Kleiner
Rundgang durch Oettingen
(Das Manuskript wurde im Nachlass meiner Großmutter aufgefunden, Herkunft
und Erstelldatum unbekannt)
Ein Gang durch das tausendjährige Heimatstädtchen
Oettingen

Oettingen Aufnahme ca. 1926 (Blick von Straße nach Wemding auf Oettingen)
Mitte evang. St. Jakobskirche, vorne links Wörnitzbrücke und St. Leonhardskapelle

Wappen von Oettingen
Von Herrn Oberlehrer Schaller
Wir betreten das Weichbild der Stadt von der Bahnhofstraße her. Die ersten Häuser, an denen wir vorübergehen, sind alle erst in neuester Zeit entstanden. Vor dem Jahr 1870 stand hier kein einziges Haus. Das älteste Anwesen ist hier die Schreitmiller'sche Ziegelei, die anfangs der 70er Jahre hier erbaut wurde. Das Gaswerk, das 1906 von der Firma Frank in Bremen errichtet wurde, kostete 147 000 Mark. Die Fabrikanlage des Herrn Stiegleiter wurde erst in neuester Zeit, nach dem Brande des ursprünglichen Fabrikgebäudes, aus der Stadt hierher verlegt. Wir überschreiten die Bahnlinie und sehen links in geringer Entfernung den Bahnhof. Schon 1843 wurde im Mai und Juni die Bahnlinie teilweise mit Stangen ausgesteckt. Da man aber befürchtete, daß durch die Funken der Lokomotiven, die künftig auf dieser Strecke verkehren würden, die nahe der Bahnlinie stehenden Bäume in Brand geraten könnten, so wurden 1846 am Augraben 47 Lindenbäume gefällt und versteigert. Am 15. Mai 1849 führ der erste Zug von Augsburg kommend in den hiesigen Bahnhof ein. Er wurde mit Musik und Kanonenschüssen empfangen. Die Behörden, die Landwehr usw. waren vom Rathaus zum Bahnhof gezogen. Ein gleich feierlicher Willkomm wurde am 30. September dem ersten von hier nach Nürnberg abgehender Zug zuteil. 1890 und 1893 wurde der Bahnhof umgebaut und die Zentralweiche eingerichtet.
Wir gehen nun stadteinwärts. Da liegt ein kleines, unscheinbares, einstöckiges Häuschen (Riedelsheimer Senior), alten Oettingern unter dem Namen ,,Batzenhäuschen" bekannt. Liebe Erinnerungen knüpfen sich daran. An Sonntagnachmittagen erlaubte sich hie und da eine biedere Handwerkersfamilie oder auch nur die Hausfrau mit ihren Sprößlingen hier einzukehren und eine Schale Kaffee bei Frau Assinger zu trinken. Dazu gab es eine besondere Spezialität, sog. Schneckennudeln. Die Portion kostete einen Batzen, d.h. 12 Pfennig. Damals sah man auf den Wegen der Stadt noch keine weggeworfenen Orangen- u. Bananenschalen und keine von Schokoladeumhüllungen herrührenden Staniolstückchen. Man lebte einfacher, bescheidener, und trotzdem glücklicher. In diesem Hause wurde auch eine Garküche betrieben, die hauptsächlich von den Beamten des nahen Bahnhofs benützt wurde.
Nach einigen Schritten erreichen wir das jetzige Lehrertöchterheim. Hier stand das ehemalige Großkopf'sche Oekonomieanwesen, das 1838 von der fürstlichen Standesherrschaft gekauft und abgebrochen wurde. 1840-43 wurde ein Pavillongebäude mit Oekonomiegebäuden um 16 850 Gulden an seiner Stelle aufgeführt. Da das fürstliche Haus das Anwesen, das wahrscheinlich als Ruhesitz der fürstlichen Familie gedacht war, erbaute, so wird es im Volksmund als Schlößchen bezeichnet. Im Jahre 1857 ging es in Privatbesitz über und ist seit 1894 Lehrertöchterheim. Zuerst nur für protestantische Lehrerstöchter bestimmt, ist es jetzt schon seit Jahren paritätisch. Eine am Hause angebrachte Tafel erinnert an die edlen Stifterinnen Bauer-Rabus.
Wir setzen unseren Spaziergang fort. Wenden wir unseren Blick nach links, so gewahren wir das an der Nördlinger Straße gelegene evangelische Waisenhaus. Es wurde auf Anregung des Generalsuperintendenten Heinrich Cammerer von dem letzten protestantischen Fürsten Albrecht Ernst II. (1669-1731) gestiftet und am 15. November 1714 eingeweiht. Bei dieser Feier war der Stifter des ersten evangelischen deutschen Waisenhauses August Herrmann Franke, aus Halle an der Saale persönlich anwesend.
Es wurde mit 8 armen Waisen eröffnet. Das Haus war damals noch nicht so groß wie jetzt. Fürst Albrecht Ernst stiftete hierzu einen Garten und Fürst Aloys schenkte ein kleines anstoßendes Haus, das früher zur Krankenpflege benützt worden war.
Unser weiterer Gang führt uns an der am 10. Mai 1872 zur Erinnerung an den siegreichen Feldzug 1870/71 gepflanzten Friedenseiche vorüber. Dahinter steht das frühere Krankenhaus, das 1867-1870 mit einem Kostenaufwand von 30 872 Gulden erbaut wurde und jetzt ein Marienheim enthält. Es war seinerzeit von Herrn Pfarrer Leimbach für den Marthaverein erworben worden.
Wir überschreiten eine kleine Brücke, unter uns das Wasser der früheren Pferdeschwemme oder Gäulwette, bzw. des Steinerbachs, der in die Wörnitz fließt. Nun bemerken wir links ein kleines, 1897 erbautes Haus (Bohner Lager), das als Einnahmestelle des Pflasterzolls diente und an dessen Stelle ein Torhäuschen mit Schlagbaum des im Jahre 1814 abgebrochenen äußeren unteren Tores stand. Unter dem ehemaligen Torbogen hing ein die Kreuzaufrichtung darstellendes Kreuz, das jetzt in der Sebastianskirche untergebracht ist. Es wurde 1602 von dem Arzt Dr. Elias Zienmayer aus Dankbarkeit gestiftet, weil er und seine Frau von der damals regierenden Pest verschont geblieben sind.
Auf unserem weiteren Gang durch die untere Vorstadt gelangen wir an die Schranne. An ihrer Stelle stand die 1461 gestiftete Kapelle St. Jürgen (Georg). Sie wurde 1634 zerstört und lag 1768 als Ruine da. In diesem Jahre wurde das Schrannengebäude aufgerichtet, das 1859/60 renoviert und 1866 erweitert wurde. Der Kostenvoranschlag betrug 7 268 Gulden. Es wurden 16,6 % abgeboten und der Zuschlag an Herrn Zimmermeister Rothgangel von hier und Herrn Maurermeister Hasenmüller von Hainsfarth erteilt. 1866 wurde für die Schranne auch eine große Brückenwaage angeschafft. In den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts war der Verkehr bei der Schranne ein viel bedeutenderer als heutzutage. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit noch, daß an den Mittwochen ein Zufuhrwagen hinter dem anderen oft von der Schranne bis zum Schloß, bzw. durch den ganzen Entengraben bis mittleren Tor darüber hinaus stand. Auch die Viehmärkte waren im Vergleich zur Gegenwart kolossal. So fand ich die Aufzeichnung, daß am 29. März 1787 163 Pferde und 416 Rinder, am Faschingsmarkt 1788 355 Pferde und 560 Ochsen zugetrieben waren. Am 4. März 1818 wurden 1 893 Hornvieh und am 1. August 1832 1 000 Rinder zum Verkauf angeboten.
