Alles im Eimer
A. Schmidt
Alles im Eimer !
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Der Artikel beschäftigt
sich mit dem klassischen Experiment eines rotierenden
Wassereimers, welches bereits Isaac Newton
durchführte und dieses als Hinweis für die Existenz
einer Bewegung gegenüber einem absoluten
Raum auslegte. Mit der folgenden Interpretation wird
gezeigt, daß dieses Phänomen keinesfalls
ein Hinweis auf einen absoluten Raum darstellt.
Isaac
Newton stellte sich vor, daß zu Beginn des
Experimentes ( A ) der
Wassereimer, an einem aufgedrehten Strick hängend,
sich in Ruhe zum Raum befindet. Die Wasseroberfläche
ist dabei vollkommen eben. Versetzt man nun den Eimer in
Rotation, so bewegt sich anfangs nur der Eimer und das
Wasser verharrt noch in Ruhe ( B
) . Hält die Rotation noch eine Weile an, so wird der
Wasserinhalt mit in Rotation versetzt, so daß
am Ende Wasser und Eimer gleich schnell rotieren (
C ) und sich zueinander,
wie im Zustand ( A
), in relativer Ruhe befinden. Trotz relativer Ruhe
zwischen Eimer und Wasser unterscheiden sich Ausgangs-
und Endzustand jedoch darin, daß in (
A ) die Wasseroberfläche eben ist
und in ( C ) konkav eingewölbt.
Newton schloß hieraus, daß sich beide Zustände,
in denen sich Wasser und Eimer in relativer Ruhe zueinander
befinden, darin unterscheiden, daß im Zustand (
A ) sich das Wasser in Ruhe zum " absoluten
Raum" befindet und die Einwölbung in (
C ) durch Bewegegung gegenüber
diesen erzeugt wird. Die Existenz eines solchen " absoluten
Raumes" wurde jedoch schon zur Zeit Newtons von
einigen Wissenschaftlern angezweifelt.
Im neunzehnten Jahrhundert beschäftigte sich der
Physiker und Philosoph Ernst Mach ( welcher von der
Nichtexistenz eines "absoluten Raumes" überzeugt
war ) erneut mit diesem Phänomen . Hierbei ließ
er sich zu einer " verzweifelten Tat" hinreißen
und behauptete, daß, wenn sich alle anderen
Objekte des Weltalls um diesen ruhenden Wassereimer drehen
würden, sich die Wasseroberfläche wie im
Zustand ( C ) einwölben
würde.
Im folgenden Abschnitt soll nun der scheinbare Widerspruch
zwischen dem obigen Experiment und der Nichtexistenz
eines absoluten Raumes aufgelöst werden.
Stellen
Sie sich einfach einmal vor, Sie befinden sich in
einem Raumschiff irgendwo im freien Weltall
und bekommen von der Zentrale auf der Erde die Anweisung,
bis zur Festlegung ihres entgültigen Zieles erst einmal
im Kreis zu fliegen. Dann werden Sie mit dem Kopf schütteln
und sich über diesen Blödsinn wundern, da
ein einzelnes Raumschiff im All keine Kreisbewegung ausführen
kann. Man kann zwar mit mehreren energieaufwendigen
Kursänderungen so fliegen, daß das Raumschiff
wieder zum "gleichen Punkt" zurückkehrt, jedoch wird
diese Flugbahn nie eine Kreisform annehmen, sondern immer
nur ein Vieleck darstellen.
Will
man mit dem Raumschiff unbedingt eine ( nicht energieaufwendige
) Kreisbahn fliegen, so wird man sich einen
Planeten suchen und um diesen eine stabile Umlaufbahn
einschlagen, bei welcher Gravitation und Fliehkraft
sich ausgleichen. Das heißt also, daß
man für eine echte Kreisbewegung sich unbedingt
einen zweiten Massepunkt im Raum suchen muß.
