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weihnachten

 


 

   

Entstehung

Ein kleines rundes Einerlei
Es wächst im Schoß der Erde
Ein kleines rundes Samenkörnchen
Ein Blättelein daraus werde.

Ein saftig grünes Einerlei
Es wächst heran im Sonnenlicht
Ein saftig grünes Blättelein
Ein Bäumchen aus der Erde sticht.

Ein stattlich schönes Einerlei
Es wächst im Licht der Zeiten
Ein stattlich schönes Bäumchen
Ein Wäldchen in unseren Breiten

 

© by Jürgen Berus

 

   

In Deinem Gesicht

Ich riskierte ein Auge
In der Ferne sah ich Dein Gesicht
Freudlos trugst Du es zur Schau
Es wirkte bedrückt und leer
Dein Herz schien zu schreien

Dein Lächeln war zu traurig
Trösten wollte ich Dich
Mit meinem ganzen Herzen
Möchte mit Dir reden
Doch stand ich regungslos im Regen
Und wartete auf die Replik meiner Gedanken

In Deinen Augen schimmerte das Gefühl
Streichelnd suchte ich den Kontakt
Ich berührte Deine Wangen

Zu kalt aber war das Glas
Im Spiegel erblickte ich mein Gesicht

© by Jürgen Berus

 

   

Wir lernten leben

Gott schickte die Kinder
Auf die wunderschöne Erde
Zur Freude aller
Das es harmonisch werde

Die Kleinen freuten sich
Hurra , wir lernen leben
Neue Erfahrungen sammeln
Nach dem Glück des Menschenlebens
Streben

Nach einiger Zeit
Oh Schande , oh weh
Waren alle wieder Heim
Warum könnt ihr nicht mehr
Kind auf der wunderschönen Erde sein

Gott fragte die Kinder
Ihr wart weit entfernt
Konntet ihr euch entfalten
Was habt ihr gelernt

In dieser kurzen Spanne
Die wir auf der Erde verweilten
Machten wir vieles durch
Schlimmes erlebten wir
Mit viel Elend verbunden
Hatten allemal Furcht

Wir lernten morden
Wollten aber spielen
Mit kleinen Autos
Und lachenden Puppen
Stattdessen wurden wir gezwungen
Gezwungen zu kämpfen
In einem unheilvollen Krieg
Es war zwar nicht unser
Doch wurden wir genötigt
Zum absoluten Sieg

Wir lernten den Durst
Wollten aber trinken
Mit einem Glas Wasser
Oder einem Tee
Brauchten wir nicht versinken
In einem trockenen See
Wir hatten mal eine schöne Hülle
Doch seht nun auf unsere Körper
Sie beginnen zu verdorren
Und schmerzen uns sehr
Das Verlangen nach Wasser
Jeden Tag mehr

Wir lernten den Sex
Wollten aber Gefühle erleben
Mit reinen Seelen
Auf den Schwingen der Sehnsucht
Dahinschweben
Wir wurden aber nur befummelt
Von diesen netten Leuten
Aus der feinen Gesellschaft
Mit Versprechungen beschummelt

Die Liebe erfahren
Auf die rein körperliche Art
Auf merkwürdige Weise
Gedemütigt
Eine in Scham versunkene Reise

Wir lernten betteln
wollten aber etwas erleben
Im Dschungel der Kleinstadt
Ohne Sorgen
Geld ausgeben
Stattdessen irrten wir auf den Straßen
Und leckten die Füße derer
Die im Stress dort rannten
Es ging ums Überleben
Mit klingenden Münzen
Die unter unseren Fingern
Grenzenlos brannten

Wir lernten hungern
Wollten aber speisen
Mit vollen Bäuchen
Den Tag erkunden
Wie eh die meisten
Aber wir aßen die Krümel
Bitte gibt uns zu essen
Uns verzehrt dieser Hunger
Mit wem sollen wir uns noch messen

Abgemergelt existieren
Das war schwer
Doch leiden müssen wir ja alle
Allesamt sehr

Wir lernten stehlen
Wollten aber geben
Unsere ganze Habe
Alles was wir hatten
Für unsere Freunde
Jedwelche Gabe
Derweil stiegen wir in diese Häuser
Für gewissenlose Betrüger
Erschreckten die Bewohner
Und wurden nicht klüger

Wir nahmen viel mit
Aus den Gebäuden der Snobs
Wir aber wurden nur abgespeist
Mit diesen schönen Job ' s

