Norwegentour Sommer 1998
Norwegenreise mit Auto und Zelt
vom 9. 8. – 25. 8. 1998
Im Frühjahr 1998 beschlossen Beni (meine Freundin) und ich, uns im Sommer für gut zwei Wochen in Richtung Norwegen aufzumachen. Zuerst wollten wir aber dem Wasserfestival in Stockholm und einer Verwandten von mir einen Besuch abstatten.
Also bauten wir in unsere Route einen kleinen Stockholmschlenker ein. Wir fragten uns, wie diese Reise wohl am interessantesten und dabei aber auch preiswert zu gestalten wäre. Da dann nur das Zelt bleibt, haben wir uns so entschieden. Gesagt, getan. Fähren gebucht, eingekauft und ab ging es. Beim Beladen des Autos mußten wir ziemlich zirkeln, um Lebensmittel, Getränke, Klamotten, Zelt, Schlafsäcke etc. gut verstaut zu bekommen. Aber der Citroën AX von Beni war in der Beziehung sehr gutmütig.
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SONNTAG, 9. 8. 1998 
Frühmorgens klingelte der Wecker. Die Vorfreude war groß. Um 6.00 Uhr ging die Fähre von Rostock gen Gedser. Es war ziemlich windig, aber zum Glück war auf dem Wasser davon nicht viel zu merken. Die Weiterfahrt von Gedser nach Helsingør verlief problemlos. In Helsingør konnten wir dann schon die schwedische Hafenstadt Helsingborg sehen. Dort legten wir nach einer weiteren , aber nur 20 minütigen Fährfahrt, gegen 11.00 Uhr an. Da wir an diesem Tag noch bis Höhe Stockholm wollten, hieß es Kilometer fressen, weswegen wir auf der E4 erst einmal bis Jönköping am Südende des Vätternsees fuhren. Dort kamen wir nach ein paar Pausen um 14.30 an. Wir ließen es uns ca. eine Stunde in der Sonne bei Hamburgern mit Pommes und einen kleinen Spaziergang gutgehen. Weiter ging es auf der E 4, die nach Jönköping bis Gränna am Vätternsee entlangführt. Die weitere Strecke spulten wir so ab, bis wir dann doch später als geplant gegen 21.00 Uhr in Bålsta bei meiner Verwandtschaft eintrafen. 
 
 
 
 
 
Beladung des Autos
 
 
 
Ruine am Vätternsee
 
 
 

MONTAG, 10. 8. 1998 
Nach einem ausgiebigem Frühstück sind wir nach Jakobsberg gefahren, um dort das Auto stehen zu lassen und weiter mit einer Vorortbahn nach Stockholm zu fahren. Nach 20 Minuten standen wir dann im Stockholmer Hauptbahnhof, und machten uns daran, uns ins Menschengewühl zu stürzen. Das Wasserfestival war schon beeindruckend, aber irgendwie hatten wir uns noch mehr Menschen dort vorgestellt. Bei der Gelegenheit und herrlichem Sonnenschein statteten wir dem Königlichen Schloß auch einen Besuch ab und verfolgten die alltägliche 12.00 Uhr-Wachablösung. Ein farbenprächtiges und sehr musikalisches Ereignis. Anschließend gingen wir noch durch die Gamla Stan, wo wir ein Dagens rätt (in Schweden und Norwegen um die Mittagszeit angebotenes Gericht einschließlich Brot, Butter, Salat, Softdrink und Kaffee) (49 SEK) aßen (Brokkolipaj - sone Art Brokkoliauflauf/-pastete) und landeten an einem Kai, auf dem wir eine ganze Zeit die Szenerie des Wasserfestivals beobachtend, verbrachten. Gegen 19.00 Uhr machten wir uns dann auf den Rückweg nach Bålsta. Abends gab es noch lecker frische Kartoffeln mit Heringshappen und Gräddfil. 
 

 
 
Kai in Stockholm
 
 
 
 
 
 
DIENSTAG, 11. 8. 1999 
Auch heute wieder gutes Wetter. Wir machen uns vormittags auf den Weg nach Uppsala. Diese Stadt hat mich schon bei einem Besuch 1996 betört. Von daher war es einfach ein Muß, sie nochmals zu besuchen, zumal wir auch gerade auf der Ecke waren. Am Krankenhaus parkten wir (günstige Parkplätze und dicht zum Schloß gelegen). Wir gingen die Anhöhe zum Schloß hinauf. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick auf Uppsala. Einige Fotos später gingen wir zum Dom von Uppsala herunter. Es ist der größte im nordischen Raum. Die Türme sind genauso hoch, wie das ganze Gebäude lang ist.  Gewaltig, sich in diesem Dom aufzuhalten. Er ist groß, aber man wird trotzdem nicht erschlagen. Ein wirklich beeindruckendes Gebäude. Gegenüber dem Dom befindet sich das Hauptgebäude der Universität Uppsala. Auch dort schauten wir rein. Nachdem wir uns ein Dagens rätt (49 SEK) gegönnt hatten, fuhren wir nach Ulva Kvarn, ein 8 km nördlich von Uppsala gelegene Kunstgewerbesiedlung. Dort haben sich Glasbläser, Tischler, Töpfer etc. mit ihren Werkstätten eingerichtet und bieten auch ihre Produkte zum Kauf an. Die Sonne brannte hier fast schon mörderisch. Da half nur ein schönes Lakritzeis, welches es leider in Deutschland nicht gibt. Anschließend ging es weiter nach Sigtuna, der ältesten Stadt Schwedens. So sieht sie auch teilweise wirklich aus. Es gibt dort einige ziemlich alte Häuser, die windschief stehen, ziemlich klein, aber gut in Schuß sind. Besonders beeindruckt hat mich das Rathaus, welches extrem klein ist. Und auf jeden Fall die "Tant Bruns Kaffestuga" in Sigtuna besuchen. Extrem uriges Café! Abends bei der Verwandtschaft erwartet uns wieder ein schönes Abendbrot. Wir schauen noch einmal nach dem Auto und stellen fest, daß nur noch ziemlich wenig Öl da ist. Aber mein"Groß onkel" hilft uns aus und meint, daß wir alle 1000 km mal nach dem Ölstand schauen sollen. Doch das vergessen wir im Laufe der Reise völlig, sind aber trotz allem gut gelandet. Es ist nachts schon empfindlich kalt draußen und wir bekommen langsam einen Vorgeschmack von dem, was uns erwartet. 
 
