Hier sollte ein deutschsprachiger medizinischen Ratgeber entstehen,
der sich auf die gesundheitlichen Gesichtspunkte des Korsetttragens bezieht.
Dazu suchten wir eine Ärztin, die eigene Erfahrung im Korsetttragen hat.
Nun, diese Ärztin haben wir nicht gefunden und die Anzahl der Anfragen waren im letzten Jahr so gering,
so daß der Aufwand für eine einen eigenständigen Ratgeber unverhältnismäßig wäre.
Wir bieten Ihnen hier eine zusammenfassende Übersetzung der Antworten von Dr. Helen Stern und Dr. Ann Beaumont,
die auf Fragen von L.I.S.A.-Lesern gegeben wurden.
Eine eins-zu-eins-Übersetzung ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht möglich und auch nicht gewollt.
Es wird hier darauf hingewiesen, daß dieser Text die Privatmeinung der Autorinnen darstellt
und nicht die der Herausgeber dieser Seite. Weder der Übersetzer noch die Herausgeber dieser Seite
können daher eine Gewähr für den Inhalt übernehmen.
Wenn Sie noch Fragen und Anregungen haben, dann schreiben Sie doch bitte dem
Redakteur!
Es werden folgende Themen behandelt:
1) Körperliche Auswirkung eines enggeschnürten Korsetts bei permanentem Tragen
Das menschliche Skelett hat 12 Rippen, die es zu formen gilt. Von der Mitte des Brustkorbs an (etwa ab der sechsten Rippe) sollen sie gleichmäßig ohne irgendwelche Absätze nach innen verformt werden. Die unteren vier Rippen sind besonders wichtig, um das Ziel einer schönen Figur zu erreichen, die sich wie ein Kegel gleichmäßig verjüngt.
Starke Korsettstangen, breite Seitenstangen und eine steife Planzette sind unverzichtbar für eine erfolgreiche Formung. 1) Nur ein hohes, starkes und sehr steifes Korsett hält die verschobenen Rippen mit gleichmäßigem Druck fest an ihrer neuen Position. So vermindert sich das Unbehagen und macht den Druck erträglich, den die Anfängerin einige Zeit lang in der Eingewöhnungszeit ertragen muß.
(Dr. Helen Stern)
Das geschnürte Korsett verringert das Volumen des Bauchraums. Das nach oben gedrückte Zwerchfell bringt die Trägerin zur oberen Brustatmung. Der Darm wird ebenfalls etwas zusammengedrückt und verschoben, wobei die weiche Bauchdecke nachgibt und damit den nötigen Raum schafft.
Die Frau, die mit dem engen Schnüren eines hochgeschnittenen Korsetts beginnt, wird mit einer allmähliche Veränderung ihrer Figur auch eine langsame Lageverschiebung ihrer inneren Organe erreichen. Die tägliche (und manchmal auch nächtliche) Einschnüren preßt die unteren Rippen ohne allzu großen Widerstand nach innen und mit etwas Geduld ist bald eine schmale, konische Taille der verdiente Lohn der Mühe. Auch wenn es die Bewegungsfreiheit der Trägerin etwas eingeschränkt, kann sie die stützende Wirkung ihres Korsetts schon bald als angenehm empfinden. Bald schon kann sie ihr Korsett einige Zentimeter weiter schließen, ohne irgendwelche Unannehmlichkeiten oder Schmerz zu empfinden.
Die inneren Organe müssen, wegen des verformten Körpers und der verschobenen Rippen, sich eine neue Lage suchen und dort anpassen. Geschieht das Engerschnüren aber langsam und über einen langen Zeitraum, passiert dies unmerklich für die Trägerin.
Das Zwerchfell wird nach oben gedrückt und unter der geschnürten Taille immer unbeweglicher. Damit geht die Dame unmerklich von der Bauchatmung zur Brustatmung (nur mit dem oberen Teil der Lunge) über. Unterhalb der eingeschnürten Taille werden die inneren Organe sanft nach unten gegen das Becken gedrückt und der Magen wird in einer mehr vertikalen Lage ausgerichtet. Wegen Platzmangel wandert die Leber teilweise nach unten und wird etwas zusammengedrückt. Nach Jahren des Engschnürens zeigt ihre Oberfläche mehrere mehr oder weniger tiefe Einbuchtungen - oder es kann sich sogar ein Fortsatz, der sogenannte Korsettlappen, bilden. Weniger betroffen sind Milz und Nieren. Alle inneren Organe arbeiten in ihrer neuen Lage weiterhin einwandfrei.
