----Graffiti und New York----

New York

throw_up1Es war 1971 ein Artikel in der NewYorkTimes, der "modernes" Graffiti an die Öffentlichkeit brachte. Gegenstand war das Kürzel "Taki 123", welches sich auf den Wänden der Stadt ausbreitete und von einem Fahrradboten namens Demetrios stammte. Auch in vorigen Jahrhunderten benutzten Straßengangs Graffiti als Hoheitszeichen, aber der Times-Artikel machte es möglich, außerhalb der Gang bekannt zu werden.





Und so entbrannte ein Wettbewerb unter den jugendlichen writern um die ungewöhnlichsten Orte und die Häufigkeit der tags (Namenskürzel). Zunächst war die wichtigste Botschaft der Name des writers bzw. der Gruppe. Man wollte bekannt werden, seinen Namen vorbeifahren sehen. In Zeiten riesiger Ballungsräume quick_piece1mit Armut und Verelendungserscheinungen ist es ein durchaus nachvollziehbares Bedürfnis, sich von der Masse abzuheben, aufzufallen. Also taggte man da, wo man gerade war.








Um sich aus der Masse der tags abzuheben, begannen die ersten, mit Spaydosen zu experimentieren. Damit konnte man schneller, großflächig und mehrfarbig malen. Die ersten throw ups und quickpieces entstanden. Dann wurden die Züge der Metro als rollende Wände entdeckt und später die steeltrains des Fernverkehrs. Mit der Zeit wurden die Schriftzüge mit Figuren (characters) bereichert oder einzelnstehende characters gesprayt.





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Für New Yorker Jugendliche war Graffiti Bestandteil ihrer Kultur, eng verbunden mit den musikalischen und tänzerischen Ausdrucksformen des HipHop und Rap, des Breakdance und Electric Boogie.
Das paßte natürlich nicht ins Bild eines "sauberen" New York, und es begann eine regelrechte Jagd auf Sprayer. Einige kamen auf der Flucht durch Starkstromkabel im U- Bahnbereich ums Leben; ein writer wurde von besonders engagierten Sicherheitsbeamten zu Tode geprügelt.Quelle(3)





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Die veränderte Lage (doppelter Stacheldraht und Wachhunde auf Betriebshöfen der subways; Sonderkommissionen; tote writer) ließ einige über ein Ende nachdenken. Nachrufe für die Gestorbenen wurden gesprayt. Doch die Bewegung setzte sich fort, war sie doch Teil eines Lebensstils.





Also versuchte man, die Leute vom illegalen weg hin zum legalen Arbeiten zu bewegen. Legale Wände wurden bereitgestellt, es gab Auftragsarbeiten wie die Dekoration von Geschäften und die Sprayer sollten statt Wand Leinwand als Untergrund verwenden. Dies wurde etwa Ende der 80ger Jahre von einigen writern auch angenommen, und es kam zu Kontakten zwischen ihnen und der New Yorker Kunstszene. Bekannte writer dieser Zeit waren CRASH, DAZE, SEEN, BLADE und RAMMELLZEE.

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