Das Schloß in Uppsala
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Das Rathaus in Sigtuna
MITTWOCH, 12. 8. 1998 
Vormittags sind wir Richtung Nordwesten auf der Straße 70 via Sala und Borlänge gefahren. Auf dem Rastplatz Leksand direkt am Österdalälven machen wir Rast und kochen uns eine Dosensuppe. Auf dem Rastplatz sind noch 2 Leute mit Riesenkanusausstattung aus Kiel. Hier zogen die Wolken schon ziemlich dunkel auf und es wurde recht frisch. Nachdem wir uns ordentlich gestärkt hatten, fuhren wir weiter nach Leksand rein und bogen dort auf eine kleine Straße nach Tällberg ab. Sie führt mal mehr, mal weniger am Siljansee entlang. Hier wird richtig bewußt, daß Schweden hier ganz anders aussieht, als ein paar hundert Kilometer südlicher. Alles wirkt ländlicher, urtümlicher. Auf vielen Grundstücken standen noch Maibäume, die vom Midsommar übrig geblieben sind, den man ja hier rund um den Siljansee besonders ausgiebig feiert. Wir haben uns den Zeltplatz in Älvdalen für die erste Übernachtung im Zelt ausgesucht. Bis dahin führte unser Weg über Mora durch dichte Wälder. Die Landschaft hat hier schon Mittelgebirgscharakter. Der Zeltplatz liegt direkt am Österdalsälven. Er ist auch ziemlich leer, so daß wir uns einen guten Platz aussuchen können. Einziger Makel ist, daß wir nach dem Zeltaufbau von Mücken nur so zerstochen sind. Komischerweise gingen sie nur auf die Knöchel. Die Stiche sind gewaltig und wir haben noch den ganzen Abend mit den Mücken zu kämpfen. Nach dem Abendessen gehen wir noch ein Stück am Fluß entlang. 
 
 
 
Am Siljansee
 
 
 
 
 
 
 
Älvdalen
DONNERSTAG, 13. 8. 1998 
Nach dem Frühstück verlassen wir den Zeltplatz auf der Straße 70 in Richtung Idre. Das Wetter hält sich, d. h. es bleibt trocken. Die Wolken hängen jedoch ziemlich tief. Dazu weht ein kalter Wind. In Idre machen wir einen kurzen Zwischenstop und füllen unsere Angelköder-Vorräte auf. Man weiß ja nie! *g* Dann geht’s weiter Richtung Femundsee. Ein kleiner Stop in dessen Nähe fällt sehr kurz aus, da es schweinekalt ist. Da wir noch kein norwegisches Geld haben, versuchen wir es in Koppang, wo wir auch noch Glück haben, kurz vor Schluß (15.00 Uhr) Geld abzuheben. Weiter geht es Richtung Ringebufjäll, welches wir auf dem Friisvegen durchfahren. Der AX hat seine ersten richtigen Steigungen zu nehmen und meistert das, obwohl vollbeladen, recht gut. Die Vegatation auf dem Fjäll besteht in 1000 m Höhe nur noch aus niedrigen Büschen, Moosen und Flechten. Auch hier steigen wir zum fotografieren aus. Die Farben sind überwältigend. Leider ist es hier auch sehr kalt (schätzungsweise 5°C), so daß wir schnell wieder ins warme Auto flüchten. Plötzlich steht eine Herde Kühe auf der Straße, die uns den Weg versperrt. Wir lassen ein hinter uns fahrendes Auto vorbei, um ihn die Kuhherde vertreiben zu lassen. In Ringebu lassen wir den Friisvegen hinter uns und treffen auf die E 6, die hier durch das Gudbrandsdal führt. In Otta suchen wir uns einen Campingplatz. Wir finden einen direkt an der Otta. Er ist zwar ziemlich laut (Stromschnellen), dafür aber sehr schön gelegen. 
 
