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*PAUL HENREID*





Paul Henreid (ca. 1943)

Filmografie 30er und 40er Jahre: Mehr als nur Casablanca!


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Joan of Paris
USA 1942 (RKO)
Regie: Robert Stevenson

Paul Henreid in Rolle eines Flugzeugkommandanten, dessen Maschine während des 2. Weltkriegs nahe Paris abgeschossen wird. Gemeinsam mit dem Rest der Besatzung versteckt er sich in der Stadt vor den deutschen Besatzungstruppen und versucht eine Möglichkeit zur Flucht zu bekommen.
Natürlich in gewisser Hinsicht ein Propagandafilm, wie so viele andere zu dieser Zeit , aber trotzdem sehr sehenswert. Auf dem RKO-Gelände hatte man etliche Straßenzüge errichtet, die für die in Paris spielenden Szenen verwendet wurden. Bei den dafür erforderlichen Nachtaufnahmen machte Henreid auch die Erfahrung, daß obwohl die Tage sehr mild waren, die Nächte in Kalifornien empfindlich kalt wurden. Wie er in seiner Autobiografie erläutert, halfen dagegen nur mehrere Lagen Kleidung und Brandy, den er dann bei den Verfolgunsjagden wieder ausschwitzte.
Die französische Schauspielerin Michele Morgan spielte eine Widerstandskämpferin. Weitere Darsteller waren Thomas Mitchell und Laird Cregar, der leider einen zu frühen Tod starb, als er versuchte mit einer Gewalthungerkur seine Leibesfülle zu verringern.
Außerdem war ein noch relativ unbekannter Darsteller mit dem Namen "Alan Ladd" dabei, zu dem Henreid folgende Anekdote zu erzählen hat: "Ladd wurde im Verlauf der Handlung angeschossen und sollte eine Sterbeszene spielen. Es war eine unglückliche Szene, denn so oft auch der Regisseur, Stevenson wiederholen ließ, Ladd konnte einfach nicht passend sterben. Seine Augen waren wie Glaskugeln, ohne jeden Ausdruck. Während wir später die Aufnahmen zu einer anderen Szene beobachteten, fragte mich Stevenson, 'Welcher dieser drei jungen Burschen die die Piloten spielen, welcher davon -wenn überhaupt- wird es deiner Meinung nach zu etwas bringen?' 'Mit Sicherheit nicht Ladd', antwortete ich, 'vielleicht Dick Frazier.'Ja', stimmte Stevenson zu, 'ich glaube Dick hat das richtige Gespür dafür!' Wie falsch wir damit lagen, Frazier bekam nie eine Chance, wogegen Ladd mit seinem nächsten Film "Die Narbenhand (This Gun for Hire, 1942) zu einem unmittelbaren Erfolg wurde."
Der Komponist, Roy Webb, wurde für seine Filmmusik für den Oscar nominiert.



Reise aus der Vergangenheit (Now Voyager)
USA 1942 (Warner Bros.)
Regie: Irving Rapper

