Trendelburger Kunsttage 2002 - Reiner Will

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Trendelburger Kunsttage 2002


  Reiner Will

 

Reiner Will

 

Geb. 1956 in Oberhausen

Lebt und arbeitet in Bremen. Studium der freien Kunst, HbK Kassel von 1980-86. Von naturwissensch. Raum- und Farbphänomenen angeregte Themen wie: Tetraeder, platon. Körper. Vielzahl von Ausstellungen und Projekte seit 1986 in Galerien und Schulen im ganzen Bundesgebiet
(siehe Vita im Internet unter
www.reinerwill.de).


Tetraeder

 

 

Das Tetraeder ist die einfachste, räumliche Struktur in seiner vollkommenen Ausprägung. Vier Punkte stehen miteinander durch sechs gleichlange Kanten in Beziehung und grenzen einen Innenraum von einem Außenraum durch vier gleichseitige Dreiecke ab.
Der Schritt von der Zweidimensionalität zu dritten Dimension hat für mich einen besonderen Reiz. Als Maler beschäftigt man sich z.B. mit der Illusion von Räumlichkeit auf der Fläche. Der Übergang von der ideellen Fläche hin zum Raum ist für mich immer wieder faszinierend. Die Fläche kann man sich vielleicht vorstellen,der Raum ist die Voraussetzung um "begreifen" zu können.
Das Tetraeder als Sinnbild oder Idee für den Raum, habe ich auf unterschiedlichste Weise befragt. Ich habe es in  Beziehungen zu anderen Phänomenen (Farbe, Bewegung, Teilung...) gesetzt.
Vielleicht kann man ja sagen, „Verpackung (Raum) und Inhalt“ (Phänomenen) werden in eine intensiven Zusammenhang gebracht.
Zahlenverhältnisse treten hier in Erscheinung, Zahlen die nicht eine quantitative Anhäufung von beliebigen Elementen bezeichnen, sondern einen qualitativen Zusammenhang beschreiben.
Es sind zwölf Punkt nötig um einen Tetraeder „aufzuspannen". Die sechs Verbindungslinien, von denen sich je drei an vier Stellen des Raumes schneiden, bilden die Eckpunkte zwischen denen sich die vier dreieckigen Flächen zeigen.
Die Zahlen, die hier in Zusammenhängen erscheinen, waren die Anregung anderen qualitativen Zahlenverhältnissen nachzugehen.

 

 



 

Einzelstücke

Einzelstück

Einzelstück

Einzelstück

 

Das Projekt begann 1998 und ist auf einen  längeren Zeitraum angelegt. Mittlerweile existieren über 200 "Einzelstücke".

Die einzelne Arbeit besteht aus einem  Digitprint 23x23 cm, auf dem ein an der Rückseite angebrachtes Fundstück als  vergrößertes Abbild zu sehen ist.

Der Abbildungsprozeß findet auf digitalem Wege statt. Die Fundstücke werden hierbei  vergrößert dargestellt. Unabhängig von ihrer tatsächlichen Größe werden sie formatfüllend  abgebildet.

Die Objekte sind von Gebrauchsspuren und Schmutz gezeichnete Bruchstücke industriell  gefertigter Produkte. Ein "Niederschlag" von Müllpartikeln, der sich auf den versiegelten Flächen unserer Kulturlandschaft ablagert. Die meisten dieser Stücke wurden auf der Bürgerweide in Bremen gefunden, einem weiträumigen innerstädtischen Platz, sind aber im Grunde genommen überall auf Plätzen und Straßen zu finden.

Das Fundstück, bedeutungslos geworden für den Gebrauch, erhält durch die Art der Zerstörung und Abnutzung eine Prägung. Die dokumentarische vergrößerte Präsentation stellt die Einzigartigkeit des Objektes heraus. Der digitale Druck ermöglicht zwar wieder eine massenhafte Vervielfältigung des Abbildes, beschränkt sich aber hier auf eine Einmalige Wiedergabe. Nur im Zusammenhang mit dem realen Objekt funktioniert die Arbeit als »Einzelstück«.

Im Zusammenhang mit einer Ausstellungseröffnung wurde von dem Neurologen Joachim Loch-Falge auf Ähnlichkeiten zwischen der neurologischen Arbeit und dem Einzelstück Projekt hingewiesen. "Einzelne scheinbar unbedeutende Erinnerungsbilder werden  ins Bewußtsein gehoben, vergrößert betrachtet und neu bewertet". In diesem Kontext erhält der archäologische Aspekt der Arbeit eine besondere Betonung.

Das Projekt wird laufend im Internet aktualisiert, dort ist der vollständige Katalog dokumentiert:

http://www.reinerwill.de

 

  


 

gwis.de
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