 

 

Friisvegen auf dem 
Ringebufjell
 
 
 
 
 
Campingplatz an der Otta
FREITAG, 14. 8. 1998 
Das Wetter ist trocken, aber die Temperaturen sind nicht mehr so "winterlich". Nach dem obligatorischen Frühstück geht es weiter auf der Straße 15 Richtung Lom. Auf dem Weg dorthin durchqueren wir Garmo, den Geburtstort von Knut Hamsun. Hier will ich einige Fotos machen. Nach einigem Suchen finden wir dann auch eine Gedenksäule an den Schriftsteller. Doch welches nun genau sein Geburtshaus ist, konnten wir leider nicht erkennen. Die Ausschilderung im Ort ist doch ziemlich widersprüchlich. Naja, weiter geht’s nach Lom, das wir ohne Besichtigung hinter uns lassen. Beeindruckend der Berg auf der Ostseite der Otta. Weiter entlang des Flusses kommen wir nach Dønfoss. Hier machen wir eine Rast am Fluß, der hier in einigen Kaskaden über die Felsen schießt. Ab Dønfoss geht es stetig bergauf. Auch hier können wir wieder schön beobachten, wie die Vegetation mit jedem Höhenmeter immer spärlicher wird. In Grotli ist dann wirklich nur noch Pampa. Aber was für eine. Beeindruckend diese Bergwelt. Hier fühlt man sich mächtig klein und fast verloren, wäre hier nicht noch die Straße und ein paar Häuser. Ein wahnsinniges Gefühl. Wir fahren weiter, bis zum Abzweig nach Geiranger. Das Wetter hält sich immer noch. Leider ist der Himmel aber bedeckt. Vorbei am Djupvatnet (hier stehen angebundene Rentiere - wohl als Touristenattraktion gedacht), aus dem die Otta entspringt, die wir nun eine ganze Zeit begleitet hatten, kommen wir zur Djypvasshytta. Von hier führt eine Stichstraße zum Dalsnibba (1476 m). Wir bezahlen die 40 NOK, schlucken ein wenig ob des Preises, aber machen uns dann an die Weiterfahrt. Kaum um die erste Kurve gekommen, kommen uns schon Zweifel, ob das so eine gute Idee war, hier herauf zu wollen. Vor uns liegt eine Schotterpiste ohne Absperrungen, Leitplanken oder so. Naja, hoch da. Uns kommen ständig auch Autos von oben entgegen, selbst Reisebusse fahren hier hoch und teilweise wird es etwas eng. Im Großen und Ganzen jedoch kommen wir unbeschadet oben an. Die Aussicht, die sich hier oben vor uns ausbreitet, entschädigt für alles. Es ist ein genialer Anblick des Geirangerfjordes und der Berge ringsherum. Einfach unvergesslich! Wir halten uns noch ein wenig auf und fotografieren, während sich Beni schon Gedanken macht, wie sie da wieder herunterkommen soll. Auch das meistert sie. Aber wir sind beide froh, wieder heil unten angekommen zu sein. Ja, sowas ist ein Flachländer einfach nicht gewohnt. In einem Anfall von Orientierungslosigkeit fahren wir die Straße etwa bis halb runter zum Geirangerfjord. Da wir dort aber früher oder später nur per Fähre weiter in Richtung Norden kommen, und wir das eigentlich nicht vorhaben, geht’s die Serpentinen wieder hoch. Auf der Straße 15 fahren wir weiter Richtung Stryn. Die Bergwelt ist imposant. In Oppstryn machen wir Rast am Jostedalsbreen Nasjonalparksenter. Schön gelegen am Strynvatnet  kann man sich über Europas größten Festlandsgletscher informieren. Beni kauft sich hier nur neue Filme, weil sie sich beim Fotografieren schon etwas verausgabt hat. Später beginnt es zu regnen und wir fahren Richtung Stryn. Wir machen kurz halt in der Stadt und bummeln ein wenig durch die Geschäfte. Leider ist hier kein schöner Campingplatz zu haben. Einer direkt in der Stadt gelegen, auf den wir großzügig verzichten. Wir fahren weiter bis Loen und von dort eine kleine Straße ans Lovatnet. Hier sieht die Sache schon anders aus. Das Wasser des Lovattnet ist unnatürlich grün, was einen großen Reiz hat und man sich am liebsten die Augen wischen möchte, weil man glaubt zu träumen. Auf einem Campingplatz direkt am Wasser (Sande-Camping) schlagen wir unser Lager auf. Es ist der beste Campingplatz (Lage), den wir auf unserer Reise haben werden. Unser Zelt steht echt 2 m vom Wasser entfernt mit einem direkten Blick auf den Kjendalsbreen. Es ist phantastisch, auch, wenn die Wolken sehr tief hängen und es allgemein diesig ist. Anfangs können wir noch draußen Abendbrot essen, werden dann aber von einsetzendem Regen vertrieben. Neben uns schlägt ein Ehepaar aus Frankreich sein Zelt auf. Ich habe Befürchtungen, daß sie damit wegwehen werden, zumal sich das Zelt auf dem mit Steinen durchsetzten Boden schwer fixieren läßt. 
 
 
Gegend um Grotli
 
 
 
 
Djypvatnet
 
 
 
 
Blick vom Dalsnibba
auf den Geirangerfjord
 
 
 
Jostedalsbreen Nasjonalpark-
center in Oppstryn
 
 
 
 
 
