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1999 - 2000 Datu LAPU LAPU und seine aussergewoehnliche Stadt by Alfred Nigel Bruckner A B N C - NEWS & COMMENTARIES
LAPU LAPU CITY ist fuer die meisten der circa drei Millionen Fluggaeste, die jaehrlich in MACTAN (CEBU) INTERNATIONAL AIRPORT ankommen, nur "Transit". Das Ziel ihrer Reise liegt entweder in Cebu oder auf einer anderen Insel in Visayas. Auch fuer mich war LAPU LAPU CITY bei meiner ersten Landung im Jahre 1988 nur "Durchgangsstation" auf dem Weg zu Cebus Westkueste, wo ich - mehr zufaellig - landete, als ich in einem Hotel in Manila in einem Informationsstand Bilder einer bezaubernden Insel sah: BADIAN ISLAND und sein Hotel Resort mit der "privaten" Atmosphaere. Herrliche Ferientage verbrachte ich dort, meist am Ende ausgedehnter Erkundungstouren durch die Inseln im philippinischen Archipel - Tage erholsamer Entspannung und ungezwungenen "Nichts-Tuns", bevor's wieder zurueck ging nach Europa. Mehrere Male sah ich danach LAPU LAPU CITY nur auf der Durchreise, bis ich 1995 einige Monate in der Stadt wohnte - genau zwischen Airport und der "Touristenmeile". Die Verkehrsanbindung mit "oeffentlichen" Verkehrsmitteln war - tagsueber - ganz brauchbar: ein Trisikad (Fahrrad mit Seitenwagen) brachte einem zur Verbindungsstrasse, wo man in Tricycles (Mottorrad mit Seitenwagen) umsteigen konnte, das einem in das Stadtzentrum brachte, wo man Aschluss entweder an Jeepneys oder an die Metro-Ferry nach CEBU CITY hatte. Hatte man Glueck, kam sogar gelegentlich ein Taxi vorbei, das man anhalten konnte. Dennoch, fuer eine Fahrt nach CEBU CITY musste man - unter Beruecksichtigung der Tageszeit und des Verkehrs (Stau) ueber die Bruecke bis zu zwei Stunden einkalkulieren. Nachts war man wie "abgeschnitten", wenn man nicht ueber einen eigenen fahrbaren Untersatz verfuegte. Das veranlasste mich eines Tages, bei einem befreundeten Taxi-Unternehmer und Hotelier "anzuheuern" und ich hatte dann mein "eigenes" Taxi. Nicht nur, dass ich dabei das Transportgewerbe Cebus und sein Umfeld (einschliesselich "COLORUM") von innen heraus besser kennen lernen konnte, ich kam in Barangays, in die ich sonst wahrscheinlich nie in meinem Leben gekommen waere. Aber ich lernte auch die Cebuanos gruendlich kennen, ihre Gaeste und "Heads", und ich hatte Gelegenheit, "Experimente" anzustellen. So war ich beispielsweise - da in meiner Wohngegenden Telefon-Landleitungen noch nicht zur Verfuegung standen - "das erste Taxi mit (Mobile) Phone an Board". Bald hatte ich "Stammkunden", deren Reservierungen puenktlich erledigt werden konnten. Klar, dass ich mich auch in LAPU LAPU CITY naeher umgesehen habe und ich war fasziniert von der rasanten Entwicklung, die diese aussergewoehnliche Stadt genommen hatte. DATU LAPU LAPU und seine aussergewoehnliche Stadt Bis auf die suedoestliche Ecke, in der die Nachbargemeinde CODOVA liegt, gehoeren gut 54 Quadratkilometer der Insel Mactan zum Stadtgebiet von LAPU LAPU CITY. Im Osten, auf der anderen Seite des Hilutangan Channel, liegt die ebenfalls zum Stadtgebiet von LAPU LAPU CITY gehoerende, ueber neun Quadratkilometer grosse Insel O L A N G O - I S L A N D , die sich bei Ebbe in ihrer Groesse nach Sueden hin "verdoppelt". Olango ist Heimat und Brutgebiet zahlreicher Vogelarten und zeimal im Jahr Rastplatz fuer zigtausend Zugvoegel auf ihrem