Am 19.9.1999 haben die Unterzeichnenden in Sorge um die Entwicklung des ÖBVP, des Berufsstandes und der psychotherapeutischen Versorgung in Österreich die "Arbeitsgruppe Qualifizierte Alternative" (AQA) im ÖBVP zum vorliegenden Kassen-vertrags-Verhandlungs-ergebnis gebildet.
1. Angesichts des ungewissen Ausganges der Entscheidung der ÖBVP-Bundeskonferenz über An-nahme oder Ablehnung des vorliegenden Verhandlungsergebnisses zum Gesamt-vertrag ist es unse-rer Auffassung nach die vordringliche Aufgabe des ÖBVP-Präsidiums und der Vorstände der Landes-verbände, ab sofort alle notwendigen Vorkehrungen nicht nur für den Fall einer Annahme, sondern auch für den Fall einer Ablehnung des Vertrags-ent-wurfs zu treffen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe auf Bundesebene halten wir die umgehende Einsetzung einer damit beauftragten Arbeitsgruppe für unbe-dingt erforderlich. Da das ÖBVP--Präsidium dazu keine Bereitschaft erkennen läßt, wird die Einsetz-ung einer solchen Arbeitsgruppe bei der Bundeskonferenz am 9.10.99 beantragt werden. Um die Zeit bis dahin nicht ungenutzt verstreichen zu lassen und für die Tätigkeit dieser Arbeitsgruppe bereits Grund-lagen zu schaffen, nimmt die AQA diese Vorbereitungen auf.
2. Vor allem scheinen sofort einzuleitenden Vorkehrungen für den Fall einer Ablehnung des Vertragsentwurfs durch die Bundeskonferen dringlichst geboten.
3. Angesichts der Tragweite der bevorstehenden Entscheidung und der damit verbundenen Gefahren des Abgleitens in Spaltungstendenzen und unfruchtbare interne Streitigkeiten und Personalisierungen erscheint es dringlich geboten, daß die Führungsgremien des Verbandes strikt darauf achten, daß für die anstehende Meinungs- und Willensbildung die demokratischen Spielregeln eingehalten werden, der freie Informations- und Meinungs-austausch nach Kräften gefördert und insbesondere alles unterlassen wird, was auch nur den Eindruck von einseitiger oder unvollständiger Information, von Manipulation oder Ausübung von Druck oder Einschüchterung erwecken könnte. Im Rahmen ihrer Möglich-keiten wird die AQA auch selbst ergänzende Informationsstrukturen aufbauen und den Mitgliedern der Berufsgruppe zur Verfügung stellen.
4. Weiters sind die zuständigen Führungsgremien des ÖBVP aufgefordert, ihrer Sorgfalts-pflicht in der Vorbereitung dieser Entscheidung insofern gründlich nachzukommen, als durch diese alle für die Entscheidungsfindung erforderlichen Informationsunterlagen jedem interessierten Verbandsmitglied zur Verfügung gestellt werden. Insbesondere wären vorzulegen:
- der vollständige Vertragstext einschließlich sämtlicher Anlagen und Nebenabsprachen
- auf seriösen, repräsentativen und aktuellen Untersuchungen basierende Angaben und Ein-schätzungen zu den konkreten Auswirkungen der verschiedenen Vertrags-bestim-mungen auf die Situation der Berufsgruppe und auf die psychotherapeutische Versorgung;
- eine durch einen kompetenten Wirtschaftsberater erstellte betriebswirtschaftliche Kalkulation für eine Kassenpraxis, für eine Wahltherapeutenpraxis sowie für eine psychotherapeutische Praxis außerhalb des Sozialversicherungssystems nach den vorliegenden Vertragskonditionen;
- kompetente juristische Informationen zur rechtlichen Einschätzung des vorliegenden Vertrags-entwurfs und allfälliger Alternativen (unter Anführung alternativer Rechtsauffassungen).
