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Philippinen - LAND UND LEUTE 1999 / 2000 CEBU CITY - Auf den Spuren der ersten Europaeer Ein Spaziergang durch "MEIN" CEBU: Von Fort San Pedro nach Santo Nino by Alfred Nigel Bruckner A B N C - NEWS & COMMENTARIES
M A B U H A Y - HERZLICH WILLKOMMEN ! Seien Sie mein Gast ! Fuer unseren Spaziergang durch "mein" Cebu treffen wir uns am besten nahe der Stelle, an der die ersten Europaeer seinerzeit an Land gegangen sind - am Eingang zum Hafen, bei Pier 1 - Legaspi Der Treffpunkt ist leicht zu finden und jeder Taxifahrer kennt ihn, wird Sie aber gleich fragen, wohin Sie fahren wollen, um Sie zur richtigen Anlegestelle des Faehrschiffs zu bringen. Also praezisieren Sie Ihr Fahrziel: Legaspi Extension - Pier 1 " WATERFRONT " -- POLICE STATION Es ist mit der anderen der zwoelf Stationen der PNP - Philippine National Police - im Carbon Market, eines der Reviere in Cebu City, denen die Arbeit "nicht ausgeht". Im Hafengelaende selbst haben meine Freunde nichts zu "suchen", denn dafuer ist eine eigene Truppe zustaendig. Aber an der Schnittstelle gibt's genug zu tun. Downtown ist nicht nur der Amtssitz des Buergermeisters und seiner Verwaltung, es ist in einigen Ecken auch eine Gegend, die vierundzwanzig Stunden am Tag "wach" ist und die innerhalb eines Tages mehrmals ihr Erscheinungsbild aendert. Sind Sie aus einem der Hotels und Resorts aus der "Touristenmeile" an Mactans Ostkueste heruebergefahren, haben Sie fuer die "metered" Taxifahrt (mit eingeschaltetem Fahrpreisanzeiger) - auch bei Beruecksichtigung mehrerer laengerer Stops vor roten Ampeln oder "normalen" Staus - hoffentlich nicht mehr als etwa 150 - 170 Pesos bezahlt. Andernfalls erzaehlen Sie dies gleich meinen Freunden in der Wachstube. Sie sind zwar auch dafuer "nicht zustaendig", denn dies waere Sache des LTO - Land Transportation Office, das seine Dienststelle neben dem Bus-Terminal nach Sueden, in der Bacalso Street, hat. Aber gegebenenfalls wird man in der "Waterfront" Police Station den Fahrer freundlich an seine Obliegenheiten erinnern. " W A T E R F R O N T " Wir sind an der sogenannten "Waterfront". Reger Fahrverkehr am Gate zu Pier 1 und den benachbarten Anlegestellen der Inselfaehren innerhalb Visayas und hinunter nach Mindanao. In der Regel wird tagsueber Fracht geloescht und wieder geladen, nachts wird gefahren. Unten Cargo, oben Passagiere - je nach Deck mehr oder weniger komfortabel. Eine der "Visionen" - und derer haben wir mehrere - ist die Neugestaltung der "Waterfront": Im Hafenbereich - nahe dem Carbon Market - soll ein Fastcraft Terminal entstehen; in einem derzeit noch arg heruntergekommen, wie eine Kriegsruine aussehenden, doch als Lagerhaus genutzten Bau, soll ein Marine-Museum eingerichtet werden. Der Quezon Boulevard wird zur Fussgaengerzone umgestaltet werden, flankiert von Hotels, Restaurants, Strassen-Cafes, Einkaufspassagen, Parkanlagen ..... und wird dann - an unserem ersten Ziel unseres Spaziergangs - mit dem historischen, alten Teil der Stadt verknuepft. Also, machen wir uns auf den Weg ! Verlockender Duft zieht in unsere Nasen. Er kommt von den Kiosken entlang des Gehsteigs an der Begrenzung der Parkanlage, die Fort San Pedro umgibt. Da bruzzelt Fisch, dort werden Haehnchenteile vorgebraten, an Holzkohlengrills werden BBQ-Sticks (kleine Fleischstueckchen auf Spiesschen) gegart, Bananen aus heissem Fett geangelt und dann in Zucker gerollt ..... Es faellt mir immer schwer, "standhaft" zu bleiben und mich an dieser "Fresszeile" vorbeizubewegen, ohne an dem einen oder anderen Stand zu einem kleinen Plausch