Weg in den Winterurlaub in Neuseeland oder Australien bzw. zurueck in die Nist- und Brutplaetze in Nordchina oder Sibirien. Das Naturschutzgebiet im Sueden Olangos kann das ganze Jahr ueber einfach mit den "innerstaedtischen" Faehren besucht werden. Tricyles bringen einem bis den Barangays und Sitios am Rande des Gelaendes, in dem sich die Voegel aufhalten. Bei Ebbe kann man bis weit in das Naturschutzgebiet hineinwandern. Tour Operators, die mit Hotels zusammenarbeiten, bieten natuerlich etwas "teurere" Packgages an, Picknick inclusive. Aber auch die Insulaner haben "Essbares", das sogar den verwoehnten (europaeischen) Gaumen (oder Magen) erfreut. Dazu eine Bemerkung: Wenn Sie sich in Europa oder sonstwo auf der Welt "allein" bewegen, tun Sie das ruhig auch hier. Fast ueberall hin gibt es (oeffentliche) Verkehrsmittel, die Sie - kaum weniger "sicher" als bei Touren verwendet, nur vielleicht nicht so "neu" aussehend - zu reellen Fahrpreisen gerne als Gast an Board haben. Was Sie auf diese Weise "gespart" haben, reicht dann locker fuer (Souvenir-)Kaeufe, die Sie auf Maerkten zu "Einheimischen"-Preisen erwerben koennen. Und es hilft Leuten, die es Ihnen bestimmt danken. Zum Stadtgebiet von LAPU LAPU CITY gehoeren auch die suedlich Olangos gelegenen kleinen Inseln Caohagan, Pangan-An, Caubian Diyot und der "Felsbrocken" Caubian Dako. G E S C H I C H T E Die Geschichte dieser aussergewoehnlichen, noch relativ "jungen" CITY, beginnt - dem Namen nach - im Jahre 1961, reicht jedoch viel weiter zurueck: Es war am 27. April des Jahres 1521, als - aus Cebu kommend - spanische Schiffe den Mactan Channel ueberquerten und an der Nordwestspitzw Mactans landeten. An Board war eine bis auf die Zaehne bewaffnete Truppe unter dem Kommando des portugiesischen Seefahrers im Dienste der spanischen Krone - FERDINAND MAGELLAN. Begleitet wurde er von Cebuanos aus dem Reich des RAJAH HUMABON, der ihn wenige Wochen zuvor - am Karfreitag - so gastfreundlich und herzlich empfangen hatte. Unter Annahme, dass mit der Verstaerkung der spanischen Truppe - auch durch Krieger des mit dem Norden der Insel rivalisierenden DATU ZULA ZULA - die "Expedition" fuer die Spanier eine leichte Sache sei, begingen sie schon den ersten, aber sehr wesentlichen "Fehler": sie schaetzten nicht nur die Einheimischen falsch ein, sondern auch die Gezeiten in der seichten Bucht, die heute den Namen MAGELLAN's traegt. Dabei haetten Sie in der Nacht zuvor nur auf den Mond zu sehen brauchen, denn bei Voll- oder Neumond ist die hoechste Flut im Mitternacht bzw. zu Mittag; Ebbe ist zu Sonnenaufgang bzw. Sonnenuntergang. Das verschiebt sich im Verlauf der naechsten Viertel - mit geringeren Gezeitenunterschieden - in der Flut am Morgen bzw. Abend, und so weiter ..... Kurz und gut, DATU LAPU LAPU war ein schlauer Kopf und verwickelte die Spanier in - fuer sie unerwartet - heftige Kaempfe. Ueber den Widerstand verwirrt, war den Spaniern - waehrend Ebbe -der rasche Rueckzug auf See nicht mehr moeglich. Magellan bezahlre seinen "Uebermut" mit dem Leben. Und mit ihm der groesste Teil seiner und der "verbuendeten" Truppe. Nur knapp zwei Dutzend seiner Mannen konnten spaeter die erste Weltumseglung zu Ende bringen. Gut zweihundert Jahre nach der "ersten Revolution" gegen die Spanier, die erst 377 Jahre spaeter mit der "letzten" abgeschlossen werden konnte, gruendeten