Aus: "Die Frau als Hausärztin", Dr. med. Anna Fischer - Dückelmann, Stuttgart 1911
Die leidenschaftliche Korsetträgerin verbringt - ihrer Figur bewußt - keinen Tag ohne ihr Korsett. Mehr noch, das Korsett ist die feste Basis zur Bestimmung ihrer Konfektionsmaße an der eingeschnürten Figur. Wie oben beschrieben, hat das feste, unnachgiebige Binden von Taille und Rippen sicherlich Konsequenzen. Je nach Grad und Dauer der Einschnürung kann der Effekt auf den Körper mäßig und umkehrbar sein, sobald das Korsett nicht mehr getragen wird. Jedoch auch bei nur mäßigem, aber langwierigem Schnüren wird der bloße Körper langsam und unumkehrbar verändert. Besonders der untere Brustkorb wird sichtbar verjüngt und verlängert. Bei Damen, die sich über Jahre sehr eng auf eine wirkliche Wespentaille schnüren, sind die Veränderungen am bloßen Körper sehr augenscheinlich. Der untere Brustkorb ist unwiderruflich zusammengedrückt und die unteren Rippen sind so weit nach innen gebogen, daß sie sich vorne fast berühren (man konnte dies noch in den späten 40er Jahren auf Röntgenbildern sehen, als die jungen Damen sich nach der New Look Mode kleideten). Ein weiteres Merkmal ist die Entwicklung einer Schnürfurche in der Taille.
Trotz all dieser Auswirkungen des langzeitigen Engschnürens ist es wichtig zu erkennen, daß eine langsame Veränderung von Körper und Organen nicht wirklich schädlich für die Frau ist. Solange sie ihre Figur geduldig und ohne zu überstürzen verändert, besteht keine Gefahr. Auch die Dame mit der extremsten Wespentaille wird schließlich das Gefühl haben, frei atmen und sich frei in ihrem Korsett bewegen zu können, anscheinend ohne sich groß ihres eingeschnürten Zustands bewußt zu sein. (Dr. Helen Stern, Dr. Helen Stern)
Sehr wichtig ist die richtige Konstruktion des Korsetts. Viele Damen wählen ein langes Korsett, um eine lange, elegante Taille zu erreichen, aber obwohl es mindestens ein Drittel ihres Brustkorbs umschließt und bis knapp unter die Brüste reicht, kann es unter der Taille zu kurz sein. Die nach unten gedrückten Gedärme und inneren Organe drücken auf die Bauchdecke, die schließlich nachgibt, was zu überdehnten Muskeln und zu einer erschlafften Bauchdecke führt.
Abhilfe schafft ein Korsett, das den ganzen Unterleib bedeckt und auch dort entsprechend mit Korsettstäbchen ausgestattet ist. Vor allem ist ein stabiler Stahl-Planzettenverschluß unerläßlich, um den Bauch unter Kontrolle und flach zu halten. Die Länge des Planzettenverschluß muß sorgfältig gemessen werden - ein Langer ist wünschenswert. Wenn er aber zu lang ist, kann er beim Hinsetzen hinderlich sein. Die etwas fülligere Dame wird den leicht gekrümmten Löffel-Verschluß nützlich finden, während die schlankere Dame eher von der geraden Form profitiert. Zu guter Letzt muß das Korsett unterhalb der Taille sich gut über die hervorwölbenden Hüften verbreitern und auch noch Platz genug haben, um die in ihrer Lage verschobenen inneren Organe zu halten. Irgendwo müssen die schließlich auch hin!
(Dr. Helen Stern)
Euphorisches Gefühl beim Korsetttragen
Mit dem Umhüllen des Körpers mit einem Korsett, dem Vorgang des Schnüren ebenso wie durch den Grad des Engerschnürens, wird eine Reihe von komplexen Gefühlen, von einem Wohlgefühl bis zur ausgesprochenen Euphorie hin, ausgelöst. All diese Gefühle sind auf eine Mischung von physischen und mentalen Eindrücken zurückzuführen. So empfindet die gerade geschnürte Dame, wenn sie vor dem Spiegel steht, Freude und Bewunderung über ihre künstlich geformten Kurven, die ihre weibliche Figur akzentuieren oder sogar - mit einer Wespentaille - noch mehr betonen: sich hervorwölbende Hüften und gehobene, vorstehende Brüste.
Sie fühlt sich sehr gut mit ihrer kompakten Figur, berührt den
vernickelten Vorderverschluß, befühlt den glänzenden
Korsettstoff und läßt ihre Hände über ihre schmale Taille zur
Hüfte streichen.