Nun biegen wir zur Hadergasse ein und gelangen zum Burgerhof. Er liegt unmittelbar hinter dem Anwesen des Sanitätsrates Dr. Koch und ist Eigentum der Stadt. Er wird als Baumagazin und zur Aufbewahrung städtischer Utensilien benützt. Im Mittelalter gehörten zum Burgerhof Äcker und Wiesen und der jeweilige Pächter war neben der Zahlung des Pachtschillings verpflichtet, wöchentlich zweimal den Straßenkot aus der Stadt zu schaffen, ferner 2 Sprungochsen und 2 Schweinseber zu halten.
Am Eingang in die sog. Aurach, im jetzigen Gerngroß'schen Hause wurde die 1. oettingische Kaffeeschenke eröffnet, deshalb wird es heute noch von alten Oettingern als "altes Kaffeehaus" bezeichnet. Dahinter lagen 2 Schießhäuser. Das kleinere hatte Graf Gottfried von Oettingen 1579 für sich zum Stahl-, das ist Armbrustschießen, bauen lassen. Das größere (Stadel des Herrn Reichardt) benützte die katholische Schützenkompanie gemeinsam mit der protestantischen.
Als aber 1634 Zwistigkeiten unter ihnen entstanden, schossen die evangelischen Schützen eine Zeit lang auf dem gegenwärtigen Schießwasen. Über das mittelalterliche Schießwesen fand ich in der Chronik folgende Bemerkung: In der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich das Armbrustschießen und das Schützenwesen. - Es mag sein, daß es eine wohlmeinende Absicht des Grafen von Oettingen war, wenn sie, wie es in alten Chroniken heißt, ,,die Kurzweil bei froher Waffenübung bei ihren Untertanen fördern wollten, um Müßiggang, Faulheit und Trägheit, woraus mancherlei Übel, Nachteil und Unart oftmals entspringt, zu verhüten und daneben sollte durch gemeinsames ritterliches Spiel das vertrauliche Wesen angerichtet, Freundschaft und Geselligkeit gepflogen und vermehrt werden". Der Hauptzweck jener Übungen war aber, wehrhafte Männer heranzubilden, die imstande wären, im Falle der Not das Vaterland zu schützen und zu schirmen. Die allgemein übliche Waffe, die Armbrust, schoß zuerst Pfeile, später stumpfe und scharfe Bolzen, zuletzt Bleikugeln aus flintenlaufähnlichen Rohren auf 120 Schritt und darüber, so daß ein schwaches Panzerhemd durchschlagen wurde. Die Armbrustschützen oder Armbrustierer bildeten in späteren Jahren einen Teil des Fußvolkes. Im Nördlinger Archiv befinden sich 2 das Schützenwesen betreffende Urkunden. Nach der einen, vom 11. Juli 1445 datierten Urkunde hat Graf Johann I. von Oettingen die Schießgesellen von Nördlingen eingeladen, am Schießen mit unseren Schützen zu Oettingen am St. Afratag teilzunehmen. Nach einer 2. Urkunde vom 13. Juli 1502 laden die Schützenmeister und Büchsenschützen von Oettingen die ehrsamen und weisen Schützenmeister und gemeine Büchsenschützen zu ihrem Gesellenschießen auf den St. Jakobstag, 24. Juli 1502, ein. Hier ist schon von Büchsenschützen die Rede, ob sie sich aber des 1500 in Nürnberg erfundenen Radschloßes bedienten, ist nicht erwiesen. Das Radschloß bestand aus einem außen gerippten, mit Feder versehenen Stahlrades, das vermittelst eines Schlüssels aufgezogen wurde und dadurch in rasch drehende Bewegung versetzt wurde. Gegen das Rad wurde ein mit Feuerstein versehener Hahn gedrückt. Die Reibung zwischen Rad und Stein erzeugte Funken, welche die Entzündung des Pulvers bewirkten. Mit dem 16. Jahrhundert wurde das Feuerrohr die Hauptwaffe, daher wurde es dem waffenfähigen Untertanen und Bürger zur Pflicht gemacht, eine Büchse zu besitzen, regelmäßig an Sonn- und Feiertagen sich im Schießen zu üben, sich beständig mit 1 Pfund Pulver, 3 Pfund Blei und den dazugehörigen Büscheln oder Lunten zu versehen. Bemerkt sei hier, daß im 18. Jahrhundert der Gedanke erwogen wurde, die gesamte Judenschaft aus der inneren Stadt zu entfernen und in der Aurach anzusiedeln. Der Plan kam aber nicht zur Durchführung. Hier unten in der Aurach war, wie man zu sagen pflegt, für die Oettinger tatsächlich ,,die Welt mit Brettern versperrt". Denn der jetzt bestehende Durchgang zum mittleren Krautgarten wurde erst in der jüngsten Zeit hergestellt. Wir kehren um.
Das schon erwähnte Haus des H. Sanitätsrats Dr. Koch war früher die untere Farb. Gegenüber liegt die jetzige Brauerei und Hotel „Zur Post“, die in früheren Zeiten ,,Goldene Karpfenwirtschaft" hieß. Hier mag eine kurze Geschichte des hiesigen älteren Postwesens eingeflochten sein. Anno 1729 wurde hier der kaiserliche Reichsposthalter Jakob Meyer dem Fürsten von Thurn und Taxis verpflichtet. 1758 ging die Posthalterei auf die Witwe Meyers Rosalia über, die sich mit einem Kränzle verheiratet hatte. Nach dem Tod ihres 2. Mannes veränderte sie ihren Wohnsitz und siedelte in das Braun’sche „,Gehegebereitershaus" (jetzt Gießbeck) über, an dessen Erker heute noch das Thurn und Taxische Wappen zu sehen ist. Der postalische Verkehr scheint hier ziemlich lebhaft gewesen zu sein. Nach den Aufzeichnungen verkehrten 1786 hier wöchentlich 34 Boten, ab und zu gehende, fahrende und reitende; dieselben verteilen sich vorzugsweise in die Ortschaften des Oettingischen Landes, besonders aber auch weiter nach auswärts. Ansbach, Dillingen, Dinkelsbühl, Eichstätt, Regensburg, Ulm, Ellwangen, Ehingen, Heidenheim, Neuburg, Nördlingen, Wassertrüdingen, Weißenburg und Wemding. 1794 übernahm der Karpfenwirt Kratzer die fahrende und die Ordinari reitende Post. Von der Zeit an blieb die Poststallung bis zum heutigen Tage auf dem gleichen Anwesen, das nun schon lange kurzweg "Post" genannt wird.
