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*RORY CALHOUN*







Film und Fernsehen: Der perfekte Western-Star!

Sein Eintritt ins Filmgeschäft erfolgte 1943, nach einer zufälligen Begegnung mit dem damaligen Top-Star "Alan Ladd". Auf Vermittlung der Hollywood-Agentin "Sue Carol", gleichzeitig die Ehefrau von Alan Ladd, wurde er zu einem Test bei der "20th Century-Fox" eingeladen und von dieser unter Vertrag genommen. Sein Leinwanddebüt feierte er allerdings bei "United Artists", unter dem Namen Frank McGown, in einer kleinen Statistenrolle in dem Film "Sundown" im Jahr 1941.
Erst 1944 wurde er in wieder in einem Film eingesetzt, diesmal bei "20th Century-Fox". In diesem wie auch den nächsten drei Filmen hatte er lediglich kleine Statistenrollen und behielt seinen Namen.
Danach wurde er wieder bei "United Artists" eingesetzt und wechselte nebenbei auch gleich noch seinen Namen. Diesen Umstand hatte er dem Agenten "Henry Willson" zu verdanken, der unter anderen auch "Rock Hudson", "Tab Hunter" und "Troy Donahue" entdeckt und diesen ihre neuen Namen verpaßt hatte. Von diesem Zeitpunkt an wurde er in seinen Filmen als Rory Calhoun geführt und als wäre der neue Namen ein Omen für kommende Aufgaben, ging es auch mit seinen Filmrollen bergauf.
In dem Streifen "The Red House (1947)" hatte er seine bis dahin gehaltvollste Rolle und dies in einem wirklich gelungenen Mystery-Film, an der Seite so erfahrener Schauspieler wie "Edward G. Robinson" und "Judith Anderson".
Im gleichen Jahr war er auch noch in dem "Warner-Bros." Melodram "That Hagen Girl" neben "Shirley Temple" und "Ronald Reagan"zu sehen und spielte seine erste Hauptrolle, in dem Film "Adventure Island" für "Paramount".
Im Jahr 1949 hatte Rory Calhoun seine erste Begegnung mit dem Genre das für die nächsten fünfzehn Jahre zu seinem Hauptbetätigungsfeld werden sollte. Es handelte sich dabei um einen Western mit dem Titel "Massacre River (Zweikampf am Red River)".
Bis 1966 wirkte er in über zwanzig Western mit, wobei er in den meisten davon die Hauptrolle spielte.
In dem Western-Klassiker "River of no Return (Fluß ohne Wiederkehr)", von "Otto Preminger", hatte er zwar im Vergleich zu den Stars "Marilyn Monroe" und "Robert Mitchum" nur eine verhältnismäßig kleine Rolle, die er jedoch passend ölig und hinterhältig erfüllte.
Ein interessantes Detail für Calhoun-Fans am Rande ist auch die Tatsache, daß man bei Fernsehaustrahlungen dieses Films je nach Ausstrahlungsformat sehr unterschiedliche Eindrücke erhält. Im zumeist üblichen Vollbildformat könnte man glauben Calhoun wäre teilweise gar nicht am Set gewesen sondern hätte seine Tonsequenzen großteils nachträglich synchronisiert. Nur bei Austrahlung im Original-Kinoformat entdeckt man überrascht in wievielen Szenen er eigentlich doch präsent ist.
Viele seiner eigenen Western standen dieser Groß-Produktion jedoch in nichts nach, ja waren teilweise sogar aufregender und authentischer, gerade wenn man z. B. die doch sehr offensichtlichen Rückprojektionen bei der Floßfahrt in "River of no Return" in Betracht zieht.