Die sehr wenigen Damen, die sich heutzutage schnüren, erfahren oft einen solchen euphorischen Auto-Erotizismus. Früher war das nur bei wenigen der Fall, als viele mehr oder weniger in Korsetts aufwuchsen, einer Zeit also, in der die Korsetts ein zwingender und alltäglicher Bestandteil der weiblichen Garderobe waren.
Abgesehen von der Bewunderung ihrer eigenen Figur glaube ich, daß die Euphorie aus dem starken Gefühl der Sicherheit und des
starken Halts, den ein Korsett bietet, abzuleiten ist. Die Korsettstangen und der Vorderverschluß eines eng geschnürten
Korsetts wirken buchstäblich wie ein Gerüst um den Torso und übernehmen viel der Arbeit, die normalerweise die Rückenmuskulatur verrichten muß. Die Steifigkeit des Korsetts
und die Einschnürung der Taille mag anfangs störend sein, aber sobald sie sich daran gewöhnt hat, wird sich die Trägerin
bequem entspannt fühlen in ihrer Rüstung aus Stoff und Stahl.
Jene unter uns, die sich jahrelang zu einer Wespentaille geschnürt haben, wissen, daß das Korsett bald unerläßlich
wird, nachdem die Rückenmuskeln mangels Bewegung erschlaffen und nicht mehr in der Lage sind, den Körper in einer wohl aufrechten
Position zu halten. 2) Wenn Sie dann, aus welchem Grund auch immer,
Ihr Korsett loswerden wollen, vergessen Sie es! Schon nach wenigen Stunden beginnt der Rücken unerbittlich zu schmerzen und nach der harten, aber bequemen Schale zu rufen.
Karl Lagerfeld bemerkte einmal zu diesem Thema, daß es als die Korsetts damals außer Mode kamen, es nicht ein Frage des einfach
Wegwerfen gewesen wäre (die meisten Damen wären damals ohne sie nicht mehr zurecht gekommen), sondern daß es einer ganzen
Generation bedurft hätte, um diesen Wechsel zu ermöglichen.
Daher meine ich, daß das komfortable Gefühl der Unterstützung zusammen mit einer grazilen und femininen Verbesserung der Figur
der Schlüssel zu diesem euphorischen Gefühl sind. Aber es gibt auch zusätzliche Effekte : Je nach Grad des Schnürens
beeinflußt das Korsett mehr oder weniger die Körperbewegungen.
Schon bei leichtem Schnüren wird man beim Gehen dazu gezwungen, die Hüften zu schwingen. Je stärker das Korsett geschnürt ist,
desto stärker wird die Taille eingeschnürt und verlängert und desto stärker wird damit der Unterschied zwischen Taille und
Hüfte, was unweigerlich zu einer stärker ausgeprägten seitlichen Bewegung führt. Dies wiederum steigert unfreiwillig
jenes spezielle, sexy und überlegene Gefühl höchster Weiblichkeit.
Die mehr oder weniger exhibitionistisch und/oder masochistisch veranlagte Dame mag eine tiefe Befriedigung darin sehen, zum äußersten geschnürt zu sein.
Ich pflichte bei, daß das Schnüren der Taille die Wahrnehmungsfähigkeit erhöht. Dieses Phänomen wurde in der Literatur so hin und wieder erwähnt, jedoch ohne ausreichende Erklärung. Einige Autoren deuteten an, daß dies an einer durch das Korsett bedingten stärkeren Durchblutung des Hirns läge. Das glaube ich ganz und gar nicht. Als Korsetträgerin weiß ich, daß die Zwerchfellatmung nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Statt dessen kann man nur noch mit dem oberen Lungenbereich atmen, was vielleicht die Bewegung des Brustkorbs und den Sauerstoffaustausch erhöht. Dagegen glaube ich wiederum, daß das Gefühl erhöhter Wahrnehmungsfähigkeit an dem Halt liegt, den das Korsett biete, wenn es eng (aber nicht zu eng) geschnürt ist - wenigstens nicht enger, als man es einen ganzen Tag lang erträgt.
(Dr. Helen Stern)
Tragen eines Korsetts nach einer Schwangerschaft
Es gibt diesbezüglich einen entscheidenden Unterschied zwischen dem Korsett tragen und dem Eng-Geschnürt-Seins. In den ersten 6 Monaten ist das enge Schnüren zu vermeiden, während man mit dem Tragen eines Korsetts bei moderater Schnürung wesentlich früher beginnen kann.
Für jene unter uns, die seit vielen Jahren ans Korsett gewöhnt sind und die dessen stützende Wirkung als sehr angenehm empfinden, um nicht zu sagen als unentbehrlich, stellt dies kein Problem dar. Sie merken es selbst, wann Sie sich etwas enger schnüren können. Ein gutes Korsett ist aber unabdingbar, sonst ruinieren Sie sich Ihre Figur.