Die Kreisbewegung ist somit prinzipiell kein
Einpunkt -Raum/Zeit-Phänomen
sondern von Natur aus ein
Zweipunkt - Raum/Zeit- Phänomen
( oder noch genauer gesagt ein mindestens
Zweipunkt-Phänomen).
Im folgenden
stellen wir uns vor, daß bei dieser Gravitationsumlaufbahn
nicht unbedingt die eine Masse ganz groß
und die andere ganz klein sein muß, sondern
beide Massekörper genau gleich groß sind.
In diesem Fall würden beide Massen sich umeinander
bewegen. Gravitation und Fliehkraft halten sich dabei
die Waage.
Stellen
wir uns im nächsten Schritt vor, daß
zwichen den sich umeinander kreisenden Massen
eine Stange befestigt wird. In diesem Fall würde
man aus dem System zweier kreisender Massen einen rotierenden
Körper machen. Solange beide Punkte sich in
einer harmonischen Kreisbewegung befinden ( Gravitation
und Fliehkraft gleichen sich aus ) wirkt dabei keine
Kraft auf die verbindende Stange. Beschleunigt man jedoch
diese Rotationsbewegung, so wirkt eine Zugkraft auf diese
ein. In diesem Fall halten die Bindungskräfte
zwischen den Atomen der Stange die Kugeln davon ab,
sich voneinander fort zu bewegen. Die Raum/Zeit Schieflage
der Gravitationsbewegung der Kugeln wird somit durch eine entgegengesetzte
Raum/Zeit Schieflage der Bindungselektronen in der
Stange ausgeglichen, da sich diese Elektronen entsprechend
der einwirkenden Zugkraft nun auch auf "verschobenen" Umlaufbahnen
gegenüber den Atomkernen bewegen. Es kommt folglich
zu einer ( wenn auch sehr kleinen) Dehnung der Stange, so daß
in der Summe über alle Kräfte eine stabile Bewegung
zustande kommt.
Kehren
wir nun zurück zum rotierenden Eimer. Berücksichtigt
man die oben getroffenen Feststellungen,
so kann man den Wassereimer in zwei unabhängige
Rotationssysteme einteilen. Das eine stellt der
Eimer selbst dar. In diesem Rotationssystem stehen der
rote und der blaue Punkt, stellvertretend als Zweipunktsystem,
für alle anderen Atome der Eimerwand. Gerät
der Eimer selbst in Rotation, so führt dies, entsprechend
der einsetzenden Fliehkraft , zu einer winzigen Ausdehnung
der Eimerwand, welche hier die Funktion der Verbindungsstange
übernimmt.
Gerät
jedoch das Rotationssystem Wasser (gelber und
grüner Punkt) in Rotation , so kann durch die
relativ schwachen Bindungskräfte zwischen
den Wassermolekülen die Fliehkraft nicht vollständig
ausgeglichen werden. Die vollständig
ausgleichende Kraft entsteht dadurch, daß
sich die Wassersäule nach außen hin auftürmt
und mit dieser vergrößerten Säule nach
außen hin einen erhöhten Gewichtsgegendruck
erzeugt.
Zusammenfassend kann man sagen, daß der Irrtum
von Isaac Newton und Ernst Mach darin bestand,
daß beide das Rotationssystem Wasser als
ein Einkörper Raum/Zeit-Phänomen auffasten.
Während Newton damit zufrieden war, da er ja
die Rotation gegenüber dem absoluten Raum zeigen
wollte, suchte Mach verzweifelt nach einem zweiten
Bezugspunkt im Raum. Dieser liegt jedoch nicht in der
Ferne, sondern im Eimer selbst.
Genauso,
wie ein einzelnes Raumschiff im freien Raum keine
Kreisbahn fliegen kann, ist es unmöglich, eine
Rotation als ein Einpunktsystem aufzufassen. Rotation
selbst ist also von Natur aus immer ein " mindestens
Zweipunkt" Raum/Zeit-Phänomen .
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