im Jahre 1730 Augustinermoenche aus Cebu die Siedlung O P O N , aus der 231 Jahre spaeter mit der Stadterhebung L A P U - L A P U - C I T Y wurde, als man den grossen Sohn der Stadt mit dieser Namensgebung eine Ehrung zukommen lassen wollte. Im Jahre 1933 errichtete man bereits ein Monument am Rande der Bucht im Stadtteil PUNTA ENGANO. Uebrigens, auch in in den Gewaessern Visayas gefangener Fisch traegt den Namen des Helden. "LAPU LAPU" wird auf den Maerkten angeboten und ist - in allen moeglichen Variationen - auf fast jeder Speisekarte zu finden und schmeckt hervorragend. Aber auch Magellan war nicht vergessen. Ihm zu Ehren baute errichtete man 1866 "Magellan's Marker" und baute daneben den "Mactan Schrein". Der 27. April wurde zu einem oertlichen Feiertag und jaehrlich wird eine Fiesta zelebriert, die auch Gaesten und Touristen eine Schau bietet. Ein Anlass wie dieser wird gerne wahrgenommen, um grosse Reden zu halten, von "Visionen" zu traeumen ..... und sich der Medienpraesenz sicher zu sein. S T A D T E N T W I C K L U N G Zwei Meilensteine in LAPU LAPU CITY's Geschichte leiteten kurz vo Ende des dritten Quartals im letzten Jahrhundert die rasante Entwicklung ein bzw. gaben dem wirtschaftlichen Aufschwung die richtige Power: Das eine Ereignis war 1973 der Bau einer S t r a s s e n b r u e c k e ueber den Mactan Channel, der das Stadtgebiet im Westen begrenzt. Damit war zu CEBU CITY's suedlicher Nachbarstadt MANDAUE CITY eine Landverbindung hergestellt, die bis zum Bau der zweiten Bruecke kurz vor der Milleniumswende taeglich bis zu 40,000 Vehikel verkraften musste. Mit dieser Verkehrsanbindung konnte der Linienflugbetrieb von Cebus Stadtflughafen LAHUG auf eine Militaerbasis verlegt werden, die seit 1961 in der Stadt beheimatet war. In der Folge begann eine rege Bautaetigkeit in der Nahe des Brueckenkopfes und des Flughafens. Es gab zahlreiche Firmengruendungen und Arbeitsplaetze fuer mehr Menschen. Der richtige "Kick" aber kam Ende der Achziger Jahre mit der Verlaengerung der Start- und Landebahn auf heute 3,300 Meter und mit dem Neubau von Terminals fuer Passagier- und Frachtabfertigung. Die Zuwachsraten bewegten sich im zweistellige Bereich. Der Flughafen wurde "upgraded" zu MACTAN (CEBU) INTERNATIONAL AIRPORT, womit direkte Fluege aus den wichtigen Maerkten Japan, Hong Kong, Malaysia und Singapur moeglich wurden, die auch dem Tourismus gewaltigen Auftrieb gaben. An der Ostkueste Mactans entstanden in der sogenannten "Touristenmeile" eine Reihe von Top-Resorts der ("Dollar"-)Preisklasse. Der Bauboom scheint (vorlaeufig) seinen Hoehepunkt erreicht zu haben. Aber es gibt noch "leere" Flecken mit Zugang zum Meer. Eine "Export-Zone" wurde nordwestlich des Flughafengelaendes eingerichtet und es siedelten eine Reihe von Unternehmen an: Tausende Arbeitsplaetze mehr im Herzen Visayas. Suedlich der Runway entstand mit dem zweiten Bauabschnitt ein weiteres einhundert Hektar grosses Gelaende. Ganz aus den Koepfen verschwunden ist ein weiteres Projekt: circa 35 Quadratkilometer Land will man dem Meer in einer "Reclamation-Area" abgewinnen - moeglicherweise weiterer "Aufschwung", aber zunaechst die Vernichtung der oertlichen Fischerei und in jedem Fall ein gewaltiger Eingriff in die Natur ..... mit Auswirkung bis weit ueber Mactan hinaus. V E R K E H R Der Strassenbau, der der "oeffentlichen