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"Ich finde es ja richtig, daß ihr diese Seite macht. Aber eigentlich ist sie unnötig. Kann doch jeden Tag jeder lesen, was für ein Blatt das ist und Rückschlüsse darauf ziehen, was der am meisten bösesteste, brutaligste, dumm Chefredakteur so macht. Wie heißt es doch auf der neuen Frauenseite so schön? Gesundheit, Schönheit, Praktisch. Ich sage: Gemeinheit, Boshaftigkeit, Böse. In dieser Diktion sind die Rückstände großer Verbitterung --- drin. Das waren sprachliche Insider-Witze, und das soll man nicht machen, aber es juckte mich einfach in den Fingern. Wer sie nicht versteht: BZ lesen."
Anonyme E-Mail
"Es gibt zwei Typen von B.Z.-Redakteuren seit Wagner am Ruder
ist: Die einen (das sind 95 % der Kollegen), die gemerkt haben,
daß sie sich auch noch so anstrengen können, es wird ihnen
nichts nützen, und der Rest, der sich anpaßt - aber denen
nützt es auch nichts. Wagner akzeptiert nur diejenigen, die er
selber mitgebracht hat. Den Rest ignoriert er nicht mal. Die meisten
sind schon in der inneren Kündigung. Ich war noch nie bei
einer Zeitung, wo die meisten Kollegen gehofft haben, daß die
Auflage sinkt, nur damit der Chefredakteur wieder verschwindet. Bei
der BZ denken die meisten so, und ich auch."
E-Mail-Zuschrift
(Gedächtnisprotokoll eines Gesprächs mit einem BZ-Redakteur).
Zum Thema Persönlichkeit ist auch interessant, was
wir über den kurzfristigen Führerscheinentzug von
FJW recherchiert haben. Dies trug sich zu am 18. Oktober,
unser Mann schlingerte vom Springer-Verlag zu seinem Hotel
(Four Seasons). Er blinkte nicht beim Abbiegen,
überfuhr ein Stoppschild und fuhr Schlangenlinien. Die
Polizei hielt ihn an. Im Protokoll stand später zu
lesen, daß er die "typischen Anzeichen eines
Betrunkenen" zeigte. Er hatte "gerötete Augen, roch
nach Alkohol und war extrem streitsüchtig". Seinen
Führerschein bekam er übrigens wieder zurück
(Name seines Anwalts ist uns leider nicht bekannt).
"Wir in der BZ fragen uns häufig, warum die Berliner Zeitung so intensiv und dennoch wohlwollend über FJW berichtet. Wir haben es herausgefunden: Der dortige Kollege Gehrs war früher bei "Korsika" (Anm. d. Red.: ein Blatt, das FJW für Burda entwickelte, das aber nie erschien - Konzept zu konfus!) und verehrt Wagner."
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Anruf in der Telefonzentrale der B.Z. Frage: Warum berichtet die BZ ständig über irgendwelche Hitler- und Drittes-Reich-Geschichten? Antwort: Ach, ist ihnen das auch schon aufgefallen? Frage: Ja, sonst würde ich nicht anrufen. Also warum? Antwort: Das müssen sie den neuen Chefredakteur fragen. Der macht das immer. Frage: Und warum? Antwort: Wir finden das auch komisch. Wollen sie sich beschweren? Frage: Bringt das denn was? Antwort: Nein. Aber wir freuen uns über jeden, der sich beschwert. Dann wissen wir, daß unsere Leser so denken wie wir. Ich leite das auf jeden Fall weiter. |
"Ich finde den neuen Chefredakteur ja richtig gut. Von mir werden zwar kaum noch Fotos gedruckt, aber ich bekomme trotzdem viele Aufträge. Und die werden auch alle bezahlt. Aber die BZ druckt die nicht, weil die lieber noch schönere Fotos aus dem Archiv oder von sonstwo drucken. Aber das braucht mich nicht zu kümmern, ich bekomme mein Geld so oder so.
Gespräch mit einem freien Fotograf der BZ
Die BZ ist so ziemlich das einzige Blatt, das sich keinen Deut um
Urheberrechte schert. Aber dafür müssen sie bluten. Die
haben aus unserer letzten Ausgabe einfach ein Foto geklaut und es
ohne Rücksprache gedruckt. Wir schicken denen eine Rechnung,
daß sie nicht mehr froh werden. 10000 Mark muß dieser
Wagner dafür bezahlen, mindestens. Mit anderen Illus soll er es
ja noch schlimmer gemacht haben, aber die wehren sich auch. Angeblich
müssen die Fotostrafen von 500.000 Mark bezahlen. Bei so etwas
könnte ich mir die Kugel geben."