Blick aus dem Zelt 
(Sande-Camping)
SONNABEND, 15. 8. 1998 
Die Franzosen sind schon weg, bevor wir aufstehen. Kein Wunder. Es war nachts auch sehr windig und hat geregnet ohne Ende. Wir frühstücken im Zelt, was meine Stimmung echt in die “Höhe“ treibt. Ich beginne langsam aber sicher einen Zeltkoller zu bekommen. Beni muß mich erst mal auf den Boden der Tatsachen zurückbringen. Zum Glück läßt der Regen dann nach, und es tut sich ein Sonnenloch über den Bergen auf. Wer hätte das gedacht, daß wir die Sonne in Norwegen überhaupt noch einmal zu sehen bekommen würden. Wir packen schnell zusammen, denn wer weiß, wie lange das Wetter so bleibt. Wir fahren via Olden im Oldendal Richtung Briksdalsbreen. Das Tal ist ca. 20 km lang und landschaftlich sehr schön gelegen. Auf dem Parkplatz am Aufstieg zum Briksdalsbreen ist es ziemlich voll. Es wimmelt nur so von Reisegruppen. Davon unbeirrt machen wir uns auf den Weg. Der Weg ist hübsch, vorbei an kleinen Birken, stetig bergauf. Der Gletscher an sich ist erst recht spät zu sehen. Vor allem Japaner lassen sich mit der Pferdekutsche dort hochfahren. Aber bis zur Gletscherstirn müssen auch sie dann durch ein kleines Wäldchen. Und dann stehen wir vor ihm. Eine Masse aus Eis, Fels und Schnee. Die Farben wirken auch hier fast unnatürlich. Das Blau des Eises geht ins Auge. Wir fotografieren, auch um die Sonne zu dokumentieren. Nach dem Abstieg fahren wir zum Bøyabreen, welcher touristisch nicht so erschlossen ist, was ja auch seine Vorteile hat. Trotz allem gibt es hier eine Cafeteria, von der aus man auch noch bei ungünstigen Witterungsbedingungen den Gletscher beobachten kann. Dieser Gletscher hat einen Gletschersee, was natürlich äußerst malerisch wirkt. Auf einmal hören wir ein fast ohenbetäubendes Knallen. Ein Stück vom Gletscher hat sich abgelöst und fällt in die Tiefe. Ein äußerst beeindruckendes Naturschauspiel. Dem Supphellebreen statten wir auch noch einen Besuch ab. Dieser ist aber weniger spektakulär. Trotzdem sind auch hier einige Touristen anzutreffen. Dem Gletschermuseum in Fjærland statten wir keinen Besuch mehr ab. Beni hat keine Lust und ich kenne es schon von einem Besuch 1995. Es ist aber sehr sehenswert!! Auf der Fahrt Richtung Skei beginnt es stark zu regnen. Wir wollen trotzdem zelten und fahren am Jölstravattnet Richtung Førde. Da wir hier keinen Nerv mehr für eine großartige Suche nach einen Zeltplatz haben, nehmen wir den erstbesten und wohl auch teuersten. Wir sind mit einer 3köpfigen ungarischen Gruppe die einzigen, die hier ihr Zelt aufschlagen. Kein Wunder bei dem Regen. Beni spannt über das eigentliche Zeit noch ein zweites darüber. In der gut ausgestatteten Küche des Platzes gibt’s denn abends auch ein fast gemeinschaftliches Kochen. 
 
Briksdalsbreen
 
 
 
 
Gletscherstirn des
Briksdalsbreen
 
 
 
