Stephan`s Prag-Tour
Prag ist eine wunderschöne Stadt, solange nicht die Horden von Touristen einem über den Weg laufen. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und ist sogar manchmal richtig erheitert über das, was sich einem da bietet. Ob im Frühling, im Sommer, im Herbst oder dem kalten Winter. Unsere Tour beginnen wir am Besten am Hauptbahnhof. Dieser Bau hat so einiges zu bieten, mit dem man sicherlich nicht rechnet.
Zuerst kommt man in den unterirdischen Teil dieses Gebäudes, der sich kaum von den sozialistischen Errungenschaften anderer Städte unterscheidet. Doch geht man nach oben, dann ist der Betrachter überwältigt von dem alten Teil dieses Gebäudes. Die ehemalige Schalterhalle wird überthront von einer schönen Kuppel, die reich verziert, den Betrachter zum Verweilen einläd.
Da ich meistens hier meine Tour beginne, geniese ich dort, unter der Kuppel auch meinen ersten Kaffee. Die Preise sind sehr Human 1 Mocca 16 ckr oder ein Filterova 25 ckr. Auch das rege Treiben, das man von Oben betrachten kann, läd regelrecht dazu ein, länger zu bleiben, als man es geplant hatte.
Aber lasst uns weitergehen, denn es wartet noch viele interessante Dinge auf uns! Wir verlassen den Bahnhof und wenden uns nach links, durch eine kleine Parkanlage, vorbei an dem ehemaligen Hauptquartier der Gestapo und gelangen nach etwa 500 Metern zum Wenzelsplatz, an dessem Anfang das Nationalmuseum steht.
Ja, der Wenzelsplatz, das Herz von Prag. Hier reiht sich zubeiden Seiten des Langen Platzes, ein Geschäft nach dem Anderen In Prag kann man sehr gut einkaufen. In Prag sind die viele Läden, gerade dort wo die Massen von Touristen auftauchen, so teuer oder sogar noch teurer als in Deutschland. Man muß also schon sehr genau hinschauen, um einen billigen Laden am Wenzelsplatz zu entdecken, denn dort ist es so billig wie in der Umgebung von Prag und überhaupt in ganz Tschechien. Viele Menschen in Prag leben auf dem gleichen Lebensstandard wie wir.
Immer wenn ich an diesen Platz komme, versäume ich es nicht an dem Kreuz von Jan Pallach eine Nelke niederzulegen. Dieses Kreuz befindet sich unterhalb des Reiterstandbildes von König Wenzel. Doch die meisten Touristen wundern sich immer nur, was dieses Kreuz zu bedeuten hat. Für die Tschechen ist es das Symbol der Freiheit. Hier auf diesem Platz herrscht immer reges treiben. Doch am schönsten ist dieser Platz sehr früh am Morgen, wenn noch nicht die Massen von Leute unterwegs sind. Es ist ein langer Platz, aber man sollte etwas auf seine Taschen aufpassen. Denn wo viele Leute sind, sind auch viele Taschendiebe. Solltest du Lust auf eine der Würste bekommen, die an jedem zweiten Stand angeboten werden, so kann ich nur empfehlen sie zu versuchen, denn sie sind lecker und mit 25 - 30 ckr. ihr Geld wirklich wert.
Am Ende des Platzes, übrigens es ist auch die U-Bahnstation Mustek,beginnt das alte Prag mit seinen mittelalterlichen bis zum Rokko reichenden Häusern. Wenige Schritte von Mustek entfernt befindet sich auch die Touristinformation, wo es Stadtpläne, welch ein Wunder, kostenlos gibt. Solltest du alleine reisen, dann achte genau auf die Preise für die Stadtführungen, denn es gibt da erhebliche Unterschiede, die ganz schön in das Geld gehen können. Unweit von der Information kommt man linkerhand zu einem Markt, den man sich anschauen sollte. Neben dem üblichen Kitsch findet sich dort aber auch gutes Handwerk, das zum Kauf angeboten wird.
Wir folgen nun auch den anderen Massen, die alle scheinbar nur ein Ziel zuhaben scheinen. Hier dringt Deutsch an deine Ohren, dort Englisch, Japanisch und weis der Teufel was alles noch. Unvermittelt, nachdem wir durch einige enge Gassen gekommen sind, stehen wir vor dem Altstädter Ring.
