| 1486 |
Der portugiesische Seefahrer Diogo
Cão landet an der Küste Namibias und errichtet
am heutigen Cape Cross (Kreuzkap) ein Steinkreuz.
Damit erhebt er für die portugiesische Krone
Anspruch auf das Land. |
| 1487 |
Batolomeu Diaz läuft die spätere
Lüderitzbucht an (Angra Pequena). |
| 16. Jh. |
Bantusprachige Völker wandern in
den Norden der Region ein. Sie kommen aus ost-
und zentralafrikanischen Gebieten, die von der
Tsetsefliege verseucht sind. Daher suchen sie mit
ihren Rinderherden nach tsetsefreien
Weidegebieten. Das bedeutendste der einwandernden
Bantuvölker sind die Herero. |
| 17. Jh. |
Walfischfänger benutzen die Lagune
von Walvis Bay als Anlegeplatz, woran bis heute
der Name erinnert. |
| Mitte des 18. Jh.
|
Da ihre Stämme und Herden wachsen,
ziehen die Herero weiter nach Süden, so daß es
zu Auseinandersetzungen mit den in
entgegengesetzter Richtung vordringenden Nama (in
der Sprache der Kapholländer:
Hottentotten) kommt. Die Weißen
entwickeln Handelskontakte mit den in
Zentralnamibia lebenden Stämmen und bauen eine
Handelsroute von der Küste ins Landesinnere
entlang des Flusses Swakop auf. |
| 1761 |
Die Kapregierung schickt eine
Expedition in das Namaland (Südnamibia). Eine
erste Gebietskarte entsteht. Es folgen Vorstöße
von Händlern aus dem Kapland bis hinauf nach Keetmanshoop. |
| 1805 |
Die Londoner Mission errichtet die
Missionsstation Warmbad nahe dem Oranje im Namaland. |
| 1814 |
Die Londoner Mission installiert die
Station Bethanien, von der aus Nama (und Orlaam)
christianisiert werden sollen. |
| 1820 - 1830 |
Der Zustrom afrikanischer Gruppen
und Stämme von Süden her, vor allem Nama, die
von der weißen Kolonisten im südafrikanischen
Kapland von ihrem angestammten Land verdrängt
werden, erreicht einen Höhepunkt. Der
Zusammenstoß mit den weißen Eroberern in
Südafrika, der Verlust des heimatlichen
Weidelandes, die bitteren Erfahrungen mit den
überlegenen Schußwaffen der Weißen haben
Orientierungslosigkeit und Entwurzelung zur
Folge. Diese Bedingungen und das sich
verknappende Siedlungsgebiet in Namibia führen
fast notgedrungen zu Kontroversen zwischen den
bereits ansässigen und den neu hinzuziehenden
Gruppen. |
| 1830 |
Eine Dürreperiode im Norden, die
Herero mit ihren riesigen Rinderherden in
Richtung Süden treibt, verschärft das Problem. |
| ab 1835 |
Von den Weißen aus dem Kapland
verdrängt, wandern die Orlaam nach Namibia ein,
wo es zur Auseinandersetzung um Weideland mit den
Herero kommt. Zu den Orlaam gehören die
Afrikaner und Witbooi. Häuptling Jan Jonker
Afrikaner und Witbooi, Kapitän der Orlaam,
werden bald zu den entscheidenden
Persönlichkeiten im Kampf gegen die weiße
Fremdherrschaft gehören. |
| 1840 |
Häuptling Jan Jonker Afrikaner
vertreibt die Herero aus dem an heißen Quellen
reichen Gebiet des heutigen Windhoek und läßt
sich dort nieder. |
| 1842 |
Die ersten deutschen Missionare
kommen ins Land. Die Rheinische
Missionsgesellschaft macht bei ihrer Arbeit unter
den Herero die gleichen Erfahrungen wie die
Briten: Die Afrikaner von ihrem traditionellen
Glauben abzubringen und auf das Christentum zu
verpflichten, erweist sich als äußerst
schwierig. Das geht nicht von heute auf morgen.