Paul Henreid in der Rolle eines unglücklich verheirateten Mannes, der auf einer Seereise eine geheimnisvolle Frau trifft und sich in sie verliebt. Durch verschiedene Umstände kann sie seiner Tochter dabei helfen, ihre Depressionen zu überwinden.
Die Rolle der geheimnisvollen Schiffsbekanntschaft wurde von dem Warner Bros. Star Bette Davis gespielt. Gladys Cooper spielte ihre kaltherzige Mutter und Claude Rains den Psychiater, der dem von Bette Davis dargestellten Charakter dabei hilft eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln.
Neben Casablanca ist dies vermutlich der bekannteste Film von Paul Henreid und daß, obgleich seine Rolle gar nicht einmal so groß ist und der eigentliche Star des Films Bette Davis war. Für Henreid war er dennoch das Sprungbrett zum Starruhm und den Grund dafür hat er in seiner Autobiografie auch erläutert.
"Der Drehbuchauthor, Casey Robinson hatte eine Idee entwickelt um die wachsende Intimität zwischen den Liebenden zu unterstreichen. Ich sollte Bette eine Zigarette geben, dann mir selbst eine andere nehmen und anzünden, Bette die ihre aus dem Mund nehmen, dafür meine geben und die ihre zwischen meine Lippen stecken. Ich fand das etwas umständlich und so entwickelte ich nach Drehschluß zusammen mit meiner Frau, Lisl eine eigene Idee. Ich steckte mir zwei Zigaretten gleichzeitig zwischen die Lippen und entzündete sie, dann steckte ich eine davon meinem Gegenüber in den Mund. Bette war davon ebenfalls begeistert und nach einigen Diskussionen mit dem Regisseur, setzte sich diese Idee durch. Überall im Land kopierten junge Liebespaare daraufhin diese Szene."
Das Zusammenspiel zwischen den beiden Stars funktionierte hervorragend und wie Henreid schreibt, wurden sie und ihre jeweiligen Ehepartner auch privat sehr gute Freunde. In jedem Fall gehört dieser Film mit zu den ganz großen romantischen Melodramen der Filmgeschichte.
Max Steiner erhielt für seine gefühlvolle Musik den Oscar, Bette Davis und Gladys Cooper wurden für ihre Darstellungen ebenfalls nominiert, gingen jedoch leer aus.



Casablanca
USA 1942 (Warner Bros.)
Regie: Michael Curtiz



Paul Henreid in der Rolle des Widerstandskämpfers 'Victor Laszlo', der versucht gemeinsam mit seiner Frau von Casablanca aus vor dem Nazi-Regime nach Lissabon zu entkommen.
Über kaum einen anderen Filmklassiker -vielleicht mit Ausnahme von "Vom Winde verweht"- ist wohl bereits so viel gesagt und geschrieben worden, wie über "Casablanca"! Deshalb nachfolgend einige bekannte und einige vielleicht weniger bekannte Informationen.
Fakt ist, daß Warner Bros. ursprünglich Ronald Reagan, Ann Sheridan und Dennis Morgan für die Hauptrollen vorgesehen hatte.
Das Branchen-Fachblatt Variety schrieb in seiner Kritik vom 2. Dezember 1942 u.a.: Henreid ist gut besetzt und erledigt auch noch einen exzellenten Job.
Der Film gewann drei Oscars für den besten Film des Jahres, das Drehbuch und die Regie. Außerdem erhielt er noch fünf weitere Nominierungen; u. a, für die Musik von Max Steiner sowie für Humphrey Bogart und Claude Rains.
Der Film wurde offiziell im Januar 1943 veröffentlicht und landete schließlich unter den Top-Drei der einträglichsten Warner-Filme des Jahres.
Interessant ist auch die Tatsache, daß "Casablanca" ab 1955 bei dem Fernsehsender ABC als TV-Serie lief. Bogarts Rolle übernahm Charles McCraw, der vor allem aus dem Krimi-Klassiker "Um Haaresbreite (The Narrow Margin, 1952)" bekannt ist. Mehrere der anderen Mitwirkenden waren bereits in der Originalverfilmung dabei, wobei die Rollenverteilung jedoch verändert wurde. Die Handlung der Serie spielte nach den im Film geschilderten Ereignissen, fand jedoch nicht das Interesse des Publikums und wurde nach kurzer Laufzeit eingestellt.
Im Jahr 1983 ging "Casablanca" noch ein weiteres Mal in Serie. Diesmal übernahm der aus der TV-Serie "Starsky and Hutch" bekannte Schauspieler David Soul die Bogart-Rolle. Die Rolle des Kellners, Sascha spielte der damals noch vollkommen unbekannte Darsteller Ray Liotta, der später in Filmen wie "Goodfellas" oder auch "Cop Land" mitwirkte. Auch dieser Serie, deren Handlung wiederum vor der des Originalfilms liegen sollte, war kein Erfolg beschieden und so wurde sie bereits nach nur drei Wochen wieder eingestellt.
Henreid hat den Geschehnissen rund um die Entstehung dieses Klassikers in seiner Autobiografie ein ganzes Kapitel gewidmet: "Nachdem ich den Sieben-Jahres Vertrag bei Warner Bros. unterzeichnet hatte, übergab man mir das Drehbuch für "Casablanca", und darauf sagte ich zu meinem Agenten, 'Laß es uns vergessen. Ich werde meinen Vertrag beginnen, indem ich mich suspendieren lasse.' Er fragte, 'Warum, was stimmt nicht?' 'Was nicht stimmt? Nicht nur das es ein miserables, wirklich schlechtes Drehbuch ist, ich möchte auch nicht der zweite Liebhaber in einem Film sein, der Zweite nach Humphrey Bogart!'"
Während eines Meetings bei dem ausführenden Produzenten, Hal Wallis, bei dem auch die Drehbuchauthoren anwesend waren, erfuhr Henreid von verschiedenen Änderungen in der Handlung und erkannte daraufhin in dem Film ein aufregendes Melodrama. Schließlich stimmte er zu den Film zu drehen unter der Voraussetzung, daß das Ende, an dem er mit Ingrid Bergmann abreisen sollte, nicht verändert werden durfte.
Wer noch mehr Informationen lesen möchte, dem seien die Bücher "Casablanca - As Time goes by..." (Mythos und Legende eines Kultfilms), von Frank Miller, (erschienen im Heyne Verlag, mit sehr umfangreichen Bild- und Textmaterial) sowie "Casablanca" von Ulrich Hoppe, (erschienen in der Heyne Filmbibliothek, als Nr. 62) empfohlen.