Der bedeutendste Platz des historischen Prags. Er entstand im 12. Jh. und wurde zum Zeugen vieler historischer Ereignisse. Neben dem Altstädter Rathaus und der Teinkirche zählen zu den Dominanten auf dem Platz die barocke St.-Nikolaus-Kirche (K. I. Dienzenhofer, 1732 - 1735), das Palais Goltz-Kinsky im Rokokostil, wo heute die graphischen Sammlungen der Nationalgalerie untergebracht sind, das Haus Zur Steinernen Glocke - ein gotisches städtisches Palais aus dem 14. Jahrhundert, heute Konzert- und Ausstellungsraum der Galerie der Hauptstadt Prag, das Magister-Johann-Hus-Denkmal von Ladislav Saloun (1915). In der Pflastermosaik des Platzes sind die Hinrichtungsstelle der 27 böhmischen Herren (21. 6. 1621) und der Prager Meridian markiert. Wenn wir unseren Blick über diesen imposanten Platz scheifen lassen, dann sehen wir eine doppeltürmige Kirche mit einem interesanten Gebäude davor. Der wirkungsvollste gotische Sakralbau in Prag ist die Muttergotteskirche, erbaut von der Mitte des 14. Jhs bis zum Anfang des 16. Jhs.
Am Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Interieur im Barockstil umgestaltet. Die Kirche ist u.a. durch Altarbilder von Karel Skreta und die Grabplatte des Astronomen Tycho de Brahe von Interesse. Dieser Gebäudeblock, vor der Kirche, im Raum zwischen den Strassen Tynska, Stupartska und Mala Stupartska entstand wahrscheinlich bereits im 11. Jahrhundert. Ursprünglich ein befestigter Handelsmeierhof, wo Zoll - „Ungelt" - kassiert wurde; daher der Name des ganzen Areals. Aber weiter geht unser Weg. Wieder durch enge Gassen, vorbei an Menschen die einem kleine Zettel zustecken möchten.
Wer jetzt Müde ist, vielleicht einen Cafe benötigt, wie ich immer und ausgerechnet an dieser Stelle, der merke sich diese Kirche auf der rechten Seite gut merken.(Nächstes Bild)
Wir folgen der Strasse, in Richtung der Karlsbrücke, achten auf die Schönen Fassaden ger Gebäude, mit ihren reichhaltigen Verzierungen und finden genau neben dem Haus, in dem Keppler gelebt haben soll, mein kleiner Geheimtipp, was das Kaffeetrinken betrifft. Eigentlich ist es ja ein Hotel, doch das Cafe ist für jeden von der Stasse aus zugänglich. Gemütliche Sitzbänke, eine wirklich zuvorkommendes Personal und auch das ganze Interieur läd zum verweilen, zur Musse ein. Hier bin ich gerne, geniese die Umgebung, beobachte das an mir vorbei ziehende Treiben und wer immer mich an den Wochenenden sucht, weiss, das ich dort stets den Vormittag verbringe.
Nach dieser angenehmen Unterbrechung, wenden wir uns, wenn wir das Lokal verlassen, nach links und nach wenigen Metern, nur noch getrennt von einer belebten Strasse, schreiten wir durch ein mächtiges Tor und befinden uns auf der berühmten Karlsbrücke.
Ehelich gesagt, ich liebe dieses Bauwerk, aber nur am sehr frühen Morgen, wenn sich nicht diese Ströme von Menschen über diese wunderschöne Brücke bewegen.
Das Eintrittstor auf die Karlsbrücke von der Altstadt aus, das schönste gotische Tor in Europa, auch Altstätter Brückentor genannt, ist ein eindrcuksvolles Werk der Hofbauhütte. Vollendet vor dem Jahre 1380. Der Turm ist reich an Skulpturenschmuck - Wappen der Länder der böhmischen Krone in der Regierungszeit Karls IV., Statuen des hl. Veit, Karls IV., Wenzels IV., des hl. Adalbert und Sigismunds.