Also bleibt man und errichtet
Missionshandelsgesellschaften, um den
Verbleib finanziell abzusichern. Gehandelt wird
mit vielerlei europäischer Ware, inklusive
Waffen und Munition. |
| 1844 |
Die Besatzungsmitglieder eines
Schiffes, das die der Walvis Bay vorgelagerte
Insel Ichaboe passiert, entdecken hier zufällig
immense Guano-Vorkommen. Im Oktober des Jahres
graben 6000 Arbeiter nach Guano. Der Vogelmist
ist in Europa als Düngemittel sehr begehrt. Im
ersten Jahr gehen 90 000 t außer Landes, im
zweiten Jahr 110 000 t. Danach sind die besten
Halden leer. Die bis zu 225 europäischen
Transportschiffe verschwinden wieder. |
| um 1850 |
Das Reizwort Kupfer lockt immer mehr
Europäer ins Land, nachdem man im mittleren
Namibia bei Rehoboth und am Swakop-Fluß fündig
geworden ist. Unternehmen, die bis dahin mit
Fischfang, Guano, Viehhandel, Pulver und
Branntwein ihr Geld gemacht haben steigen nun
auch ins Kupfergeschäft ein und heuern Afrikaner
als Minenarbeiter an. Die ersten
Bergbaukonzessionen handeln britischen
Unternehmen aus. Die Situation unter den
namibischen Völkern wird zunehmend
komplizierter: Noch längst nicht in der Frage
der Landverteilung untereinander einig, sehen sie
sich nun dem zusätzlichen Problem ausgesetzt,
die Vergabe von Schürfrechten zu regeln. Die
Weißen nutzen die Uneinigkeit und Irritation der
Afrikaner weidlich aus. Das aber läßt unter
dein namibischen Völkern das Bewußtsein wachsen, daß
angesichts der immer sichtbaren Gefahr der
Einkreisung und Entrechtung durch weiße Eroberer
andererseits ein Zusammenschluß dringend
erforderlich ist.
|
| 1858 |
Am 9. Januar ruft Jan Jonker
Afrikaner die namibischen Häuptlinge in
Hoachanas zusammen. Man beschließt den zwölf
Artikel umfassenden Friedensvertrag und
Stämmebund von Hoachanas, der den
Häuptlingen u.a. auferlegt: grundsätzlich
gegenseitige Loyalität zu üben; etwaige
Streitfälle vor einem unabhängigen Gerichtshof
zu bringen; nicht ohne Wissen der
Unterzeichnenden Weiße auf ihrem Land nach
Kupfer graben zu lassen noch Grund und Boden an
Kolonisten zu veräußern. Der Friedensvertrag
steht für die frühen Einigungsbestrebungen der
afrikanischen Stämme und gilt als Grundlage für
ihr späteres massives Aufbegehren. |
| 1863 |
Händler und Missionare fühlen sich
durch die Auseinandersetzungen zwischen Herero
und Nama/Orlaam bedroht und bitten die im
südlichen Afrika dominierende Kolonialmacht
Großbritannien sowie Deutschland um Schutz. |
| 1871 |
Gründung des Deutschen Reiches.
Jetzt können sich erstmals an einer deutschen
Kolonialpolitik interessierte Kreise im Reichstag
Gehör verschaffen. Zahlreiche Kolonialvereine
werden gegründet. Man will endlich mit anderen
europäischen Ländern gleichziehen, die ihre
Raubzüge in Asien, Afrika und Lateinamerika
vielfach bereits hinter sich haben. |
| 1878 |
Großbritannien, das den
Machtzuwachs Deutschlands in Südwestafrika
fürchtet, annektiert das Gebiet um Walvis Bay. |
| 1883 |
Die Brigg des Bremer Kaufmanns Adolf
Lüderitz macht an der Bucht Angra Pequena fest.
Er und sein Beauftragter Heinrich Vogelsang
verfochten neben eigenen Handelsinteressen das
Ziel, Namibia zur deutschen Kolonie zu machen.
Lüderitz Argumente: Das schaffe neue Märkte
für die nach überseeischen Absatzmöglichkeiten
strebende deutsche Industrie; wertvolle
Bodenschätze seien hier quasi zum Nulltarif zu
haben; und nicht zuletzt: hier gäbe es
Existenzmöglichkeiten für viele der zu jener
Zeit massenhaft arbeitslosen Deutschen.