Dahinter liegt die Hexengasse. Ihr Name deutet darauf hin, daß der unglückselige Hexenwahn, dem in Deutschland 100 000 Menschen zum Opfer fielen, auch in Oettingen Eingang gefunden hat. Ein Oettinger Bäckermeister soll sich erboten haben, das nötige Holz zu liefern, wenn seine Frau als Hexe verbrannt wurde. Das ist um so glaubwürdiger als im 16. und 17. Jahrhundert da und dort im Ries Scheiterhaufen aufleuchteten, auf welchen unglückliche Opfer des grassen Aberglaubens ein schauerliches Ende fanden. So wurden in Nördlingen von 1590 bis 1594 zweiunddreißig Personen wegen Hexerei eingeäschert. Ein Bericht vom Jahr 1761 meldet, daß am 4. März ein mit Hexen beladener Wagen von Hoppingen hier her kam. Was mit ihnen geschah, wird nicht gesagt.

Oettingen Aufnahme ca. 1910, Königsstraße mit Königsturm
vorne links Hotel "Post", rechte Seite zweites Haus vor dem Königsturm Gaststätte "Goldene Gans"
An der "Goldenen Gans" vorbei gelangen wir zum Königsturm. Weshalb er diesen Namen trägt, ist unbekannt. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts kam diese Benennung in Gebrauch. Früher hieß er der innere untere Torturm. Hier ist der Eingang in die eigentliche Stadt. Rechts und links von diesem Turm zieht sich der aus starken Quadern errichtete Mauergürtel hin. Ursprünglich mag die Befestigung des Ortes nur aus einem Wall mit Palisaden bestanden haben. 1118 ließ Graf Otto das Städtchen mit Mauern umgeben. Im sogen. Städtekrieg im Jahre 1382 erbauten die Grafen Ludwig und Friedrich die z. T. noch jetzt vorhandene Stadtmauer mit Wall und Graben. Sie geht vom Königstor am Dollrieß'schen Anwesen vorbei zur Synagoge, erleidet hier eine Unterbrechung, setzt sich dann als Westmauer des Schmidt'schen Hauses und der daran anstoßenden Scheunen fort, wird hier vom Kronengarten wieder unterbrochen und läuft im Hofgarten bis zum fürstlichen Archiv weiter. An diesem Gebäude ist die renovierte Originalstatue des Grafen Ulrich (1477) des Erbauers der St. Sebastiankirche angebracht. Nun findet sich eine größere Lücke im Mauergürtel; denn um Platz für das Schloß zu gewinnen, mußte ein Teil der Mauer niedergelegt werden. Die Stadtmauer geht dann hinter der sog. Ledergasse bis zum mittleren Tor. Von da setzt sie sich hinter dem Amtsgericht fort, zieht sich am sog. Entengraben hin und schließt am Königstor den Ring von der anderen Seite.
Die Stadt scheint im Mittelalter ziemlich stark befestigt gewesen zu sein, wovon noch heute die Überreste der Stadtmauer Zeugnis ablegen. Freilich, der Zahn der Zeit und kriegerische Verheerungen brachten die Bollwerke nach und nach immer mehr in Verfall und wenn auch in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts Reparaturen vorgenommen wurden, ihre ursprüngliche Solidität erreichte die Befestigung nicht mehr. Über den Zustand der Befestigungsanlagen nach dem 30jährigen Krieg sagt ein Bericht: Die vorhandenen Zugbrücken können nicht mehr aufgezogen werden, die Fundamente sind so schlecht, daß dieselben in den Graben oder ins Wasser fallen. Die Torgatter fallen aus den Angeln. Die Wall- und Schlagbäume fehlen, die Palisaden, die zum Schutze der Grabenränder angebracht waren, fallen ins Wasser, oder sind größtenteils gestohlen, der Stadtgraben müßte ausgeputzt werden. Der Bericht schließt: "Bei einem Kriege wäre große Gefahr". Gegenüber dem Haarmüller'schen Bad sehen wir ein schmales Gäßchen, das den Namen Kupfergäßchen wohl davon trägt, daß sich hier die Kupferschmiede niedergelassen haben. Ein Meister dieses Handwerks ist mir selbst noch in persönlicher Erinnerung. Durch das Kupfergäßchen gelangen wir an die ehemalige fürstliche Reitschule, heute noch Reithaus genannt. Es gehörte zum alten, 1851 abgebrochenen Schloß. In den unteren Räumen befindet sich seit 1903 die Turnhalle, die oberen sind zu Wohnungen eingerichtet. Durch die Reithausgasse und Manggasse kehren wir zur Hauptstraße zurück. Dabei kommen wir an der Buchdruckerei des Herrn Friedrich Kron vorüber. Es sei deshalb hier etwas über den Buchdruck in Oettingen eingeflochten.
Schon 1538 befand sich hier eine Druckerei (Buch). Der damalige Meister der schwarzen Kunst hieß Erasmus Scharf. Durch den 30jährigen Krieg scheint dieses Gewerbe gestört und eine Zeitlang nicht mehr ausgeführt worden zu sein. Erst 1678 wurde die Buchdruckerei dahier mit Unterstützung des Fürsten Albrecht Ernst I. wieder aufgerichtet, weshalb ihm vom damaligen Besitzer Stephan Rolk die Erstlinge seiner Kunst gewidmet wurden. Die Druckerei befand sich damals in der Ledergasse. 1786 erschien das von Ritter von Lang gegründete Oettinger Wochenblatt, das in der Österlein'schen Hof- und Kanzleidruckerei (Haus des Herrn Grätzel) hergestellt worden war.
Vorüber an der jetztigen Stadtpost (Juni 1914) kommen wir an das Rathaus, das 1431 erbaut wurde. Nach sachverständigem Urteil gehört es zu den schönsten Fachwerkbauten. Am Rathaus befand sich bis 1783 der eiserne Pranger. Er wurde beim Einzug Seiner Durchlaucht des Fürsten Aloysyus II. mit der Prinzessin Thurn und Taxis, entfernt. Auf dem Markte aber stand in alter Zeit ein Galgen. Dort wurde auch mit dem Schwerte gerichtet. 1550 wurde dahier ein Aussätziger geköpft, der sich dem bösen Geiste ergeben hatte, sieben Jahre in Weibskleidern gegangen und ein schändliches Leben geführt hatte. Hier fiel auch das Haupt des Vogtes von Auhausen, weil er den geächteten Grafen Ludwig XVI. eine Nacht beherbergt hatte. Es war eine rauhe Zeit, in der von christlicher Duldsamkeit wenig zu spüren war. Befahl der Kaiser, Karl V., den lutherischen Pfarrern, Helfern und Schulmeistern der Stadt und der Grafschaft, innerhalb 3 Tagen ihre Stellen zu räumen, widrigenfalls ihnen das Henken drohte.
Später wurde die Richtstätte außerhalb der Stadt, in der Nähe des früheren Zehentstadels und des heutigen BayWa-Lagerhauses aufgeschlagen. Im Jahre 1783 wurde sie von dort entfernt und hinter den jetzigen Postkeller verlegt. Heute noch heißen die in der Nähe der Richtstätte gelegenen Äcker Galgenäcker, oder Äcker am Hochgericht. 1814 wurde der Galgen auch hier abgetragen.