Hand" nur Geld kosten, keine Rendite abwirft und hoechstens Grundstuecksspekulanten und Bauunternehmern satte Profite einfaehrt - deren "Umfeld" dabei ausser Acht gelassen - hinkte hinter der Realitaet weit hinterher. Auf schmalen Straesschen noch aus der "guten, alten" Zeit OPON's, als man noch mit dem Carbao fuhr, mussten sich enorm schnell ansteigende Verkehrsbewegungen muehsam dahinquaelen. Statt Buslinien einzurichten, fuhren mehr Jeepneys in Richtung CEBU CITY - aber nicht nur das! Das "Rueckgrat" des innerstaedtischen Verkehrs auf Mactan wurde das T r i c y c l e . Entsprechend der benoetigten Transportkapazitaet wuchs die Zahl der Transporteinheiten dieses Vehikels mit durchschnittlich bis zu sechs (oder auch mehr) Fahrgaesten und verstopfte - auf der Suche nach Ausweich- und Alternativrouten - zusaetzlich Gaesschen und Wege. Nur aus dem Flughafen hat man diese Dinger sehr schnell verbannt. Zum einen wollte man Gaesten den "Anblick" ersparen. Zum anderen aber war der Airport sehr schnell in der Hand von "COLORUM", die sich - aller (vielleicht sogar wirklich ernst gemeinter, ja, "gemeinter") Versuche "internationale" Verhaeltnisse zu schaffen zum Trotz - bis heute wacker hielten und ihr "Territorium" in Besitz halten. "COLORUM" nennt man alle dijenigen, die "Dienstleistungen" (aller Art) anbieten, aber weder Lizenzen, Papiere etc. haben. W I R T S C H A F T Auch ausserhalb der Export-Zone herrscht reges Treiben, seit nach Brueckenbau und Flughafenerweiterung viele Betriebe eine Heimat auf Mactan gefunden haben. Rechtzeitig vor der Milleniumswende konnte eineinhalb Kilometer noerdlich die zweite Strassenbruecke dem Verkehr uebergeben werden und es kann erwartet werden, dass - ein Hafengelaende ist ebenfalls in Zukunftsplanungen einbezogen - weitere Unternehmen nach LAPU LAPU kommen werden. Was Mittenwald in Bayern fuer den Geigenbau ist, ist LAPU LAPU CITY fuer Gitarren: es ist des "Guitar Center" in den Philippines. Die Stadt beherbergt viele Betriebe, die sie gerne besuchen koennen, um den Instrumentenbauern bei ihrer Handarbeit zuzusehen. Auf von Touristen frequentierten Plaetzen werden - freilich in minderer Qualitaet als Souvenirs - Gitarren zum Kauf angeboten. Aber Fachgeschaefte haben ein reichhaltiges Sortiment im Angebot. Gitarren aus LAPU LAPU CITY werden in alle Welt exportiert. "Meeresfruechte", Fischfang, Muschelzucht ..... und Handarbeiten aus Muscheln sowie Erzeugnisse aus dem bekannten "Mactan Stein" sichern den Lebensunterhalt vieler Insulaner. Die Suedwestkueste wurde schon zu OPON's Zeiten Heimat fuer einige Werften, die jaehrlich vorgeschriebene Ueberpruefungen und Ueberholungsarbeiten fuer die Binnenschifffahrt erledigen. Alte Poette werden zerlegt und "recycled" oder fahren als "SurPlus" spaeter wieder zur See. U M W E L T Dass der Mactan Channel zu einer Muellkippe fuer Reeder und Passagiere auf Schiffen und Booten verkommen ist, ist nicht nur auf die rasante Entwicklung im Grossraum Cebu zurueckzufuehren, sondern auch auf Mentalitaet. Vieles hat sich zwar schon gebessert, aber man ist noch weit davon entfernt, zufrieden sein zu koennen. Mittlerweile funktioniert die Hausmuellabfuhr, jedoch wird es immer schwierigeer, geeigneten Platz fuer Deponien zu finden. Verbrennen scheint in den Ueberlegungen (vorlaeufig) noch auszuscheiden. Verbrannt wird Diesel in den Elektrizitaetswerden