Meine Lieben  

Larry Keith Robison
12. August 1957 - 21. January 2000
In liebender Erinnerung an Larry Keith Robison

 


Dies ist der letzte Brief den Larry an seine Familie, seine Freunde und die Welt geschrieben hat. Diese Nachricht ist für jeden, der sie lesen möchte. Für die, die Larry niemals kannten, er sendete seine Liebe und es tut mir leid, daß Ihr ihn niemals kennenlernen konntet. Die die ihn kannten, kannten seine nette und höfliche Seele, die er trotz mancher dunkler Tage in seinem Leben hatte. Es gibt viele Menschen die Larry vermissen werden, aber wir wissen, er wird im Geiste bei uns sein und wird uns auf der anderen Seite mit offenen Armen der Liebe erwarten. Lebewohl mein geliebter Bruder, ich werde dich immer lieben und wir sehen uns auf der anderen Seite. Vickie (~~deathrowsister) 

Meine Lieben !

Wenn Ihr das lest, bedeutet das, daß ich gegangen bin. Ich wollte jedem von Euch einen langen persönlichen Brief schreiben und meine Gedanken und Gefühle darüber, was Ihr für mein Leben bedeutet habt, mit Euch teilen. Aber die meisten von Euch wissen, was für ein schwacher Schreiber und weltklassiger Zauderer ich bin und da mein Termin der Abreise näher kommt und Dinge wie Briefe schreiben und soziale Interaktion weniger und weniger wichtig wird. Ich bemerkte aber, daß wenn ich mich nicht hinsetze und meine Gedanken zusammenfasse und niederschreibe, sie ungesagt bleiben. Und da es so viele Dinge gibt, die ich mit Euch allen teilen will, entschloß ich mich dazu, sie in einen offenen Brief zu schreiben. Zuerst möchte ich sagen, daß ich Euch alle mehr liebe, als Worte es ausdrücken können. Es war eine Ehre und ein Privileg für mich während meiner Haft mit Euch "meine Zeit zu verbringen". Ja wir alle verbringen nur unsere Zeit, wie mein Freund Bo Lozoff es sagte, egal auf welcher Seite des Gitters wir sind, indem wir Zeit in diesem Haus des Körpers verbringen. Und als Kreaturen, die wir in diese Körper geboren wurden, sind wir alle zum Tode verurteilt. Denkt darüber nach - wir sind alle Gefangenen und alle zum Tode verurteilt - ein fremder tröstender Gedanke, da er uns alle gleich macht. Wie ich eins antwortete, als ein Korrespondent der "freien Welt" mich fragte, wie das Leben im Gefängnis ist: "Diese Orte (Gefängnisse) sind zweifellos die strengstenTestgelände, die sich der menschliche Geist jemals ausgedacht hat." Aber ich denke, ich hebe die Qualität dieses Briefes indem ich sage, daß ich alles in allem keine Klagen habe, da dieser Platz an dem ich gelebt habe, nicht so hart war, wie er sein hätte können. Und die Lektionen, die wir alle zu lernen haben, können wir in jedem Gefängnis lernen, in dem wir uns selber finden. Eine andere Beobachtung, die ich immer meinen Lieben außerhalb dieser Mauern mitgeteilt habe ist, daß Eure Gefängniszellen zwar etwas geräumiger sein mögen als meine, aber wenn euer Ziel die Freiheit ist, macht die Größe keinen Unterschied und die kleinere Zelle bietet weniger Abwechslung, wenn man einen Fluchtplan ausbrütet. So hatte ich in dieser Hinsicht Glück und auch in größerer ......