Nach dieser kurzen Abschweifung setzen wir unseren Weg fort und kommen zur Apotheke. Auf dem Schilde lesen wir Hof- und Stadtapotheke. Bei dieser Gelegenheit mag bemerkt werden, daß Oettingen vor dem Bau des neuen Schloßes (1679-83) (Graf Johann Wilhelm gestorben 1685) 2 Apotheken besaß. Die eine befand sich im alten Schloß, die andere auf dem Schloßbuck (bei der Münz). Letztere wurde 1681 abgerissen, um Platz für den Neubau des Schlosses zu gewinnen.
Wir gehen weiter und gelangen zum heutigen Progymnasium. Der jetzige Bau stammt aus dem Jahre 1724. Eine lateinische Inschrift sagt: "Neubau des evangelischen Seminars zur Vorbereitung für Kirchen- und Staatsdienst". Das am 5. Mai 1724 begonnene Werk wurde am 8. Dezember desselben Jahres vollendet, angefangen und zu Ende geführt unter dem gnädigen Schutz Gottes, im Auftrag Seiner Hochfürstlichen Durchlaucht des gnädigen Landesvaters Albrecht Ernst II. des heiligen römischen Reiches Fürsten zu Oettingen, kaiserlich königlich Feldmarschalls, Generals der Kavallerie des schwäbischen Kreises und Obersten des Dragonerregiments. Früher schon unterhielt dahier der Deutschorden eine lateinische Schule. Graf Ludwig machte dem Orden gegenüber Ansprüche wie: Aufsichtsrecht, Verbindung mit der Stadtschule usw. Da er dabei auf den Widerstand des Ordens stieß, so wurde die Schule 1541 geschlossen, im Jahre 1764 aber wieder neu errichtet.
Die 1. (evangelische) hiesige Lateinschule wurde vom Grafen Ludwig XVI. schon 1563 ins Leben gerufen. Sie hatte nur 3 Klassen. Damals aber gab es noch kein eigenes Schulgebäude. Die Lehrer unterrichteten zuerst in ihren, in der Nähe der Jakobskirche gelegenen Wohnungen, später im Sommer in einer Scheune, die dann zum Bau eines Schulgebäudes angekauft wurde. Am 17. April 1569 wurde der Grund dazu gelegt und im Februar 1570 unter Rektor Paminger vollendet. Die Baukosten betrugen 504 Gulden.
Nebenan steht die protestantische St. Jakobskirche. Im 11. Jahrhundert stand hier eine wahrscheinlich hölzerne Kapelle, die von Bischof Gundekar von Eichstätt zwischen 1063 und 65 eingeweiht worden war. Eigene Geistliche gab es in Oettingen nicht. Das Kirchlein war seit 1262 eine Filiale von Ehingen. Erst im Jahr 1312, also verhältnismäßig spät, wurde Oettingen selbständige Pfarrei, der erste Pfarrer war ein gewisser Volkmar von Schmähingen. Er stand 14 der hiesigen Kirchen vor. Er ließ das Gotteshaus und den dasselbe umgebenden Friedhof erweitern. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche mehrmals erweitert und verschönert. 1404 stiftete der Pfarrer von Munningen die erste Orgel. Im Reformationsjahrhundert wurde, je nachdem die eine oder andere Konfession die Übermacht hatte, hier bald nach römischem, bald nach lutherischem Ritus Gottesdienst gehalten. Durch Vergleich vom 17. März 1542 blieb die St. Jakobskirche den und die 1469-71 erbaute St. Sebastianskirche wurde zur katholischen Stadtpfarrkirche erhoben. Doch leider hörten damit die konfessionellen Streitigkeiten noch nicht auf Nach dem Schmalkaldischen Kriege (1546) bis zur Rückkehr des Grafen Ludwig XVI. im Jahre 1563 wurde in St. Jakob wieder kath. Gottesdienst gehalten (Vitus Steinhemmer hielt den ersten evangel. Gottesdienst).
So einfach das Äußere der Kirche ist, so hübsch ist sie im Innern. Sehr schön sind die von Matthias Schmutzer aus Augsburg 1681 im Auftrag von Fürst Albrecht Ernst I. ausgeführten Stukkaturarbeiten und die von dem Augsburger Stadtmaler Wolfgang Dietrich und Johann Knappich hergestellten 9 Gemälde (Decken). Stukkatur- und Malerarbeiten kosteten im Ganzen 2573 Gulden und 42 Kreuzer. Schmuckstücke der Kirche sind auch die 1677 errichtete 8 Meter hohe Kanzel und der aus dem Jahre 1689 stammende Taufstein von Bildhauer Konrad Tier. (Gestiftet vom hochgräflich öttingischen Kanzleirat Jakob Eberhard Häberlen und seiner Gemahlin Rosalia Katharina geb. Krausin). Die gegenwärtige sehr schöne Orgel wurde 1904 von der hiesigen Orgelfabrik aufgestellt. Der Bau des Turmes wurde 1461 begonnen und 1465 bis zum Kranze vollendet. Schon 1496 soll dort eine Schlaguhr angebracht worden sein. 1565 wurde der Turm in seiner jetzigen Gestalt ausgebaut. Auf der hohen Wacht hatten 2 Türmer (Turner), 1 evangelischer und 1 kathol. Tag und Nacht Wache zu halten. Sie hatten unter anderem die Verpflichtung, morgens vor Öffnung der Tore, mittags nach 12 und abends nach der Torsperre gegen die Stadt herein und gegen das Schloß drei geistliche Lieder zu blasen, auch mußten sie so oft einige vor oder durch die Stadt reiten und mehr wie 2 sind, mit der Trompete anstechen, wie viel der reitenden Personen sind. Bei einem Brande auf dem Lande hatten sie das Feuerhorn zu blasen, bei einer Feuersbrunst in der Stadt mit den Glocken zu schlagen. Am Tage mußten sie eine rote Fahne und des Nachts eine rote Laterne in der Richtung des Brandes ausstecken.
Im Knopfe des Turmes befinden sich 3 Urkunden:
Die 1. stammt vom Jahre 1565 und meldet: Anno Domini 1565 den 10. Monatstag Octobris, hatt dem Wohlgeborne Herr Ludwig, Graf zu Oettingen, welcher der Zeit der Eltist Regierende Graf gewesen, diesen Turm vom Krantz an bis zum Kopf auf ihrer Gnaden und der halben Stadt Oettingen ihrer Gnaden zugehörigen Teils eigen Kosten allein aufbauen und zu richten lassen...
Die 2. Urkunde besagt, daß im Jahre 1801 der Turm von einem sog. kalten Schlag getroffen wurde und Ihre Durchlaucht, Fürstin Aloysya zu Oettingen-Spielberg einen Blitzableiter auf dem Turm anbringen ließ.
Die 3. vom verstorbenen Herrn Bezirksoberlehrer Fergg angefertigte Urkunde meldet wieder von einem Blitzschlag, der am 10. Juni 1915 zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags erfolgte, ohne viel zu schaden.