an Land oder auf Pontons, die im Mactan Channel verankert sind und die - bei Bedarf - an andere Plaetze geschleppt werden koennen. Die Wasserversorgung auf der flachen, steinigen Insel bereitet - da der staendig wachsende Mehrbedarf enorm ist - nicht nur den Stadtvaetern Kopfzerbrechen. Leider wird zu viel des guten und kostbaren (und sehr teuren) Trinkwassers als Brauchwasser verschwendet, statt dieses aus Wiederaufbereitungsanlagen zu gewinnen. Die eigenen Resourcen aus Brunnen werden zunehmend knapper! Einige Stadtteile muessen mit Wasser in Kanistern versorgt werden, da das Leitungsnetz nicht in ausreichender Kapazitaet zur Verfuegung steht. Wohnbezirke, auch Squatter Areas, wachsen sehr schnell. Touristen in den Strandresors bemerken meist nicht, wenn hinter der Bretterwand der Wassertankwagen vorfaehrt. Die Wasserstrassen im Osten der Insel sind - da nicht so stark befahren - weniger von Wasserverschmutzung bedroht, obwohl es manchmal interssant waere zu ergruenden, was sich in dem "gefaerbten" Wasser befindet, das aus einem Kanal der See uebergeben wird. Dennoch, die Korallen haben nicht nur unter Wasserverschmutzung gelitten, sondern auch durch Dyanamit- und Cyanidfischerei, die - auch im Naturschutzgebiet (!) - heute noch anzutreffen ist. Insbesondere die "leise" Cyanidfischerei, die immerhin auch die nach wie vor starke Nachfrage aus Industrielaendern nach "Tropical Fisch" bedient, hat Korallen arg zugesetzt. Leider nimmt auch die zunehmende "Motorisierung" der Resorts mit Jetski und PS-starken Sport-Motorbooten nicht allzuviel Ruecksicht auf Leben im und unter Wasser. Und etliche Korallen gehen auch dabei zugrunde, wenn die Anker der Tauchboote in die Tiefe rasseln. Aber die Touristen wollen ihren Spass haben, insbesondere die aus den Metropolen, die die paar Tage Urlaub in vollen Zuegen geniessen wollen. Apropos geniessen: Logischerweise haben sich im Gefolge von "Prinz Tourist" auch zahlreiche "Prinzessinnen" niedergelassen, die (fast) alle Wuensche befriedigen. Bars und Clubs wachsen in manchen Strassenzuegen wie Schwammerl - kommen und gehen. Das "Geschaeft" wird (mehr oder minder "verdeckt") zu einem nicht unbetraechtlichen Anteil von Leuten "kontrolliert", die durchaus sogar den Status "Tourist" haben. Dass im Umfeld auch Drogen keine unwesentliche Rolle spielen, liegt auf der Hand ..... auch wenn man der Thematik eher mit Stillschweigen begegnet. T O U R I S M U S So, wie CEBU CITY fuer sich den Flughafen "vereinnahmt", der in LAPU LAPU CITY liegt, sind auch die Resorts und Hotels in der "Touristenmeile" - nach den Beschreibungen in Broschueren und Katalogen der Reiseveranstalter - in "CEBU", aber dennoch auf Mactan und damit in LAPU LAPU CITY, weil man (nur hier) den herrlichen weissen Sand findet, waehrend in CEBU CITY hoechstens ein paar wagemutige Einheimische aus den Squattervierteln im und um den Hafen am Mactan Channel einen "Strand" sehen. Uebrigens, der "weisse" Sand war nicht immer da ..... er wurde teils aus Bohols Nordostkueste herangefahren, macht auf Fotos aber allemal ein schoenes Bild. LAPU LAPU CITY - oder, wenn Sie wollen, "CEBU" - hat im Tourismus eigentlich (fast) nichts, was es nicht gibt: Hotels und Resorts der Spitzenklasse, die zeitweise in einen "Dornroeschenschlaf" versinken, wenn Touristen - nicht zuletzt wegen der teils exorbitanten Preise - sich anderen Regionen in den ASEAN-Mitgliedsstaaten zuwenden. Sogar ein "schwimmendes" Resort liegt im Mactan Channel vor Anker - gleich neben dem Jacht-Hafen und vor der Export-Zone. Ein "Kreuzfahrtschiff", das in seiner "Jugendzeit" in japanischen Gewaessern fuhr, liegt im Mactan Channel vor Anker und daemmert in einem "Dornroeschenschlaf" dahin - wartend auf den Kuss eines Prinzen, der ihm auf seine alten Tage wieder etwas Bewegung zwischen den Inseln seiner neuen Heimat bringt. Es hatte - "facelifted" wie eine Diva - leider nur sehr kurze Zeit etwas zu tun gehabt. Aber es gibt auch viele Resorts und Pensionen der "Peso"-Preisklasse. Geboten ist fuer jeden Geldbeutel und Geschmack (fast) alles. Und LAPU LAPU CITY hat auch ein Casino mit Hotel, das seinen "eigenen" Airport gleich vor der Haustuere hat. Sie koennen also nach der Landung ihre Reisekasse "auffuellen". " T O U R I S T E N M E I L E " Die "Touristenmeile" ist der nordoestliche Kuestenstreifen entlang des Hilutangan Channels, zwischen dem - ausserhalb Manilas einzigem - DeLuxe Hotel "Shangri La's" im Norden, und "Coral Reef" in der Mitte von Mactans Ostkueste. Man darf sich dies nicht vorstellen wie beispielsweise Hawaii oder Florida oder Kuestenbereiche am Mittelmeer oder dessen Inseln ..... Hotels und Resorts, flankiert von Restaurants, Einkaufsstrassen, Parks. Hier ist jedes Resort fuer sich, eingemauert oder eingezaeunt, wobei der "Sicherheitsaspekt" gewiss eine Rolle spielen mag. Abends oder auch tagsueber bummeln zu gehen, mal italienisch, japanisch, franzoesisch ..... oder cebuano zu essen ..... Fehlanzeige! Shops haben die Meisten Resorts und Sie finden bestimmt eine reiche Auswahl an Souvenirs oder koennen sich mit Dingen eindecken, die Sie beim Packen vergessen haben. Schau'n Sie aber nicht zu genau auf das Preisschild. Wollen Sie in die Stadt - entweder LAPU LAPU CITY oder CEBU CITY - brauchen Sie einen Transport, der Ihnen sicher weit teurer berechnet wird, als er in Wirklichkeit kostet. Oeffentliche Verkehrsmittel aus den Strandgebieten gibt es kaum und falls Sie ein (echtes) Taxi finden, will Sie der Fahrer nicht nach "Meter" (Fahrpreisanzeiger) zu Ihrem Ziel bringen. Freien Shuttle-Service - wie beispielsweise (tagsueber) das "Shangri La's" - gibt's nur vereinzelt. Tour Operators bieten in den Hotels und Resorts Ausfluege an - nach Cebu, Bohol oder auch auf die kleineren Inseln zum Picknick. Meist sind's Touren auf Standardrouten - zu einem nicht unbetraechtlichen Teil ueberteuert. Tauchschulen bringen Sie zu den Korallen und zeigen Ihnen die Unterwasserwelt. Auch bei einem laengeren Aufenthalt in einem Strand-Hotel wird Ihnen sicher nicht langweilig, wenn Sie das noetige "Kleingeld" haben. " P a u s c h a l t o u r i s t e n " , die moeglichst vieles schon im voraus gebucht (und bezahlt) haben, sind (uns) die "liebsten Gaeste". Schwieriger zu behandeln sind die " I n d i v i d u a l r e i s e n d e n " , die von einem Land mehr sehen wollen als Flughafen, Sand, Palmen, Sonne und "Nachtleben" - mit dem es hier JWD (janz weit draussen) sowieso nicht weit her ist. Dafuer bieten einige Resorts die "kulturellen" Shows. Um die zeitweise sehr erheblichen Ueberkapazitaeten anzubieten, wird - auf dem "localen" Markt mit satten Discounts und preiswerten Pauschalangeboten geworben. Leider nuetzt dies nur den Gaesten, die ohne