E-Mail eines Illustrierten-Fotoredakteurs - Anmerkung: nach unseren Recherchen hat der Mann recht, die Strafen sollen sogar noch deutlich höher liegen
Hausmitteilung des Fotochefs an alle Ressorts Liebe Kollegen, es scheint sich in letzter Zeit zu etablieren, Bilder
ohne Rücksprache mit der Fotoredaktion aus anderen
Publikationen in die B.Z. zu heben und zu drucken - mit z.T.
obskuren Quellenangaben - sogenanntes Bilder-"Klauen".
Dagegen verwehre ich mich in meiner Eigenschaft als Fotochef
aufs schärfste und stelle dazu fest: 1 . Bilder klauen ist kriminell. Derjenige, der es
tut, kann persönlich juristisch zur Rechenschaft
gezogen werden. 2. Bilder klauen kann sehr, sehr teuer werden. So
teuer, daß wir unser eigenes Blatt gefährden
können. 3. Bilder klauen ist aus den oben genannten Punkten
unprofessionell. Fotos werden unter Umständen auch mit Auflagen
vergeben hinsichtlich: Fotozeile, Texthinweis, ohne
Beschneidungen drucken usw. Davon wird die Redaktion
üblicherweise von der Fotoredaktion in Kenntnis
gesetzt, und ich bitte Euch alle noch einmal auf diesem
Wege, Euch daran zu halten. Die Aufgabe der Fotoredaktion
ist es, (unter anderem) Bildrechte zu klären, also
bitte ich, den Weg über die Fotoredaktion auch
einzuhalten. Die Antwort auf Bildanfragen kann eben leider
auch "Nein" heißen, dann können wir dieses Bild,
oder diese Bilder eben nicht drucken.
"Die BZ verliert ständig an Auflage. Das liegt natürlich in erster Linie immer an den Inhalten. Aber es hat auch einen technischen Grund darin, daß wir oft viel zu spät mit dem Drucken anfangen. Früher war das anders. Aber da waren die Chefs auch keine solchen Chaoten. Und außerdem verlieren wir morgens viel Zeit, weil der Chef häufig nicht um pünktlich um elf Uhr erscheint, sondern gerne auch eine halbe Stunde später. Dann warten 20 Leute, macht schon wieder zehn Stunden Arbeitszeit von hochbezahlten und qualifizierten Leuten. Oft wird in meinem Ressort dann erst gegen 14 Uhr mit der Arbeit begonnen. Etwas anderes anfangen kann man in der Zeit nicht, weil man immer Sprungaufmarschmarsch bereitstehen muß für eine völlig unrealisierbare Chaosrecherche."
E-Mail eines Redakteurs
"Es wird immer schlimmer. Immer mehr Kollegen gehen oder
sind lange krank. Für uns Hinterbliebene ist das
verdammt schwer. Die Erkrankungen sind meines Erachtens
psychosomatisch. Die Leute, die ausfallen, sind
übrigens keine Drückeberger. Die sind einfach
nervlich am Ende. Das liegt daran, daß sie das
Gefühl haben, daß sie als Personen völlig
gleichgültig sind. Und noch mehr liegt es daran,
daß sie auch als Journalisten völlig
gleichgültig sind. Der Typ kennt immer noch nicht die
Namen seiner Kollegen. Und eine Idee ist immer schlecht,
wenn sie nicht von ihm ist. Wir sind hier aber immer noch so
loyal, daß wir unsere Geschichten erst an andere
Zeitungen geben, wenn sie zwei Mal abgelehnt wurden. Wenn
die das dann groß hinlegen, baut uns das immerhin
wieder ein wenig auf." Anonym per E-Mail
"Es ist schön, daß ihr die Lügen, Schlampereien und Verdrehungen der BZ kommentiert, auch wenn die Wallraff-Zeiten eigentlich überwunden sind. Paßt aber auf, daß das nicht kleinlich wirkt. Die Leute sind ja schon so weit, daß sie glauben, daß die BZ so einen Scheiß schreiben muß, weil sie eben ein Witzblatt geworden ist. Ihr wirkt dann vielleicht wie 70er-Jahre-Spinner, die im Club der Aufrichtigen ihre Heiligen-Identität suchen. Das wirkt dann lächerlich, weil ihr ein Witzblatt wie eine echte Zeitung behandelt. Das ist das eigentliche Verbrechen von Wagner: Daß er durch seine Art einen ganzen Zeitungstypus der Lächerlichkeit preisgibt. Bedauerlich, denn ich glaube schon, daß man eine packende, provozierende, manchmal fröhliche oder auch wütende Zeitung machen kann, in der trotz allem die Inhalte stimmen."
Ein Redakteur über die Planungen für diese Homepage