Der Ring der Verschworenen (The Conspirators)
USA 1944 (Warner Bros.)
Regie: Jean Negulesco


Paul Henreid in Rolle eines holländischen Untergrundführers im 2. Weltkrieg, der nach seiner Flucht nach Lissabon versucht einen Verräter in den eigenen Reihen zu enttarnen.
Der Film ist natürlich ganz in der Art von "Casablanca" gestaltet. Neben Hedy Lamarr ist mit Peter Lorre und Sidney Greenstreet das auch als "The Gruesome Twosome" bekannte Schauspielerspielerpaar dabei.

Henreid schreibt zu den Dreharbeiten in seiner Autobiografie: "Hedy Lamarr war eine wunderschöne Frau, die jedoch ohne entsprechenden Regisseur einfach zu hölzern spielte. Bei einer Nahaufnahme sollte sie Verärgerung zeigen, doch auch nach zahlreichen Takes sah sie immer noch wie aus Elfenbein gemeißelt aus. Unser Regisseur war verzweifelt und erklärte schließlich, "Gut, noch ein Versuch und so wie es wird lassen wir es!" Hedy bereitete sich vor doch kurz bevor die Kamera lief, lehnte ich mich zu ihr hinüber und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Sie reagierte sofort darauf und ihr perfekter, verärgerter Ausdruck wurde aufgezeichnet. Danach fragte mich Jean Negulesco was ich zu ihr gesagt hätte. Ich erklärte ihm, daß ich ihr erzählt habe, daß ich durch die hinter ihr ausgerichtete Beleuchtung so durch ihr Kleid sehen könnte, als ob sie nackt vor mir stehen würde!"



Zwischen zwei Welten (Between Two Worlds)
USA 1944 (Warner Bros.)
Regie: Edward A. Blatt