Calhouns Western waren im besten Sinne Outdoor-Filme, nach damaligen Standard sicherlich im B-Western eingeordnet, vergleichbar etwa den Filmen von "Audie Murphy". Aber wenn Rory in seinen Filmen kämpfen mußte, dann tat er dies überzeugend, wie etwa in "The Spoilers (Mit roher Gewalt)", einem Remake einer insgesamt fünf mal verfilmten Geschichte.
Sein Zweikampf mit seinem Co-Hauptdarsteller "Jeff Chandler" steht dem von "John Wayne" und "Randolph Scott" in der Verfilmung von 1941 nichts nach.
Auch "Dawn in Socorro (Duell in Socorro)" durchzieht eine unterschwellige Spannung, die in dem finalen Showdown gipfelt. Außerdem wirkt Calhoun, ausgestattet mit leicht angegrauten Koteletten, den Hut in die Stirn gezogen und lässig an seiner Zigarre ziehend ausgesprochen attraktiv.
"Red Sundown (Auf der Spur des Todes)", von Kult-Regisseur "Jack Arnold" war ebenfalls ein Bilderbuch-Western, der außerdem vom bemerkenswerten Auftreten des damaligen Newcomers, "Grant Williams", als sanfter Killer profitierte.
Aber Calhoun zeigte das er auch in anderen Genres zuhause war. 1952 spielte er in "Way of a Gaucho (König der Gauchos)", kurioserweise an der Seite von "Gene Tierney", die bei seinem allerersten Filmauftritt "Sundown" die weibliche Hauptrolle innehatte. Nun, elf Jahre später war Calhoun gleichberechtigter Co-Star.
In "A Bullet is waiting (Eine Kugel wartet)" ist "Jean Simmons" seine Partnerin, in einem gutgespielten, ungewöhnlichen Psycho-Krimi-Drama um Schuld und Sühne.
Der Film "The Looters (Plünderer am Pikes Peak)" wartet ebenfalls mit einer ungewöhnlichen Story und einem ebenso ungewöhnlichen Ambiente auf.
Mitte der 50er Jahre gelangte die Geschichte von Rory's Jugendstrafe plötzlich an die Öffentlichkeit. Sie wurde in verschiedenen Zeitungsartikeln veröffentlicht.
Gerüchten zufolge wollte das bekannte Skandal-Magazin "Confidential" eigentlich die Homosexualität des damals gerade zu großer Popularität gekommenen Schauspielers "Rock Hudson" bloßstellen.
Um seinen aufstrebenden Star zu schützen soll das Film-Studio "Universal Pictures", bei dem Hudson und auch Calhoun unter Vertrag standen, angeblich entsprechende Informationen bezüglich Calhouns Jugendstrafe in der Presse lanciert haben. Diese Gerüchte konnten jedoch nie bewiesen werden.
Anderen Quellen zufolge drohten Erpresser Calhoun seine Jugendstrafe publik zu machen und dadurch seine Film-Karriere zu zerstören, woraufhin Calhoun selbst mit der Geschichte an die Öffentlichkeit ging und ihnen damit einen Strich durch die Rechnung machte.
In jedem Fall überstand Calhoun diese Periode ohne bleibenden Schaden für sein Filmleben.
Nachdem das Filmgeschäft im allgemeinen gegen Ende der 50er Jahre aufgrund der großen Konkurrenz durch das Fernsehen eine Talsohle durchschritt, wandte sich Calhoun nun verstärkt diesem neuen Medium zu.
Seit Mitte der 50er Jahre war er in TV-Shows wie dem "Ford Theatre" oder dem "Screen Director's Playhouse" aufgetreten.
Nun jedoch produzierte er für "CBS-Televison" die Serie "The Texan" und übernahm auch gleich die Hauptrolle des Bill Longley. Diese halbstündige Serie lief von 1958 bis 1960 und landete 1958, zu einem Zeitpunkt als TV-Western-Serien ihren Höhepunkt hatten immerhin auf Platz fünfzehn in der Beliebtheitsskala.