Fürstlich Oettingisches Wappen
Vor uns steht nun am Ende der Hauptstraße das von 1679 bis 1683 im Renaissancestil erbaute fürstliche Schloß. Gegen Osten schließt sich der 1788 und 1789 aufgeführte Flügelbau an. Bevor der Bau des Hochschlosses in Angriff genommen wurde, stand hier die Münze. Kaiser Wenzel (1378-1400) gab 1393, um ihre Dienste und Treue zu belohnen, den Grafen Ludwig und Friedrich das Recht, in ihrer Stadt eine Münze zu haben und selbst Pfennige mit Korn und Aufzahl, wie andere Fürsten und Getreue des Reiches, welche Münzen haben, zu schlagen. 1398 wurde das Privileg auf alle Münzen, ausgenommen die goldenen, ausgedehnt. 1518 erteilte Kaiser Maximilian I. den Oettinger Grafen das Recht, goldene Münzen zu prägen. Die eigenartigste Münze, die wohl hier geprägt worden ist, ist wohl eine Medaille von 1761. Bei der Vermählung der Prinzessin Leopoldine mit Ernst Christoph Fürst Kaunitz ließ die Judenschaft des Oettinger-Spielberger Landes eine Medaille, einen Dukaten schwer, prägen und überreichen. Auf der einen Seite waren 2 Gesetzestafeln, auf deren einer die Worte stehen „Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren", auf der anderen „auf dass es Dir wohlergehe“. Auf der anderen Seite steht in der Mitte ein großer Lorbeerbaum und daneben 2 kleinere, oben darüber aber die Worte: ,,Wohl dem, der Freude an seinen Kindern hat“ und unten ,,Das hilf Herr Jesu".
Hinter dem Kriegerdenkmal, am Eingang des Hofgartens, stand das 1807 mit einem Stück Stadtmauer niedergelegte ,,Hauptwachhaus". Jede Stunde hatte die Wache dem auf der hohen Wacht (Jakobsturm) diensttuenden Türmer zuzurufen ,,Hoy", worauf dieser demselben Ruf antwortete. Auch die patroullierenden Polizeisoldaten und Nachtwächter riefen die Türmer mit „Hoy“ an, worauf ihnen ebenfalls mit ,,Hoy" oder mit ,,Wächterla i bin scho do" geantwortet wurde.
Wir gehen nun um die St. Jakobskirche und lesen bei dieser Gelegenheit die an Kirche und Turm angebrachten Grabsteine. Diese stammen aus dem sehr alten Friedhof. Links sehen wir das von Pfarrer Ulrich Verge (1343-1370) in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaute jetzige Dekanatsgebäude. Das nebenan stehende Haus war in früherer Zeit wahrscheinlich die Wohnung des Diakons. Bis zum Jahre 1895 war in demselben die evangel. Schule untergebracht. Unter dem Hause befindet sich ein Kryptaraum mit einem Altarstein, einem Kreuzgewölbe und Spuren von Malereien. An der Südseite des Hauses ist eine kleine Tafel mit lateinischer Inschrift, von einem Grabmonument herrührend, angebracht. Ein kleines Täfelchen, einen knieenden Mann darstellend, befindet sich an der Westseite des Hauses.
Der Platz zwischen dem Gänßler'schen und dem soeben erwähnten Hause bildete den Friedhof für die Katholiken, während die Protestanten rings um die Jakobskirche begraben wurden. Diese Friedhöfe waren bis 1785 in Benützung.
Wir gelangen an das Kaufmann Gänßler'sche Haus. Hier wohnten die von der verwitweten Gräfin Maria Gertrud, einer geborenen von Pappenheim, in das oettingische Land gerufenen Jesuiten. Sie versahen anfänglich nicht nur hiesige kath. Stadtpfarrei, sondern noch 5 andere Pfarreien und übernahmen die Leitung der 1764 dahier errichteten kath. Lateinschule, die 1782 in eine Normalschule umgewandelt worden war. Vom Gänßlerischen Anwesen wurde der Sitz des kathol. Pfarramtes in den jetzigen kathol. Pfarrhof verlegt. 1773 wurde durch Papst Clemens XIV. der Jesuitenorden aufgehoben. Die von ihnen geleitete Schule ging wieder ein.
Das Gebäude, in welchem in der Gegenwart die kathol. Knabenschule untergebracht ist, war das hochfürstliche Gymnasium der Gesellschaft Jesu. Darin befand sich auch ein Theatersaal. Darüber lesen wir im Oettinger Almanach (1783): Auf gnädigst herrschaftlichen Befehl wurden um diese Zeit meistens in Oettingen verfertigte Schauspiele und besonders im Jahre 1669, welches den Titel hat ,,Freud und Liebestrei" in einer Operette vorgestellt, und zwar auf dem oettingischen Schauplatz. In dessen Vorrede heißt es: t'Dieses ist das erstemal, daß auf dem allhiesigen Schauplatz etwas aufgeführt wird, so den Namen einer Operette verdienen möchte". Diese Stücke sind den gnädigsten Herrschaften von dem geschickten Kapellmeister, Herr Johann Melchior Conradi (Oett.), der sie auch alle selber komponiert hat, zugeeignet und von einem damals hiezu geschickten herrschaftlichen Alumno auf gnädigsten Befehl größtenteils verfertigt worden. Im Jahre 1735 wurde von den kath. Geistlichen in Oettingen auf das Vermählungsfest des hochseligen Fürsten Aloysens mit der Durchlauchtigsten Frau Maria Therese Anna, Herzogin von Holstein, die magnetische Wunderliebe vorgestellt. Seitdem sind besonders vom Jahr 1768-1778 verschiedene Lustspiele auf der Schaubühne des Hochfürstlichen Gymnasiums der Gesellschaft Jesu zu Oettingen aufgeführt worden.
Das 1745 von der Fürstin Maria zur kath. Lateinschule gestiftete Kapital von 8000 Gulden wurde nach dem Ende der schon erwähnten Normalschule zur Bestreitung der Bedürfnisse der kath. deutschen Schule zugewendet. Bis 1826 bestanden auch 3 kath. Schulen. Von da ab wurden nur mehr 2 Lehrer angestellt. Wir kommen nun an die Storchenwirtschaft, die im Mittelalter dem Kloster Auhausen zugehörte, vorüber zur St. Sebastianskirche. Sie wurde an Stelle eines Schuhmacherhauses, in dem sich ein Wunder vollzogen haben soll, erbaut. Eine in diesem Hause dienende Magd soll, obwohl es ihr aufgetragen war, den Frühgottesdienst nicht besucht haben. Als sie nun das Brot zur Morgensuppe schnitt, lief aus dem Brot Blut. Man deutete dies als Sebastiansblut. Graf Ulrich, der davon hörte, kaufte das Haus und ließ an seiner Stelle zu Ehren der Jungfrau Maria und des hl. Sebastian 1471 eine Kirche bauen. Das Gotteshaus zeigt einfache frühgotische Formen und der Turm spätgotische Dekorationsmotive. Ein Bild im Chor veranschaulicht die Entstehungsgeschichte der Kirche, ein anderes Bild, das früher unter dem äußeren unteren Tor hing und an die Pest von 1602 erinnert, wurde schon erwähnt. Unter der Kirche liegt die Krypta des hl. Sebastian. 1837 wurde die alte Orgel durch den Orgelbaumeister Sieber von Holzkirchen repariert, mit einem Subbaß versehen und rückwärts gestellt. Sie wurde 1872 durch ein größeres Werk mit 2 Manualen und 14 Registern ersetzt. Seit 1914 steht die gegenwärtige Orgel; sie hat 2 Manuale und 14 Register und stammt, wie ihre Vorgängerin von 1852, aus der hiesigen, nun Weltruhm genießenden Orgelfabrik G.F. Steinmeyer & Co.