Bøyabreen
SONNTAG, 16. 8. 1998 
Es ist Sonntag, es regnet, die Stimmung ist gedrückt. Was an einem solchen Tag anfangen? Erst einmal gehen wir in die Küche und bereiten uns ein Frühstück. Einen kurzen Moment, in dem es nicht wie aus Eimern schüttet, rennen wir aus der Küche und bauen in Rekordzeit (knapp 3 Minuten) das Zelt und Überzelt ab und verpacken alles. Nach dem Frühstück machen wir uns auf Richtung Sognefjord. Irgendwo am Weg soll es einen 90 m hohen Wasserfall geben. Leider finden wir ihn nicht. Sehen aber auch keine Wegweiser dorthin. Es regnet inzwischen nicht mehr so stark, aber die Luft ist sehr feucht und neblig. Wir fahren über das Gaularfjell, welches selbst bei Regen und Dunst schon wundervoll ist. Wie mag das alles hier nur bei Sonnenschein aussehen? Das fragen wir uns hier nicht das erste und auch nicht das letzte Mal auf dieser Reise. Die Serpentinen vom Gaularfjell runter sind auch wieder ein schönes Fotomotiv. Wir fahren bis Dragsvik am Sognefjord und von einen Moment auf den nächsten kommt die Sonne raus. Wir gehen zum Fähranleger und versuchen dort unser Anglerglück. Bei der Gelegenheit breiten wir auch gleich unsere Zelte zum Trocknen aus. Nach 3 Stunden Angelei sieht das Ergebnis äußerst mager aus. Insgesamt haben wir 2 kleine Schellfische und 1 kleinen Köhler. Auf dem Campingplatz Veganeset direkt an der Straße zur Fähre (trotzdem recht ruhig gelegen) schlagen wir unser Zelt auf. Viele Dauercamper sorgen auf dem Platz für peinliche Sauberkeit. Irgendwie fühlt man sich schon fast gezwungen, genauso pingelich zu sein. Abends sind wir nochmals angeln gewesen. Diesmal gänzlich ohne Erfolg. Dafür haben wir Schweinswale gesehen, die ich zunächst in meiner ersten Euphorie für Delphine hielt *andenkopffass*. 
Serpentinenabfahrt
vom Gaularfjell
MONTAG, 17. 8. 1998 
Am nächsten Morgen fahren wir nach dem Frühstück nach Balestrand, wo kaum angekommen, es zu regnen beginnt. Frust baut sich langsam auf. Wir gehen durch den Ort und beratschlagen dann, was wir ob des Wetters für eine Route einschlagen sollen. Der Wetterbericht zeigt für das Gebiet um Oslo besseres Wetter an. Sollen wir dorthin weiterfahren, aber dann wäre der Besuch beim Preikestolen gestorben. Nach langem Hin und Her beschließen wir, das Risiko schlechten Wetters auch am Preikestolen einzugehen. Wir flüchten an diesem Tag regelrecht vor dem Regen. Von Dragsvik setzen wir nach Vangsnes über, von wo wir über das Vikafjell auf der Straße 13 nach Voss fahren. Auf dem Fjell regnet es wieder wie aus Eimern. Mitten in der Gegend steht dort oben ein Souvenir- und ein Rentierfellhändler. Wir steigen kurz aus und sind von dem kurzen Stück quer über die Straße schon ziemlich nass. Wie schön wäre es hier oben bei gutem Wetter zu zelten. In Voss dann rasten wir, gehen ein bißchen in der Stadt bummeln und in einem Schnellimbiß eine Kleinigkeit essen. Zuerst wollen wir uns in der Umgebung einen Campingplatz suchen, fahren dann aber doch weiter Richtung Süden. In Bruravik setzen wir mit der Fähre nach Brimnes über. Weiter geht’s via Kinsarvik immer am Sörfjord entlang. Dort versuchen wir auch noch eine Weile zu angeln. Leider gehen mir dabei nur etliche Meter Schnur sowie ein Pilker verloren. In Odda angekommen machen wir uns Gedanken über unsere Übenachtung. Es sieht etwas mau aus. Allzuweit wollen wir auch nicht mehr fahren. Viele Plätze sind schon geschlossen. Als wir einem Wegweiser einer Privathüttenvermietung folgen, müssen wir feststellen, daß die Familie 500 NOK dafür pro Nacht haben will. Eine ausländische Familie, die vor uns danach fragt, lehnt auch dankend ab. Weiter geht es also. Es dämmert schon und wir müssen noch weiter bis Røldal fahren, wo wir dann im Dunkeln bei der Røldal Skyss-Stasjon ankommen. Für ein weiteres Zeltaufbauen haben wir heute keine Nerven, zudem weht ein richtig ausgewachsener Herbststurm. So beziehen wir einen Wohnwagen für 200 NOK die Nacht. Wir sind sehr glücklich, eine feste Bude um uns rum zu haben. Wir lassen es uns gut gehen und tischen ordentlich auf. Auch die Flasche Rum wird geköpft. In der Nacht habe ich ein paar Mal das Gefühl, als würde der ganze Wohnwagen umkippen, so stürmt es. In dem Moment bin ich doppelt froh, daß wir nicht im Zelt übernachten müssen. 
Sörfjord
DIENSTAG, 18. 8. 1998 
An diesem Morgen dauert es ungewöhnlich lange, bis wir in die Gänge kommen. Wahrscheinlich wollen wir diese warme Behausung gar nicht mehr los lassen. Aber der Preikestolen ruft und so machen wir uns nach einem ausgiebigem Frühstück auf der Straße 13 weiter Richtung Lysebotn auf. Das Wetter ist ganz gut. Ab und zu jagen ein paar Schauer über das Land. Die Landschaft ist hier wirklich bezaubernd. Aber ich denke, idealerweise befährt man diese Staße in Süd-Nord-Richtung. So gibt es immer weitere landschaftliche Steigerungen. In Jörpeland machen wir kurz Halt, und füllen unsere Lebensmittelvorräte ein wenig auf und Beni holt noch Geld. Weiter geht es nach Oanes. Dort gehen wir ins Fjordzentrum. Der Ausblick in Richtung Lysebotn ist phantastisch. Den Reiz macht auch gerade die neugebaute Brücke von Oanes nach Forsand aus. Nun machen wir uns auf zum Campingplatz Preikestolen, der schon recht gut besucht ist. Dunkle Wolken hängen über den Bergen. Das sieht für die morgen geplante Wanderung nicht so rosig aus. Aber abwarten. Wir finden einen schönen Platz und richten uns ein. Leider passiert Beni noch ein Mißgeschick. Sie setzt mit dem Auto rückwärts, um es umzustellen und zerfährt dabei den Wassertank. Das ist ärgerlich, weil man Wasser unterwegs immer gut gebrauchen kann. Nun muß es so gehen. Abends gehen wir noch eine ganze Weile spazieren (mit Gummistiefeln). 
 
 
Lovravatnet
 
 
 