stehen zu bleiben oder einen Happen zwischen die Zaehne zu schieben. F O R T - S A N - P E D R O Im Park gehen wir zunaechst ueber voellig zertrampeltes Gras und erreichen an der noerdlichen Ecke der Festungsmauer das Standbild seines Erbauers: MIGUEL LOPEZ DE LEGASPI Er kam mit der "zweiten" Welle der Spanier, vierundvierzig Jahre nachdem am Karfreitag des Jahres 1521 FERDINAND MAGELLAN, der portugiesische Seefahrer im Dienste der spanischen Krone, bei seiner Weltumseglung die Cebuanos mit seiner Zwischenlandung "beehrte". Legazpi selbst legte in einer feierlichen Zeremonie am 8. Mai 1565 den Grundstein zur heute aeltesten und kleinsten Bastion in den Philippines. Namenspatron war sein Flaggschiff "SAN PEDRO". Das dreieckige Fort hat einen Umfang von nur 410 Metern. Die etwa zweieinhalb Meter dicken und gut sieben Meter hohen Steinmauern werden von - heute noch stehenden - zwei zehn Meter hohen Tuermen an der Nord- und Suedecke flankiert. Zwei Seiten des Forts sind zur See und waren seinerzeit mit achzehn Kanonen bewehrt, von denen die meisten noch an Schiessscharten der Mauerkronen stehen. Heute sind zwischen Fort und der See der Hafenbereich zwischen Pier 1 und Aduana, das alte Hafenverwaltungsgebaeude mit dem Zollamt, das Hauptpostamt und die Telekommunikations-Zentrale. Die dritte Seite, heute gegenueber der Plaza, hatte eine starke, hoelzerne Palisade. Auf dieser Seite ist auch das Eingangstor zu dem fuer das Publikum taeglich zugaengliche Fort. Es bildete den Kern der spanischen Siedlung, insbesondere als die Cebuanos gar nicht mehr so erfreut ueber die "Gaeste" waren, die sie einst so herzlich empfangen und aufgenommen hatten. Es hat immerhin noch 333 Jahre gedauert, bis die Spanier nach der landesweit erfolgreichen Revolution anno 1898 Fort San Pedro an die Cebuanos uebergaben, die es sogleich wieder an die dann einrueckenden Amerikaner weiterzureichen hatten. Aus der Kaserne wurde 1937 eine Schule. Aber schon waren mit der japanischen Besatzungsarmee neue Hausherren eingezogen, die damals nicht in so friedlicher Absicht die philippinischen Inseln besuchten wie ihre etwa 100,000 ihrer Landsleute, die heute ueber Cebu nach Central Visayas kommen und statt aus Gewehren, aus Minoltas und Canon schiessen. Den Japanern war die Sache doch etwas mulmig und so gruben sie vorsichtshalber rechtzeigig Tunnels aus dem Fort, die an der See endeten. Waehend der Befreiungskaempfe erwies sich diese Massnahme als sehr zweckmaessig. Fort San Pedro diente in den letzten Kriegsmonaten als Lazarett und war dann bis 1950 Armee Camp fuer die wieder in die Philippines zurueckkehrenden Amerikaner. Endgueltig einer friedlichen Nutzung zugefuehrt wurde das Fort, als der "Cebuano Garden Club" die Anlage als neuer Mieter uebernahm und der Innenhof in einen Miniaturgarten verwandelt wurde. 1957 wurden die Schluessel an eine religioese Sekte weitergereicht. Danach war 1968 Fort San Pedro sanierungsbeduerftig. Es kam waehrend einer kurzen Uebergangszeit "Cebu City Zoo", bevor das D o T -- Department of Tourism, und P T A -- Philippine Tourism Authority das Fort uebernehmen und dort ihre Regional Direktionen fuer Central Visayas einrichteten. Beide sind mittlerweile in andere Raeumlichkeiten umgezogen und so steht Fort San Pedro heute unter der Verwaltung des N A T I O N A L - M U S E U M , das am 23. April 1964 eine historische Ausstellung eroeffnete, die taeglich - ausser Montag und Dienstag - dem Publikum zur Verfuegung steht. Gezeigt werden in mehreren Raeumen - neben zahlreichen anderen Fundgegenstaenden - Teile der spanischen Galeone "SAN DIEGO", die nahe Fortune