Lüderitz Landerwerb um die Bucht Angra
Pequena (später Lüderitzbucht) beruht von
Anfang an auf bewußter Täuschung der für die
Landvergabe zuständigen Namahäuptlinge, indem
jede Meile mit 7,4 km statt mit dem englischen
Maß (= 1,5 km!) veranschlagt wird. |
| 1884 |
Die Berliner Konferenz beschließt
die koloniale Aufteilung Afrikas. Südwestafrika
wird deutsches Schutzgebiet. |
| 1885 |
Am 30. April gründet sich die
Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika
(DKG). Sie holt deutsche Siedler ins Land,
verkauft und verpachtet Farmland ohne Rücksicht
auf die eigentlichen Landbesitzer. Sitz der
deutschen Verwaltung wird Otjimbingwe. |
| 1889 |
Unter Führung von Curt von Francois
beginnen die ins Land geholten deutschen
Schutztruppen die Völker Zentral-
und Südnamibias zu unterwerfen. |
| 1890 |
Bismarcks Nachfolger, Reichskanzler
Leo von Caprivi, schließt am 1. Juli den
Helgoland-Sansibar-Vertrag mit England, durch den
der Caprivi-Zipfel der deutschen Kolonie
zugeschlagen wird. Damit haben sich die Deutschen
einen Landkorridor zum Zambezi verschafft. |
| 1891 |
Windhoek wird offizieller Sitz des
deutschen Kommissariats. |
| 1894 |
Die Auseinandersetzungen mit den
afrikanischen Völkern Namibias dauern an. Major
Leutwein besiegt afrikanische Truppen unter
Hendrik Witbooi in den Naukluft-Bergen. |
| 1897 - 1902 |
Windhoek und Swakopmund werden durch
eine Schmalspurbahn verbunden. |
| 1904 |
Im Januar bricht in Okahandja der
Hereroaufstand aus. Die deutsche
Schutztruppe bestraft die Erhebung
mit dem Mord an 65 000 Herero. Nur etwa 16 000
Männer, Frauen und Kinder überleben das
Massaker. |
| 1904 - 1907 |
Der Krieg der Deutschen gegen die
Nama im Süden des Landes dauert fast drei Jahre.
Die Hälfte des Namavolkes kommt darin um. Nach
der Niederschlagung der Herero und der Nama
führen die Deutschen - zusätzlich zur
Abschiebung der Restvölker in Reservate - drei
Verordnungen ein, die Bewegungsfreiheit der
Afrikaner vollends einschränken:
Aufenthaltskontrolle, Paßpflicht und den Zwang,
für Weiße zu arbeiten. |
| 1908 |
Bei Lüderitz (in der Namib-Wüste)
werden Diamanten entdeckt. Bisher von geringem
wirtschaftlichen Nutzen für die Deutschen,
scheint sich die Kolonie nun zu einer guten
Einnahmequelle zu entwickeln. Die Kosten der
Kriege gegen Herero und Nama sind binnen kurzem
gedeckt. Lüderitz wird mit Keetmanshoop durch
eine Eisenbahn verbunden, die Verlängerung der
Strecke bis Windhoek erfolgt bis 1912. |
| 1914 |
Am 2. August bricht der Erste
Weltkrieg aus, die deutsche
Schutztruppe in Namibia macht mobil. |
| 1915 |
Südafrikanische Streitkräfte
marschieren in die benachbarte deutsche Kolonie,
die Schutztruppen kapitulieren.
Südafrika /damals Südafrikanische Union)
übernimmt die Macht. Damit endet die deutsche
Kolonialherrschaft de facto. |
| 1919 |
Der Vertrag von Versailles, der den
Ersten Weltkrieg formal beendet, bringt für
Deutschland u.a. den Verlust sämtlicher
Kolonien. Auch Namibia wird zum Mandatsgebiet des
Völkerbundes erklärt. Zahlreiche Deutsche
müssen das Land verlassen. Die
britisch-südafrikanischen Consolidated Diamond
Mines übernehmen den Diamantenabbau. |
| 1921 |
Das Südafrika vom Völkerbund
übertragene Mandat über Namibia tritt in Kraft.