 
Am Fjordzentrum in
Oanes (Lysebotn)
MITTWOCH, 19. 8. 1998 
Als ich gegen 6.30 Uhr aufwache, herrscht ein Bombenwetter. Ich stehe auf und wecke Beni, damit wir schnell zum Preikestolen kommen. Schließlich muß man das Wetter ja nutzen. Beim Frühstück mahne ich zur Eile, da es sich schon wieder bezieht. Wir fahren dann die wenigen Kilometer bis zum Parkplatz Preikestolen und stellen dort für 40 NOK das Auto ab. Um 8.30 beginnen wir mit dem Aufstieg. Die ersten 100 m rauben uns im wahrsten Sinne des Wortes schon den Atem. Aber der erste steile Aufstieg geht dann ziemlich schnell in gut begehbare Baum-/Felslandschaft über. Mit uns sind nur sehr wenige Leute unterwegs, was sehr angenehm ist. Ziemlich schnell merken wir, daß wir viel zu warm angezogen sind. Wir schwitzen schon am Anfang des Weges. Weiter geht es über eine Moorlandschaft, bis wir vor einer ca. 100 m hohen Geröllwand stehen. Spätestens hier ziehen wir ein paar Klamotten aus. Die Luft ist sehr feucht und wir kommen schweißgebadet am Ende des Geröllfeldes an. Wir folgen dem roten "T" und wandern jetzt auf einem mit kleinen Seen durchsetzten Plateau entlang, dem sich ein langer flach geschliffener Felsrücken anschließt. Auf dem Höhepunkt des Felsrückens angekommen, können wir den Lysefjord nur erahnen. Es herrscht dickste Waschküche. Dies hat allerdings auch den Vorteil, daß wir den z. T. dicht am Abgrund entlangführenden Weg sehr sicher gehen, weil wir ja eben den Abgrund vor lauter Nebel nicht sehen. Dann sind wir endlich da. 10.00 Uhr erreichen wir die quadratische Felsplattform, die sich 600 m über dem Lysefjord erhebt. Es ist noch relativ leer hier oben. Ziemlich erschöpft und erhitzt entledigen wir uns unserer Oberbekleidung und sitzen nur im T-Shirt da. Es ist ziemlich kalt, und die Gefahr einer Erkältung ist sehr groß. Aber ist egal. Es ist ja soooo warm. Leider können wir von dieser überall beschriebenen Mörderaussicht gar nichts sehen. Trotzdem hat der Ort gerade bei Nebel was. Wir legen uns an die Kante und blicken 600 m in die Tiefe. Es ist schon gewaltig zu sehen, daß die unten entlang fahrenden Boote nur noch so groß wie Spielzeug sind. Mit der Zeit füllt sich die Plattform gewaltig. Und nach 1 Stunde brechen wir zum Rückmarsch auf. Ein wenig lichtet sich der Nebel nun doch. Aber die Aussicht kann man trotzdem nur erahnen. Auf dem Abstieg kommen uns regelrecht Heerscharen von Menschen entgegen. Mit Kind und Kegel. Alt und jung. Spaßenshalber gucken wir mal auf die Schuhe der Leute. Und fast jeder 2. hat wirklich unpassendes Schuhwerk an. Es gibt gar welche, die mit Pumps dort hochwollen. Da kann man nur den Kopf schütteln. Der Abstieg ist auch sehr schön, aber besonders am Geröllfeld spürt man seine Beine. Glücklich wieder am Campingplatz angekommen, duschen wir hier erst einmal und essen im Campingplatz-Restaurant. Nachmittags fahren wir noch zur Insel Idse und versuchen dort im Idsesundet zu angeln. Auch hier mal wieder vergeblich. Aber Spaß macht es doch, zumal es ziemlich warm und sonnig ist. 
 
 
 
Am Anfang
des Aufstiegs zum 
Preikestolen
 
 
Geröllfeld
 
 
Die "Predigerkanzel"
im Nebel
 
 
 
DONNERSTAG, 20. 8. 1998 
Der Tag beginnt mal wieder mit Regen. Heute wollen wir weiterfahren und uns Stavanger ansehen. Wir fahren bis Tau und lassen dort das Auto stehen. Dann fahren wir mit der Fähre nach Stavanger rüber. Es regnet, regnet, regnet. Und nicht gerade wenig, als wir die Fähre verlassen. Trotz Regenbekleidung macht es überhaupt keinen Spaß. Wir haben nämlich die Gummistiefel nicht an, und von daher ziemlich schnell nasse Füße. Nachdem sich der Regen in Stavanger etwas beruhigt, machen wir in der Altstadt noch einige Fotos von den herrlichen Holzhäusern. Aber nach 1 Stunde zog es uns wieder nach Tau, von wo aus wir dann auf der Straße 45 durch das herrliche Örstebödalen und Humedalen Richtung Valle fahren. Hier sehe ich auch zum ersten Mal Ziegen, die ich schon die ganze Zeit vermißt habe. Wir füttern sie mit schwedischen Keksen. Weiter geht es nach Valle, welches an der Straße 9 im Setesdal liegt. Oberhalb der Straße finden wir das Tveiten-Camp, ein kleiner aber sehr gepflegter Campingplatz. Dort nehmen wir uns eine Hütte. Vom Zelten bei dem Wetter haben wir die Nase gestrichen voll. Auf diesem Platz treffen wir noch ein Pärchen aus Osnabrück, das mit Fahrrädern unterwegs ist. Sie haben unser volles Mitleid ob des Wetters. Wir kochen uns noch was in der Hütte und genießen das feste Dach über dem Kopf. 
 
 
Stavanger
 
 
Ohne Kommentar
 
 
Endlich Ziegen!
FREITAG, 21. 8. 1998 
Morgens mal kein Regen. Wir fahren weiter auf der Straße 134 stramm in Richtung Oslo. Wir durchqueren Notodden, wo das Wetter immer besser wird. Wir fahren, fahren, fahren. Machen kurz Mittagsrast an einem Fluß und kommen dann via Kongsberg nach Drammen, wo wir voll im Wochenend-/Feierabendstau steckenbleiben. Wir wollen weiter nach Drøbak. Nachdem wir Drammen hinter uns gelassen haben, finden wir nach einiger Irrfahrt endlich den Fähranleger. Hier steht eine Mega-Schlange. Aber das Warten hält sich in Grenzen. Wir überqueren den Drøbaksund. Hier in der Nähe wurde im April 1940 das deutsche Kriegsschiff "Blücher" von den Norwegern versenkt. Das Wrack liegt noch heute in 80 m Tiefe im Fjord und wird durch austretendes Öl langsam zur Zeitbombe für die Umwelt. Über dem Sund baut sich schon wieder eine gewaltige Wolkenfront auf, die sich dann in Drøbak in einem mächtigen Hagelschauer entlädt. Wir suchen Zuflucht in einem Supermarkt, in dem wir noch ein paar Kleinigkeiten kaufen. Ich muß mir ja noch unbedingt den braunen, karamelisierten Ziegenkäse und Ziegenmilch kaufen. Ich kann Beni überreden, auch Ziegenmilch zu kaufen. Dann geht es wieder auf Übernachtungssuche. In Vestby - nahe der E 6 werden wir fündig. Die Hütte ist ziemlich runtergekommen und ohne Heizung, was besonders Beni in dieser Nacht zu spüren bekommt. Die sanitären Anlagen sind auch nicht so berauschend aber in Ordnung. Beim Abendessen probiert Beni die Ziegenmilch und ist sofort davon geheilt. Hätte ja sein können, daß sie ihr so gut schmeckt wie mir. Wir sitzen abends noch in der Hütte und gehen dann früh schlafen. 
 
