todesstrafe, unschuldig zum tode verurteilt
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UNSCHULDIG ZUM TODE VERURTEILT 6

Eine Deutsche Schriftstellerin kämpft um Gerechtigkeit für Jimmy A. Dennis ! Jimmy ist nachweislich unschuldig und befindet sich immer noch im Todestrakt...

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1991 wurde Jimmy A. Dennis angeklagt, die 17-jährige Chedell Williams, vor Philadelphias Fern Rock Subway Station erschossen und ihre goldenen Ohrringe gestohlen zu haben. Zur Zeit der Schießerei (kurz vor 14.00 Uhr) saß Jimmy in einem Bus, der nicht einmal in die Nähe des Tatortes fuhr.

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HINTERGRUNDINFORMATION:

An einem hellerlichten Nachmittag im Oktober 1991 wurden Chedell Williams und ihre Freundin, Zahra Howard, von zwei Unbekannten angegriffen, während sie Fahrkarten kaufen wollten. Die Mädchen rannten weg. Als einer der Unbekannten Chedell einholte, gab es eine kurze Rangelei, danach ein einzelner Schuß. Chedell starb eine halbe Stunde später im Krankenhaus.

Zahra Howard stand dem Schützen direkt gegenüber und machte am 22.10.1991 bei der Polizei ihre Aussage. Sie beschrieb den Täter als etwa 1,8 m groß, genauso groß wie das Opfer.

ZEUGENAUSSAGE VON ZAHRA HOWARD:

Wie erwähnt fuhr Jimmy mit dem Bus in einen völlig anderen Stadtteil von Philadelphia. Sein Vater hatte ihn zur Bushaltestelle gebracht und gesehen, wie er in den Bus einstieg. Wichtige Zeugen wurden nie befragt. Jimmy hat an diesem Nachmittag mehrere Telefonate geführt. Die Telefon-Protokolle, die beweisen konnten, daß sich Jimmy zum Tatzeitpunkt nicht in der Nähe des Tatortes aufhielt, wurden nicht als Beweismittel herangezogen.

Zahra Howard konnte Jimmy bei einer Gegenüberstellung nicht als den Schützen identifizieren. Sie hatte ihm auf der Treppe direkt gegenübergestanden.

Polizeiprotokoll:

"Can you be sure if that is in fact the guy that shot Chedell ?" "Bist du sicher, dies ist tatsächlich der Mann, der Chedell erschoß?" "No" "Nein."

TÄTERPROFIL: (nach Augenzeugen-Beschreibung)

* sehr dunkle Haut * etwa 1,8 m groß * etwa 90 kg

JIMMY A. DENNIS:

* hellere Haut * 1,65 m groß * knapp 60 kg (Freunde nennen ihn "Shorty" = "Kurzer")

Charles Thompson wurde zu einem der wichtigsten Zeugen. Er kennt Jimmy sein Leben lang, sie waren in der gleichen Gegend aufgewachsen. Thompson war Mitglied in Jimmys Band. Wegen eines Vergehens festgenommen, wurde Thompson auch zum Williams Fall verhört. An einen Stuhl gefesselt, wurde er stundenlang von fünf Polizisten massiv unter Druck gesetzt. Man sagte u.a. man würde ihm die Sache anhängen, wenn er nicht kooperieren würde.

Aussage Charles Thompson vom 8. November 1991:

Thompson nahm diese belastende Aussage später zurück, sagte sie sei eine Lüge und unter Zwang erfolgt. Er beschrieb darin seine Angst wie folgt...

"They would beat the hell out of me while I was handcuffed!" "Sie würden die Hölle aus mir hinausprügeln, während ich in Handschellen war."

1996 machte er eine neue Aussage bei der Rechtsanwältin Tracy Brandeis."

My question to you is first of all, did you ever see Jimmy with a gun of any kind?" "Meine erste Frage ist, hast du Jimmy jemals mit irgendeiner Waffe gesehen?" "No." "Nein."

Gegen Thompson liefen Ermittlungsverfahren wegen Drogen und tätlicher Beleidigung. Diese wurden nach seiner Aussage gegen Jimmy Dennis, über die er später sagte, sie war gelogen, fallengelassen. Bei einer Verurteilung wäre es zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr gekommen - es ging hier also um keine Kleinigkeiten.

Auszüge aus der Aussage Charles Thompson vom 24.1.1996:

Wie konnte das geschehen?

Der Mord, bei dem unter tragischen Umständen ein 17jähriges Mädchen wegen einem Paar Ohrringen am hellen Tag in Philadelphia starb, löste in der Öffentlichkeit breites Entsetzen aus. Es war nicht der erste Mord, der wegen Schmuck oder einem Kleidungsstück verübt worden waren. Der öffentliche Druck auf die Polizei, die bekannt war für Korruption und Rassismus, war demzufolge sehr groß. Sie mußten einen Täter finden und diesen möglichst schnell präsentieren.

Die Polizei befragte jeden einzelnen in dem Stadtteil (Jimmy nennt ihn das Ghetto), wo Jimmy aufgewachsen war und lebte. Hohe Arbeitslosigkeit und Armut waren dort zu Hause. Geschichten zu erfinden und Gerüchte zu verbreiten, war oft die einzige Abwechslung. Irgend jemand erwähnte Jimmys Namen in Zusammenhang mit dem Mord.