Ein südafrikanischer Generalgouverneur wird
eingesetzt. Viele Buren aus dem Kapland gründen
in der Folgezeit Farmen in Namibia. |
| 1934 |
Namibia wird als fünfte Provinz
Südafrikas verwaltet. Die südafrikanische
Unterdrückungspolitik fügt sich nahtlos an die
der Deutschen an. Jedweder Widerstand der
Afrikaner wird brutal niedergeschlagen. |
| 1939 |
Nach dem Ausbruch des Zweiten
Weltkriegs werden zahlreiche in Namibia
verbliebene Deutsche von Südafrika interniert. |
| 1946 |
Der Konflikt Südafrikas mit der
UNO, Nachfolgerin des Völkerbundes, beginnt.
Südafrika weigert sich, das Gebiet Namibias
unter internationale Aufsicht zu stellen. |
| 1951 |
Für siedlungswillige Deutsche
werden Einwanderungserleichterungen geschaffen. |
| 1958 |
Gründung der OPO (Ovamboland
Peoples Organization) als
Interessensvertretungsorgan der schwarzen
Bevölkerung in Namibia. |
| 1959 |
Am 10. Dezember findet ein
Protestmarsch der Frauen von Old Location statt,
einer angestammten, zentral gelegenen Siedlung
der Afrikaner in Windhoek. Sie wehren sich gegen
das Vorhaben Südafrikas, die Namibier streng
nach Stammeszugehörigkeit getrennt in ein Ghetto
weit außerhalb der Stadt zu verbannen. Die
südafrikanische Armee eröffnet das Feuer, elf
Afrikaner werden getöten. Bulldozer machen dann
die Old Location dem Erdboden gleich, die
schwarzen Einwohner werden trotz ihrer heftigen
Proteste nach Katutura (Ort, wo wir nicht
leben wollen) abgeschoben. |
| 1960 |
Die SWAPO (South West Afrikas
Peoples Organization) wird als
Nachfolgeorganisation der OPO im Exil in Dar Es
Salaam gegründet. Ihr erster Präsident ist Sam
Nujoma. |
| 1966 |
Südafrika befestigt das
Reservate-System: Die nach südafrikanischem
Vorbild eingerichteten (zehn) homelands
für die Afrikaner, deren strikte Kontrolle und
das Prinzip der getrennten
Entwicklung für Weiße und Schwarze werden
bestätigt. Die UNO entzieht Südafrika das
Namibia-Mandat. Die Regierung in Pretoria erkennt
dies jedoch nicht an. Die SWAPO beschließt, den
bis dahin acht Jahre lang mit friedlichen Mitteln
betriebenen Freiheitskampf nun auch mit Waffen zu
führen. Der 24jährige Krieg zwischen der
Befreiungsorganisation SWAPO und Südafrika
beginnt. Das damalige Ovamboland an der Grenze zu
Angola wird Hauptkriegsschauplatz, da die SWAPO
in Angola Rückzugsbasen besitzt. |
| 1969 |
Der UN-Sicherheitsrat anerkennt die
Rechtmäßigkeit des namibischen
Befreiungskampfes. Im angolanischen Exil formiert
sich der Frauenrat der SWAPO als Flügel der
namibischen Befreiungsbewegung. |
| 1970 - 1971 |
Nach dem UN-Sicherheitsrat
verurteilt auch der Internationale Gerichtshof in
Den Haag die Präsenz Südafrikas in Namibia. |
| 1973 |
Am 11. Dezember beendet der
UN-Sicherheitsrat seine Gespräche mit Südafrika
über eine Lösung der Namibiafrage, da sie zu
keinem Ergebnis führen. Die UN-Vollversammlung
erkennt die SWAPO als einzige rechtmäßige
Repräsentantin des Volkes von Namibia an. |
| 1975/76 |
Die von Südafrika inspirierte
sogenannte Turnhallen-Konferenz soll die
konservativen Kräfte in Namibia sammeln, um an
UNO und SWAPO vorbei eine eigene Lösung zu
finden. Die Unabhängigkeit des Landes ist für
das Jahr 1978 vorgesehen. |
| 1977 |
Gespräche zwischen den Westmächten
USA, Kanada, Frankreich, England und Deutschland
einerseits und Südafrika andererseits über die
Zukunft Namibias. Deutschland schließt
vorläufig sein Konsulat in Windhoek. Bildung der konservativen
Turnhallen-Allianz (DTA) unter Führung des
Weißen Dirk Mudge mit dem Ziel, eine
Übergangsregierung zu bilden.