Die älteste Prager Brücke, errichtet anstelle der Judithbrücke, die im Jahre 1342 einer Hochwasserkatastrophe teilweise zum Opfer fiel. Die Steinerne oder Prager Brücke, seit dem Jahre 1870 Karlsbrücke genannt, wurde im Jahre 1357 von Karl IV. errichtet. Nach den neuesten Forschungsergebnissen wurde der Bau der Brücke von Meister Otto begonnen und im Jahre 1402 von Peter Parler fertiggestellt. Die Brücke ist auf beiden Seiten durch Türme befestigt (Kleinseitner Brückentürme, Altstädter Brückenturm). Von 1683 bis 1928 wurden die Brückenpfeiler mit 30 Statuen und Statuengruppen von Heiligen besetzt.
Ich kann mir nicht helfen, aber diese Brücke zieht mich immer magisch an. Auf ihr könnte ich Stunden verbringen, ohne das es mir langweilig wir. Bei schönem Wetter, sehe ich den zahlreichen Künstlern über die Schultern, beobachte die verschiedenen Reisegruppen, versuche an ihrem Verhalten heraus zu finden, zu welcher Nationalität sie gehören. Also ich habe immer meinen Spass auf diesem Bauwerk.
Der kleinere Turm, er bildet auch den Zugang zu dem anderen, dem grosszügigen Prag, ist romanisch und stammt wahrscheinlich noch aus dem 12. Jahrhundert. Es handelt sich um einen Rest der Judithbrücke. Der höhere Turm ist um 200 Jahre jünger (1464) und sein spätgotischer Baustil erinnert an Parlers Altstädter Brückenturm.
Er ist auch der Eingang zu dem anderen, berühmten Stadtteil, in der sich auch die Prager Burg befindet. Durch die Mustekastrasse gehend, vorbei an barocken Fassaden gelangen wir dann zur St. Nikolaus-Kirche.
Die Strassen, wie es der damaligen Zeit entsprach, sind hier breiter, grosszügiger angelegt. Zu beiden Seiten finden sich teils interessante, teils mit dem unvermeitlichen Kitsch ausgestattete Läden.Aber was sollst manchmal, wenn man seine Augen richtig aufmacht, dann findett man auch so manches Unerwartete, was man sich dann gerne kauft.
Die St. Nokolaus Kirche ist eines der bedeutendsten Bauwerke des „Prager Barocks", mit einer dominierenden Kuppel und einem Glockenturm (Architekten K. Dienzenhofer, K. I. Dienzenhofer, A. Lurago, 1704 - 1756). Auch die Innenausstattung ist ein Beispiel des Hochbarocks (J. L. Kracker, K. Skreta). W. A. Mozart spielte während seines Aufenthalts in Prag auf der Orgel der St.-Nikolaus-Kirche. Zugänglich ist auch der Glockenturm der St.-Nikolaus-Kirche, der die Aussicht auf die Kleinseite und die ständige Ausstellung der Prager Chormusik bietet.
So meine Lieben, wer jetzt keine steilen Anstiege mag, der setze sich in das nächste Cafe und betrachte die Burg von unten, denn den bequemen Weg wollen wir nicht gehen und folgen der südlichen Treppe, hinauf, wo uns eine eigene Stadt empfängt. Aber ganz unter uns gesagt, diese Anstrengung wird belohnt. Und das mit Sicherheit. Also los geht es.
Willkommen auf der Burg. Für die Tschechen ist dieser Ort ein Nationales Kulturdenkmal und zugleich das Symbol der mehr als tausendjährigen Entwicklung des tschechischen Staates. Von seiner Entstehung im letzten Viertel des 9. Jahrhunderts an entwickelt sich der Komplex der Prager Burg seit elf Jahrhunderten ununterbrochen. Er stellt ein monumentales Ensemble von Palästen, Verwaltungs- und Kirchenbauten, Wehranlagen und Wohngebäuden aus allen Baustilepochen dar. Die Prager Burg erstreckt sich auf einer Fläche von 45 ha um drei Burghöfe herum. Ursprünglich war sie der Sitz der böhmischen Fürsten und Könige, seit 1918 ist sie der Sitz des Staatspräsidenten.
Das alles überragende Gebäude dieser Burg, ist der gotische St. Veits-Dom. Das geistige Symbol des tschechischen Staates, wurde im Jahre 1344 anstelle der ursprünglichen romanischen Rotunde von Johann von Luxemburg und seinen Söhnen Karl und Jan Jindrich (Johann Heinrich) gegründet. Er wurde nach Entwürfen von Matthias von Arras (bis 1352), später von Peter Parler (1356 - 1399) errichtet. Der Dom wurde fast 600 Jahre lang gebaut und endgültig erst im Jahre 1929 fertiggestellt. Ausser der wertvollen künstlerischen Ausstattung, der St.-Wenzel-Kapelle und der Gruft der böhmischen Könige im Souterrain der Kirche befinden sich hier auch die Krönungskleinodien.