Paul Henreid in Rolle österreichischen Pianisten, der während des Zweiten Weltkrieges versucht, gemeinsam mit seiner Frau aus dem kriegsgeplagten England zu flüchten. Dabei gerät das Paar auf mysteriöse Weise an Bord eines seltsamen Schiffes, das inmitten undurchdringlichen Nebels einem lange unbekannten Ziel entgegensteuert.
Die Neuverfilmung eines Stücks, das unter seinem Originaltitel "Outward Bound", bereits 1930, damals mit Leslie Howard und Douglas Fairbanks, jr. in den Hauptrollen verfilmt worden war. In der Zweitauflage wurde die Geschichte dem aktuellen Zeitgeschehen angepaßt.
Tragende Rollen übernahmen Eleanor Parker, als Henreid's Frau, John Garfield, als hartgesottener Zeitungsmann, Edmund Gwenn als geheimnisvoller Schiffsstewart und Sidney Greenstreet, der hier in einer Rolle zu sehen war, die so gar nicht seinen sonstigen, eher düster und bedrohlich wirkenden Leinwandauftritten entsprach.
Weitere interessante Rollen spielten der wandlungsfähige, oft als Bösewicht eingesetzte, George Coulouris, Sara Allgood, die im Film eine besondere Beziehung zu Garfield hat und Isobel Elsom, als selbstsüchtige, verwöhnte Ehefrau die ihren Ehemann unterdrückt.
Als Regisseur verpflichtete das Studio den unbekannten Edward A. Blatt, der ausser diesem lediglich noch zwei weitere Filme inszenierte und eigentlich eher als Bühnenauthor bekannt war. Das Drehbuch schrieb Danny Fuchs, der später auch das Buch zu Henreid's erster eigener (inoffizieller) Regiearbeit, bei "Der Mann mit der Narbe (Hollow Triumph/The Scar)" schrieb.

Henreid schreibt in seiner Autobiographie auch daüber, wie er überhaupt zu in diesem Film besetzt wurde: "Nachdem ich "The Conspirators" abgedreht hatte, wollte Jack Warner mich in "Watch on the Rhine (Die Wacht am Rhein, 1944)" besetzen. Bette Davis sollte mein Co-Star sein. Leider machte ich den dummen Fehler und lehnte ab, da ich Angst hatte als Nazi Bösewicht festgelegt zu werden. Schließlich besetzte Jack Warner widerstrebend Paul Lukas - der prompt den Oscar für diese Rolle erhielt!"
"Als nächstes bot Warner mir "Mr. Skeffington", ebenfalls an der Seite von Bette Davis an. Aber ich erklärte ihm, daß ich diese Rolle nicht überzeugend spielen könnte. Jack Warner stimmte dem zu und nannte mir dann sein letztes Angebot, wobei er mir das Drehbuch zu "Between Two Worlds" in die Hand drückte".
"Eleanor Parker, eine Newcomerin, in die Warner große Hoffnungen setzte spielte meine Ehefrau. Der Regisseur, Edward A. Blatt war ein angenehmer Mensch, wenn auch etwas unerfahren. Außerdem war John Garfield dabei, der ein exzellenter Shauspieler war. Ich fand ihn sehr geistreich und angenehm, wenn auch ein wenig naiv, aber wir kamen sehr gut miteinander aus. Er mußte für seine Rolle mehrere Kartentricks lernen und war bald ausgesprochen aufgeregt darüber. Er übte ständig und langweilte uns damit. Aber meine Frau, Lisl und ich mochten ihn und seine Frau sehr gerne. Keiner von beiden war in irgendeiner Art anmaßend und deswegen mischten sie sich auch nicht unter die Hollywood 'Society'."
"Der Film wurde von den Kritikern und auch dem Publikum recht gut aufgenommen, obgleich der neu hinzugefügte Prolog die unheimliche Qualität des Stücks untergrub. Letztendlich schossen sich die Kritiker auf diesen Punkt ein und obwohl sie unsere Darstellungen lobten, waren sie nicht glücklich über das Drehbuch."

Inwieweit diese Kritik berechtigt ist, muß wohl jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Jedenfalls gehört "Between Two Worlds" zu den großen Fantasyfilmen und alle Beteiligten spielen ihre Rollen perfekt -obgleich manche Kritiker bemängelten das Garfield (vom Regisseur alleine gelassen) zu dick auftragen würde. Der gesamte Film strahlt eine besondere Faszination aus, die sich speziell nach dem Erscheinen von Sidney Greenstreet noch weiter steigert. Henreid und Eleanor Parker gaben ein anrührendes und schönes Paar ab.