Island, gegenueber Nasugbo in Batangas (auf Luzon, suedlich von Manila), gehoben wurden, wo das Schiff sank. Waehrend die aeussere Parkanlage nach und nach verkommt, wird die innere gepflegt und so ist Fort San Pedro ein beliebtes Ziel fuer Verliebte und Spaziergaenger, die oben auf den Mauern das Treiben ringsherum beobachten. Doch keine Sorge, nicht einmal sonntags kommt ein Gefuehl auf, das Fort koennte "ueberlaufen" sein. Machmal ist dort stundenlang kein Besucher. Eigentlich schade ..... doch geht es ihm wie anderen historischen Bauwerken in den Philippines auch. Unsere Gaeste wissen's oft nich, was und wieviel es in dem Land zu sehen gibt ..... manchmal allerdings etwas abseits der ausgelatschten touristischen Trampelpfade. Aber das waere schon wieder eine andere Geschichte. Mehr Betrieb herrscht schon in der naechsten Etappe unserer kleinen Wanderung entlang eines meiner vielen Wege durch die Stadt: P L A Z A - I N D I P E N D E N Z I A Gleich gegenueber dem Ausgang von Fort San Pedro ist eines der Tore zur Plaza, die besondersnan Sonntagen ein beliebter Treffpunkt von Bummlern und der Jugend in Cebu City ist. Aus der suedwestlichen Ecke droehnt uns aus schlecht klingenden Trompetenlautsprechern so etwas wie Musik entgegen, die ein lokaler FM-Sender ausstrahlt. Bezueglich Musik haben meine Landsleute nicht gerade einen sehr verwoehnten Geschmack ..... nicht auf den Klang kommt's an, Hauptsache laut. Und das den ganzen Tag. Abends wird das Rondell machmal als Rollschuharena genutzt. Die einmal sehr schoen gestaltet gewesene Plaza mit kleinen (heute trockenen und verfallenen) Springbrunnen, (zertrampelten) Blumenarrangements, braunen - weil kahlen Gruenflaechen, im Gesamteindruck das Musterbeispiel vernachlaessigter Pflege bietend, hat ausser einigen toten und langsam sterbenden Baeumen, abbroeckelnden Monumenten und - unerwartet - gut gepflegten Toilettenanlagen, nicht viel zu bieten, sodass wir uns ueber den suedlichen Ausgang unserem naechsten Ziel zuswenden koennen. Nachdem ich mit den landesueblichen "Schoenheitsempfinden" (in solchen Dingen) mittlerweile vertraut bin, nehme ich das Bild so wahr, wie die, die die ("oeffentlichen") Mittel zur Wartung und Pflege der Anlage zu verwalten haben ..... einfach nicht hinschauen, dann sieht man's nicht. Dennoch bin ich oefers in der Plaza, denn sie ist eine meiner ganz vortrefflichen "Nachrichtenquellen". Und - anders, als beispielsweise in manchen europaeischen Staedten mit aehnlichen Parkanlagen - es liegen hier in den Bueschen keine gebrauchten Kondome oder "entsorgtes" Fixer-Besteck. Wie schon erwaehnt, ist auch die Plaza Teil einer "Vision". Und wenn Sie dann einst - hoffentlich nicht am "Sankt-Nimmerleins-Tag" - zur Fiesta anlaesslich der Einweihung der "Waterfront" eingeladen sind, werden Sie voller Entzueckung die herrlich (neu) gestaltete Plaza bewundern duerfen. Am Ausgang steht der fruehere Praesident RAMON MAGSAYSAY und schaut von seinem Sockel in die Magallanes Street hinunter - so, als wollte nach der "Vision" Ausschau halten. Nach einem kurzen Fussweg erreichen wir die aus allen Naehten platzende C I T Y - H A L L , das Herz der Verwaltung einer Grossstadt mit an die vierhundert Tausen Waehler - einer Bevoelkerung in den achzig Barangays von um die Dreiviertel Million. An der Nordseite ist der Eingang zu einem der Bueros, in denen "Visionen" erdacht und getraeumt werden und ueber die man geren mit Besuchern spricht, besonders, wenn man in Ihnen potentielle Investors sieht. Dass manchmal mehr Schein als Sein im Vordergrund steht, ..... Diese Erfahrung haben die Stadtvaeter