ihr wurde versucht, aufklärend in die gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzungen einzugreifen. Die Anknüpfung hat in der Entwicklung des Verlages zur Herausbildung seiner verschiedenen Schwerpunkte geführt.
Denn auch und gerade heute, unter offensichtlich geänderten gesellschaftlich-politischen Verhältnissen halten die MitarbeiterInnen des Verlags diese Zielrichtung für wichtiger denn je. Beim Verlag Westfälisches Dampfboot handelt es sich deshalb auch nicht primär um einen wissenschaftlichen Fachverlag (oder gar einen Dissertationsverlag), sondern um einen Programmverlag, der vor dem Hintergrund der wissenschaftlich-politischen Diskussion und in diese eingreifend bestimmte Thematiken behandelt.
Programmschwerpunkte des Verlags
Politik
und Ökonomie
Gesellschaftstheorie/Soziologie
Geschichte
und Gesellschaft
Geschlechterverhältnisse
Betrieb
und Gewerkschaften
Sozialreportage/Lokalgeschichte
Das Verlagsprogramm kann in jeder Buchhandlung oder online geordert werden.
Links
Dokumentations- und Informationszentrum für Rassismusforschung: umfangreiche Datenbank mit über 25.000 Zeitungsartikeln zu den Themen Rassismus, Anti-Rassismus, Flüchtlingspolitik, Selbstdarstellungen politischer Gruppen und Projekte
Jouvert: wissenschaftliche Zeitschrift über Postkolonialismus, von der North Carolina State University herausgegeben, Onlinetexte
Kanak Attak: Texte, Termine und Infos
Kein Mensch ist illegal: Kommentar überflüssig
Nadir Info Systeme: umfangreiche Plattform mit Grundlagentexten zur politischen Theorie und Praxis, Onlineversionen der Zeitschriften Arranca, Basta, Bahamas, Jungle World, ZAG uvm.
Voices of the Shuttle: gigantische Linkseite der University of California zu Cultural Studies, Postcolonialism, Cyberculture etc.
Stand: 20.8.2004