Devotion
USA 1944 (Warner Bros.)
Regie: Curtis Bernhardt

Paul Henreid in der männlichen Hauptrolle, eines Kurators, der im Jahr 1836 in einer englischen Kleinstadt die -später berühmten- Schwestern "Bronte" kennenlernt.
Der Film ist, wie zeitgenössische Kritiker bemängelten, natürlich weder eine genaue Biografie des Lebens dieser Künstlergeschwister noch bietet er einen realistischen Einblick in die harschen Lebensumstände in den Yorkshire-Mooren zur damaligen Zeit.
Es ist mehr ein Melodram in der Linie von "Wuthering Heights" oder "Jane Eyre", wobei die Rollen der Charlotte (Olivia DeHavilland) und der Emily (Ida Lupino) deutlich hervorgehoben sind. Die dritte Schwester, Ann (Nancy Colman) spielt nur eine untergeordnete Rolle, während Arthur Kennedy als ihr von Selbstzweifeln geplagter Bruder Branwell einige bemerkenswerte Auftritte hat.
Die Verfilmung war bereits mehrere Jahre geplant und für die weiblichen Hauptrollen waren Namen wie "Bette Davis" und "Miriam Hopkins" im Gespräch.
Henreid schreibt über die Dreharbeiten in seiner Autobiografie:
"Der Produzent, Jack Warner, gab Ida Lupino ein Drehbuch das mit dem Tod der von ihr gespielten Emily endete, aber er hatte noch ein anderes Ende, daß er aber Ida nicht zeigte.
Dabei handelte es sich um eine Art Epilog, in dem ich eine letzte Liebesszene mit Charlotte (DeHavilland) spielte. Ich wußte nichts von dem Ende das Ida erhalten hatte und war der Ansicht wir alle hätten die gleiche Endfassung. Nachdem die Aufnahmen von Ida's Szene abgeschlossen waren, drehte man das andere Ende. Als Ida diese Finalfassung sah, kam sie vollkommen aufgebracht zu mir und klagte, "Paul, ich war immer Dein Freund, wie konntest Du mir so etwas antun?"
Ich erklärte ihr, daß in meinem Script immer nur dieses Ende enthalten war und letztlich erfuhren wir, daß das Ganze eine Intrige von Jack Warner war, von der allerdings auch unser Regisseur, Curtis Bernhardt und Olivia DeHavilland gewußt hatten! Warner wollte ganz einfach beide Frauen zufrieden stellen - indem er Ida Lupino Top-Billing im Vorspann gab und Olivia DeHavilland dafür am Ende den Hauptdarsteller bekam."



Der Seeteufel von Cartagena (The Spanish Main)
USA 1945 (RKO)
Regie: Frank Borzage

Paul Henreid in der Hauptrolle, des holländischen Kapitäns "Laurent VanHorn" der, nachdem er sein Schiff durch die Willkür des spanischen Gouverneurs verloren hat, zum gefürchteten Seeteufel von Cartagena wird.
Der Film ist ein schwungvoller und auch schauspielerisch überzeugender Piratenfilm. Die Technicoloraufnahmen sind brilliant und Henreid überzeugt voll und ganz in der Titelrolle. Walter Slezak geht ganz in seiner Rolle des hinterhältigen Gouverneurs auf.
Der Film wurde ein kolossaler Erfolg und sorgte mit einem Einspielergebnis von 14 Millionen Dollar dafür daß das Studio RKO weiter im Geschäft blieb.

Henreid schreibt dazu in seiner Autobiografie: "Ich war es leid immer als der wohlerzogene Leading Man eingesetzt zu werden und wollte auch keine weiteren Nazi-Rollen mehr spielen. Also entwickelte ich ein Grundkonzept für einen Piratenfilm und ging damit zu Jack Warner. Er war davon überhaupt nicht begeistert und meinte -wenn er einen Liebhaber bräuchte käme er zu Henreid und wenn er einen Piraten bräuchte hätte er dafür Errol Flynn."
Daraufhin ging Henreid mit der Idee zu RKO, und erhielt den Zuschlag und auch gleich die Hauptrolle.