In den "guten alten Zeiten" hörte man natürlich unter keinen Umständen auf, ein Korsett zu tragen; dafür gab es damals, im Gegensatz zu heute, auch eine Vielzahl von Schwangerschafts- und Mutterschaftskorsetts.
(Dr. Helen Stern)
Zunächst einmal gibt es einen fundamentalen Unterschied zwischen ein Korsett tragen und ein Korsett schnüren. Ist das Korsett im ersten Fall nur ein taillenbetonendes Kleidungsstück, so wird das Korsett im zweiten Fall zur Formung des Körpers eingesetzt. Hier möchte ich vier Stufen der Schnürung unterscheiden:
Aus: "Die Frau als Hausärztin", Dr. med. Anna Fischer - Dückelmann, Stuttgart 1911
2) Korsetttragen und Erkrankungen / Gesundheitsgefahren
Asthma und Atemwegserkrankungen
Lassen Sie Vorsicht walten und fragen Sie Ihren Arzt! (Dr. Helen Stern)
Extremes Schnüren für kurze Zeit - gesundheitsgefährdend ?
Wenn Sie sich einer Ohnmacht nahe fühlen, dann haben Sie es mit dem Schnüren wirklich übertrieben. Sie sollten das als ernste Warnung ansehen!
Zwar gibt es keine Hinweise darauf, daß der Körper beim Korsetttraining Giftstoffe produziert (wie gefragt wurde), aber trotzdem sollten Sie viel trinken und dafür weniger essen (aber das versteht sich von selbst).
Ansonsten hat das Korsetttragen keine Auswirkungen auf die Verdauung (abgesehen von dem geringeren Volumen der Organe).
(Dr. Helen Stern)
Das Niesen bei einem eng getragenen Korsett ist wirklich ein Problem: entweder reißt das Korsett oder es ist mehr oder weniger schmerzhaft. Daher sollten Sie - auch wenn es schwer fällt - das Niesen auf jeden Fall vermeiden. Durch den hohen Druck, der sich beim Niesen aufgebaut (und wegen des steifen Korsetts nicht abgebaut werden kann), kann es immer zu medizinischen Auswirkungen, vor allem bei den Blutgefäßen kommen. Aber auch ein Bruch kann dadurch verschlimmert werden. Also, übertreiben Sie das Schnüren bitte nicht! (Dr. Helen Stern)
Bluthochdruck / Blutzirkulation
Ein zu eng getragenes Korsett kann die Blutzirkulation beeinflussen und den freien Rückfluß von venösem Blut zum Herzen einschränken. Vor allem bei erhöhtem Blutdruck sollten Sie aufpassen. Aber wiederum sollten Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt konsultieren.
Natürlich kann die Blutzirkulation in der unteren Körperhälfte
durch sehr starkes Schnüren beeinflußt werden, aber es ist bei
gesunden Menschen sehr unüblich. Das Phänomen Schwäche in den
Beinen und Taubheit der Hüften steht in keinem Zusammenhang damit.
Viele Frauen, die einst wie ich (Dr. Stern, Anm. d. Red.) zu schnell zum engsten
Schnüren übergingen, haben diese unangenehme Erfahrung gemacht,
die aus dem Druck auf die Hautnerven im Taillen- und Hüftbereich resultiert.
Der Schmerz, der oft am Nachmittag auftritt, kann anfangs unerträglich sein, wird aber, wenn man das
Korsett etwas lockert (ohne es aber auszuziehen!), geringer. Nach einigen Monaten sind gewöhnlich
all diese Symptome verschwunden.
Ein anderes Symptom, das bei Anfängern oft auftritt, ist ein Gefühl von Instabilität im
Rücken oder es gibt Krämpfe und Verspannungen in den immer weniger benutzten Rückenmuskeln.
4) Als Mittel dagegen sollte man
Korsetts mit genügend starker Verstärkung am Rücken mit
breiten flachen Stahlstangen verwenden. Tritt dieses Problem akut
auf, sollte man stärker schnüren, um die Steifigkeit des
Korsetts zu erhöhen und die Muskeln völlig unbeweglich zu
machen. Schließlich werden Schmerz und Unanehmlichkeiten verschwinden,
wenn die Unterstützungsfunktion der Muskeln vollkommen von den
Korsettstäben übernommen werden und Sie gelernt haben, sich im
Korsett zu entspannen und schlaff zu werden.
(Dr. Helen Stern)
Das Korsetttragen bei verkrümmter Wirbelsäule sollte normalerweise kein Problem darstellen, aber fragen Sie wie immer im Zweifelsfall Ihren Arzt.