 
 
Drøbak
 
 
Irgendein Zeltplatz
SONNABEND, 22. 8. 1998 
Vormittags Fahrt auf der E 6 nach Fredrikstad. Ich wollte nur noch Richtung Schweden in der Hoffnung auf etwas beständigeres Wetter. In Fredrikstad machten wir halt, gingen in der Stadt spazieren und kauften ein wenig ein. Die Fußgängerzone ist sehr hübsch, ansonsten ist der neuere Teil der Stadt nicht so sehenswert. Darum fuhren wir in die Altstadt, die dafür um so prächtiger ist. Alte Stein- und Holzhäuser, vor denen Rosenbüsche wachsen. An diesem Sonnabend war in der Altstadt viel los, weil ein großer Flohmarkt stattfand. Das eine oder andere Schnäppchen konnten wir noch machen, bevor, wie sollte es auch anders sein, der Regen wieder mal zuschlug. Zum Glück hielt er nicht lange an und wir machten uns auf den Weg nach Svinesund. Hier überspannt eine 60 m hohe Brücke einen Fjord, der Norwegen von Schweden trennt. An diesem Grenzübergang ist immer ziemlich viel los, weil eine Raststätte lockt. Außerdem befinden sich noch einige Läden dort, in denen es billige Jeans und Sweatshirts gibt. Aber allein die Brücke ist Anziehungspunkt genug. Nachdem wir die Grenze passiert hatten, fuhren wir nach Grebbestad. Ein kleines Fischerdorf an der schwedischen Schärenküste. Das Wetter besserte sich wieder. Wir genoßen die Sonne und gingen auch hier noch ein wenig durch die Läden. Die Suche nach einem geeigneten Campingplatz sollten uns an diesem Abend noch schwer fallen. Die meisten Plätze waren regelrecht mit Dauercampern vollgestopft und von daher auch ziemlich häßlich. Teilweise war überhaupt kein Platz für durchreisende Zelter eingeplant. Auf einem Platz kommen wir noch mit einem Mann ins Gespräch. Wie sich nach kurzer Zeit rausstellt, ist er auch Rostocker. Ist aber schon vor Jahren nach Schweden ausgewandert. Ja, so klein ist die Welt. Ich sollte noch irgendjemanden mit ihm verwandten Grüße übermitteln -  leider vergessen wir über das Gespräch die Adresse. So zogen wir weiter, bis wir zum Solvik Camping kurz vor Kungshamn kamen. Es ist ein sehr schöner 4-Sterne-Campingplatz. Wir schlagen unser Zelt direkt am Wasser auf und bereiten uns erst einmal ein Abendbrot. Anschließend gehen wir noch in den Schären spazieren. Dies ist ein sehr beeindruckendes Erlebnis, zumal die Sonne verspricht, auf schönste Weise  unterzugehen. Ich laufe zurück zum Auto, um den Fotoapparat zu holen, schaffe es aber nicht mehr rechtzeitig. So muß ich mich mit ein bißchen Abendrot am Himmel zufriedengeben. Später sitzen wir noch am Zelt und werden mal wieder von Mücken zerfressen. Ich habe zum Glück meinen Moskitonetz-Hut dabei. Wir rauchen sogar schon Zigarren, um die Viecher auf Distanz zu halten. 
 
 
 
Altstadt von 
Fredrikstad
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Schärenküste in Bohuslän
SONNTAG, 23. 8. 1998 
Unser Frühstück bereiten wir uns in der Campingplatzküche, weil der Himmel sich schon wieder bezieht. Die sanitären Anlagen des Campingplatzes sind vom feinsten. Sehr gepflegt und gut ausgestattet. Und weiter geht es an diesem Tag nach Bohus. Beni möchte sich die gleichnamige Festung dort ansehen. Na gut, fahren wir dort also hin. Ich bin heute überhaupt nicht gut drauf und trabe so mit. Nachdem wir das alte Gemäuer für 15 SEK pro Person besichtigt haben, fahren wir Richtung Marstrand. Das ist eine Schäreninsel ohne Autoverkehr. Die Schärenlandschaft ist einfach wunderbar hier. Wir stellen das Auto ab und fahren mit der Fähre nach Marstrand. An einem Imbiß essen wir erst einmal was. Dann geht´s hoch zur Festung, die früher mal ein Gefängnis war. Überall sind Leute, die hier den Sonntag bei herrlichem Wetter und einem Picknick verbringen wollen. Der Ausblick von der Festung über die Schären ist wunderschön. Das Wasser ist tiefblau und es ist recht windig. Wie sitzen ein Weilchen dort oben und sehen auf das Meer. Nach einiger Zeit geht es weiter gen Göteborg. Wir umfahren es soweit es geht und halten mal wieder Ausschau nach einem Zeltplatz. Da wir Ähnliches wie gestern erwarten (Dauercamper) orientieren wir uns mehr ins Landesinnere. Da fällt mir ein, daß ich 1993 schon einmal auf einem kleinen, sehr preiswerten Platz in der Nähe von Kungsbacka war. Als wir dort ankommen, ist niemand  anzutreffen. Ich klingele an dem Haus, als ein Mann öffnet und er den Besitzer anruft, damit er uns abfertigen kann. Inzwischen schauen wir uns die verfügbaren Hütten an. Wir nehmen die kleinste und billigste (25 DM). Es ist die gleiche Hütte, in der ich schon einmal übernachtet habe. Sie hat sogar einen Kühlschrank und 2 Kochplatten. Für das Geld der reinste Luxus. Wir legen das Zelt noch einmal zum Trocknen aus. Abendbrot essen wir draußen. Die Sonne scheint und wir machen noch einige Sonnenuntergangsfotos. 
 