|
| 1978 |
Proklamierung der
UN-Sicherheitsrats-Resolution Nr. 435, die einen
(vom Westen unterstützten) Friedensplan für
Namibia festschreibt und gleichzeitig die Politik
Südafrikas verurteilt. Im Dezember finden in
Namibia manipulierte Wahlen statt, die von der
UNO nicht anerkannt werden. Die DTA geht als
Sieger aus ihnen hervor und bildet eine
Regierung. Dirk Mudge wird Vorsitzender des
Ministerrats. Die wesentlichen Entscheidungen
jedoch fallen weiterhin in Südafrika. |
| 1983 |
Mudge tritt zurück. Ministerrat und
Parlament werden aufgelöst. Mudge kritisiert die
zu starke Einmischung Südafrikas. Der
südafrikanische Generaladministrator übernimmt
die Alleinherrschaft über das Land. |
| 1982 - 1988 |
Die Unterdrückung der SWAPO und des
namibischen Volkes seitens Südafrikas
verschärfen sich. Die Übergriffe Südafrikas
auf Ankola, das den Namibiern Rückzugsgebiete
eingeräumt hat, nehmen zu.
Verhandlungsvorstöße westlicher Staaten
(einschließlich Deutschlands) verlaufen
ergebnislos. Zum Zankapfel werden die kubanischen
Soldaten, die sich in Angola befinden. Die USA
und Südafrika fordern ihren Abzug als
Voraussetzung für Frieden in Namibia. Südafrika setzt eine
Übergangsregierung ein.
|
| 1988 |
Die USA initiieren Verhandlungen
zwischen Südafrika, Angola und Kuba. Es kommt
zum Waffenstillstand. Man einigt sich auf einen
Zeitplan zur Herbeiführung der Unabhängigkeit
Namibias. |
| 1989 |
Vorbereitung der ersten freien
Wahlen unter Aufsicht der UNO. Juli: Rückkehr der ersten
(der insgesamt 40 000) Exilanten.
September:
Rückkehr des SWAPO-Präsidenten Sam Nujoma aus
dem Exil.
November : Erste
freie Wahl in Namibia. Die SWAPO erhält 41 von
72 Parlamentssitzen, gefolgt von der
Oppositionspartei DTA (Demokratische
Turnhallen-Allianz) mit 21 Sitzen. Insgesamt sind
sieben Parteien im Parlament vertreten.
SWAPO-Führer Sam Nujoma wird zum
Ministerpräsidenten nominiert. Die
südafrikanischen Truppen ziehen sich zurück.
|
| 1990 |
Verabschiedung der neuen Verfassung
im Februar. am 21. März wird im Stadion von
Windhoek in Anwesenheit Zehntausender schwarzer
Bürger (die Weißen bleiben der Zeremonie fern)
die südafrikanische Flagge eingeholt und die
neue namibische Flagge gehißt. Die erste
demokratisch gewählte Regierung Namibias unter
Präsident Sam Nujoma nimmt ihre Arbeit auf. |
| 1991 |
Aufbau Namibias unter dem Stichwort reconcilation
(Versöhnung zwischen Unterdrückern und
Unterdrückten). |
1992-
1993 |
Eine neue Regional- und
Kommunalverwaltung löst die Reservatsgliederung
der Apartheidpolitik ab. Es entstehen 13
gleichberechtigte, freizugängliche Regionen. |
| 1993 |
Namibia erhält eine eigene
Währung. Der (südafrikanische) Rand wird vom
namibischen Dollar N-$ abgelöst. |
| 1994 |
Februar: Walvis Bay (und die zwölf
vorgelagerten Inseln) bislang der Republik
Südafrika zugehörig, wird Namibia übereignet.
Damit verfügt das Land über einen bedeutenden
Handels- und Fischereihafen. Walvis Bay umfaßt
mit Hafen und Hinterland 1230 km². |
| 1995 |
Eröffnung der ersten namibischen
Universität, der University of Namibia (UNAM),
in Windhoek. |
| 1996 |
Gründung des Namibia Kulturverein
e.V. in Deutschland. |
1999
|
Nach
einer zweifelhaften Verfassungsänderung wird
Präsident Nujoma für eine dritte Amtszeit
gewählt |