Wir lernten hassen
wollten aber lieben
Voller Gefühle in diesem Leben
Uns ins Ungewisse trieben
Ließen wir die Erde erbeben
Der Groll der uns trieb
Geschürt von den Nationalsozialisten
Jagten wir einer Illusion hinterher
Sie sorgte für unseren Abtrieb

Wir lernten die Schmerzen
wollten aber ohne Müh
Das Leben ertragen
Schmerzlos werden
Nie nach Erlaubnis fragen
Indessen wurden wir aber gefoltert
Feuer und Stacheln
Machten Bekanntschaft mit unserem Leib
Wie sollten wir uns noch spiegeln
In diesem zerlöcherten Kleid

Überall Narben
Verschiedenartige Flecke
Um geläutert zu werden
Dies sind des Erwachsenen Gaben

 

Wir lernten die Abhängigkeit
Wollten aber selbst entscheiden
In diesem Dasein
Und nie mehr leiden
Wir kamen in Kontakt
Mit diesen harten Drogen
Traumbilder entwickelten sich
Schien das Reale verflogen

Fragwürdige Vorbilder
In den Medien gepriesen
Wir verehren Dich
In diese Richtung gewiesen
Zum Finale wurden wir gepackt
Kopfüber im Sack
Für nichts mehr zu gebrauchen
Verwahrloses Pack

 

Wir lernten die Vergewaltigung
Wollten aber Beachtung
Wir sind Menschen
Gesehen als ein Objekt
Einer schmerzhaften Übernachtung
Da gierten sie
Mit ihren süchtigen Blicken
Harmlose Erscheinungen
Unheil uns rüberschickten

Sie fingen an zu keuchen
Beim zeitlosen Dienst
Welch eine Tortur
Wir schien und machten es durch

 

Wir lernten sterben
Wollten aber leben
Als Kinder
Mit Höhen und Tiefen
Dabei Eltern und Freunde
Die einen riefen
Es gab kein Entkommen
Als so ein kleines Wesen
Keiner Hilfe bewusst
Die auch nicht nahte
Alleingelassen
Wie sollten wir genesen

 

Die Kinder sagten
So lernten wir leben
Vom Schicksal gezeichnet
Existierten wir
So eben
Wir vermissten das Feine
In jener Zeit
Noch mehr die Liebe
Es tat uns sehr leid

 

Aber wir sind nun mal nur Kinder
Ein Krümel vom großen Kuchen
Das Anhängsel dieser Gesellschaft
Die wahre Liebe
Die mussten wir suchen

Wenn Mütter und Väter
Beamte und Täter
Vorgesetzte und Politiker
Industrielle und Studierte
Und die übrigen Gerechten
Die eigene Kindheit erahnten
Dann wäre alles viel , viel besser
Gefühle sich
In Eure Herzen bahnten

Wisst ihr , das die Kinder Euch lieben

 

© by Jürgen Berus


 

Ewig schauen in Deine Augen

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  Verlag : Engelsdorfer Verlag
ISBN-10: 393729029X
ISBN-13: 978-3937290294

Einband : Paperback
164 Seiten / 7 farbige Abb.
21 × 15 cm
Erschienen : 10.2003
14,90 Eur[D]/15,40 Eur[A]
 

Mehr als ein gesprochenes Wort

Im Schatten der Nacht
Es schwimmen Fische
Stumm einher im Stress der Zeit
Tränen fallen einsam nieder
Im Gedankenspiel des Träumerwahns

Das Glockenspiel läutet zum Aufbruch
Willkommen im Drama des Ichs
Geschichten sind Dir ins Antlitz geschrieben
Illusionen eine tägliche Disziplin

Wir übten uns im Dunkeln zu sehn
Vertrauten Phantasien unser Innerstes an
Lebensgeschädigt suchten wir unser Heil
In Dimensionen
Aus denen sich nichts Ewiges herauskristallisierte

Und immer wieder erschallt das Glockenspiel
Töne voller Schmerz und Lethargie
Das Lächeln wurde zur eisernen Grimasse
Gelassenheit als etwas Unwirkliches verschrien

Wir beschimpften unsere Freunde
Beäugten das Geld als unseren höchsten Gott
Verurteilten eigene Taten bei anderen Ichs
Und einsam irrten wir im Spiegel der Fiktion

Dann neigte sich das Drama der Vergänglichkeit
Ein Lächeln, hinab mit dem Glockenspiel
Überstanden war die Marterung des Seins
Wandelnder Dunstschleier ein Vorhang zur eigenen Gruft

Mit einem neuen Klang schwingt das Glockenspiel
Das Ich erklingt im neuen Licht
Freude über ein neues Theaterstück
Sehnsucht  um Schmerzen neu zu ertragen

© by Jürgen Berus