schon gelegentlich als dann teure Lektion erfahren duerfen. Wir sind im OFFICE OF THE CITY MAYOR Bei sehr vollen Terminkalendern, vielen Dienstreisen und wichtigen Meetings, ist es nicht immer leicht, Buergermeister oder Abgeordnete anzutreffen - ausser, wenn die woechentliche Sitzung des Stadtparlaments stattfindet, aber dann sine alle sehr "busy" auf andere Dinge konzentriert. Eine andere Gelegenheit ist die eine Woche im Februar, wenn der 24. ein lokaler Feiertag ist, und Feierlichkeiten zum Gedenken an die Stadterhebung im Jahre 1937 stattfinden. "Heads" trifft man gerne dann und dort, wo's was zu feiern gilt. In meiner Geschichte ueber die aussergewoehnliche Entwicklung der Nachbarstadt am anderen Ufer des Mactan Channels - LAPU LAPU CITY - erwaehnte ich, dass ich manchmal auf der Spur von "Funds" (Finanzmittel) bin. Eine solche habe ich aufgenommen, aber (bisher) in dem Dickicht der Buerokratie mit unzahligen Buechern in vielen Amtsstuben noch nicht den (voelligen) Einblick oder den (richtigen) "Durchblick" erzielen koennen, wenn's um die Stelle geht, die wir als naechstes Ziel erreichen. Dazu ueberqueren wir den auf der Westseite der City Hall gelegenen R I Z A L - P A R K , der nach einem der groessten Helden der 1898'-er Revolution gegen die Spanier benannt ist und der uns mit seinem Blick von seinem Podest die Richtung weist, zu M A G E L L A N 's - C R O S S Es ist das aelteste Wahrzeichen von Cebu City und wurde am 21. April 1521 errichtet, und zwar an der Stelle, an der eine Woche zuvor FRATER PEDRO VALDERAMA, nach deren Bekehrung zum Christlichen Glauben, RAJAH HUMABON und KOENIGIN JUANA und weitere vierhunder Cebuanos des Heilige Sakrament der Taufe spendete. Damals noch freies Feld, war es der Platz, an dem knapp zwei Wochen zuvor die Spanier die Ostermesse zelebrierten. Einheimische glaubten an wunderbare Kraefte, die sie in dem Holzkreuz vermuteten, und begannen bald, kleine Schnippsel herauszuschneide. Bevor eines Tages gar nichts mehr uebrig sein, hatte man den Torso in ein Holkreuz aus Tindalo-Holz gegeben, das heute zu sehen ist. Spaeter hatte man um das Kreuz herum eine Kapelle gebaut - mache nennen's auch "Kiosk". Es ist heute das offizielle Wappenbild der Stadt und stand auf einer Insel inmitten des in beide Richtungen flutenden dichten Verkehr der Magallanes Street. 1998 haben es die Cebuanos zuwege gebracht, A T F - ASEAN TOURISM FORUM - "an Land zu ziehen", nachdem sie zuvor ein Internationales Congress Center neben einem Casino mit Hotel gebaut hatten - das Hotel nennt sich uebrigens auch "Waterfront", weil man von dem leichten Hang zum Mactan Channel hinuntersehen kann und liegt in der ehemaligen suedlichen Einflugschneise des frueheren Stadtflughafens LAHUG. A T F ist einer der wichtigsten Termine fuer die Tourismus-Industrie und findet nach dem Rotationsprinzip jaehrlich in einem anderen der ASEAN Mitglieedslaender statt. Es war das erste Mal, dass ein fuer die Touristik so bedeutendes Ereignis ausserhalb von Manila stattfand. Dazu mussten sich Stadt und Provinz "in Schale" schmeissen und das D o T -- Department of Tourism hat einen ansehnlichen Millionenbetrag zur "Verschoenerung" der Umgebung von Magellan's Cross zur Verfuegung gestellt. Aber auch die Stadt liess sich nicht lumpen und so ging's auch sofort ans Werk: Man erklaerte zunaechst Magallanes zur Einbahn in suedliche Richtung und verlegte die eine Fahrbahn. Die andere wurde ueberdeckt, sodass die "Insel" eine "Landverbindung" mit dem "Collegio del Santo Nino" erhielt, durch dessen Tor der andere Zugang zur Basilika fuehrt. Ein paar Blumenkuebel