Das außen hängende, sog. Zügenglöcklein wurde von dem Kommenthur im Deutschen Haus Karl von Waldeck 1734 gestiftet und ihm als ersten geläutet. 1841 mußte die Kirche auf behördlichen Befehl wegen drohender Einsturzgefahr geschlossen werden. Während der Renovierungsarbeiten wurde der Gottesdienst im Spitalkirchlein abgehalten. Solange der Platz vor der Sebastianskirche mit allerlei Baumaterialien bedeckt war, wurde, aber nur in finsteren Nächten, eine Laterne aufgestellt. Die erste Nachricht über die Beleuchtung der Straßen stammt aus dem Jahre 1796. Damals wurden vor den Häusern auf Pfählen Laternen aufgestellt. Da sie aber häufig entwendet wurden, ging diese Art der Beleuchtung nach und nach ein. Aus dem Jahre 1835 ist eine Notiz vorhanden, die besagt, daß die Straßenbeleuchtung wegen Unzulänglichkeit der freiwilligen Beiträge nicht eingeführt werden könne. Bis 1842 brannte nur allnächtlich 1 Laterne unter dem mittleren Tor. 1843 wurden 2 weitere angeschafft. Es waren Hängelaternen, von denen die eine zwischen dem heutigen Progymnasium und der fürstlichen Dominialkanzlei, die andere auf dem Marktplatz angebracht war. 1852 beantragte das Kollegium der Gemeindebevollmächtigten 2 weitere Laternen anzuschaffen, doch der Magistrat schlug die Sache ab, mit dem Beifügen, dass er selbst besorgt sei, auf eine zweckmäßige Beleuchtung zu sehen. Nach und nach wurde die Zahl der Straßenlaternen doch vermehrt. 1863 wurde die Petroleumbeleuchtung und 1906 die Gasbeleuchtung dahier eingeführt.
Wo heute das Amtsgericht steht, befand sich schon im 12. Jahrhundert ein Castrum, also eine Burg oder festes Schloß. 1196 stifteten die Grafen Ludwig und Conrad neben ihrem Wohnsitz ein Spital für arme und kranke Pilgrime. 1242 wurde dies in Oettingen den Deutschherren als Ordensspital bestätigt und mit Gütern bedacht. Die Kapelle bestimmten sie zu ihrem Begräbnisort.
Über 700 Jahre blieben die Deutschherren in ihrem hiesigen Besitz, doch herrschten zwischen dem fürstlichen Hause und den Ordenskomturen vielfach Streitigkeiten. Ein schlimmer Tag für ihre Niederlassung war der 3. Mai 1525. An diesem Tage war das Bauernheer nach Plünderung des Klosters Maihingen in Oettingen eingedrungen. Sie schonten zwar das gräfliche Schloß, weil Graf Ludwig der Jüngere ,,ihr Bruder und Hauptmann“ geworden war, schlugen dagegen im Deutschen Haus alles zusammen und plünderten es gründlich aus. 1899 wurde durch Napoleon in allen Staaten des Rheinbundes der Deutsche Orden aufgehoben. Seine Besitzungen fielen teils an Bayern, teils an Württemberg. Im gleichen Jahre wurde noch ein Rentamt und 1849 ein Amtsgericht in den Räumen des Deutschherrenhauses untergebracht. Die ehem. Ordenskapelle wurde 1542 in eine protest. Kirche umgewandelt, aber 1546 dort wieder der kath. Gottesdienst erneuert.
Von 1649-1731, das ist bis zum Erlöschen der protestantischen Linie wurde sie wieder evangelisch, blieb aber von 1731-1798 geschlossen und wurde in diesem Jahre noch von Ihrer Durchlaucht Fürstin Aloysia in ihre jetzige Gestalt umgebaut. Über dem eisenvergitterten Portal befindet sich folgende Inschrift: ,,Dem innigstgeliebten Gatten, dem zärtlichen Vater ihrer Kinder, dem guten Vater seines Volkes und seiner Lieben weiht diese Ruhestätte. Aloysia“.
Im jetzigen Gruftgarten sehen wir ein von Bildhauer Baumgartner in Aschaffenburg aus schwarzen Marmor gefertigtes Grabdenkmal. Die Inschrift lautet: Frranz Ludwig, Prinz zu Oettingen, und Oettingen-Wallerstein, Hohenbaldern und Söstern, geboren den 20. Februar 1795 starb als königlich bayerischer Major des 3. Chevaulegers-Regiments an seinen in der Schlacht bei Hanau erhaltenen Wunden den 30. Oktober 1813. Dem Andenken des innigst geliebten Sohnes und Bruders die tiefgebeugte Mutter und die tieftrauernden Geschwister.
Die Beisetzung erfolgte am Nachmittag des 30. Juli 1847. Dabei waren scheinbar große Feierlichkeiten geplant, insbesondere sollte das hiesige Landwehr-Bataillon mitwirken, da es sich um eine Ehrenbezeugung handelt, welche einem auf dem Schlachtfeld gefallenen königlich bayerischen Offizier geschieht. In dem Bataillonsbefehl vom 29. Juli 1847 aber heißt es: Da nach dem ausdrücklichen Wunsche des durchlauchtigsten Bruders des hohen Verblichenen, Herrn Fürsten Aloys des III. jedes öffentliche Gepränge unterbleiben und die Asche des seligen Prinzen zu seiner Ruhestätte gebracht werden soll, so wird auch das Bataillon nicht ausrücken; jedoch hat die Grenadierkompanie einen Zug, nämlich 1 Offizier, 1 Sergeant, 1 Corporal, 1 Tambour mit 30 Grenadieren auf die Hauptwache zu gehen und von dort aus die zu der Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlichen Posten zu geben.
Das Offizierskorps ist eingeladen, bei der Beisetzung in der fürstlichen Gruft anwesend zu sein. Sowohl die Herren Offiziere als die Mannschaft erscheinen in blauen Beinkleidern... Da der hohe Verblichene Kavallerie-Offizier war, so hat auch die Kavallerieabteilung die Wache gestanden. Von Ruoesch, Oberstlieutnant.
Das 1552 erbaute alte Schloß bedeckte mit seinen ca. 30 Gebäuden nicht nur den ganzen heutigen Gruftgarten, sondern das ganze Areal der heutigen Reithausgasse und des Reithausplatzes bis an die Stadtmauer. Von ihm rührt noch die jetzt im Hofgarten stehende Herkulesstatue her. Im Winter 1536 kam in einem Zimmer des Schloßes ein Brand aus. Es heizte 1 Ofen 2 Zimmer, eines über dem anderen. Da nun der Herr Graf (Ludwig XV.), der in einem derselben war, das Feuer größer zu machen befahl, wurde die Decke entzündet und das Schloß (eigentlich eines der Schloßgebäude) verbrannte. Er ließ es aber in demselben Jahre wieder aufbauen.
