Karla wurde vom Staate Texas und im Auftrag von Governor George W. Bush am 3. Februar 1998, kaltblütig, gezielt, bürokratisch organisiert auf perfide Art und Weise ermordet!
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Die Gefängnisleitung hat den letzten Tag im Leben der 38jährigen Karla wie folgt rekonstruiert:
3.00 Uhr: Verweigert Frühstück, schläft wieder ein.
6.00 Uhr: Nimmt saubere Kleider in Empfang, verweigert Dusche.
6.14 Uhr: Lehnt es ab, sich die Fernsehnachrichten anzusehen.
6.24 Uhr: Schreibt.
7.40 Uhr: Telefoniert mit ihrem Anwalt.
8.10 Uhr: Trinkt ein Glas Wasser und liest in der Bibel.
8.11 Uhr: Empfängt Besuch von ihrem Mann, ihrem
Vater und ihrer Schwester - eine Trennscheibe läßt keine Berührung zu.
8.27 Uhr: Nimmt von ihrem Mann Kekse an, gibt zu, daß sie vom gestrigen Fasten geschwächt ist.
10.20 Uhr: Liest ihrer Familie aus der Bibel vor.
11.50 Uhr: Ihr Mann Dana Brown singt ein Gebet.
11.54 Uhr: Weint zum ersten Mal.
11.55 Uhr: Karla und ihre Familie legen ihre Hände an die Trennscheibe, um sich zu verabschieden.
12.00 Uhr: Ende der Besuchszeit.
12.10 Uhr: Verweigert das Mittagessen.
12.12 Uhr bis 12.15 Uhr: Ihr Eigentum wird verpackt.
12.26 Uhr: Betet mit dem Gefängnispfarrer.
13.03 Uhr: Verlegung in den Todestrakt, in dem sie keinen Besuch mehr empfangen darf.
15.00 Uhr: Verweigert aus Banane, Pfirsich und Salat bestehende Henkersmahlzeit. Wartet auf Ergebnisse ihrer Berufungsanträge beim Verfassungsgericht.
18.10 Uhr: Beginn der Hinrichtung.
18.45 Uhr: Acht Minuten nach der Giftinjektion wird Karla Faye Tucker für tot erklärt.
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Das Recht auf Leben geht jedem Recht, ausser jenem auf Notwehr, voraus, auch eventuellen, wie auch immer begründeten Ansprüchen des Staates. Jeder Mensch ist ein einzigartiges Wesen, dessen Vernichtung nie mehr rückgängig zu machen ist. Die Anmassung eines Einzelnen oder des Staates, die dem Individuum zugemessene Frist abkürzen zu dürfen, ist verbrecherisch.
Die geplante und organisierte Tötung eines wehrlosen Gefangenen im Namen des Staates übertrifft jeden denkbaren Mord an Grauenhaftigkeit. Einem Menschen als denkendem und fühlendem Wesen den genauen Zeitpunkt seines Todes bekanntzugeben, ist eine nicht mehr zu überbietende Grausamkeit.
Die Tötung eines Gefangenen widerspricht dem Sinn des Rechtes. Weder dient sie der Prävention (es ist erwiesen, dass die Todesstrafe nicht zur Verminderung der Kriminalität beiträgt, ausserdem lässt die Vernichtung einer Karla Faye wieder Rachegedanken aufkommen), noch dient sie der Sühne (Sühne setzt immer die Möglichkeit eines Neuanfanges voraus, Karlas Schuld war ausserdem durch die lange Haft und ihre tätige Reue auch im menschlichen Sinn gesühnt). Im Falle Karlas war auch eine Gefährdung Dritter im Falle einer Freilassung nicht gegeben. Als einziger Grund bleibt die Rache. Rache als Grundlage des staatlichen Handelns ist eines Rechtsstaates unwürdig.
Karla Faye wurde aus dem Abgrund ihrer Drogenkrankheit von einer ehemaligen Drogenabhängigen geholt. Sie ihrerseits hat über zehn Jahre im gleichen Sinn bei ihren Mitgefangenen gewirkt. Ihre Überzeugungskraft in Verbindung mit ihrem starken Glauben hätte vielen einen neuen Weg zeigen können. Der Staat, der Millionen für häufig nutzlose Antidrogenprojekte ausgibt, hat sich selbst um eine Hoffnung im fast ausweglosen Kampf gegen das Drogenelend gebracht. Die Tötung von Karla war nicht nur ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern auch eines gegen die Menschheit, die auf Hoffnungsträger wie Karla dringend angewiesen wäre.
Mit seinen Äusserungen dokumentiert Gouverneur Bush seine verwerfliche Gesinnung. Als einzige Gründe für eine Begnadigung lässt er zu, dass der Verurteilte keinen korrekten Prozess hatte oder dass er die Tat, deren er beschuldigt wurde, gar nicht begangen hatte. Eine völlige Perversion des Sinnes einer Begnadigung! Eine Begnadigung soll dort Platz greifen, wo die Vollstreckung einer Strafe aufgrund einer an sich zu Recht erfolgten Verurteilung unerträgliche, stossende Konsequenzen hätte. Der Zynismus, der in seiner Äusserung liegt, er hätte für einen richtigen Entscheid gebetet, ist nicht mehr zu überbieten. Der Mordtatbestand nach schweizerischem Strafrecht wäre erfüllt.
Für den Verzicht auf die Begnadigung Karlas gibt es und gab es keinen rechtlich haltbaren Grund. Die Verweigerung der Begnadigung war ausschliesslich politisch motiviert. Bush baut bei seinen Präsidentschafts-Ambitionen auf die Stimmen der Befürworter der Todesstrafe. Karla Faye Tucker, die menschlich einem Bush haushoch überlegen war, musste aus kleinlichen, politischen Überlegungen sterben. Verwerflicher geht es nicht mehr! Ein Bush als möglicher Präsident der stärksten Weltmacht ist eine Gefahr für die Menschheit.