Nach langem Tragen eines Korsetts kann es zu Juckreiz kommen.
Meistens ist die Ursache dafür eine Hautallergie gewissen
Grades. Seien Sie sorgfältig bei der Wahl der Seife (antiallergisch),
und verwenden Sie keine parfümierten Lotionen oder Puder (wenn überhaupt ).
Sie sollten außerdem eine antiallergisches Waschmittel für die Unterwäsche verwenden. Der Stahl in den Korsettstäben
und der Planzette kann lokale Hautirritationen hervorrufen, vor allem bei sehr engem Schnüren. Dann tritt der Juckreiz genau darunter auf. Der Juckreiz kann noch verstärkt werden bei Nickelallergie (Nickel ist wahrscheinlich Legierungsbestandteil im Stahl).
Beim Schwitzen werden Nickelsalze gebildet, was den Effekt noch verstärkt.
Es ist weiterhin sehr wichtig, sich nach dem Abnehmen des Korsetts sehr sorgfältig mit reinem lauwarmen Wasser zu waschen; gleiches gilt vor dem Wiederanlegen am nächsten Morgen.
Auch ein etwas dickerer Stoff, unter dem Korsett getragen, kann helfen, den Juckreiz zu mildern.
(Dr. Helen Stern)
Bei einer leichten Form von Diabetis (mit zunehmendem Alter erworben, durch Diät in Griff zu bekommen) stellt das Korsetttragen grundsätzlich kein Problem dar. Allerdings muß man genau auf die Blutzirkulation achten. Hat man damit Probleme oder gar noch Bluthochdruck, sollte man das enge Schnüren meiden. Aber, wie immer: Reden Sie mit Ihrem Arzt! (Dr. Helen Stern)
Anmerkungen der Redaktion:
1) Es soll angemerkt sein, daß auch schon ohne Verformen der Rippen eine ansehnliche Formgebung der Taille erreicht werden kann. Der Trägerin, die sich damit nicht zufrieden geben will und ihre Taille weiter verschmälern will, sollte sich bewußt werden, daß dies nur durch intensives Taillentraining möglich ist. Es braucht einen langen Zeitraum, um die Rippen schrittweise, ganz langsam zu verformen. Und es bedarf eines permanenten Tragens des Korsetts, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Um ein solches Training zu beginnen, sind wohl zehn Stunden und mehr an 6 bis 7 Tagen die Woche das absolute Minimum.
2) Dr. Ann Beaumont meint, daß dem Erschlaffen der Rückenmuskulatur bei permanentem Korsetttragen durch 15 bis 20 minütige Rückengymnastik täglich begegnet werden kann.
3) Es versteht sich von selbst, daß diese extreme Körperformung nur durch ständiges Korsettiertseins aufrecht gehalten werden kann. Zum Schlafen können Sie leichtere, sogenannte Nachtkorsetts verwenden.
4) Gegen Verspannungen hilft Massage. Wenn Sie einen Partner haben, lassen Sie sich doch abends den Rücken massieren. Eine zu schwache Muskulatur können Sie durch eine halbe Stunde Rückengymnastik täglich stärken.
In eigener Sache:
Wir wollten hier einen deutschsprachigen Ratgeber aufbauen. Für Frau Dr. Stein, die nicht mehr als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht, wurde nun endlich eine Nachfolgerin, Frau DR. ANN BEAUMONT, gefunden.
Da es uns nicht gelungen ist, eine deutschsprachige korsetttragende Ärztin für diese Seite zu finden, wenden Sie sich bitte mit Ihren Fragen an Frau DR. ANN BEAUMONT bei L.I.S.A..
Am 12.11.2000 wurde diese Seite redaktionell überarbeitet, die Anmerkungen der Redaktion sowie das Thema "Taillentraining" ergänzt.
Wenn Sie Fragen zu dieser Seite haben, dann schreiben Sie uns doch bitte.
Am 11.01.2001 wurde die Seite um Bilder zur Organ- und Rippenverschiebung ergänzt.
Ausschlußerklärung:
Die Haftung für den medizinischen Rat, gegeben von Dr. Helen Stern und Dr. Ann Beaumont, tragen Sie allein. Der hier gegebene Rat ist als allgemeiner Hinweis zu verstehen und ersetzt keinen Arztbesuch.
Für jedwede Folgen, die durch das Korsetttragen entstehen, ist allein die Trägerin verantwortlich.
Wir raten vom Korsetttragen ab bei Herzbeschwerden, Atemproblemen, Kreislaufschwäche, Bluthochdruck und während der Schwangerschaft.
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