LARP-Fernrohr
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Das LARP-Fernrohr
Was so ein richtiger Kanonier ist, der braucht auch ein Fernrohr (...bischen
weiter links, erst schießen, wenn ihr das Weiße in ihren Augen
seht!...). Die meisten LARP-Fernrohre sind eher aus der Seeräuberzeit
inspiriert, mit einem Messingtubus und variablem Auszug. Mein Vorbild ist (ist
das jetzt peinlich?) das Fernrohr aus "Robin Hood" (der mit Kevin
Kostner). Robins sarazenischer Freund baut in diesem Film in der Deckung liegend
ein Fernrohr aus zwei Linsen und einem Stück Leder zusammen. So was wollte
ich auch!
Es hat sich herausgestellt, daß es nicht so einfach ist, geeignete und
preiswerte Linsen zu bekommen. Darüber hinaus hat sich auch das Konzept des
"schnell zusammenbauens" nicht wirklich bewährt - ich muß
noch einmal nachsehen, wie er das im Film geschafft hat. Aber, allen
Widrigkeiten zum Trotz und mit leicht modifizierter Konstruktion kann ich hier
ein funktionierendes LARP-Fernrohr mit sechsfacher Vergrößerung präsentieren,
das nicht mehr als 20 Euro in der Herstellung gekostet hat. Die wesentlichen
Tips:
- Ein ausziehbarer Tubus (hier zwei ineinander steckende Lederhülsen)
ist notwendig, damit das Fernrohr 1) an verschiedene Sehfehler angepaßt
werden kann und 2) auch auf andere Entfernungen als Unendlich scharf gestellt
werden kann.
- Der Linsensatz ist aus dem Bausatz Das Nelson-Teleskop
von
Klaus Hönig aus dem Sunwatch-Verlag (ISBN: 3935364032, der Link oben führt direkt zu Amazon) . Es handelt sich um
eine Linse mit positiver Brennweite und um eine mit negativer Brennweite
(Zerstreuungslinse). Diese s.g. Galilei-Konstruktion hat den Vorteil, daß
das Bild richtigherum zu sehen ist und das die Rohrlänge kürzer ist
als beim Keppler-Teleskop mit zwei Sammellinsen. (w.g. Teleskoplänge =
Summe der Linsenbrennweiten) Danke überigens für den Tip vom 'Optiker' im Gästebuch (ich weiß, wo Dein Auto steht..), ich hatte die beiden Begriffe verwechselt.
- Das Einpassen der Linsen habe ich so gelöst:
- ich habe eine Lederscheibe aus starrem Leder in der gleichen Größe
wie die (größere) Objektivlinse geschnitten
- um die beiden Scheiben (Objektiv und Starrleder) habe ich die eine Hälfte
des flexiblen Leders zur vorderen Hälfte des Tubus gedreht und verklebt,
- ich habe die andere Hälfte des flexiblen Leders zusammengerollt und
in die vordere Tubushälfte gesteckt und angezeichne, wo der Rand des
aufgerollten Leders liegen muß, damit die Röhren nicht zu leicht
aufeinander gleiten. Diese Röhre wurde dann verklebt und bildet den
hinteren Tubus.
- Anschließend habe ich e) die Hartlederscheibe so verkleinert, daß
sie in die hintere Tubushälfte paßt
- und ein Loch in deren Mitte gebohrt (Holzbohrer), das den gleichen
Durchmesser wie die kleinere Linse (Okular) hat. Dabei bitte einen Rand stehen
lassen!
- sowohl die Objektivlinse wie auch die Hartlederscheibe mit dem Okular habe
ich angebracht, indem ich eine Lederschnur an der Innenfläche des Tubus in
je zwei parallelen Reifen angeklebt habe, zwischen denen die Scheiben formschlüssig
befestigt sind.
Wer will, ist herzlich eingeladen das Leder mit einem Lötkolben mit
den Dekor-Mustern der passenden Epoche zu verzieren.
Das Fernrohr leistet eine etwa sechsfache Vergrößerung nach
Angaben der Brennweite. Mir kommt es weniger vor, aber das ist bei Ferngläsern
ja oft so. Auf jeden Fall sieht man damit Details, die man ohne Glas nicht sehen
würde. Die Lederschnur auch dem Photo dient dazu, sich das Glas um den Hals
zu hängen. Zweckmäßigerweise macht man sich noch je eine
Schutzkappe für die beiden Enden oder einen Köcher, um die Linsen zu
schonen.
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