Am 8. Oktober 1546, also im Schmalkaldischen Kriege, wurde nach etlichen Stürmen durch Hans von Küstrin, die Stadt und das Schloß eingenommen, daß das nicht ohne Beschädigungen abging ist selbstverständlich.
Wir gehen nun vorüber am heutigen Amtsgericht, dem ehemaligen Deutschherrenhaus und kommen an den sog. Zwinger. Hier muß ehedem ein besonders stark befestigter Teil der Stadt gewesen sein.
Zwischen dem jetzigen Cafe Plank und der Rosenbäckerei erhob sich bis 1815 das innere mittlere Tor. Mit wenigen Schritten erreichen wir das noch stehende, freilich jetzt in einen Wohnbau umgewandelte äußere mittlere Tor. Hier fanden am 12. Juni 1634 heftige Kämpfe statt. Kaiserliche Truppen, nämlich 2 Regimenter Dragoner, 4000 Karabinieri, 8 Regimenter Kroaten und Ungarn und 1 Regiment deutsche Reiter waren unter Führung von Generalmajor Jean de Werth vor der Stadt erschienen. Die Stadt wurde durch einen Trompeter aufgefordert, sich zu ergeben und von den Schweden abzufallen, sonst wurde sie in Asche gelegt, alles niedergemacht und selbst die Kinder im Mutterleib nicht verschont.
Die Oettinger Bürger, die leider auch in dieser schweren Not uneinig waren, konnten auf die Dauer unter ihrem Hauptmann Kilian Stark, der an beiden Schenkeln verwundet worden war, den anstürmenden Feind nicht standhalten. Nach längeren Verhandlungen mit dem Kanzler des Grafen sollte die Stadt nur 30-40 Dragoner aufnehmen, um Magazine anzulegen. Man ging auf diesen Vorschlag ein und zwar auf das Ehrenwort des Generals. Allein es rückte auch eine Schwadron Kroaten ein. Die Bürger waren gezwungen, auf dem Rathaus die Waffen niederzulegen. Jetzt legten aber die Offiziere und die Soldaten die Maske ab. Was noch außerhalb der Stadt stand, drang unter dem Kroatenführer Forgatsch unaufhaltsam in die Stadt und unterwarf die Einwohner einer allgemeinen Plünderung, die von 3 Uhr nachmittags bis zum folgenden Tage dauerte. Die Häuser wurden von oben bis unten durchsucht, das Brauchbare geraubt und fortgeschleppt, die Betten und Mobilien zerstört und die Bewohner aufs grausamste behandelt. Die unglücklichen Leute wurden geschlagen, mit brennenden Pechkränzen gestreift, einigen der schreckliche Trunk eingegossen, viele Personen getötet, Häuser und Städel in Brand gesteckt und die schändlichste Unzucht ausgeführt; ein Kind mit 10 Jahren in Stücke zerhauen, Feuer an das Schloß gelegt, das eine Saalgarde gegen allgemeine Plünderung schützte. Ein noch größeres Blutbad wäre entstanden, wenn nicht die deutschen Befehlshaber Ganß und Valet mit Mühe Einhalt geboten hätten. Der gräflichen Schatzkammer wurde eine Brandschatzung von 10 000 Gulden auferlegt, 4 000 wurden bar erlegt. Für die anderen 6 000 wurde Junker von Ebersberger als Geißel mitgenommen. Am folgenden Tag, den 13. Juni 1634, zog Jean de Werth mit großer Beute, besonders an Schlachtvieh, das er durch seine Kroaten in Westheim, Ostheim, Bühl, Wechingen, Fessenheim, Pfäfflingen und Deiningen hat wegnehmen lassen, nach Ingolstadt zurück.
Am 4. August erfolgte eine 2. Plünderung durch kaiserliche Truppen. 5 Tage und Nächte wurde nicht allein die ganze Stadt, sondern auch das Schloß, das Deutsche Haus und die Münz ganz ausgeplündert, alles was versperrt war, aufgeschlagen, zerhauen, verderbt und keines Menschen verschont; insbesondere wurden 9 Personen, darunter der Bürgermeister Hans Heinrichen, ganz jämmerlich umgebracht, erschlagen und ersäuft. Zu Oettingen sind unter dieser Bedrängnis auf evangel. Seite bei 483 Personen an Pest und Hunger gestorben und auf kath. Seite auch nicht weniger. Was auf den Dörfern nicht an Hunger gestorben ist, ist aus dem Land geflohen.
Bezüglich der Tore möchte ich einiges nachtragen. An jedem Tor stand bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts (1781) eine ständige Wache von 4 Mann. Die Tore wurden bis 1807 jeden Abend geschlossen und jeden Morgen mit dem Frühgebetläuten geöffnet. Einzelne Personen, die sich etwa verspätet hatten, konnten auch nach dem Abendgebetläuten, natürlich gegen Ausweis, noch durch ein im Tor angebrachtes kleines Türchen eingelassen werden. Seit 1808 blieben die Tore ständig offen und 1813 wurden sie ausgehoben.
Vom mittleren Tor kehren wir in die Stadt zurück. Dabei werfen wir im vorübergehen einen Blick in den sogenannten Entengraben. Daß sich schon im Mittelalter im jetzigen Gasthaus „Zum Stern" eine öffentliche Badstube ,,Höölbad" genannt, befand, haben wir schon gehört.
In etwas größerer Entfernung erblicken wir das von der früheren Oberhofmeisterin, Frau Maria Barbara von Neuhaus, einer geborenen von Hundt, 1712 erbaute und mit einem Kapital von 2000 Gulden ausgestattete Witwenhaus. Dahinter liegen das gemeinschaftliche Seelhaus und das kath. Seelhaus, in denen arme, heimatberechtigte Frauenspersonen Aufnahme finden. Das genaue Jahr ihrer Gründung ist nicht bekannt. Wahrscheinlich sind sie nach dem 30jährigen Krieg entstanden.
Wir gehen durch die Rosengasse, die vor wenigen Jahren noch Höllgasse hieß, in die Ledergasse. Dort hatten sich wahrscheinlich im Mittelalter die Lederarbeiter: Sattler, Schuhmacher, Gerber und Säckler angesiedelt. Nun führt uns der Weg an dem von Ordensschwestern des heiligen Franziskus geleiteten kath. Waisenhause vorbei. Am 25. Juni 1871 hatte Herr Stadtpfarrer Reichensperger eine Aufforderung zur Gründung eines kath. Waisenhauses erlassen. 6 Jahre später konnte dasselbe eröffnet werden. 1887 wurde das kath. Mädchenschulhaus angebaut. Über den Linsenbuck gelangen wir wieder an das obere und untere Schloßtor. Wir durchschreiten dasselbe und kommen in die obere Vorstadt. Sie lag außerhalb des Mauergürtels mit dem Graf Otto 1118 seine Residenzstadt umgeben hatte. Als aber im Städtekrieg gegen Ende des 14. Jahrhunderts der Stadt Gefahr drohte, ließen die Grafen Ludwig und Friedrich die ganze obere Vorstadt abreißen und die Häuser innerhalb der Mauer wieder aufbauen. Wir wandern zunächst geradeaus und gehen an dem 1863 von Anna Barbara Heckel zu einer evangel. Kinderpflegeanstalt dienenden und nun im Besitze des Marthavereins befindlichen Hause vorüber. Hinter demselben liegt die 1927 eingeweihte evangel. Kinderschule. Das nächste Gebäude in der Mühlstraße, das sog. Johannes-Pensionat, wurde 1875 von Fürst Salm-Horstmar für die damalige Lateinschule besuchenden, auswärtigen, evangel. Zöglinge gestiftet. Es wurde 1880 an den Johannespensionatsverein abgetreten. Wir setzen unseren Weg fort und gelangen an die 1903/04 neu erbaute Stadtmühle. An dieser Stelle befand sich schon 1397 die Oettinger Mul und in der Nähe eine der Oettinger Tuchmacherzunft gehörige Walkmühle.