 
 
Blick von der Insel
Marstrand
 
 
 
Campinghütte
MONTAG, 24. 8. 1998 
Nach einem Frühstück im Freien fahren wir via Åsa und Frillesås auf einer kleinen Küstenstraße nach Varberg. Hier sehen wir uns die Festung an und wollen dort auch eigentlich was essen. Doch leider hat das Restaurant schon saisonbedingt geschlossen. Also gehen wir in die Stadt, wo wir ein Dagens rätt essen. Es gibt Dorsch. Ziemlich lecker und eine schöne Abwechslung zum Dosenfutter und Fast food. Nachdem wir uns noch ein bißchen ausgeruht haben, fahren wir auf der Straße 153 nach Ullared ins Ge-Kås. Das ist ein riesengroßes Factory Outlet Center, in dem das Käuferherz höher schlägt. Der Parkplatz ist wie immer völlig überfüllt. Aber der ganze Aufwand lohnt sich. Wir können einige Schnäppchen erstehen. Hier gibt es von der Angel bis zur Zahnpasta wirklich alles. 2 Stunden und um etliche, gefüllte Tüten reicher, versuchen wir das nun auch noch alles im Auto zu verstauen. Es klappt ganz gut und wir fahren nach Varberg zurück. Wir wollen auf dem Campingplatz Getterön übernachten. Die Hütten sind uns zu teuer, also nehmen wir ein 2-Bett-Zimmer. Es ist ungefähr 6 qm groß und mit einem Doppelstockbett versehen. Es ist ziemlich stickig hier. Alles Lüften nützt wenig. Besonders witzig finde ich, daß auf diesem Zeltplatz alle Gebäude von Abwäsche bis Sauna mit Musik bedudelt werden. Auf der Terrasse essen wir Abendbrot und kämpfen einen weiteren Abend mit den Mücken. An Schlaf ist diese Nacht nicht zu denken, da es abartig heiß und stickig ist, außerdem juckt mir aus undurchsichtigen Gründen der ganze Körper. Und das trotz vorheriger Dusche. Ich kann auch keinen Ausschlag oder ähnliches an mir entdecken. Es ist mir bis heute ein Rätsel. 
An der Straße nach 
Ullared
DIENSTAG, 25. 8. 1998 
An diesem Morgen geht es weiter Richtung Süden.  Wir machen Stop in Halmstad. Diese Stadt übt immer wieder eine großen Reiz auf mich aus. Von daher ist ein Besuch hier ein Muß. Hier essen wir bei einem Chinesen ein Tagesgericht. Ziemlich lecker. Wir sind von der letzten Nacht ziemlich erschöpft, so daß wir nur ein bißchen durch die Geschäfte laufen und uns dann auf einer Bank am Stora Torget niederlassen, um ein bißchen abzunicken. Heute beginnen wir schon recht früh mit der Suche nach einem geeigneten Campingplatz. Leider gestaltet sich dieses auch wieder recht schwierig, weil teilweise horrende Preise für Hütten verlangt werden. Auf einem Campingplatz wurden wir scheinbar doch bald fündig.  Wir haben die Hütte erst einmal in Beschlag genommen, da auf dem Campingplatz kein Verwalter o. ä. war. Beni schlug sich in die Büsche und wollte ein paar Pilze sammeln. Ich sah mir in der Zeit die Hütte etwas genauer an und stellte fest, daß die Heizung nicht funktionierte und der Tisch kaputt war. Außerdem war sie ziemlich klein. Also fuhren wir weiter. Die Krönung war noch ein Kloster, in dem völlig überzogene Preise für wirklich sterile, unangenehme Zimmer verlangt werden. Schließlich landeten wir, ich weiß nicht wo, irgendwo in Skåne in der Pampa. Ich war viel zu entnervt mir den Namen zu merken. Die Hütte ist o.k. Die Stimmung bei uns auf dem Tiefpunkt. Abends kochen wir uns was und gehen dann früh schlafen. 
MITTWOCH, 26. 8. 1998 
Wir stehen ziemlich früh auf und begeben uns direkt nach Helsingborg. Die Überfahrt mit der Fähre nach Helsingør funktioniert problemlos. An der Autobahn in Dänemark machen wir noch einmal Mittagsrast. Um 14.30 Uhr fahren wir von Gedser gen Rostock. Auf der Fähre findet noch so eine Art Belustigung einer Kaffeefahrt statt, mit Tanz und so. Die alten Leute finden das scheinbar ziemlich gut und lassen es sich bei Kaffee und Kuchen gut gehen. 2 Stunden später sind wir dann wieder in Rostock. 
 
 
 Gefahrene Kilometer: 4555
© 1999 - 2002 Susanne Karnstedt