Die AQA appelliert an alle Mitglieder des ÖBVP, diese konstruktiven Anliegen nach Kräften zu unterstützen, die Kontroverse um den Kassenvertrag kollegial, respektvoll gegenüber Andersdenkenden und solidarisch zu führen. Sie wird sich in der Wahr-nehmung ihrer Aufgabe im größtmöglichen Maß auf die bestehenden Strukturen des ÖBVP stützen und ersucht alle Bundesgremien, Landesverbände und Mitgliedsvereine des ÖBVP um kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit.
Unterzeichnet von den Gründungsmitgliedern:
Oskar Frischenschlager (Institut f. Medizin. Psychologie d. Universität Wien; WKPS)
Kathleen Höll (ÖAGG, Vorsitzende d. Fachsektion Integrative Gestalttherapie, Wien)
Eva Mückstein (Vorstandsmitglied und Buko-Delegierte des NÖLP, Bad Vöslau/NÖ)
Alfred Oppolzer (Cor-Institut, ÖAGG, Fachsektion Integrative Gestalttherapie, Wien)
Hildegard Pruckner (ÖAGG, Fachsektion Psychodrama, Wien) Judith Rupp (Bezirkspsychotherapeuten-Vertreterin Wien 21.)
Elisabeth Sorgo (Psychotherapeutin u. Psychagogin in Wien)
Gerhard Stemberger (Vorstandsmitglied der ÖAGP, Wien u. Purkersdorf/NÖ)
Egon Urban (ÖAGG, Fachsektion Integrative Gestalttherapie, Wien) Karin Vokoun-Tremba (Vorsitzende des TLP, Innsbruck)
Andreas Wachter (Vorstandsmitglied und Buko-Delegierter der ÖAGP, Wien)
Helga Wimmer (Vorsitzende des NÖLP, Lanzendorf/NÖ) Konrad Wirnschimmel (ÖAGG, Fachsektion GD u. Dynamische Gruppenpsychoth., Wien)
Kontakt:
Kontaktperson für Landesverbände: Dr. Eva Mückstein, 2540 Bad Vöslau, Badner Str. 14,
E-mail:eva.mueckstein@aon.at
Tel. + Fax: 02252/71560
Kontaktperson für Mitgliedsvereine: Mag. Andreas Wachter, 1190 Wien, Döblinger Gürtel 12/15, E-mail:andreas.wachter@chello.at
Tel. 01/968 22 19
Kontaktpersonen für AQA-Ausschuß Alternativmodelle und Expert/innen:
(Dieser Ausschuß entwickelt Verhandlungsalternativen in Zusammenarbeit mit einem Expertenbeirat, den Landesverbänden, den Fachvereinigungen und anderen relevanten Gruppen)
- a.o. Univ.Prof. Dr. Oskar Frischenschlager, 1180-Wien, Gentzgasse 42/22,
E-mail:oskar.frischenschlager@univie.ac.at
Tel/Fax: 01/409 95 37
- Dr. Gerhard Stemberger, 3002 Purkersdorf, Wintergasse 75-77/7,
E-mail:stember@ibm.net
Tel. 02231/63154
Kontaktperson für Internet-Kommunikation und -vernetzung: DDr. Alfred Oppolzer,
E-mail: oppolzer1@yahoo.com
Tel: 01/4030607; FAX: 01/88000-360
Kontaktperson für Wiener Bezirkspsychotherapeut/innen: Judith Rupp, 1210 Wien, Ostmarkg. 2/9, E-mail:schoeck_k@compuserve.com
Tel. 01/2636801 bzw. 0664-357-3778, Fax 01/270-0033
Allgemein: AQA, c/o 2326 Maria Lanzendorf, Hauptstraße 10;E-mail: aqa1@bigfoot.com
Tel. 02235/42965; FAX: 02235/44039
Wenn Sie mit der AQA Kontakt aufnehmen oder Ihre Mitarbeit oder Vorschläge einbringen wollen, wenden Sie sich bitte je nach Anliegen an eine der oben genannten Kontaktpersonen. Die Aufgabenstellung der AQA läßt sich nur mit Hilfe breiter aktiver Unterstützung aus der Berufsgruppe bewältigen.