Jedem Besucher wünsche ich einmal das Vergnügen, an einer Messe, oder an einem Tag in diesem Dom zu sein, wenn die Orgel gespielt wird. Selten habe ich eine solche Akustik wahrgenommen wie hier. Die Töne scheinen von Oben, von der Seite, eigentlich von allen Seiten zugleich auf einen zu stürmen. Ein angenehmes Gefühl.
Unweit von diesem mächtigen Domes, fast so als wollte as imposante Bauwerk alles um sich herum in seinen Schatten stellen, befindet sich eine kleine Kirche, die St. Georgsbasilika.
Der älteste erhalten gebliebene Kirchenbau auf der Prager Burg und das am besten erhaltengebliebene romanische Bauwerk in Böhmen. Sie wurde um das Jahr 920 vom Fürsten Vratislav I. gegründet. Im 12. Jahrhundert wurde sie umgebaut, die Barockfassade stammt aus dem 17. Jahrhundert. Von Bedeutung sind die St.-Johann-von-Nepomuk-Kapelle und die Kapelle der heiligen Ludmila, der Grossmutter des heiligen Wenzel, der ersten böhmischen christlichen Märtyrerin.
In dieser Kirche, wenn nicht gerade von Touristen bevölkert, kann man gut über Gott und die Welt nachdenken. Für mich strahlt sie immer eine gewisse Ruhe aus, der ich mich gerne hingebe, wenn mich mal wieder das Heimweh packt.
Diese Gasse hat aber auch einen Charm, vorallem in der Dämmerung, der man sich schlecht entziehen kann.
Bis zum 16. Jahrhundert der Sitz der böhmischen Fürsten und Könige, auf den Resten des romanischen Sobeslav-Palastes erbaut. Weitere Umbauten sind im gotischen und Renaissancestil von den bedeutenden böhmischen Königen Premysl Otakar II., Karl IV., Vaclav (Wenzel) IV. und Wladislaw Jagello durchgeführt worden. Am sehenswertesten ist der gotische Wladislaw-Saal - der grösste Profanraum des mittelalterlichen Prags (1487 - 1500 Benedikt Rejt) mit einem beachtenswerten Rippengewölbe. Heute finden hier die Präsidentenwahlen und verschiedene festliche Staatliche Veranstaltungen statt.
Versucht einfach mal auf der Burg zu sein, wenn Wachwechsel ist. Denn was die Engländer können, das können die Tschechen erst recht, vor allem wenn man weis, das der Präsident selbst, mit Prags berühmtesten Köstümbildner, diese Uniformen entworfen hatte.
Also auf dieser Burg, oder sollte man besser sagen, Burgstadt, könnte der ganze Tag verbracht werden und man hat noch nicht alles gesehen. Doch lasst uns einfach wieder hinunter gehen
Wer Nachts auf die Burg geht und facettenreiche Bilder schiessen möchte, der wird dort oben die schönsten Aufnahmen machen können. Selbst im Winter überrascht diese Stadt den Betrachter.
Noch ein kleiner Tip. Es gibt einige Strassenbahnlinien, die diesen Burgberg befahren oder besser gesagt, hinabfahren und das ist gelinde gesagt ein wahnsinniges Erlebniss, das jedem empfohlen werden kann. Zudem ist es ein Spass der wenig kostet und sich auf jedenfall lohnt, auch wenn es mancher im ersten Augenblick sich nicht vorstellen kann. Dazu nehme man die U-Bahnlinie A fährt bis zur Station Dejvicka und los geht das Vergnügen. Fast Abenteuerlich kann so eine Fahrt im Winter werden. Der Schnee liegt auf den steilen Strassen, langsam quälen sich die Autos die steilen Serpentinen nach unten und unerbittlich drängt von hinten die Strassenbahn. Das sind immer solche Momente wo ich froh bin, das in Prag eigentlich ein Auto nicht gebraucht wird. Für mich jedenfalls. Aber es soll auch Andere geben. Spätestens dort, so ein Ungetüm im Heckfenster sehend, wird das Fahrzeug bald stehen gelassen.