Vorausbuchung eintreffen - die um Weihnachten / Neujahr, dem Chinesischen Neujahr und zu Ostern zu empfehlen ist. Dann, wenn beispielsweise die Europaeer "Hochsaison" haben - in deren Ferien - und Reiseveranstalter in dieser Zeit gerne ein wenig zulegen, ist bei uns "Nachsaison" und die Zeit der "Sonderangebote". Unsere Ferienzeit ist naemlich April und Mai, wenn's im Land am schoensten ist, die Blumen ihre schoenste Pracht entfalten und ueberall Fiestas gefeiert werden. Die guenstigsten Schnaeppchen koennen aber auch den potentiellen Gast nicht mehr locken, der bei Durchsicht der wenigen Kataloge, in denen die (Hochpreis-)Angebote aufgelistet sind, sich angesichts dessen letzlich doch fuer eine andere Destination entscheiden, in der das Preis- / Leistungsverhaelnis nicht in einer Schieflage anzutreffen ist oder weil sie ihr Reisebuero kraeftig "abgezockt" hat. WAS MACHT DIESE STADT (SONST NOCH) AUSSERGEWOEHNLICH ?? Es ist die fast explosionsartige - ueber dem Landesdurchschnitt von etwa zwei Prozent liegende - Bevoelkerungsvermehrung, die nicht nur die Stadtvaeter vor schwierige Aufgaben stellt: Hatte OPON zur Zeit der Stadterhebung im Jahre 1961 eine Einwohnerzahl von knapp 50,000, verdoppelte sich diese in zwei Jahrzehnten. Eine Dekade spaeter zaehlte man im Jahre 1990 bereits 150,000 Einwohner, um dann in fuenf Jahren nochmals 25,000 zuzulegen. Allein von 1995 bis 1996 wuchs die Bevoelkerung um 30,000 auf dann schon ueber 200,000. Und um die Milleniumswende hatte man die Viertelmillion. Diese Zahlen erklaeren sich aus der enormen Zuwanderung - nicht nur aus Visayas - nach dem Brueckenbau und der Flughafenerweiterung, als der wirtschaftliche Aufschwung mit Volldampf voraus loslegte und saemtliche Planungen kurzfristig ueber den Haufen warf. So hat sich LAPU LAPU CITY einerseits "weltstaedtische" Einrichtungen geschaffen, andererseits aber (um einen Begriff aus Muenchen in den Sechziger Jahren zu verwenden - das "Millionendorf") den doerflichen Charme OPON's erhalten. Man kann dies auf Schritt und Tritt beobachten. Schau'n Sie sich das an! Zu guter Letzt will ich Ihnen noch ein lohnendes Ziel fuer einen Ausflug vorstellen: "NUESTRA VIRGEN DE LA REGLA", beheimatet in der katholischen Kirche, gleich gegenueber von "Muelle Osmena" und "OPON Pier". Das ist der alte Faehrhafen aus der Zeit, als es noch keine Strassenbruecke gab, und es ist auch heute noch die Anlegestelle der "Metro Ferry", die Sie in etwa 25 Minuten vom Pier 3 in CEBU CITY herueberbringt. Frater FRANCISCO ABALLE, der erste Orspfarrer von OPON, brachte die geweihte Statue im Jahre 1736 zurueck nach Mactan, nachdem Augustiner Moenche zuvor die "HEILIGE JUNGFRAU MARIA" nach Spanien brachten und sie in einem Schrein einer kleinen Festungskapelle bei Cadiz aufbewahrten. Seit dieser Zeit wird "NUESTRA VIRGEN DE LA REGLA" von Pilgern und Glaeubigen besucht. Jaehrlich am 20. und 21. November wir ihr zu Ehren eine Fiesta gefeiert ..... kein Touristenspektakel! Tausende Verehrer der "HEILIGEN JUNGFRAU" kommen dann nach OPON und erbitten Hilfe in allen Lebenslagen oer bedanken sich fuer groessere oder kleinere "Wunder". |
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![]() Alfred Nigel Bruckner Correspondent Travel Writer - Photographer Tourist Guide A B N C - NEWS & COMMENTARIES |
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