Die Todesstrafe ist die Strafe der Armen. Hätte Karla reiche Eltern gehabt, wäre sie schon bei der Finanzierung ihrer Drogensucht nicht auf Prostitution und Beschaffungskriminalität angewiesen gewesen. Sie wäre also gar nie in die entsprechende Gesellschaft geraten. Hätte sie trotzdem in dieser unglückseligen Nacht einen Pickel zur Hand genommen, hätten Spitzenanwälte sie herausgeschlagen. Zu einem Todesurteil wäre es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie gekommen! Allerdings hätte es dann auch nie die überragende Gestalt Karla Fayes gegeben.
Die Tötung Karla Fayes war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen die Menschheit, im ethischen Sinn war es abscheulicher Mord. Die Verantwortlichen gehören wie Kriegsverbrecher vor einen internationalen Gerichtshof.
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Tätig werden! Was das Ausland tun kann;
Amerika tötet weiter - was kann Europa tun?
Leicht vernichtet, unwiederbringlich verloren:
Ein Menschenleben ist leicht zu vernichten: Ein wenig Gift in die Venen und schon waren die lebhaften braunen Augen Karlas erloschen, war ihr Lächeln nur noch auf Bildern erlebbar. Zurückrufen kann sie keine Macht dieser Welt. Zurück bleiben unzählige, die diesen wundervollen Menschen nie werden vergessen können. Mit dieser Trauer müssen wir leben. Die Verbrecher, die sie getötet haben, werden auf dieser Erde wohl nie zur Rechenschaft gezogen. Noch warten über 3000 Menschen in den Todestrakten von US-Gefängnissen auf die von ihren Herren festzusetzende letzte Stunde, Schuldige und auch Unschuldige, Unverbesserliche und völlig Resozialisierte. Wieviele Karlas bzw. ihre männlichen Pendants werden den entsetzlichen letzten Tag noch durchleiden müssen, bis diese unsägliche Tötungsmaschinerie gestoppt wird? Wieviele Opfer werden auf dem elektrischen Stuhl, moderne Version des mittelalterlichen Scheiterhaufens, noch buchstäblich zu Tode gebraten, bis endlich dieser Folter mit Todesfolge Einhalt geboten wird? Die Kadenz der Hinrichtungen hat zugenommen. Karlas Tötung könnte bis jetzt noch bestehende Hemmungen erst recht abbauen. Mit ihr wurde in Texas seit mehr als 100 Jahren erstmals eine Frau "hingerichtet", und erst noch das Idealbild einer amerikanischen Frau: intelligent, mutig, gläubig, attraktiv und weiss. Welche Gründe könnte es jetzt noch geben, irgend jemanden, der mehr oder weniger zufällig auf einer Todesliste steht, zu verschonen?
Keiner kann sagen, er habe nichts gewusst:
Wir wissen, dass immer wieder Unschuldige umgebracht werden.
Wir wissen, dass völlig resozialisierte oder resozialisierbare Menschen getötet werden.
Wir wissen, dass auch Geisteskranke "hingerichtet" werden.
Wir wissen, dass auch Jugendliche nicht verschont werden.
Wir wissen, dass es eine Lotterie ist, wer schliesslich "hingerichtet" wird und wer nicht.
Wir wissen, dass die Todesstrafe eine Strafe für die Armen ist.
Wir wissen, dass die USA laufend Menschen töten, weit über 3000 warten auf die Hinrichtung.
Wir wissen, das gewisse Hinrichtungsmethoden einer grauenhaften Folter entsprechen.
Die Kadenz der Hinrichtungen nimmt zu, jeder Monat kostet Menschenleben:
Die Gegner der Todesstrafe in den USA haben es nicht leicht. Der Gedanke der Rache und des "gerechten" Ausgleichs beherrscht das Denken (A Life for a Life). Allerdings hat ihnen Karlas Tod Zuwachs gebracht und auch bei den konservativen kirchlichen Kreisen, die bis jetzt eher zu den Befürwortern zählten, beginnt es zu tagen. In den Kreisen der Gegner ist man sehr froh über Unterstützung aus dem Ausland.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen um sich werfen. Genau dies tun aber die USA, werfen sie andern Staaten, deren Politik ihnen missfällt, doch immer wieder auch die Verletzung der Menschenrechte vor. Damit werden sie aber selber auch angreifbar, und wir kleinen Leute haben eine Chance, den Riesen zu treffen. Machen wir davon Gebrauch, denn auch die USA kann auf die Länge die internationale Meinung nicht ignorieren.
Machen wir immer und überall auf die Verletzung der Menschenrechte durch die USA aufmerksam:
durch Leserbriefe an Zeitungen;
durch Gespräche mit Bekannten -
indem wir die Auffassung der Europäer gegenüber Freunden in den USA kundtun;
durch Information von Politikern;
durch Briefe an die nationalen Regierungen;
durch Briefe an Gouverneure und Begnadigungskommissionen in den USA;
durch Kontaktnahme mit Gegnern der Todesstrafe in den USA und mit Gefangenen;
durch Unterstützung entsprechender Organisationen
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Quellennachweis: www.todesstrafe-usa.de/
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Bitte schreiben Sie wöchentlich einen Protestbrief an den Governor von Texas: Fordern Sie die Abschaffung der Todesstrafe und die sofortige Aufhebung aller Hinrichtungstermine. ...
GEORGE W. BUSH, Governor of Texas, P.O. Box 12428, Capitol Station, Austin, TX 78711, U.S.A., Telefax: 001-512-463-1849