Aber genug der Schwärmerei, sonst kommen wir nie weiter. Denn auf uns wartet noch so manches, was unbedingt angesehen werden muss. Nach unten, zur Moldau, führende Strassen, vorbei an schönen Fassaden gehen wir zur Manesuv Brücke, auf deren anderen Seite das grosse Opernhaus von Prag dem Betrachter ins Auge sticht. Vorbei an diesem Gebäude, folgen wir den Schildern, die uns zum Jüdischen Viertel von Prag führen. In diesem Stadtteil bin ich einerseits sehr gerne und dann auch wieder nicht. Nicht wegen der verhängnisvollen Geschichte, sondern wegen dem Verhalten das viele Besucher hier an den Tag legen.
Wer also dieses Viertel besuchen will, sollte sich möglichts von solchen Gruppen fernhalten, denn es ist schon eine Schande was da Abgeht.
Nachdem nan sich ein Bilett erstanden hat, was übrigens für alle Einrichtungen des Jüdischen Viertel gilt, betritt man die Alte Synagoge, in der sämtliche Namen der Prager Juden verzeichnet sind, die von den Nazis ermordet wurden. Befangenheit umfängt ein, Schweigen. Nehemen sie sich Zeit, gehen sie an den Namen vorbei und stellen sie sich die Gesichter, der Menschen vo. So mache ich es jedesmal.
Die Jüdische Geschichte ist eng mit Prag verbunden. Josefstadt ist eine Bezeichnung der ehemaligen jüdischen Stadt, die im Zusammenhang mit der Gleichstellung der Juden 1850 aus dem Gebiet der Altstadt ausgegliedert wurde und die zur 5. Prager Stadt wurde. Das Gebiet des ehemaligen Ghettos gehörte zu den ärmsten in Prag. Deswegen wurde hier am Ende des 19.- Anfang des 20. Jh.-s eine „Assanierung“ durchgeführt. Es blieben nur einige Gebäude erhalten: die Synagogen, das Rathaus, der alte jüdische Friedhof.
Es gibt einen seltsamen Brauch auf diesem Friedhof, der bei den Touristen die ihn nicht kennen, manchmal verständnissloses Kopfschütteln hervorruft. Aber was solls, sollen sie doch denken was sie wollen, ich mache es trotzdem jedesmal.
Wenn du am Grab vom Rabbi Löw bist und ein grosser Wunsch, ein erreichbahrer Wunsch liegt dir am Herzen, dann schreibe ihn auf einen kleinen Zettel und stecke diesen zu all den anderen Wünschen. Bete kurz für den alten Rabbi und mal sehen, was aus deinen Wünschen wird. Man(n) mag daran glauben oder auch nicht, ich für meinen Fall habe immer einen dieser kleinen Wunschzettel in der Tasche
Stecke dir auf jeden Fall, bevor du den Friedhof betritts, drei kleine Steine in die Tasche. Es ist ein Ort des Gedenken, eigentlich aller Toten. Und wenn Dir ein Grabstein zusagt, dein Gefühl dich leitet, dann lege die drei Steine darauf, denn sie sind auch Gleichzeitig für all jene Menschen die uns der Tod genommen hat.
Die älteste erhaltene Synagoge in Mitteleuropa. Frühgotischer Bau vom Ende des 13. Jahrhunderts mit reicher steinmetzartiger Ausschmückung und altertümlicher Innenausstattung (schmiedeeisernes gotisches Gitter, geschmiedete Luster). Heute dient sie als Gebetshaus und Hauptsynagoge der Prager Judengemeinde.
Dieser Bau ist so schlicht und doch hat er etwas an sich, dem sich kaum einer der Besucher entziehen kann. Menschen die zuvor hektisch in den Strassen galaufen sind, sitzen dort plötzlich auf den hölzernen Bänken, schweigen, betrachten, gehen in sich, vergessen alles um sich herum, bis der lässtige Touristenführer sie zum Aufbruch und damit aus ihrer Ruhe drängt.
Wer jetzt hunger haben sollte, dem empfehle ich eines der zahlreichen koschernen Restaurants, die sich in der unmittelbaren Umgebung befinden. Hier habe ich die bislang besten Fafallas ausserhalb Israel gegessen. Kleiner Tip. In den Restaurant, in denen sich ortodoxe Juden befinden, ist das Essen meist am besten.