Auch in den 60er und 70er war er des öfteren Gaststar, zuerst vordringlich in Western-Serien wie "Wagon Train", "Gunsmoke (Rauchende Colts)", "The Virginian (Die Leute von der Shiloh Ranch)", "Death Valley Days" sowie, nahezu unvermeidlich auch in "Bonanza".
Einen späten Gastauftritt hatte er auch in der langlebigen Western-Serie "Rawhide (Tausend Meilen Staub)", die zwischen 1958 und 1966 produziert wurde und im Rückblick gesehen in Puncto Charakterzeichnung, Storyentwicklung, Ernsthaftigkeit und Abwechslung Serien wie "Bonanza" und "Gunsmoke" klar ausstach.
In der Folge "Die falsche Kavallerie" kann er sowohl seine freundliche wie auch seine bösartige Aura auspielen. Schade nur, das sein Mitwirken in der Serie erst nach dem Ausscheiden des Hauptcharakters, dem Trailboß Gil Favor (gespielt von dem leider viel zu früh verstorbenen "Eric Fleming") zustande kam. Es wäre sicher ein Genuß gewesen diese beiden Charakterköpfe gemeinsam auf dem Bildschirm zu sehen.
Anfang der 60er Jahre drehte Calhoun mehrfach für "MGM" in Europa. Während der in Italien inszenierte Streifen "Marco Polo" doch erhebliche Schwächen aufweist, sind die beiden anderen Filme dieser Ära, der 1961 in England gedrehte "The Secret of Monte Cristo (Das Geheimnis von Monte Christo)", sowie das ebenfalls 1961, wiederum in Italien hergestellte Spektakel "The Colossus of Rhodos (Der Koloss von Rhodos)" von wesentlich besserer Qualität.
Gegen Mitte der 60er Jahre nahm die Qualität der ihm angebotenen Filme immer mehr ab. 1966 trat er letztmals in einer Hauptrolle in einem Western, mit dem Titel "Apache Uprising (Die Apachen)" auf. Dieser Film war Teil einer Reihe von Western, die von dem Produzenten A. C. Lyles mit ehemals namhaften Stars wie "Lon Chaney,jr.", "Scott Brady", "Bruce Cabot", "Richard Arlen" und "Johnny Mack Brown", um nur einige zu nennen, bestückt ins Rennen geschickt wurden.
Zwischen 1968 und 1977 war Calhoun kaum noch im Kino zu sehen und wenn dann als Gaststar oder Nebendarsteller. Von 1978 bis 1990 wirke er wieder vermehrt in Kino- und TV-Produktionen stark schwankender Qualität mit. Seinen letzten Auftritt in einem Kinofilm hatte er 1992 in dem Streifen "Pure Country", mit dem Country-Sänger "George Strait" in der Hauptrolle.
Zwischen 1982 und 1987 trat er in der "CBS" Seifenoper "Capitol" auf.
Außerdem fungierte er als Gastgeber bei den Neuausstrahlungen der Serie "Death Valley Days" innerhalb des "Western Star Theaters" mit.

Bei den Filmen "Apache Territory", "The Domino Kid (Einer gegen Fünf)" und "The Hired Gun (Flucht vor dem Galgen)" übernahm Calhoun neben der Hauptrolle auch gleich noch die Stelle des Produzenten. Für "The Domino Kid" schrieb er die Story. Auch bei dem Film "Shotgun (Ritt in die Hölle)" arbeitete er an und Drehbuch mit. Er hatte vor auch hier die Hauptrolle zu übernehmen, aber als der Film dann von "Allied Artists" inszeniert wurde spielte "Sterling Hayden" die Hauptrolle. Nebenbei schrieb Rory Calhoun auch noch die Novelle "The Man from Padera".
Für seine Karriere erhielt Rory Calhoun zwei Sterne auf Hollywood's berühmten "Walk of Fame", einen für seine Filmarbeit den anderen für seine Verdienste im Fernsehen.

"Z U R Ü C K / B A C K"

"S T A R T S E I T E / H O M E"



*Privatleben*