Clara Schumanns große Liebe (Song of Love)
USA 1947 (MGM)
Regie: Clarence Brown

Paul Henreid in der Rolle des berühmten Komponisten Robert Schumann, der die Konzertpianistin Clara Wieck heiratet.
Clara Schumann wurde von niemand geringerem als Katharine Hepburn gespielt, die zu diesem Zeitpunkt bereits einen Oscar (für Morning Glory, 1933) gewonnen hatte und für drei weitere Rollen dafür nominiert worden war.
Wie Henreid in seiner Autobiographie schreibt, bewunderte er den Regisseur, Brown, sehr und hatte auch sonst seine Freude an den Dreharbeiten. Durch Katharine Hepburn lernte er auch Spencer Tracy kennen und schätzen.
Der Film selbst wurde von den Kritikern eher zwiespältig aufgenommen. Die meisten lobten vor allem das gelungene Timing von Katharine Hepburn, bei den Nahaufnahmen am Piano. Sie hatte dafür viele Stunden Unterricht bei der Pianistin Laura Dubman, einer Schülerin von Artur Rubinstein (der auch die Pianostücke im Film einspielte) genommen.
Henreids Darstellung wurde als "angemessen leidend" bezeichnet, während Robert Walker in der Rolle des Johannes Brahms durch die Bank als Fehlbesetzung bezeichnet wurde.
Der Film erhielt eine Einleitung, aus der hervorging, daß man sich bezüglich der biographischen Tatsachen "gewisse Freiheiten" erlaubt habe!
Jedenfalls erhielt Henreid, der für diesen Film aus seinem Vertrag bei Warner Bros. ausgestiegen war die stattliche Summe von 115.000 Dollar. Für den Film, den er bei Warner drehen sollte, hätte er lediglich 75.000 Dollar erhalten.



Der Mann mit der Narbe (Hollow Triumph / alternativ: The Scar)
USA 1948 (Eagle-Lion)
Regie: Steve Sekely

Paul Henreid in der Hauptrolle als Gangster, der auf der Flucht seinen Doppelgänger trifft und dessen Identität annimmt.
Eine ungewöhnliche Rolle für Henreid, der laut eigener Aussage allerdings begierig war sich dieser Herausforderung zu stellen.
Henreid fungierte neben Bryan Foy auch gleich als Co-Produzent und nahm in dieser Funktion Kontakt mit dem Columbia Chef "Harry Cohn" auf. Er versuchte von diesem "Evelyn Keyes" für die Hauptrolle zu bekommen, doch Cohn wollte das ganze Projekt als Paket für seine Gesellschaft übernehmen. Henreid bestand jedoch darauf seinen Vertrag mit der neugegründeten Eagle-Lion zu erfüllen und so wurde nichts aus dem Leihgeschäft.
Daraufhin erinnerte Henreid sich an Joan Bennett, "eine schöne Schauspielerin die perfekt für diese Rolle war. Sie konnte eine Rolle sympathisch aber ohne Sentimentalität spielen und machte in diesem Film einen sensationellen Job!" Unglücklicherweise war der Regisseur entweder nicht in der Lage die Vorgaben des Drehbuchs umzusetzen oder er hatte nicht den Willen gutgemeinte Ratschläge anzunehmen. Letztendlich drängte die Produktionsgesellschaft darauf entweder das Projekt fallen zu lassen oder einen anderen Regisseur zu verpflichten.
Schließlich übernahm Henreid selbst die weitere Inszenierung und kam so zu seinem allerersten Regieauftrag. Steve Sekely erhielt allerdings vertragsgemäß die Nennung als ausführender Regisseur.



"Z U R Ü C K / B A C K"

"S T A R T S E I T E / H O M E"

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