Wir kehren um und sehen, wenn wir unseren Blick nach links wenden, das städt. Freibad und die auf dem Mühlspan neugepflanzten Anlagen, um die sich Herr Oberlehrer Schnell sehr verdient gemacht hat, weshalb ihm auch dort ein Gedenkstein errichtet worden ist. Jetzt biegen wir in die Ziegelgasse ein und stehen bald vor dem von Frau Kommerzienrat von Linde gestifteten Fürsorgeheim. In nächster Nähe liegt der im Jahre 1869 eingeweihte neue Friedhof, der jetzt fast 12 Tagwerk umfaßt. Der erste der hier zur letzten Ruhe gebettet wurde, war Herr Geistlicher Rat und kath. Stadtpfarrer Messerschmidt, der ihn wenige Tage vor seinem Tod eingeweiht hatte. Nun gehen wir an der erst in der neuesten Zeit entstandenen Bürgermeister Kirchner-Siedlung vorüber auf den früher fürstlichen, jetzt in Privatbesitz befindlichen Sommerkeller. Er wurde 1740 erbaut und 1820 und 1829 verschönert. Etwas höher gelegen sind noch der 1820 und 1829 hergestellte Postkeller und die erst seit wenigen Jahren bestehende Höhenberger'sche Hühnerfarm.
Wir wenden uns wieder der Stadt zu und erblicken das an der Straße nach Ehingen gelegene schöne Distriktskrankenhaus. Es wurde am 14. April 1913 eröffnet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 172 300 Mark. Auf dem Rückweg werden wir noch einen Blick auf den hübschen Promenadenweg, der sich zwischen einer hohen Buchenhecke und der sog. ,,Langen Mauer" fast einen halben km lang hinzieht. Er wurde im Jahre 1903 vom hiesigen, 1888 gegründeten Verschönerungsverein angelegt. Am Gemüsegarten des Hofgartens vorüber gelangen wir an die weltbekannte Orgelfabrik von Georg Friedrich Steinmeyer & Co., mit nur 1 Arbeiter, Herrn Schürer, begründete der spätere Kommerzienrat Herr G.F. Steinmeyer im Jahre 1847 diese Orgelbauanstalt. Die Gediegenheit der daraus hervorgehenden Werke verbreitete den Ruf der Firma immer weiter. Schon 1857 wurde eine Orgel aus dieser Werkstätte in Bukarest aufgestellt. Mehr und mehr vergrößerte sich das Geschäft, dem mit der Zeit auch eine Abteilung für Harmonium angegliedert wurde. 1908 wurde das 1000. Werk, für die kath. Kirche in Schweinfurt und 1929 das 1500. Werk, das in der Domkirche in Nidaros, dem alten norwegischen Trontheim aufgestellt wurde, aus der Orgelbauanstalt hervor. Aus der 1924 bedeutend vergrößerten Fabrik erhielt vor kurzem der hohe Dom in Passau die größte Orgel der Welt. Sie besteht aus 5 in sich geschlossenen Teilen: Hauptorgel, Epistenorgel, Evangelienorgel, Chororgel und Fernorgel. 3 Orgelkörper besitzen ihren eigenen Spieltisch, doch läßt sich von 5 manualischen Spieltischen aus die ganze Orgelanlage spielen. Sie hat über 200 Register und enthält 16 000 Pfeifen. Die größte ist über 11 m lang und wiegt 6 Zentner. Zur Verbindung der Pfeifen mit dem elektrischen Spieltisch der Hauptorgel waren 700 km Kupferdraht nötig. Alle diese Werke legen Zeugnis ab von der hohen Kunst der Orgelbaumeister und der hervorragenden Geschicklichkeit und Tüchtigkeit der Arbeiterschaft und tragen den Namen unserer Heimatstadt hinaus in alle Welt.
Nun gehen wir den Schloßbuck hinab und kommen an das Lagerhaus, den früheren Zehentstadel. Daß einst in seiner Nähe eine zeitlang der Richtplatz war, wurde schon erwähnt. Bald stehen wir vor der im Mai 1898 dem Verkehr übergebenen neuen Wörnitzbrücke. Der Voranschlag zum Abbruch der alten und Aufstellung der neuen Brücke belief sich auf 71 000 Mark. Die Eisenkonstruktion wurde von einer Würzburger Firma, der Bau der Widerlager von Bauführer Engelhard dahier ausgeführt.

Oettingen Aufnahme ca. 1910/1920
links katholische Kirche St. Sebastian, rechts evangelische Kirche St. Jakob,
rechts daneben das fürstliche Schloss (früher Münze),
am rechten Bildrand steinerne Wörnitzbrücke und
Leonhardskapelle
Die erste Nachricht über die alte, steinerne Brücke, die ihren Anfang zwischen dem Büttner Kern'schem Hause und der St. Leonhardskapelle nahm, stammt aus dem Jahre 1533. Seine Durchlaucht Fürst Joh. Aloys ließ 1749 die jetzt neben der Leonhardskapelle befindliche Statue des Hl. Nepomuk auf der Brücke aufstellen. Eines Vorkommnisses das sich 1789 auf der Wörnitzbrücke abspielte, sei hier Erwähnung getan. Damals besetzten 20 Ansbacher Husaren mit der Behauptung, bis dahin gehe ihre Gerechtigkeit, die Brücke. Als nun am 6. Dezember ein Hainsfarther Bauer nach Oettingen hereinfahren wollte, wurde er mit Gewalt festgehalten. Es kam zu einer großen Schlägerei. Dabei wurden die Oettinger Bürger und das fürstliche Militär mit blutigen Köpfen in die Stadt zurückgetrieben. Wahrscheinlich war daran auch der viel zitierte Schwertle beteiligt. Er stammte aus Ellwangen und war über 3 Jahre im fürstlich Oettingischen Militärdienst als Reiter. Als er 1791 dessertierte, soll er sich auf der Wörnitzbrücke noch einmal umgedreht haben und den berühmten Ausspruch getan haben: ,,0 Oetting, du bischt nix, du worscht nix und aus dir wird nix". Er wandte sich darauf nach Regensburg, versuchte aber wieder in Oettingische Dienste zu treten, aber sein Bemühen war umsonst.
Soweit die Aufzeichnungen von Herrn Oberlehrer Schaller. F.M.
Hier endet das Manuskript. Da der mir unbekannte Herr Schaller sich sehr schön über Oettingen äußert, fand ich es wert, es im Internet Interessierten zur Verfügung zu stellen. Vielleicht finden sich ja noch Nachkommen von Herrn Schaller.