Aber lasst uns weitergehen. Je nachdem wie es einer will kann man wieder zurück zum Altstädter-Ring gehen, oder wie ich es immer Mache, durch die kleinen Strassen hin zum Gemeinde-Haus
Warum aber diesen Weg. Hier ist das wirkliche Prag, das Prag, das ich am liebsten mag. Kleine Hostineks laden ein sich auszuruhen, Geschäfte die nicht von den Touristen leben, haben günstigste Preise und auch die Häuservielfalt ist sehenswert.
Wird fortgesetzt.
An die gotische Burgmauer angebaute winzige Häuschen, jedes in einer anderen Farbe, klein, gedrungen, sich hinter der mächtigen Mauer versteckend, das ist das berühmte "Goldene Gässchen". Im 16. Jahrhundert wohnten hier die Burgschützen und Handwerker. Im Häuschen Nr. 22 arbeitete in den Jahren 1916 - 1917 Franz Kafka. Es ist schon ein sehr seltsamen Schauspiel, wenn sich Japaner oder Chinesen in dieser Gasse befinden, und alles und doch eigentlich nichts ausser sich selbst fotographieren.
Aber lasst uns weiter gehen zu dem ehemaligen Könogspalast.
Wie ich vorhin schon einmal sicherlich erwähnt habe, so ist die Prager Burg der Sitz des Tschechischen Präsidenten.
Durch den Wallgarten, der uns wiederum einen eindrucksvollen Blick über das Parg auf der anderen Seite der Moldau schenkt, wieder steile Treppen hinabsteigen, vorbei an brächtigen Häusern, die zeigen wie Reich Prag früher einmal war und auch wieder sein wird, gelangen wir wieder zur St. Nikolauskirche.
Noch einmal, bevor wir über die Moseka-Brücke diesen Teil der Stadt verlassen, werfen wir einen Blick zurück auf das mächtige Geäudeensemble der Burg.
Nunja, nicht jeder liebt eine solche abenteuerliche Fahrt mit der Strassenbahn. Aber es geht auch anders, den Berg wieder hinunter. Die Prager Burg hat auch landschaftlich noch etwas zu bieten. Nicht nur die tolle Aussicht, sondern auch der riesige Park, der sich dort anschliesst, läd zu einem ausgedehnten Spaziergang ein. Neben alten Baumbeständen die so manche schöne aber auchtraurige Geschichten erzählen könnten, hat dieser Park einen gewissen Reiz, der die Seele baumeln lässt.
Selten findet man hier seine Ruhe, Horden von Touristen strömen zur Alten Synagoge, vorbei an den kleinen Ständen an denen man sich eine Kibba, kaufen kann, ohne die man das Gelände nicht betreten sollte. Doch was schert es den Besucher, was gehen ihn die Gefühle anderer an? Sie bringen das Geld, leider sind deutsche Gruppen Vorreiter eines solchen Verhaltens, und daher haben sie auch das Recht sich so zu benehmen, wie es ihnen gefällt.
Der Alte jüdische Friedhof entstand über Jahrhunderte wegen des Platzmangels in Schichten übereinander. Das älteste Grab ist dabei mit dem Jahr 1439 datiert. Die ca. 12 000 Grabsteine befinden sich da und sind Zeuge der 350-jährigen Geschichte des Friedhofs. Zu den bekanntesten Gräber gehört das Grab des großen Prager Rabbi Löw – des angeblichen Schöpfers des Golems.
Durch die Pinkasova-Synagoge gelangen wir wieder aus diesem Komplex und wenden uns, wer noch Lust dazu hat, nach links. Wir folgen der Sirokastrasse und gelangen an die Altneustadt-Synagoge.
Dieser Weg durch die verschiedenen Strassen ist mehr als interessant. Keine Angst sie werden sich nicht verlaufen, denn die Ausschilderung der Sehenswürdigkeiten ist in Prag mehr als hervorragend. Ûnd wenn sie sich doch einmal nicht mehr auskenn, dann fragen sie einfach. Ich habe noch nie erlebt, das ein Prager sie abweist. Und wenn er mit Händen und Füssen reden muss, er zeigt ihnen den richtigen Weg.