wurden aufgestellt, ein bisschen (heute braunes) Gruen gepflanzt, das in ein paar Randzonen auch noch steht. Abfalltonnen sollen Papier und sonst weggeworfenen Unrat aufnehmen. Das ganze sah fuer den (unbedarften) Besucher in der Tat nach "Action" aus. Leute wie ich, die ihr Umfeld vielleicht etwas kritsicher in Augenschein nehmen, fragten sich zwar damals, wundern sich aber heute nicht mehr, bei "wem" man bauen liess ..... fuer so viel Geld so wenig zu erhalten, insbesondere, weil aus gleichem Anlass - A T F - zur "Verschoenerung" einer anderen vom Zahn der Zeit arg zernagten Parkanlage und - frueher - beliebtem Ausflugsziel am Fuente Osmena in "Uptown", ein zwar nicht ganz so hoher, aber immerhin auch die Million uebersteigender Geldbetrag aus dem Saeckel des D o T mit noch magererem Ergebnis zur Verfuegung gestellt wurde. Durch das Tor des C O L L E G I O - D E L - S A N T O - N I N O betreten wir den Hof vor der Basilika, und besuchen - im Gedraenge mit Dutzenden in gleicher Absicht - die aelteste religioese Reliquie in den Philippines, " S A N T O - N I N O " Die kleine Statue des Christuskindes wurde am 14. April 1521 von Ferdinand Magellan als Taufgeschenk an RAJAH HUMABON und KOENIGIG JUANA gegeben. Als am 27. April 1565 - dem vierundvierzigsten Jahrestag der gescheiterten Expedition Magellanes nach Mactan, in der er und der ueberwiegende Teil seiner Crew den Tod fanden - MIGUEL LOPEZ DE LEGASPI in Cebu eintraf, wurde ihm gleich nach seiner Landung eine Beschwerde vorgetragen. FRATER ANDRES DE URDANETA, der zwischenzeitlich die Christianisierung der Cebuanos weiter voranbrachte, beklagte sich ueber die "feindlich anmutende" Stimmungslage in der Bevoelkerung, die den Spaniern nicht mehr die gastfreundschaftlich bestimmte Achtung von einst entgegenzubringen schien. Legazpi machte nicht lange Federlesens, belagerte die Siedlung der Cebuanos und liess sie kurz entschlossen niederbrennen. In der Brandruine des Hauses von JUAN CAMUS fand man unter Schutt und Asche das voellig unversehrt gebliegene Taufgeschenk und vermutete eine wundersame Rettung der kleinen Statue in ihrem roten Gewand. Seither wird "SANTO NINO" als Schutzpatron Cebus verehrt und thront in einem kleinen, mit Edelsteinen und kostbarem Schmuck verzierten Glasschrein in einer Seitenkapelle der Basilika und wird taeglich von unzaehligen Glaeubigen aus nah und fern besucht. Allerdings handelt es sich bei der dem Publikum gezeigten Statue um eine Nachbildung. Das Original ist sicher im Parish Convent aufgewahrt. Noch 1565 liessen Legazpi und Frater Urdaneta an der Stelle, wo man die unversehrte Statue des "Santo Nino" fand, eine Kirche errichten. Aber schon am 1. November 1568 wurde sie durch ein Feuer zerstoert. Der Wiederaufbau war unter JUAN ALBARAN im Fahre 1620 fertiggestellt und wurde 1740 einer Restaurierung unterzogen. Waehrend der Feierlichkeiten zum vierhundertjaehrigen Jubilaeum der Christianisierung Cebus, gab man Kirche im Mai 1965 den Titel " BASILICA MINORE DEL SANTO NINO " Taeglich ist "Santo Nino" Ziel hunderter Glaeubiger, die den in mehreren Sprachen gelesenen Heiligen Messen beiwohnen. Sehr grosser Andrang ist an Freitagen und Sonntagen, insbesondere an den jeweils ersten eines Monats. Dann gehen die Bescherzahlen in die Tausende. Wer Altoetting in Bayern oder Mariazell in Oesterreich kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie es im Hof zugeht: Luftfallonverkaeufer, Fotografen, Kerzenverkaeufer ..... Wer nicht so viel Zeit hat oder wem das Beten zu "anstrengend" ist, kann dies gegen einen kleinen Obolus fuer sich "erledigen" lassen. Frauen aller