Als Jimmy hörte, daß er erwähnt wurde, suchte er gemeinsam mit seinem Vater und seinen Brüdern das Morddezernat der Polizei auf. Er wollte die Gerüchte aus der Welt schaffen, in dem er sich für eine Befragung zur Verfügung stellte. Nach fast einer Stunde Warten, schickte man Jimmy nach Hause, sagte ihm, daß es keine Fragen an ihn gäbe.

Einen Monat später wurde Jimmy verhaftet:

Jimmy wurde von den Medien angeklagt und verurteilt, lange bevor er den Gerichtssaal betreten hatte.

Er ist heute im Todestrakt wegen eines Verbrechens, das er nicht begangen hat.

Ebenso schlimm ist, daß der wirklich Schuldige frei ist und sein Leben genießen kann.

Jimmy sah seinen Verteidiger, Mr. Mandell, genau zweimal (2x !!!). Das erste Mal am Tag vor der Verhandlung, das zweite Mal während der Verhandlung.

Mr. Mandell arbeitete an mehr Todesstraf-Prozessen als irgendwer sonst in Pennsylvania. Er hatte weder von finanzieller noch personeller Seite die Möglichkeit, alle Fälle in ausreichendem Maße zu bearbeiten. Weder vor noch während des Prozesses konnte der Anwalt von Jimmy oder seiner Familie erreicht werden, sie bekamen auch keinen Rückruf aus seinem Büro.

Zuerst versuchte man, Jimmy noch weitere Verbrechen anzuhängen, man wollte ihn als gefährlichen Verbrecher hinstellen. Später wurden diese Anklagen fallengelassen.

Was spricht noch für Jimmys Unschuld?

Die Waffe wurde nie gefunden.

Es gab viele wichtige Zeugen, die zur Wahrheitsfindung hätten beitragen können und somit Jimmys Unschuld hätten beweisen helfen, die niemals von der Polizei vernommen wurde.

Während des Prozesses zeigte der Staatsanwalt einen Knopf, der von der Kleidung des Mordopfers stammte. Er war während des Kampfes mit dem Mörder abgerissen worden. Jimmy fragte seinen Anwalt, ob man diesen Knopf auf Fingerabdrücke untersucht habe und wenn ja, wessen darauf wären. Der Anwalt, Lee Mandell, sagte, sie wissen, daß es nicht Jimmys Fingerabdrücke sind, aber wen interessiert das. Daraufhin meinte Jimmy, daß es ihn interessieren würde, da dies doch die Fingerabdrücke des Killers sind. Mandell brachte das während des gesamten Prozesses nicht zur Sprache.

Vor Jimmys Verhaftung wurde im TV ein Phantombild (von der Polizei angefertigt) gezeigt, das den Verdächtigen zeigte. Es hatte keinerlei Ähnlichkeit mit Jimmy. Jimmy und sein Anwalt wollten Kopien dieses Phantombildes für die Beweisführung haben. Sie bekamen keine.

In einigen Phasen des Prozesses schlief der Vorsitzende der Geschworenen den Schlaf der "Gerechten", und niemand tat etwas dagegen.

Zeuge David LeRoy, Besitzer des Hot-Dog-Standes direkt am Tatort des Verbrechens, sagte später, daß ihn die Polizei dazu drängen wollte, Jimmy als Täter zu identifizieren. Er sagte daraufhin: "Ich werde niemandes Leben mit einer Lüge nehmen."

David LeRoy sagte auch, nachdem der Killer Chedell die Ohrringe wegnahm, stand sie aufrecht, und der Killer hielt sie nicht fest, als er schoß. Chedell war 1,80 m groß. Wenn eine kleine Person (wie Jimmy) in dieser Position auf sie geschossen hätte, hätte die Kugel einen anderen Weg in ihrem Körper genommen.

Thomas Bertha, ein anderer Augenzeuge des Mordes, sagte im Gericht, er hätte dem Täter auf der Straße Auge in Auge gegenübergestanden. Es war eine gerade Straße, keinerlei Erhebung. Bertha gab an, 1,79 m groß zu sein. Es ist also unmöglich, daß er dem 1,65 m großen Jimmy Auge in Auge gegenüber gestanden hat.

Jimmy hatte ein einwandfreies Alibi. Der Staatsanwalt wollte das nicht gelten lassen, sein Vater würde für ihn lügen - schließlich sei Blut dicker als Wasser - und die anderen, die das Alibi bezeugten, waren Freunde von Jimmy und auch die hätten Grund für ihn zu lügen, so der Staatsanwalt. Für ihn zählte nur die eine Frau, weder mit Jimmy verwandt noch befreundet, nur eine Nachbarin, die keinen Grund hatte für oder gegen ihn zu lügen. Daß sie es trotzdem tat, beruht auf einem Zeitirrtum, der sich beweisen läßt.

Im Juli 1998 entschied der Oberste Gerichtshof von Pennsylvania mit 4 zu 3 Stimmen gegen einen neuen Prozeß für Jimmy. In dieser äußerst knappen Entscheidung waren 3 der obersten Richter der Meinung, Jimmy solle wegen des äußerst schlecht geführten Prozesses eine neue Verhandlung bekommen.

(Quellennachweis: Homepage von Petra E. Richter)

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"Praying for the truth" - "Beten für die Wahrheit"

das schreibt Jimmy in all seinen Briefen - aber Beten allein genügt nicht mehr.

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Bei Fragen wenden Sie sich bitte an E-Mail: Petra.E@t-online.de

 


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