Für die meisten Leute mag es so wirken, als ob mein Leben ein elender Fehlschlag gewesen wäre. Ich kann sie richtig hören: "Alles lief gut für ihn und er warf es alles weg" und "Was für eine tragische Verschwendung von menschlichem Potential". Aber der Schein trügt oft. Die Wahrheit in dieser Angelegenheit ist, daß ich mit Ausnahme der Ereignisse die dazu geführt hatten, daß ich in den Todestrakt gekommen bin, ein ordentliches unspektakuläres Leben geführt habe. Ich denke es ist sicher zu sagen, daß ich in meinem Leben keine schlechten Dinge ungetan lassen habe und daß ich im allgemeinen nichts getan habe, was mich Gott oder den Menschen empfiehlt. Tatsächlich gibt es nur eine gute Sache, die ich jemals getan habe. Diese eine Sache war, daß ich Sant Ajaib Singh Ji getroffen habe, ein lebender Führer, ein perfekter Heiliger, welcher Gottes Vertreter auf Erden ist, von dem ich die heilige Einleitung des Naam erhalten habe. Und es war die Sache, die alles geändert hat. Ohne das wären alle guten Taten auf dieser Welt ohne Sinn gewesen. Deswegen wurde mein Leben trotz all meiner zahlreichen Verfehlungen mit Erfolg gekrönt. Noch kann ich den Kredit für all das fordern, vor allem da diese Sache ein Geschenk durch die Gnade Gottes war. Dadurch benutzte Gott mich um die leben von allen zu berühren, die mit mir in Kontakt kamen. Ich kann niemals darauf hoffen, dieses unglaubliche Geschenk zurückgeben zu können. Ich kann nur erstaunt und dankbar sein, daß dies es ist, wie die endlose Kraft von Gott sich manifestiert; durch bedingungslose Liebe, Gande und Vergebung. Er ist der oberste Geber und wir sind lediglich die Behälter - dafür sind wir gemacht. Hier ist ein wunderbares Geheimnis: Auch wenn wir nur die Behälter sind, wurde uns die Möglichkeit gegeben, Co-Geber und Co-Erschaffer zu werden mit der Umwandlung unserer Wünsche für uns allein zu dem Wunsch, seinetwegen mit anderen zu teilen. Das ist unser wahrer Zweck - Kanäle für das endlose Licht und die endlose Liebe zu werden und die Magie von selbstlosem Dienen zu entdecken. Wenn wir uns nicht dazu entschließen, Diener des göttlichen Willens zu werden, sind wir die Verlierer.

Es gibt nur noch einen Rat, den ich jedem in dieser Welt anbieten kann und ich teile ihn frei mit jedem - meiner Familie, meinen Freunden, jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind, jedem empfindungsfähigen Wesen in Gottes Kreation. Wenn Du Deinen Guru nicht gefunden hast, dann sei der Guru. Der Guru ist der einzige der einen im Moment des Todes befreien kann. Und er wird es nicht versäumen, die geliebten Menschen  zu retten, die sich unter seinen Schutz begeben haben. Falls Du aus dem einen oder anderen Grund den Guru nicht akzeptieren kannst, mach Dir keine Sorgen. Wenn Du diesen Brief liest, bedeutet das, daß Du mich liebst und die, die eine Schöpfung des perfekten Herren lieben, werden auch befreit.

Jetzt möchte ich mit Euch allen, die gläubig sind, die letzten Worte meines gliebten Satguru teilen, bevor er diese Welt des Leides und Schmerzes verließ: 

Kirpal hat mich gerufen
und ich habe zu gehen. 

Weint nicht.
Wir müssen lächeln. 

Jest ist Ajaib gegangen. 
Und der Käfig ist leer.

Dazu möchte ich Amen hinzufügen. Ich gehe um bei ihm zu sein. Er hob seinen Finger und sagte "Es ist Zeit zu gehen". Ich gehe glücklich mit einem Lächeln auf meinen Lippen. 

Seid nicht traurig, ich bin jetzt frei. Seid nett zueinander, liebt einander und bald werden wir alle frei sein, denn Zeit ist nur eine Illusion im göttlichen Ozean der Liebe. Erinnert Euch an die Worte die ich gesagt habe, als ich noch bei Euch war. Sie kamen vom Herzen und unsere Herzen sind eins. Ich liebe Euch alle.
 
Satguru nath Maharay Ki Jai

In seinem göttlichen Naam,

Für immer, 


 


 

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