Altersgruppen - ausgestattet mit offiziellen Ausweisen - uebernehmen diese Dienste, einschliesslich des Abbrennens von Kerzen. Am Osmena Boulevard vor der Basilika, der in diesem Abschnitt mehrmals umbenannt wurde und so auch als "Juana Luna" bekannt ist, sind entlang des Gehsteigs Kioske und Verkaufsstaende, in denen man alle moeglichen religioesen Gegenstaende kaufen kann - insbesondere "Santo Nino" Statuen in allen Groessen. Es gibt keine "Touristen"-Preise und feilschen ist auch deshalb nicht angebracht, weil nichts ueberteuert angeboten wird. Gegenueber dem Ausgang zu Osmena Boulevard beginnt die Verbindungsstrasse, die zur Kathedrale hinueberfuehrt. Dort ist auch der Amtssitz unseres verehrten Kardinals. Gleich an der Ecke sind Blumenverkaeufer und manchmal habe ich Glueck und kann kleine Kraenzchen mit den herrlich duftenden Sampaguita erwerben - jeder weissen, etwa wie Maigloeckchen aussehende Nationalblume der Philippines. In dem schmalen Gaesschen winden wir uns im Slalom vorbei an Obststaenden und es duftet schon wieder nach frisch zubereitetem "Essbaren" - nein, nicht aus dem Fastfood mit den Broetchen und zerhacktem Fleisch mit etwas Majo. Der Duft kommt von BBQ-Grills und ist jede eigenartige Mischung aus Strassenabgasen und Holzkohlenfeuer, und ueberdeckt vom bruzzelnden Fleisch, das laufend mit Oel bestrichen wird. Haben Sie schon mal "Green Mango" gegessen? Das sind die noch gruen aussehenden Fruechte, die in diesem Zustand saeuerlich schmecken. Sie geben einen hervorragend erfrischenden Juice ab. Vergessen Sie, was Sie ueber Mango aus Europa kennen. Nicht mal bei Dallmayer in Muenchen kriegt man diese - in ausgereiften Zustand dann gelb aussehenden - herrlich suessen Dinger, die man auf der Zunge zergehen lassen kann. Unsere Mangoes kommen meist aus dem Stadtteil Guadalupe, dort, wo die Berge westlich Cebu City's ansteigen Eine Erfrischung haben wir uns am Ene unseres kleinen Spaziergangs verdient und die holen wir uns an der Ecke, vor dem Zaun der Kathedrale: Fuer weniger als die Haelfte eines "Euro", lassen wir uns eine frische Kokosnuss aufschlagen, schluerfen den "BUKO JUICE" - das Wasser. Keine Sorge, dafuer habe ich immer einen Strohhalm in meiner Tasche. Danach loeffeln wir das weisse Fruchtfleisch von der Innenwand der Nuss. Auch den Loeffel fische ich aus meiner Hosentasche. Kommen Sie mich oefters besuchen ..... ich weiss noch ein paar mehr Flecken, die in keinem Reisefuehrer oder einem Touristen prospekt aufgelistet sind. Der Hoehepunkt in der Vererhung "Santo Nino's" ist jedoch die dritte Woche im Januar, wenn ihm zu Ehren S I N U L O G gefeiert wird - eine riesige Fiesta mit Umzuegen und Taenzen in einer froehlichen, ausgelassenen Stimmung. Klar, dass Sinulog zahlreiche Touristen anzieht. Nur hat sich vor einiger Zeit der Commerz dieses Volksfestes bemaechtigt. Alles ist jetzt "wohl organisiert", Wettbewerbe "perfektioniert", das ganze ist in eine "Show" transferiert und damit wurde der Spontanitaet ein gewaltiger Daempfer aufgesetzt. Zahlende Zuschauer duerfen die "Revue" in Arenen sehen oder von Sitzen entlang des Weges der Parade - aehnlich wie in Muenchen beim Oktoberfestumzug - ihren Beifall an die Darsteller kundtun und erwarten eine entsprechend gelungene Pervormance - wie selbstverstaendlich die Sponsoren auch, die exakt "getimed" in den Fernsehbildern praesentiert zu sein haben. |
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![]() Alfred Nigel Bruckner Correspondent Travel Writer - Photographer Tourist Guide A B N C - NEWS & COMMENTARIES |
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